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1886.
Dienstag den 14. Dezember.
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Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch ö und Freitag Abend ausgegeben. ö
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Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Deutsches Reich. Berlin, 10. Dez. Der Reichstag erledigte nach dem Fr. J. in zwelter Lesung die Vorlage über die Auf⸗ nahme der Albuminpaplerfabriken unter die enge ens
pflichtigen Anlagen und in dritter Lesung die Vorlage be.
5 0 esune ge besuchte heute über die Controle des Reichshaushalts. Darauf beginnt ertheilte nach der Rückkehr von dort im hiesigen Schlosse mehrere Audienzen. tags folgte derselbe der Einladung der kron⸗ erh 18 prinzlichen Herrschaften zum Dejeuner nach dem b f f b J 0 Alexander von Bulgarien, die Prinzessin Louise
von Wales und die Prinzessin Irene von Hessen.
die zweite Lesung des Mllitäretats für 1887/88. Hier— bei äußert Rickert(beim Kapitel„Krlegsminister“) seinen heftigen Unwillen über das bekannte Cireular der Herren v. Koller und Genossen an die Offiziere der Armee. Der Kriegsmintster erwiedert, er halte die Theilnahme der Offiziere an den politischen Vereinen und die Agfta— tion für dieselben für nicht verträglich mit dem Offizler⸗ stande. Natürlich könne er Briefsendungen an die Adresse der Offiziere nicht verhindern, ebenso habe er auf
offentlichen Localen keinen Einfluß. An der weiteren De batte nehmen die Abgg. v. Köller, Kayser, Dirschlet, Rickert, Richter und der Kriegsminister Theil. Die an die Budgeteommisston nicht verwiesenen Theile des Mili⸗ täretats werden schließlich ebenso wie der Speelaletat des Reichstags genehmigt.
10. Dez. Die heutige Sitzung der Militärcom⸗ mission wurde nach dem Fr. J. von einer Unterhaltung z wischen Richter und dem Kriegsminister ausgefüllt. n Erstere ging ausführlich auf die gestrige Rede des nisters ein und suchte verschiedene wichtige desselben zu widerlegen, namentlich die österreichische Kriegsmacht als viel bedeutender darzustellen, gestern der Mintster gethan. Dagegen werde die fran zösische Kriegsmacht erheblich überschätzt; die allgemeine Wehrpflicht sei in Frankreich noch lange nicht durchge— führt und wirksam, auch seien die französischen Truppen zum Theil in überseeischen Ländern zerstreut und in einem Krieg gegen Deutschland nicht zu verwenden; ein großer Theil der französischen Mannschaften würde auch nur zehn Monate ausgebildet. Als Gesammtresultat stellte Richter die Behauptung hin, dle Friedensstärke der deutschen Infanterie sei der französischen um 10 12,000 Mann überlegen Ebenso werde die russische Kriegsmacht sehr überschätzt. ständen, kämen deutschen Krieg in Betracht. Verstärkung der Artillerie Schluß
begründet. Zum
wünschte der Redner Auskunft über die Verwendung der Durchführung der Maßregel ergriff der Kriegsminister zu Bereits für den 1. April set „Aus hebung nach Maßgabe
neuen Cadres und über die in der ersten Zeit. Darauf längerer Rede das Wort.
eine extraordinäre Rekruten
der Vorlage in Aussicht genommen, was allerdings er
bis
noch der Herzog Max Emanuel
und Erbprinz und Erbprinzessin von Sachsen-
0 a die Meiningen m.
Wahl der Lectüre der Offiziere in den Casinos und Regent 5
als es Grle
8 en die tief in Asien Die Abreise erfolgte M ˖ 8—
do nicht ee 7500 55. zug über Regensburg.
2 genügendsten sei die
mittelst Extrazuges verlassen, um den k. sächsi— schen Majestäten seinen Besuch abzustatten.
palais ein Individuum verhaftet, welches einen
— 10. Dez. Der Prinz-Regent von Bayern Vormittag die Ausstellung und
Um 12 Uhr Mit⸗
ronprinzlichen Palais, woselbst außerdem auch in Bayern Der Prinz Uhr Berlin
anwesend waren.
hat sodann Mittags 1
— 13. Dez. Heute wurde vor dem Kaiser⸗
Dresden, 10. Dez. Der Prinz-Regent
Der von Bayern ist heute Nachmittag 4½ Uhr hier . wal, eingetroffen und auf dem böhmischen Bahnhofe ah gaben* 1 21
Zahlenangaben von dem Könige und den Prinzen Georg und
Friedrich August empfangen worden. Um 6 Uhr begibt sich Prinz Luitpold nach Strehlen, wo in der königlichen Villa das Familiendiner statt⸗ findet, dort wird derselbe die Königin und die Familie des Prinzen Georg begrüßen.— 11. Dez. Der Prinzregent besuchte Vormittags die Ateliers der Bildhauer Schilling und Haenel, begab sich sodann zum Dejeuner nach der königlichen Villa Strehlen. Nachmittags 5 Uhr fand in den Paradesälen des Residenzschlosses Hoftafel statt. Abends 8 Uhr mit Extra— Von der Königin und der Prinzessin Mathilde verabschiedete sich der Regent im Schloß. Der König, die Prinzen Georg, Friedrich und August begleiteten den Regenten auf den Bahnhof, wo sie sich sehr herzlich verabschiedeten.
München, 12. Dez., Der Prinz-Regent
Prinzen und der berg findet am 16. oder 18. d. in der Privat⸗ kapelle des Windsorschlosses statt. Prinz wird die Namen Alexander Albert Victor
lassen, daß lun die Candidatur des Fürsten von Mingrelien und unterstützen werde. Sie halte jenen Candidaten für ungeeignet und ein rechtlicher Anlaß für Um⸗
Stein gegen das Eckfeuster des Palais warf, form ug der Regentschaft lasse sich nicht anführen.
missärs als besonders vertrauliche zu bezeichnen, nament— lei antwortete, e ö j 8 lich soweit dieselben die Kriegsstärke der kussischen 0 N e werde die Note in Erwäg⸗ Armee betreffen— ung ziehen.
— Die Taufe des neugebornen Sohnes des Prinzessin Heinrich von Batten⸗
Der junge
Pathen und Pathiunen sind Fürst
— Der„K. Z., wird gemeldet: Die eng—
lische Regierung hat in Koustantinopel erklären
sie die Pforte bei ihrem Bestreben für die Neubildung der Regentschaft nicht Die„Presse“ mel⸗
Bulgarien. Sofia.
det, es verlaute, Rußland ziehe den Einwand gegen die Giltigkeit der Sobranje-Wahlen zurück, bestehe jedoch auf dem bulgarische Regierung wird auf Wunsch der Pforte den frühern Auswärtigen, Wulkowitsch an Stelle Grekoffs als Unterhändler nach Konstantinopel senden.
Regentenwechsel. Die
bulgarischen Minister des
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Nachstehende Entscheidung des Reichs- gerichts dürfte für Hauseilgenthümer und Miether von besonderem Interesse sein. Hlernach ist ein Hauseigen— thümer, welcher Miether in seinem Hause aufnimmt, verpflichtet, die Flure und Treppenaufgänge seines Hauses, welche nach ihrer Veschaffenheit im dunklen Zustande jeden Passanten der Gefahr aussetzen, sich zu beschädigen, bei eintretender Dunkelheit so lange zu beleuchten, als der regelmäßige Verkehr in dem Hause stattfindet.
Gießen. Sitzungen des Schwurgerichts: Montag den 13. Dez., Vorm. 9 Uhr: gegen Georg Enders von Alsfeld, wegen Mords. Verth.: Grünewald. Dienstag den 14. Dez., Vorm. 9 Uhr: gegen Jakob Becker von Bönstadt, wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit.
Verth.: Weidig. Mittwoch den 15. Dez., Vorm. 9 Uhr: gegen Philipp Jakob Dietrich von Klein-Karben, wegen
lrück⸗ Brandstiftung Verth.: Barth. Donnerstag den 6. Dez,
hebliche Störungen in der Organisatlon mit sich 1 15 ist heute früh kurz nach 8 Uhr hierher zr 8 9 Uh Joh Reit Klein⸗Karb
aber doch schon im Laufe des Sommers militärtschen[geke Derse 1 5 55 2 Vorm. 9 Uhr: gegen Johann Reiter von Klein-Karben,
Werth 7 775 könne. In Bezug auf dle Zahl der be gekehrt.. erselbe wurde 5 Bahnhofe 5 wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit. Verth.: Grüne⸗ 5 ö dem Prinzen Arnulf und der Generalttät em- wald. Freitaz den 17. Dez., Vorm. 9 Uhr: gegen Ge—
der Minister einen Irrthum in Im Allgemeinen seien aller⸗ bespannt, dagegen
spannten Geschütze gibt der Einzelberechnung zu. dings nur 4 Geschütze pro Batterte
pfangen und von dem sehr zahlreichen Publikum, meinde Rechner Wallbot von Garbenteich, wegen Ver⸗
90 f ö os„%% brechens im Amt. Verth.: Dr Rosenbe Samst belches am Bahnbofe und in dessen Nähe 1 n i e eee welches sich g bof s den 18. D ez., Vorm. 9 Uhr: gegen Conrad Schreiner II.
babe man in Frankreich dauernd zwei Munitlonswagen per Batterie bespannt, so daß die Zahl der disponiblen
Gespanne per Batterie sechs betrage. Gesetzentwuif set derart,
nommen werde,
baldigen Mobilmachung bereitet würden.— 11.
In der heutigen Sitzung gab der 8 0 i Major v. Haberling eine nähere Uebersicht über die der französischen und der
Krlegsstärke der deutschen,
russischen Armee.
traulich“ betrachtet werden, sei mitgetheilt, daß da
doch
nach die Krlegsstärke von Deutschland und Frankreich Zu
fast gleich, die Rußlands sich etwas höher stellt.
Ungunsten Deutschlands aber spreche ganz erheblich, daß Durch—
in Deutschland aber 40,000. festgestellte Ziffer der falle weibliche Bevölkerung die männ⸗ dort bei der liche Bevölkerung bei 0,92 re
Ve⸗ Der Regler bel den ver⸗ Frankreich werden die mannigfachen In⸗ Namen eigentlich doch dem wle die Gendarmerle und
m Kriegsfalle direeten Mill⸗ österrechische
Sinne des Kriegs hm darauf das Regterungseom—
in Frankreich nur 6000 Wehrpflichtige sich im schnitt der Controle entziehen, In Rußland werde die vorher Aus hebung vielfach überschritten. In Rußland ins Gewicht, daß die g
liche um 1,200,000 Köpfe übersteige, so daß 9 ebung die männ 5 1 augespannt werde wle in Deutschland die völkerung bei einer Aus hebung von 1 pCt. ungscommissär wles ferner darauf hin, daß glelchenden Zahlen zwischen Deutschland und meist außer Acht gelassen
stitute, die unter anderem Armeeberbande angehörten, die Marinctruppen, welche.
tärdtenst auch zu Lande leisteten. Die
Heeresstärke stellte der Redner ganz im
minssters dar. noch
Der Krlegsminister na
um einige Ungaben des
Wort,
Der Boulanger'sche daß dadurch, falls er ange— keine erheblichen Schwienigketten bei einer Dezbr. Bundescommissär
Die einzelnen Zahlen müssen als„ver—
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Die amt— liche„Wiener Ztg.“ meldet: Der österreichische Gesandte in München, Freiherr v. Bruck, ist zum Botschafter am italienischen Hofe ernannt worden. 11. Dez. Der russische Botschafter Lobanoff empfing die Bulgaren freundlichst, ebenso Sadullah, der bemerkte, die Situation sei heute besser als vor wenigen Tagen. Lobanoff sagte zu, an Giers wegen des Empfanges der Deputation nach Petersburg zu telegraphiren.
Frankreich. Paris, 11. Dez. Nachdem Billot und Courcel die Uebernahme des Mini— steriums des Auswärtigen abgelehnt, beschloß das Cabinet in heutiger Sitzung, daß Goblet das Ministerium des Aeußern interimistisch über⸗ nehme. Gleichzeitig wurde der Wortlaut der in der Kammer zu verlesenden Erklärung festgestellt.
Großbritannien. London, 9. Dezember. (Reutermeldung.) Lord Iddesleigh erhielt dem Vernehmen nach eine Note der Pforte, worin der Wunsch unumwunden ausgesprochen wird, über die Räumung Egyptens mit England in
einen Meinungsaustausch zu treten. Lord Iddes—
versammelt hatte, mit lebhaften Hochrufen begrüßt. von Feldkrücken, wegen Brandsifftung. Verth.: Grünewald.
Gestern wurde die Leiche eines neugeborenen Kindes unter verdächtigen Umständen in dem benachbarten Staufenberg gefunden. Das Kind soll gelebt haben und Mord vorliegen. Die erst 17jährige Mörderin und deren Mutter sind heute Abend gefänglich hier eingebracht worden. Die Kindesmörderin soll ein umfossendes Geständniß abgelegt haben.
Mainz, 9. Dez. Der Schnellzug Köln-Malnz⸗ Frankfurt, welcher um 9 Uhr Vormittags Koͤln verläßt, hatte auf seiner Fahrt bis Bingerbrück mit orkanartigem Winde zu kämpfen und erhlelt dadurch/ Stunde Ver— spätung. Besonders heftig trat der Sturmwind bis Bonn auf, so daß der Zug beinahe nicht fortkommen konnte.
Allerlei.
st. Frankfurt. Der Andrang zu den 5 Vorstell⸗ ungen des Weber ⸗Cyelus im Opernhause ist ein außer⸗ ordentlich bedeutender. Am Geburtstage Webers selbst (den 18. Dez.) wird ein Prolog aus der Feder Friedr. Stoltze's gesprochen werden. Hlerauf folgt die Neu⸗ inseentrung des„Freischützl. Die kleine Weber'sche Oper: Abu Hassan geht der Vorstellung der Preelosa am Don— nerstag den 16. voraus.
Stuttgart, 9. Dez. Heute Nachmittag verbreltete sich das Gerücht, es sei auf den Banquter Feder vor dessen in der Calwerstraße gelegenen Geschäftsloeal ein Raubanfall gemacht worden. Das Gerücht stellte sich glücklicher wesse als sehr übertrieben heraus und war auf die That eines Verrückten zurückzuführen.
Lübeck, 10. Dez. Bei furchtbarem Sturm, der in
Gießen, 9. Dez.
der letzten Nacht herrschte, ist dem Fr. J. zufolge das


