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Beilage.

Obethessischer Anzeiget.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Seitens der Regierung wurde eine Vorlage an die Stände gebracht, wegen Herstellung einer Winter-Haltestelle für die Neckar Fahrzeuge am Langenwerth oberhalb Neckarsteinach, mit einem Kostenaufwand von 23000 Mark. Ferner haben die Abgg. Lautz und Genossen(im Ganzen 13 Antragsteller) folgenden Antrag eingebracht:Die Kammer wolle beschließen, es sei an Gr. Staatsregierung das Ersuchen zu richten, die Frage der Ueber nahme der Kosten aller(staatlichen) Schulen (etwa mit Ausnahme der Kosten für Schulge bäude) auf die Staatskasse abgesehen vom bezüglichen Schulsonds und von privatrechtlichen Verpflichtungen zur Bestreitung der Kosten für

Schulen einer genauen Untersuchung zu unterziehen und über das Ergebniß dersel

ben der Kammer demnächst Mittheilung zu machen. Auf den von den Abgg Ellenberger, Schaum, Sturmfels und Theobald unter dem 8. März d. J. an die zweite Kammer gerichteten Antrag:Die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen: 1) auf den Haltestellen zu Büches und Bleichenbach Güͤterverladestellen zu errich ten; 2) die Möglichkeit der Verladung auch von anderen Gütern auf dem Seitengeleise der Briquettefabrik bei Trais-Horlof in Erwägung zu ziehen; 3) bei Aufstellung der nächsten Fahr pläne darauf Rücksicht zu nehmen, daß die ohne hin knapp bemessene und durch Verspätungen oft noch reduzirte Uebergangszeit(3, 5, 7, 8 Minuten) von den Endstationen Gießen und Gelnhausen auf die wohl am meisten erwünschten Züge nach Frankfurt und umgekehrt auf 10 bis 12 Minuten erweitert werde; 4) im Interesse des Publikums bessere Anschlüsse der Post an die Oberhessische Bahn zu vermitteln; 5) auf eine raschere Beförderung der Güter Bedacht nehmen zu wollen, hat jetzt Abg. Hanstein namens des vierten Ausschusses Bericht erstattet. Der Ausschuß beantragt: 1) die Kammer wolle Pos.! des gestellten Antrags ablehnen. 2) Großh. Regierung zu ersuchen, Verhandlungen mit der Verwaltung der Briquettefabrik bei Trais-Horloff wegen Ermöglichung der Verladung auch von anderen Gütern auf dem Seitengeleise der Fabrik eintreten zu lassen und die Normen der Benutz ung fraglichen Geleises bekannt zu machen. 3) Die Pos. 3 des Antrags für erledigt zu erklären. 4) Großh. Regierung zu ersuchen, den vorge brachten Wünschen möglichst Rechnung tragen zu wollen. 5) Die Pos. 5 des Antrags für erledigt zu erklären.

Der Stationsgehilfe Hainer aus Gießen wurde zum Stationsassistenten bei den Ober hessischen Bahnen ernannt.

Mainz, 10. Juni. Die Präconisation unseres neuen Bischofs Dr. Haffner ist gestern in Rom erfolgt. Bei seiner gestern Abend er folgten Rückkehr von München wurde der Bischof an der Station Neuthor von einer großen Menge mit Hochrufen begrüßt. Der Präsident des ka tholischen Maͤnnervereins hielt zu seiner Bewill kommnung eine Ansprache, worauf Dr. Haffner in warmen Worten dankte.

Berlin, 10. Juni. Der Bundes rath nahm nach demFr. J. in seiner heutigen Sitzung die Ausschußanträge bezüglich der Streitigkeiten zwischen der Waldeck'schen Regierung und den Ständen, ferner wegen Aenderung des Betriebs reglements für die Eisenbahnen Deutschlands mit Bezug auf die Beförderung gewisser explo dirender Stoffe, endlich bezüglich des Gesetzes wegen Errichtung eines Seminars für die orien talischen Sprachen an. Bezüglich einer Abän

derung des Vertrages mit dem Norddeutschen;

Lloyd in Bremen über Einrichtung und Unter haltung deutscher Postdampfschiff-Verbindungen mit Ostasien und Australien hat der Bundes rath beschlossen, den Reichskanzler zu ermächtigen: 1. für die Dauer der über gewisse Haͤfen des

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Mittelmeeres verhängten sanitätspolizeilichen Maßnahmen den Curs der Mittelmeerlinie und den Transit durch Egypten einer von den bis herigen Bestimmungen abweichenden Regelung zu unterziehen; 2. den Norddeutschen Lloyd für die Dauer des ersten Betriebsjahres von dem Anlaufen von Korea gänzlich oder bedingungs weise zu entbinden; 3. die im Artikel 8 des Vertrages gestellten Anforderungen auch rücksicht lich der nicht durch Neubau beschafften Dampfer der Hauptlinien zu ermäßigen. Ferner beschloß der Bundesrath zur Ausführung des Zucker steuergesetzes, daß die aus dem Betriebsjahre

1885/86 fällig werdenden Rubenzuckersteuer Credite um drei Monate verlängert werden

dürfen und daß dabei die im vorigen Jahre fest gestellten Bestimmungen eine diesem Sinne ge mäße Anwendung zu finden haben.

11. Juni. Staatssecretär Graf Bismarck trat gestern eine Urlaubsreise nach Constanti nopel au.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 11. Juni. Das Unterhaus nahm in zweiter Lesung den Zolltarif unverändert nach der Regierungsvor lage an, desgleichen den Gesetzentwurf betr. die zollfreie Einfuhr von Mais und Hirse aus Bul garien und Serbien, endlich das Gesetz betr. die Fortsetzung der Bahn Metkovich-Mostar bis Serajewo.

Belgien. Brüssel, 11. Juni. DasJournal de Bruxelles wendet sich gegen die Erzählungen verschiedener Zeitungen über die von der Re gierung getroffenen militärischen Maßnahmen, um eventuellen Vorkommnissen anläßlich der Arbeitermanifestation am Samstag zu begegnen und bemerkt, alle Wohlgesinnten könnten ruhig den Ereignissen entgegensehen und volles Ver trauen zu der festen Haltung der Regierung haben. Es verlautet, daß eine neue gefährliche Streikbewegung ausgebrochen sei, und daß heute Nacht überhaupt eine allgemeine Arbeitseinstell ung in den belgischen Kohlengruben erfolgen werde.

Frankreich. Paris, 12. Juni. Die Kam mer nahm gestern mit 315 gegen 232 Stimmen den von der Regierung acceptirten Brousse'schen Entwurf an, welcher die Ausweisung der directen Prätendenten und deren ältesten Söhnen ver langt.Figaro glaubt zu wissen, daß der Graf von Paris mit Familie Frankreich verlassen wird, während die übrigen Prinzen im Lande ver bleiben würden.

13. Juni. In einer Versammlung der streikenden Bergarbeiter in Decazeville wurde einstimmig beschlossen, morgen die Arbeit wieder aufzunehmen.

Großbritannien. London, 14. Juni. Ein Manifest Gladstone's an seine Wähler in Midlothian besagt: Die Königin hat in die Auf lösung des Parlaments gewilligt, um die Mein ung des Landes über die wichtigste und gleich zeitig einfachste Frage zu erfahren, welche mau dem Lande seit einem halben Jahrhundert unter breitet hat.

Belfast, bu. Juni. Die Ruhestörungen dauerten gestern den ganzen Abend fort. Na mentlich fanden in der Nähe der Kaserne der Polizei größere Zusammenrottungen statt. Mi litär mußte requirirt werden, welches die Straße mit dem Bajonnet säuberte.

Türkei. Constantinopel. Server Pascha ist gestorben.

Griechenland. Athen, 13. Juni. Die Deputirtenkammer nahm mit 114 gegen 103 Stimmen den Gesetzentwurf an, nach welchem die Wahlen departementsweise erfolgen sollen, der Gesetzentwurf betr. die Herabsetzung der Zahl der Deputirten auf 150 wurde ebenfalls genehmigt.

Justizminister

Handel und Verkehr. Friedberg, 15. Junk. Fruchtberscht. Walzen M. 17.25 bis 17.50, Korn M. 14.25 14.50, Gerste M. 12 13.00.

1 70. Hafer M. 13 13.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Ko.= 200 Zollpfund.

Friedberg, 16. Juni. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90 1.00, Eier 1 Stück Pf., 2 Stück g. 11 Pf.

Es kursiren in Frankfurt falsche Fünfmarkscheine, welche sehr leicht als Falstfikate zu erkennen sind, indem denselben das Wasserzeichen fehlt und der auf den Schelnen befindliche Adler in seinem rothen Farbendruck wie verschwommen aussieht. Die Polizeibehörde, welche schon einige Tage zur Auffindung der Fälscher in Thätig⸗ keit lst, hat die hlesigen Geschäftsleute bereits auf diese falschen Scheine aufmerksam gemacht.

Die Elsenbahn⸗Direktlon Hannover(Main-Weser⸗Bahn) hat in diesem Jahre wleder eine Nachweisung über diejenigen festen Rundreisebillets herausgegeben, welche auf Stationen des Bezirks dieser Direktion aufliegen, oder welche durch Retourbillets mit verlängerter Gültigkeitsdauer von den Hannover'schen Stationen aus nutzbar gemacht werden können. In derselben sind auch die Bestimmungen über die combinirbaren Rundreisebillets mit enthalten. Wir wollen nicht verfehlen, hiermit im Interesse des reisenden Theils unserer Leser auf diese, in Form eines Büchelchens herausgegebene Nachweisung besonders aufmerksam zu machen und zu bemerken, daß diese Nachweisung bei jeder Blllet⸗Expedition des Direktionsbezirks Hannover zu dem mäßtgen Preise von 20 Pf. käuflich ist,

Zur Erleichterung des Besuchs der Jubiläums-Kunst⸗ Ausstellung in Berlin ist die Einrichtung getroffen, daß auf den wichtigsten Stationen und Knotenpunkten der Main⸗ Weser⸗Bahn am 14. u. 28. jeden Monats besondere Retour⸗ billets II. und III. Klasse zu ermäßigten Preisen und mit achttägiger Gültigkeitsdauer verausgabt werden. Diese Billets sind zur Fahrt nach Berlin am 14. oder 28. jeden Monats für jeden fahrplanmäßigen Zug, welcher die betreffende Wagenklasse führt, gültig, während die Rückfahrt von Berlin mit einem beliebigen Zuge inner⸗ halb der achttägigen Gültigkeitsdauer angetreten werden kann. Vor der Rückfahrt sind die Billets abzustempeln. Auf jedes Billet wird ein Freigepäck von 25 Kgr. ge⸗ währt. Um auch kleineren Statsonen die erwähnte Fahr vergünstigung zu gewähren, ist die Einrichtung getroffen, daß die Gültigkeitsdauer der zwischen kleineren Stationen und der Ausgabestationen derbesonderen Retourbillets gelösten Retourbillets ebenfalls auf 8 Tage verlängert wird, wenn an den genannten Tagen im Anschluß daran ein Retourbillet nach Berlin gelöst wird.

Nach dem von der Berliner internationalen Tele graphenconferenz beschlossenen, am 1. Juli in Kraft tretenden, neuen Depeschentarif, wonach die Grundtaxe fortfällt, beträgt die Depeschengebühr mindestens 60 Pf. und das Wort 6 Pf.

Literarisches.

Daheim Nr. 37 enthält: Die Bräute von Moor. stätt. Forts. Leopold von Ranke, F am 23. Mai 1886. Von Th. H. Pantenius. Mit Porträt. B'hüt Gott Forts. Die Pergamenischen Ausgrabungen und Per⸗ gamon in Berlin. Von R. Kleinpaul. Mit sechs Illustr. Am Familientisch: Haus Hagenthal im Harz. Von R. Lauxmann. Zum Pergamonfest. Gesundheits⸗ rath. In unserer Spielecke. Mit zwei illustr. Beilagen.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Die Zahl der vom 1. April 1885 bis zum 31. März 1886 Seitens der Stationen der Gesellschaft geretteten Per sonen beziffert sich auf 32, womit die Gesammtzahl der selt der Begründung der Gesellschaft durch dieselbe Ge retteten auf 1547 gestiegen ist. Die Zahl der Strand- ungen war im verflossenen Jahre eine außergewöhnlich geringe. Zur Zeit weist die Gesellschaft 100 Rettungs- stationen und zwar 43 an der Nordsee und 57 an der Ostsee auf. Die Gesellschaft zählt gegenwärtig 57 Be zirksvereine und 217 Vertreterschaften. Die Zahl der Mitglieder hat sich im letzten Jahre erfreulich vermehrt. Am Schlusse des Berichtsjahres waren es 45,516 ordent liche Mitglieder, gegen 44,305 im Vorjahre, welche an Jahres-Beiträgen die Summe von 140,055 M., gegen 137,844 M. im Vorjahre, aufgebracht haben. Den Zu wachs an Mitgliedern hat die Gesellschaft allein dem Binnenlande zu verdanken. Neben den Jahres Beiträgen sind als außerordentliche Beiträge eingegangen 51,402 M., gegen 51,334 M. im Vorjahre. Hiervon haben die von der Gesellschaft ausgestellten Sammelbüchsen 20,221 M. aufgebracht. Die Gesammteinnahmen beliefen sich auf 217,417 M., gegen 211,735 M. im Vorjahre. Dtiesen Gesammteinnahmen stehen die Gesammtausgaben gegen über mit 164,239 M., gegen 181,578 M. im Vor jahre, von denen auf Neuanschaffungen und Ergänzungen 53,899 M., gegen 85,577 M. im Vorjahre, verwandt wurden. Die Schlußrechnung ergibt 53,899 M. ein malige und 110,340 M. laufende Ausgaben, denen nach oben eine Gesammteinnahme von 217,417 M. gegenüber steht, so daß die Gesellschaft einen Ueberschuß von 53,177 M. zu verzeichnen hat. Die Btlanz welst in Soll und Haben die Summe von 821,644 M. auf, der Reservefonds hat einen Bestand von 630,407 M. auf zuweisen, der Gründungsfonds hat 122,268 M., der Unterstützungsfonds 31,395 M. in Anspruch genommen Das Stationen-Errichtungs-Conto repräsentirt einen Ge sammtwerth von 853,458 M. Mit den Rettungsgesell. schaften anderer Länder hat die Gesellschaft nach wie

vor in freundschaftlichem Verkehr gestanden und mit