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1886.
Bonnerstag den 16. Dezember.
M Is.
Obberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
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Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf
Annoncen von
auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Deutsches Reich.
Darm stadt. Der Gymnasialamts-Accessist Dr. Schmidt aus Darmstadt wurde zum Sec— retär bei der Hosbibliothek ernannt; der Real⸗ lehrer Dr. Burger zu Michelstadt und der Forst— inspector Irle in Heppenheim wurden auf Nach—
1 suchen, unter Anerkennung ihrer Dienste, in den RNuhestand versetzt.
— Das Regierungsblatt Nr. 30 enthält: das Reglement, die Beschaffung der Mobilmachungs— pferde betr. und Nr. 31 enthält: Verordnung, die Rückgabe der Dienstkautionen der Gerichts— vollzieher betr. 8
— Militärdienstnachrichten. Major v. Nip— pold, Abtheilungscomm. vom Gr. Feldartillerie— tegiment Nr. 25, wurde in gleicher Eigenschaft zum 2. Garde-Feldartreg., Major Abel vom großen Generalstabe, als Abtheilungscomm. zum Gr. Feldartillerieregiment Nr. 25. versetzt.
Berlin, 13. Dezbr. Der gestern wegen der Zertrümmerung eines Fensters des Kaiser— palals Verhaftete ist der 31jährige Schlosser— gesell Böbhnicke aus Salzfurth(Kreis Bitter— feld). Derselbe hielt sich zuletzt in Magdeburg
auf und wanderte, völlig herabgekommen, ar— beilslos und obdachlos, hierher, in der Absicht, durch die Unthat am Kaiserpalais die Aufmerk— Der Kaiser befand sich im Madagascar unmittelbar darauf an's Howas beschweren sich über neuerdings vorge— widerrechtliche Besitzergreifung von
samkeit zu erregen. Nebenzimmer, trat
Feuster und wurde von der versammelten Men⸗
schenmenge jubelnd begrüßt. 13. Dez Militärcommission
Amtes abhängig gemacht hat, erklärte Kriegsminister, der Reichskanzler würde,
klärungen abzugeben, lichen Lage der Dinge die lands, die auf gefährden. friedigt. Die tags beendete usston Vorlage und beschloß, nunmehr in die Special discussion einzutreten und zwei Lesungen statt finden zu lassen. Man nimmt an, der Reichs
tag werde diesen Samstag sich
Militärcommission des Reichs
vertagen. Damit erscheint ung! Militärvorlage vor Weihnachten ausgeschlossen Dezör. Die Budget-Commission des katholis
Reichstags erledigte
Etats des Reichsamts des Innern und be
willigte die für den Nordostseecaual geforderten
19. Mill., sowie 200,000 M. als er rate für ein Dienstgebäude des Patenamts. Forderung für eine phy austalt wurde unter Ab postulate für Errichtung N für die erste Ausrüstung desselben mit menten sowie für Besoldungen der macher mit 12 gegen wonach zu Beso 60,000 M., zur werden.
eines Gebäudes
Ausrüstung 100,000
Nachdem Windthorst in der seine persönliche Stellung— nahme von der Betheiligung des Auswärtigen der wenn er in Berlin wäre, nicht in der Lage sein, Er⸗ ohne bei der augenblick— Bestrebungen Deutsch— den Frieden gerichtet sind, zu Windthorst erklärte sich damit be— „Schmähungen gegen die Person des Papstes heute die Generaldisecussion der geknüpft wurde, sind ebenso unrichtig, wie die an— geblich ein
die Erledigung der Brüssel, M
das Extraordinarium des führen;
sikalisch-technische Reichs- veziers, lehnung der Regterungs-Rath und Fürsten von Justru- garien zu acceptiren Antrag Ham- dan wollte unangemeldet 10 Stimmen angenommen, Aeußern Natschewitsch ein
dungen eine Pauschalsumme von M. bewilligt
zu! verstehen gegeben hat, daß sie dort nicht würde empfangen werden. Aus dem heutigen Besuche des Prinzen Ferdinand von Coburg bei dem Grafen Kalnoky wird die Candidatur des genannten Prinzen für den bulgarischen Thron vermuthet.
Belgien. Brüssel. Einem hiesigen Pri— vattelegramm zufolge rüstet König Leopold von Belgien eine große Expedition nach Mittelafrika aus, um unter Stanley's Leitung die Zurück— eroberung von Stanley Falls und zugleich die Befreiung Emin Bey's zu bewerkstelligen. Eben⸗ so hat das deutsche Auswärtige Amt Schritte gethan, um Aufklärung betreffs der Ermordung
des Dr. Jülke zu erhalten. Ein deutsches Kriegsscheff ist bereits auf dem Wege von Sansibar nach Kismaju.
Frankreich. Paris, 14. Dez. In der
Kammer wurde heute die Vorlage betr. die provisorische Bewilligung von Zweizwölfteln des Jahres⸗Bedarfs eingebracht. Die Regierung wünscht die Vorlage als dringlich behandelt zu
ehen, was seitens der Kammer zugestanden wird. Die sofortige Berathung in der Com—
mission ergibt die Annahme der Vorlage mit!
17 gegen 12 Stimmen.
— Zwischen Frankreich und den Howas auf drohen ernste Zerwürfnisse. Die
kommene Land seitens der Franzosen. [SGroßbritannten. London. Es heißt, die Regierung beabsichtige, die ständige egyptische Armee auf 10,000 und die englische Occupations— armee in Egypten auf 5000 Mann herabzusetzen. Italien. Rom. Die in verschiedenen Blättern aufgetauchte Meldung, daß in einer vom Vatican an mehrere katholische Mächte ge— richteten Note an die Klagen über die antikirch— liche Strömung in Italien ein directes Ansuchen um Intervention behufs Hintanhaltung von
1 1
in dieser Note enthaltene Perspective auf eventuelles Verlassen Roms seitens des
beiligen Vaters. Thatsache ist nur, daß sich
2 f 1 5 2 1 f 0 5 5 bis nach Neujahr die Curie an die Cabinete von Wien, München,
adrid und Lissabon gewendet hat, um in Betreff der neuerlichen Bedrängnisse der
darauf scheint sich auch dieser diplo—
- matische Schritt beschränkt zu haben.
Zur garischen Regierung eine Depesche des Groß— welche den Bulgaren empfiehlt, den des
Mingrelien zum Fürsten von Bul⸗
des Sultans bezüglich der Wahl
„sonst sei kes zu spät. Gab
protestirte, beschimpfte
chen Kirche in Italien Beschwerde zu
bei dem Minister des dringen; da der Diener Gabdan den Minister Natschewitsch und die gesammte Regierung. Gab— dan und der russische Consulatsbeamte Samow
— Einer Mittheilung des„Standard“ zu— folge hat das persönliche Eingreifen des Kaisers Wilhelm die auf das äußerste gespaunte politische Situation in den letzten Tagen einigermaßen gebessert. Ein überaus herzlicher und ein⸗ dringlicher Brief des greisen deutschen Kaisers an den Zaren hat auf diesen einen güustigen Einfluß insofern ausgeübt, als der Zar jetzt die Geneigtheit bekundet, in der Persouenfrage bezüglich der Besetzung des bulgarischen Fürsten⸗ thrones nachzugeben und den Mingrelier fallen zu lassen, falls die übrigen Mächte sich über
einen auch fur ihn annehmbaren Candidaten verständigen. Wiener Meldungen bestätigen diese Nachricht.
Egypten. Kairo. Der„Staudard“
meldet von hier: Falls nicht unvorhergesehene Ereignisse eintreten, werden alle nilaufwärts stationirten britischen Truppen im April küuf⸗ tigen Jahres nach Kairo zurückgekehrt sein, worauf eine bedeutende Reduction der Ocecu— pationsarmee stattfindet.
Aus Stadt unb Land.
J. Friedberg. Das Schullehrerseminar veranstaltet nächsten Samstag zunächst für seine Zöglinge und die Lehrer mit ihren Familien, sodann fuͤr eine beschränkte F eingeladener Gäste eine Weberfetler zum Andenken an den 100 jähr. Geburtstag C. M. von Webers. An einen Vortrag über Weber reihen sich Compositionen des Meisters für Clavier, Einzelgesang und Chor.
Laubach. Ein Mann von Gonterskirchen verunglückte beim Holzfällen im Walde dadurch, daß er von einem fallenden Baume, dem er nach verkehrter Nichtung hin aus dem Wege springen wollte, getroffen und förmlich zerquetscht wurde.
Gießen, 13. Dee.
Schwurgericht. Verhandlung gegen den Maurer Georg Enders von Alsfeld, welcher angeklagt ist, am 18. September d. J. seine Ehefrau durch Schläge mit einem gefährlichen Werkzeuge vorsätz⸗ lich getödtet zu haben. Die den Geschworenen vorge— legten Fragen, ob Enders die That mit Ueberlegung ausgeführt habe, wurde verneint, diejenige ob er durch die seiner Ehefrau zugefügte Körperverletzung den Tod derselben herbeigeführt habe dagegen bejaht, unter Ab⸗ lehnung mildernder Umstände. Mit Rücksicht auf die Brutalität, mit welchen Angeklagter das scheußliche Ver⸗ brechen begangen hat, verurtheilte ihn der Gerichtshof, dem Antrag des Staatsanwalts gemäß, zu einer Zucht⸗ hausstrafe von 7 Jahren, Ehrverlust auf die Dauer von 5 Jahren und in die Kosten des Verfahrens.
Mainz, 14. Dez. Der letzte Personenzug Frank⸗ furt-Mainz ist gestern Abend unweit der Mainbrücke im dortigen Bahnhof mit den Postwagen und 2 Personen⸗ wagen entkgleist. Ein größerer Unfall fand nicht statt. Nach⸗ dem die Passagiere zum Theil umgesttegen waren, fuhr der Zug mit/ Stunden Verspätung hierher.
Alleriei.
Homburg, 13. Dez. Eine seltene Naturerscheinung wurde nach dem H. Krbl. gestern Abend in der neunten
2; Sofi 8 ö Mau- e 90 N 9 e Sofia, 18. Dez. Gabdan Stunde wahrgenommen. Es war dies ein großer, ste Bau- Effendi überreichte nach dem Fr. J. der bul- prachtvoller welßer Bogen am Himmelsgewölbe, welcher
sich vom Gebirge bis über Dornholzhausen erstreckte. Wie es schien, wurde die Erscheinung durch die Ein⸗ wirkung des Mondlichts auf die ihm gegenüber befind⸗ lichen dunklen Wolken hervorgerufen.
Frankfurt, 13. Dez. Gestern Mittag um 12 Uhr 20 Minuten will man hier bei dem orkanartigen Sturme eine Erderschütterung in der Richtung von SS W. ver⸗ spürt haben.
Luxemburg. Eine Jagd auf Eichhoͤrnchen, ist dieser Tage in den Forsten des luxemburgtschen Jagd— schlosses Soestdyk abgehalten worden. Binnen 3 Tagen wurden ca. 600 Stück erlegt. Sie baben in den Tannen und Cedern großen Schaden angerlchtet.
denken nach Sofia abzureisen. Ausland. geden N 1 i 5. London, 10. Dez. Aus allen Gegenden laufen ich-Ungarn Wien, 14. Dez. Rußland. Petersburg. Die russische Berichte über die durch den Orkan verursachten Unglücks⸗ 0.. 1 morgen oder Militärverwaltung hat bei deutschen chemischen fälle ein. Der Sturm, welcher 36 Stunden dauerte, ie bulgarische Deputatl 3 Fabriken Beste en von mehreren hunderts wird als beispiellos heslig geschildert und die Berichte g Berlin, von dort Fabriben wist een e 5 ö über die Verheerungen zu Lande füllen ganze Spalten
von Wien nach aris und Rom. n worden,
übermorgen nach London, P Petersburg ist aufgegebe russische Botschafter in
Die Reise
nach nachdem der Wien der Deputation
Doppelceutnern Jodoform zu anti bandzwecken gemacht
gestellte Lieferungsfrist
ist dieser Tage abgelaufen
septischen Ver— und die auf drei Monate
der Blätter. Was die Unglücksfälle zur See betrifft, so müssen sie nach den berests vorliegenden Meldungen „sehr beträchtlich gewesen sein, ganz abgesehen von den


