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Beilage.

Ourthestdhrr Arier

Deutsches Reich.

Folkething erklärte die Linke, in die sachliche

Darmstadt, 15. Oct. Prinz Alexander und Verhandlung des Budgets zur Verständigung Gemahlin haben gestern Schloß Heiligenberg mit dem Landsthing eintreten zu wollen unter

verlassen um wieder dauernd hier zu wohnen. Fürst Alexander hat seit gestern seinen Auf enthalt hier genommen und bewohnt die von ihm in früheren Jahren innegehabten Zimmer im Palais seines Vaters. Es sind die Zimmer, in welchen während des serbisch-bulgarischen Krieges das hiesige Hilfscomité seine Thätigkeit entfaltete. Prinz Franz Joseph von Battenberg ist gestern nach England abgereist. Die Pferde des Fürsten sind nunmehr auch glücklich aus Bulgarien hierher gebracht.

Berlin, 13. Oct. Der Kaiser hat, wie aus Baden-Baden gemeldet wird, gestern wie derum eine Spazierfahrt gemacht, nachdem er die Vorträge des Legationsrathes v. Bülow und des Militärcabinets entgegengenommen hatte.

DieNordd. Allg. Ztg. weist heute in einem Artikel, von dem nur zu bedauern ist, daß er 6 Wochen zu spät kommt, und an knüpfend an die Ergebnisse der Wahlen zur bul garischen Sobranje darauf hin, daß die Abdank ung des Fürsten Alexander in der Stimmung der Bevölkerung Bulgariens nicht begründet sei. Entweder müsse der Fürst sich über diese Stimm ung des Landes getäuscht und dieselbe für eine seiner Regierung ungünstige gehalten haben, oder sein Verbleiben sei ihm unbehaglich gewesen. Wenn er ausgeharrt hätte, würde er Bulgarien Stürme erspart haben, die, wie immer ihr Aus gang sein möge, einen schlimmen Einfluß auf die weitere Entwickelung des Landes üben müßten.

Aus Sansibar wird gemeldet: Denhardt übergab den Emissären des Deutschen Colonial vereins in bester Form die Colonialbesitzung Deutsch⸗Wituland.

München. Ueber das Befinden des Königs Otto theilt das amtliche Polizeiorgan mit, der selbe leide an Paranoia und werde von Hallu cinationen und Wahnvorstellungen derartig von dem realen Leben abgezogen, daß auch der Nicht unterrichtete jeden geistigen Zusammenhang des Monarchen mit der Außenwelt für aufgehoben hält. Nur gelegentlich erscheinen Reste normaler Geisteskräfte; hiermit wechseln Zeiten der Er regung und Verwirrtheit ab. Von einer zeit weisen Geistesverfassung, in welcher der Kranke, seine hohe Stellung erkennend, dieser entsprechende Anordnungen träfe und Handlungen unternehme, sei keine Rede; das körperliche Befinden sei trotz dem ungestört und alle vegetativen Functionen seien normal. Die ärztliche Prognose geht auf das Bestimmteste dahin, daß eine Heilung un denkbar ist. Auf die Lebensdauer aber sei das Leiden des Königs einflußlos, da diese Art von Geisteserkrankung ablaufe, ohne das organische Leben zu zerstören oder zu benachtheiligen.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 12. Oct. Das Abgeordnetenhaus genehmigte ohne Debatte die Vorlage, betreffend die Unzulässigkeit der Pfändung an Fahrbetriebsmitteln fremder Eisen bahnen.

Pest, 14. Oct. Das Abgeordnetenhaus nahm mit 162 gegen 76 Stimmen den Ausschußantrag an, über die anläßlich der Janski-Affaire einge langten Petitionen zur Tagesordnung überzugehen.

Schweiz Basel, 14. Oct. Nachdem sich die Commission des Nationalrathes mit 8 gegen 3 Stimmen im Prinzip für das Alkoholmonopol erklärt hat, ist heute zwischen den Anhängern der Fabrikatsteuer und des Verkaufsmonopols ein Compromiß zu Stande gekommen, nach welchem Import, Fabrikation und Reinigung des Sprits Sache des Bundes sein soll. Für Abfindung der Brenner und Kartoffelproducenten sind ge eignete Maßregeln in Aussicht genommen.

Dänemark. Kopenhagen, 13. Oct. Bei der heutigen ersten Lesung des Budgets im

der Voraussetzung, daß provisorische Bestimm ungen dem Budget fernblieben. Die Rechte sagte ihr ehrliches Entgegenkommen zu, betonte jedoch die Nothwendigkeit eines Einverständnisses mit dem Landsthing.

Großbritannien. London. In Kiskeame,

im Kreise Cork in Irland, wurde gestern angeblich der berüchtigte CapitänMondschein, der die meisten Mondschein Expeditionen in den Kreisen Cork, Clare und Limerick verübt haben soll, vom Polizeisergeanten Kirwan verhaftet. Er wurde zu seiner Identificirung nach Limerick gebracht. Nachträglich hat sich jedoch herausgestellt, daß der in Boherbee, nahe Kanturk, verhaftete Mann doch nicht der berüchtigtigteCapitän Mond schein, sondern vielmehr ein Vagabund ist, der zahlreiche Räubereien, freilich in sehr frecher Weise auf eigene Hand und nicht als Führer einer Mondscheinlerbande betrieben hat. Vor 14 Tagen stahl er Farmern zwei Flinten. Der Name des Verhafteten ist Me. Enery und wurde er in's Gefängniß in Limerick abgeführt. Die Admiralität beschloß behufs des besseren Schutzes der Fischerboote in der Nord see das KriegsschiffHearty dorthin zu ent senden. Der Commandant desselben wird vor aussichtlich die Aufsicht über die zum Schutze der Fischerbobte in der Nordsee befindlichen Kreuzer haben.

Italien. Rom. Nach dem klerikalen Organ Difesa wird der Papst, falls die Regierung die antiklerikale Action fortsetzt, den Vatican ver lassen und sich unter deutschen Schutz stellen. Bestätigung bleibt abzuwarten.

Bulgarien. 4

Sofia, 14. Oct. Die Re⸗ gierung wird in der Antwort an Nekliudoff geltend machen, daß die Nationalversammlung allein competent ist, über die Legalität der Wahlen zu urtheilen und daß die Aufforderung der Regierung an die Consuln, den Ausländern die Betheiligung an den Wahlen zu verbieten, ge rechtfertigt sei dadurch, daß den Consuln eine besondere Jurisdiction über ihre Landesange hörigen zustehe, während die bulgarische Re gierung nur beschränkte Machtvollkommenheit denselben gegenüber besitze. Kaulbars ist, auf die Bereisung Ostrumeliens verzichtend, heute in Rustschuk eingetroffen, woselbst er einige Tage zu verbleiben gedenkt und sodann nach Sofia oder Bukarest zu gehen beabsichtigt. Die Rädels führer der Sofiger Palastrevolution, Dimitriew, Pakow und Kowalow, sind in Petersburg ein getroffen.

Rußland. Petersburg, 13. Oct. Einer Meldung desJournal des Debats von hier zufolge ist die Mission Kaulbars gescheitert und seine Ersetzung durch einen anderen Agenten un möglich. Rußland wünsche nicht die Occupation, um Oesterreichs Eifersucht nicht zu wecken. Im Falle, daß die Occupation unvermeidlich wäre, werde eine Verständigung mit Wien und Berlin vorangehen. Berliner Nachrichten desFr. J. besagen: Die neueren Nachrichten über russische Truppendislocationen sind unrichtig. Thatsache ist nur, daß schon seit längerer Zeit 4 Infan terie-Divisionen auf erhöhten Stand gebracht sind, um event. in Bulgarien einrücken zu können. Ueber die Opportunität dieses Einrückens ist man augenscheinlich in Petersburg sehr getheilter Meinung.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Nochmals wollen wir hier auf die Mende'sche Ausstellung im Casinosaale aufmerksam machen. Man wird staunen über die Fülle des Gebotenen. Auch für die Schulen der Umgegend ist die Ausstellnng sehr instruetiv und sind die Gegenstände durchaus nicht zu hoch für Kinder vom Lande. Die Ausstellung bleibt nur noch bis zum Montag.

Mainz, 13. Oet. Die Firma Mayer, Michel und Deninger ist abermals von einem Brandungluck heim

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gesucht worden; heute gegen Mitternacht ertönten die Sturmglocken; die in der Stadt, nahe dem Bahnhof gelegenen Fabrikgebäulichkeiten sind bis auf einen Theil der nach der hinteren Bleiche gelegenen Fabrik gänzlich niedergebrannt. Unsere Feuerwehr hatte harte Arbeit, den gewaltigen Brand zu bekämpfen, bezw. die Nachbar gebäude zu schützen. Das Feuer hatte reichliche Nahrung und man ist heute um 10 Uhr Vormittags noch mit Löscharbeiten beschäftigt. Wie der Brand entstanden ist, bis jetzt noch nicht festgestellt.

Allerlei.

Frankfurt, 15. Oet. Morgen wird unter großen Feierlichkeiten die kanalisirte Mainstrecke von Frankfurt bis Mainz, sowie der Frankfurter Hafen eingeweiht und eröffnet. Dieser mit einem Kostenanfwande von 5,500,000 Mark durchgeführte Bau bezweckt mittelst An legung von Nadelwehren und Schleusen dem Flusse eine Wassertiefe von zwei Metern bei nledrigstem Wasserstande zu verschaffen und so den Aheinschiffen einen Schifffahrts weg bis zur Stadt Frankfurt zu eröffnen.

Nürnberg, 13. Oct. In der Nacht von vor gestern auf gestern wurde kurz nach 11 Uhr in der den Eisenbahn-Centralwerkstätten zunächst gelegenen Schleuse des Ludwig-Donau-Maincanals also noch im Stadt gebtete durch eine Pollzeipatroutlle ein schwimmender Koffer entdeckt, dessen Inhalt eine verstümmelte Frauen leiche war. Das Gesicht ist absichtlich durch Zerhacken unkenntlich gemacht. Die Ermordete ist die Händlerin Marg. Kreth, die auch vielfach Geldgeschäfte machte. Dieselbe hatte einen Handel mit Zucker und Kaffee be trieben und sich hauptsächlich mit Geldgeschäften befaßt. Am Sonntag hatte sie sich von ihrer Wohnung mit dem Bemerken entfernt, sie mache einige entferntere Gänge, um Schulden einzukassiren; sie war dann nicht mehr zu rückgekehrt. Die Identifietrung der Leiche war erschwert, weil der Schädel fast ganz eingeschlagen und durch einen Hieb über den Kopf ein Auge herausgetrieben war. Es ist nun die Untersuchung dahin zu richten, welche Wege die Ermordete vor der Catastrophe eingeschlagen hatte. Noch nicht ist festgestellt, ob sie eine größere Summe Geldes bei sich hatte, oder ob blos ein Racheaget vor liegt. Die an Ort und Stelle vorgenommene Untersuch ung hat ergeben, daß der Koffer über die Steinkante der Schleusenmauer ins Wasser geworfen worden ist. Die Nacht war regnerisch und die gegen 10 Uhr verkehrenden Bahnzüuge dürften durch ihr Geräusch die That begünstigt haben. Direet an der Schleuse befindet sich die Wohn⸗ ung des Schleusenwärters, der um 9 Uhr Abends noch nichts wahrgenommen hatte. Ob die Mordthat hier oder in Fürth, wo eben Messe ist, oder anderwärts ge schehen, weiß zur Zeit noch Niemand. Schon nach dem Gewicht des Koffers steht fest, das mehrere Personen mit im Sptele sein müssen.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 13. Oet. Wochenmarkt. Auf dem heutigen Markte kostete Butter im Centner 8083 M., im Detail M. 1 1.20. Eier das Hundert M. 4.50 bits M. 5.50. Blumenkohl das Hundert M. 40-80, Weißkraut der Centner M. 4.508, das Stück 10 bis 12 Pf., Rothkraut das Stück 20 25 Pf., Spinat 50 Pf., Rosenkohl 50 Pf., Sauerkraut der Centner 10 12 M., Zwiebeln 50 Kilo 68 M., Kartoffeln M. 4.505.50 das Malter, das Gescheid 10 Pf., Mäusekartoffeln das Malter 20 M., Orangen das Hundert 15 M. Heu der Centner M. 2.40 3.30, Stroh M. 2.30 2.60. Hase 3 M., Feldhuhn M. 1. 1.50.

Frankfurt, 14. Oct. Fruchtbericht. Hiesiges Weizenmehl Nr. 0 M. 31.50-32.50, Nr. 1 M. 2728, Nr. 2 M. 25 26, Nr. 3 M. 2324, Nr. 4 M. 17 bis 17.50, Nr. 5 M. 15 16, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 49 52, norddeutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 M. 21.50 21.75, Roggenmehl Nr. 0 M. 22.50 23.50, Nr. 0% M. 21.50 22.50, Nr. 1 M. 18-19, Nr. 2 M. 16 16.50, Mals gesunder sehr fest, etwas beschädigt M. 11 übrig, Roggenkleie M. 4.50, Weizenkleie M. 4(bei Abnahme von 200 Ctr. an). Malzkeime M. 4.20, Heu M. 2.50 2.75, Stroh M. 2 2.25 per Ctr. Erbsen M. 18, Wicken M. 14.50 bis 15, Moostorfstreu prima M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.20, Sesamkuchen M. 5.40, Rapskuchen M. 6 6.25, Rüböl im Detail M. 49, Chilisalpeter per Februar 1887 M. 9.50 10, Aepfel(Kelterobst) M. 11.25 11.75.

Verloosungen.

Kaiserin Elisabeth-Bahn, 4 proc. Gold⸗ Prlor.⸗Obl. Em. 1883. Ziehung vom 1. Oet. 1886. Heimzahlung am 1. April 1887. Von dem steuer pflichtigen Anlehen. S. 11 26 100 1388 183 281 286 296 384 405 486 554 557 577 584 674 679 704 718 769 907 924 974 991 1038 1074 1056 1086 1087 1324 1328 1389 1480 1481 1706 1711 1774 1781. Jede dieser Serien enthält 4 Stück Obligationen Nr. 1 bis 4 à M. 3000 und 30 Stück Nr. 5-34 à M. 600. Von dem steuerfreien Anlehen. S. 703 915 991 997 1774 1783 2633. Jede dieser Serien enthält 7 Stuck Obligationen Nr. 1-7 à M. 2000 und 65 Stück Nr. 8 bis 72 à M. 400.

Kronprinz-Rudolf-Bahn Aproe. Gold⸗ und Aproc. Silber-Prioritäts⸗Obligatlonen. Ziehung vom 1. Oelober 1886. Heimzahlung am