Einzelbild herunterladen

Handels: und Schifffahrts-Vertrages seine Zustimmung.

DieNordd. Allg. Ztg. sagt, die Mächte hätten sich darauf beschräukt, dem Fürsten von Bul⸗ garien zu rathen, im Interesse der Ruhe des Landes keine Hinrichtungen vorzunehmen, und diesen Rath ausdrücklich mit dem Hinweis motivekt, daß sonst die Gefahr nahe läge, es möchten im Falle einer neuen politischen Umwälzung Gegen- Hinrichtungen vorgenommen werden.

DieNordd. Allg. Ztg. bestreitet, daß

Fürst Alexander Aussicht habe, nochmals den bulgarischen Thron zu besteigen. Selbst wenn er von der Sobranje wiedergewählt werde, so dürften die eurspäischen Mächte ihre Zustimmung kaum geben. Uebrigens sei eine Verständigung zwischen Rußland und England über die Frage der Wiederbesetzung des bulgarischen Thrones nicht so schnell zu erwarten. 11. Sept. Im Befinden des Reichs kanzlers ist, wie man dem Fr. I. telegraphirt, einige Besserung eingetreten; der Kanzler konnte für kurze Zeit sich vom Sopha erheben und Gehversuche machen.

Coburg, 11. Sept. Die Herzogin von Edinburg ist hier eingetroffen.

Straßburg, 10. Sept. Der Koͤnig von Sachsen und die Großherzoge von Baden und Hessen, sowie der Prinz Leopold von Preußen und der Feldmarschall Graf Moltke sind um ½1 Uhr heute Nachmittag hier eingetroffen und wurden vom Statthalter, dem commandirenden General und den Spitzen der Behörden und der Generalität empfangen. Der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz von Deutschland und der Prinz Ludwig von Bayern trafen um 3 Uhr ein und wurden von den anwesenden Fürsten und einer aus nichtpreußischen Regimentern ge bildeten Ehrenwache empfangen. Der Kaiser nahm auf dem Bahnhofsplatz den Vorbeimarsch ab, hielt dann nach dem Fr. J. mit dem Kron prinzen in einer vierspännigen Equipage, welcher ein Stallmeister und ein Spitzenreiter vorritten, seinen Einzug durch das Spalier der Krieger vereine und Schulen, vom Geläute der Glocken und einem unermeßlichen Jubel vieler Tausenden begrüßt. Im Palais wurde die Ehrenwache vom 4. bayrischen Infanterie- Regiment gestellt. Das Aussehen des Kaisers ist ausgezeichnet; eine Stunde nach dem Einzug machte der Kaiser, an seiner Seite der Kronprinz, eine Fahrt durch die festlich geschmückte Stadt.

11. Sept. Die Kaiserparade nahm nach dem Fr. J. bei leicht bedecktem Himmel einen glänzenden Verlauf. Der Kaiser fuhr im Schritt die Fronten der beiden Treffen ab, die aus zu sammen 36,000 Mann gebildet waren. Diese Frontfahrt dauerte allein 45 Minuten. Sodann nahm der Kaiser, im Wagen stehend, den ein maligen Vorbeimarsch der Truppen ab. Die Jufanterie marschirte in Compagniefront, die Cavallerie in halber Schwadronenfront. Hier nach verließ das kaiserliche Paar, überall mit stürmischem Jubel begrüßt, das Paradefeld. Um 5 Uhr fand ein großes Diner mit 333 Ge decken statt.

12. Sept. Heute Vormittag fand in der protestantischen Thomaskirche Gottesdienst statt, welchem die Kaiserin, der Kronprinz, der Großherzog von Baden und andere Fürstlich keiten beiwohnten. Auf Befehl des Kaisers, der sich ein wenig ermüdet fühlt und deßhalb auch gestern bei dem Galadiner sowie in der Theatervorstellung nicht erschienen war, ist der

auf heute angesetzt gewesene Empfang des Ministeriums, der Geistlichkeit, des Staats rathes, des Landesausschusses und des Ge

meinderathes auf einen der nächsten Tage ver schoben worden. Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. DieBuda pester Corr. meldet hochofficiös, Oesterreich habe dafür zu sorgen, daß nicht gegen seinen Willen ein Bulgarenfürst gewählt und die Ordnung gestört werde. Eine Occupation seitens Ruß

R 1 0

11. Sept. DasWiener Tagblatt meldet: Der russische Militärbevollmächtigte in Wien, General Kaulbars, reiste in Folge einer telegraphischen Ordre des Zaren zu demselben nach Brest-Litewsk.

Schweiz. Bern. Die Convention be⸗ treffend den Schutz des literarischen und künstler ischen Eigenthums wurde am 9. Sept. unter⸗ zeichnet. Der Austausch der Ratificationen soll binnen Jahresfrist erfolgen.

Belgien. Brüssel. Die Regierung nahm einen vollständigen Garnisonwechsel in Gent vor in Folge des dort herrschenden sozialistischen Einflusses.

General Vandersmissen wird sich nach dem Elsaß begeben, um den Kaiser Wilhelm im Namen des Königs von Belgien zu begrüßen.

Großbritannien. London, 10. Sept. Das Unterhaus erledigte sämmtliche Positionen des Marine-Budgets.

11. Sept. Das Unterhaus nahm die erste Lesung der Paruell'schen irischen Bodengesetzbill an und setzte die zweite Lesung auf Dienstag fest.

Rumänien. Bukarest, 10. Sept.Ro⸗ manul erhält aus Belgrad ernste Nachrichten. Die russophile Partei fühle sich darnach durch die Sofiaer Vorgänge ermuthigt und soll eine gleiche Inscenirung in Belgrad vorbereitet haben. Im Publikum herrsche große Unruhe, man fürchte alle Augenblicke den Eintritt von Ueber raschungen. Wozu das Wolff'sche Bureau solche frivole Alarmgeschichten verbreitet, bemerkt das Fr. J. dazu, ist uns unerfindlich.

Serbien, Belgrad,(0. Sep. Der König reiste heute zur Badekur nach Gleichen berg in Steiermark ab und erließ eine Procla mation, worin er diese Reise ankündigt und die Regentschaft dem Ministerrathe überträgt.

Rußland. Petersburg. DasPeters burger Tagblatt und dieNowoje Wremja bestreiten die Berechtigung Alexander's, eine Re gentschaft zu ernennen; nur der Metropolit Clement könne Regent sein. Die jetzige Regeut schaft gelte für Rußland nicht, es hoffe auf baldige Bildung einer, Petersburger Weisungen folgenden Regentschaft, die auch die Rechte Alexander's bezüglich Ostrumeliens erben werde. DasJournal de St. Petersbourg sagt: Ruß land habe dem Fürsten Alexander gegenüber keinerlei Verpflichtungen übernehmen können, es wies aber seine Agenten in Bulgarien an, der Bevölkerung mitzutheilen, daß die Regierung ihren ganzen Einfluß aufzuwenden bereit sei, die Parteien mit einander auszusöhnen und die Ruhe wieder herzustellen, sowie die legaler Weise eingesetzte Regierung zu unterstützen.

11. Sept. Das Kaiserpaar ist gestern Vormittag in Begleitung der Großfürsten in Brest-Litewsk eingetroffen.

DieNowoje Wremja erklärt, Rußland perhorrescire die von Alexander eingesetzte und aus Battenbergisten bestehende Regentschaft und werde dieselbe demnächst durch russenfreundliche Bulgaren und zumeist russische Staatsmänner besetzen. Ebenso sollen die höheren Commando stellen mit russischen Offizieren besetzt werden.

Aut Stadt und Lond.

s. Friedberg. Bei dem hiesigen Standesamt sind in 1886 bis heute 95 Geburten und 61 Sterbefälle ein getragen. Bedenkt man, daß von diesen 61 Sterbefällen 15 in dem Hospital vorkamen und zwar von solchen Personen, welche zum größten Theil der zur Stadt zählenden Bevölkerung nicht angehörten, so ist dies nicht allein ein sehr günstiges Zeichen für die Entwickelungs fähigkeit unserer Stadt, sondern auch ein Beweis für deren gute Gesundheitsverhältnisse.

Friedberg, 11. Sept. Heute früh fand man hier eine alte Frau namens Rausch, die seit zwei Tagen nicht ausgegangen war und deren Wohnung mit Gewalt geöffnet wurde, tobt vor ihrem Bette liegen. Ein Schlaganfall hatte ihrem Leben ein Ziel gesetzt.

Bad⸗Nauheim. Die in dem Nebenbassin auf gefundenen Gegenstände, das Portemonnaie, das Taschen⸗ tuch und die Eigarrenspitze erwiesen sich nach dem W. A. als Eigenthum des Musketiers Pacher; in dem Por- temonnaie befanden sich 6M. 40 Pf. und sein Quartier billet. Bei der Leichenschau hatten sich keinerlei Ver letzungen am Körper vorgefunden. Ein gewaltsames Ende ist somit positiv ausgeschlossen, es liegt entweder

lands wird Oesterreich unbedingt nicht zugeben.

Selbstmord oder unglücklicher Zufall vor.

Allerlei. 8

Bremerhaven, 10. Sept. Der deutsche Schuner Caroline, Capitän Vehn, mit Petroleumladung nach Memel bestimmt, ist Nachts in Brand gerathen. Der Schuner wurde durch einen Schleppdampfer oberhalb Blexen an den Strand geschleppt, woselbst er total ab gebrannt ist. Die Mannschaft wurde gerettet.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 11. Sept. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.05 1.30, Eier 1 Stück 6 Pf.

Butzbach, 11. Sept. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.10 1.20. Käse per Pfd. 45-46 Pf. Eier 2 St. 11 Pf.

Gießen, 11. Sept. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.12 1.20, Eier 1 St. 57 Pf., Käse per St. 5-9 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 9.60, Hühner per Stück M. 0.80 1.00, Hahnen per Stück M. 0.500.80, Enten per Stück M. 1.30 1.70, Ochsen⸗ fleisch per Pfund 6264 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 54 56 Pf., Schweinefleisch 56 60 Pf., Hammelfleisch 50-66 Pf., Kalbfleisch 4650 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.506, Zwiebeln per Ctr. M. 46.

Frankfurt, 10. Sept. Wochenmarkt. Butter geht fortwährend in die Höhe und wurde heute im Centner mit 9095 Mark bezahlt, auch Eier haben angezogen und kostete das Hundert M. 5 6.50. Kartoffeln kommen reichlich an den Markt und kostet das Malter sehr schöner und guter Waare 4 M. Zwiebeln der Centner 57 M. Orangen das Hundert 15 M. Bohnen der Ctr. 68 M. Gurken zum Einmachen das Hundert M. 9.20 1.50, Essiggurken das Hundert 60-70 Pf., Blumenkohl das Hundert 36-60 M.

Homburg, 11. Sept. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 4.005.00, per Geschelid 89 Pf. Eier per Stück 6 und 7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.30, 2. Qual. M. 1.25.

Literarisches.

Daheim. Nr. 50 enthält: Simson und Delila. Forts. Theodor Fliedner, der Begründer von Kalsers⸗ werth. Von F. Fliedner. Noch einmal Franz Liszt. Von K. Mit 2 Illustr. Das Naumburger Kirschfest. Von F. Klien. Neu-Pompeli. Von Th. Trede. Am Familientisch: Die Wandgemälde von Knackfuß in der Empfangshalle des Straßburger Bahnhofs. Von A. Rosenberg. Einzug Friedrich Barbarossas in Hagenau im Jahre 1167 und Ueberbringung der Reichs⸗ kleinodien in die Kapelle der Pfalz zu Hagenau. In unserer Spielecke. Mit 2 illustr. Beilagen.

Wasserwärme der Usa:

September Mittags: 180 Reaumur. September Mittags: 18 Reaumur. Walter.

12 13.

Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt-Theater in Frankfurt.

Opernhaus. Dienstag den 14.: Silvana. Große Preise. Mittwoch den 15.: Trompeter von Säkkingen. Abonn. Große Preise. Donnerstag den 16.: Lohengrin. Große Preise. Freitag den 17.: Madame Tavart. Außer Abonn Kleine Preise. 5 Samstag den 18.: Königin von Saba. Große Preise. Sonntag den 19.: Oberon. Große Preise. Schauspielhaus. Dienstag den 14.: Krieg im Frieden. Große Preise. Mittwoch den 15.: Ein Freund der Frauen. Große Preise Donnerstag den 16.: Geschlossen. 5 Freitag den 17.: Egmont. Große Preise. Samstag den 18.: Neu einstudirt: Die Geier-Wally.

Große Preise. Große Preise.

Sonntag den 19.: Die Geier-Wally.

Bei Erschöpfung der Nerven wird Magenbehagen, kalt genossen, ärztlich empfohlen, weil er den Magen kräftigt u. befähigt, die Nerven wirksamer zu nähren u. sie wider⸗ standsfähiger macht. Niederlage bei W. Bernbeck. 3481

Aepfel⸗Versteigerung.

Mittwoch den 15. September l. J., Nachmittags um 2 Uhr, sollen die Aepfel der Gemeinde Aulendiebach in 1 oder 2 Loosen und zwar nach Malter versteigert werden, wozu man Steigliebhaber einladet. Die Zu⸗ sammenkunft ist am Ztegelberg.

Aulendiebach am 11. September 1888. Großherzogliche e Aulendiebach.

Boli 1

Außer

3484

3 ERV Obst⸗Verstei st Versteigerung. Freitag den 17. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, soll das der Gemeinde Rodheim v. d. H. zustehende Obst, bestehend in 50 Malter Aepfeln, an Ort und Stelle meist bietend versteigert werden. Der Anfang ist an der Kreis straße nach Holzhausen. Rodheim v. d. H. den 12. September 1886. Großherzogliche Bürgermeisterei Rodheim v. d. H. 3507 Jacobi.

Viele Tausend Raucher 304 in Deutschland nehmen ausschließlich den holländischen

Tabak bei B. Becker in Seesen 4. Harz. 10 Pfd. franeo 8 M.(Mag. a. 1262.)

2

Nachn gehen!

E

4 verka nebst

Wag 9