Frieden nicht zu stören, daher sei die von Eu— ropa angenommene Haltung, sowie die Blokade nicht gerechtfertigt. Griechenland sei in Folge der Blokade in einer schwächeren Lage als die Türkei, welcher die Freiheit der Bewegungen auf dem Meere bleibe. Es sei zu befürchten, daß die Türkei die Blokade dazu benutzen werde, um Griechenland anzugreifen. Da Delyannis die hierdurch entstehenden Calamitäten abzuwenden wünsche, sei er entschlossen, seine Demission zu nehmen. Das Ministerium hat denn auch de— missionirt, der König lehnte jedoch die Annahme der Demission ab.
— 9. Mai. Die heute nach den griechischen Gewässern in See gegangenen Schiffe des inter— nationalen Geschwaders sind des stürmischen Wetters wegen in die Sudabucht zurückgekehrt.
— 11. Mai. Die Ministerkrisis dauert fort. Erst die von Trikupis dem Könige em— pfohlene Berufung der Kammer durfte eine Klärung herbeiführen. Es verlautet, daß außer Nikakis auch Sotropulos bereit sei, ein neues Cabinet zu bilden. Der König dürfte morgen die Entscheidung treffen. Da mehrere Deputirte gegenwärtig sich auf den Inseln aufhalten, würde die Kammer erst in etwa zehn Tagen zu— sammentreten können.— Die internationale Flotte verließ heute Morgen wiederum die Suda-Bai.
Amerika. Chicago, 7. Mai. Von der Polizei sind noch weitere Mengen von Dynamit aufgefunden worden. Die„Arbeiter-Zeitung“ ist nach mehrtägiger Unterbrechung heute Morgen wieder erschienen; vom Bürgermeister wurde der— selben aber die Unterdrückung angedroht, falls sie fortfahren sollte, aufreizende Artikel zu bringen. Aus mehreren Städten wird die Fortdauer der Arbeitseinstellungen behufs Erzwingens der Er— höhung der Lohnsätze und der Herabsetzung der Dauer der Arbeitszeit gemeldet. Ruhestörungen sind nicht vorgekommen.
Aus Stadt und Land.
J. Steln furt h. Das fünfte Sängerfest des Wetterauer Sängerbundes wird nun definitiv am 4. und 5. Juli hler abgehalten. Wenn uns der Himmel gutes Wetter gibt, so dürfte die Betheiligung an dem Feste eine sehr rege werden, da in unserem Orte noch kein Gesangsfest stattgefunden hat. L. Marguth von Bad— Nauheim wird das zemeinsame Bundeslied dirsgiren, das von 4— 500 Sängern gesungen werden wird. Bis zum Juli stehen auch die ausgedehnten Rosenkulturen von Gebr. Schultheis in vollem Flor, was gewiß eben⸗ falls sehr Viele veranlassen wird, unseren Festort zu besuchen.
g. Klein⸗Karben. Am letzten Sonntag Abend brannte hier eine Scheuer ab. Ein der Brandstiftung verdächtiger Mann wurde sofort verhaftet.
g. Nieder⸗Eschbach. Auf der benachbarten Hütten⸗ mühle brannte am Samstag eine Scheuer mit Stall nieder. Man vermuthet Brandstiftung. Die That soll aus Rache begangen worden sein.
Vilbel. Zum Besten hiesiger hülfsbedürftiger Kinder hielt der Gesangverein„Germanka“ am verflossenen Sonn— tage im Saale„Zur Lilie“ ein Concert ab, das in jeder Beziehung als äußerst gelungen bezeichnet werden kann. Die exacte Ausführung, sowohl der Soli, als auch der Chöre, welche meistens neu einstudirt waren, wurde mit
ungetheiltem Belfall aufgenommen und legte dieses wie— der ein beredtes Zeugniß von der Strebsamkeit dieses Vereins und ganz besonders ihres rührigen Dirigenten ab. Der Besuch des Concerts war ein sehr zahlreicher und wurden an Entrée 42 Mark erzielt. Dem Verein, welchem für sein menschenfreundliches Vorgehen öffentliche Anerkennung gebührt, wünschen wir auch für die Zukunft bestes Gedeihen.
h. Darmstadt, 10. Mali. Heute Morgen brach hier ein allgemeiner„Zimmergesellenstreik!“ aus, indem die meisten Zimmergesellen ihre Arbeit nlederlegten, da sie ihren bisherigen Lohn von 2 M. 60 Pf. auf 3 M. pro Tag erhöht haben wollten. Die Meister hatten in elner Versammlung beschlossen, ihren Lohn um 20 Pf. zu erhöhen, worauf die Gesellen aber keineswegs ein— gingen. Sle sammelten sich heute morgen in der Alexander— straße neben dem Polizesrevier, sodaß sie gewissermaßen selbst Ruhestörungen vorgebeugt haben. Die Melster haben theilweise nachgegeben. Heute Abend wird wieder eine Versammlung stattfinden.
Allerlei.
Köln, 10. Mat. Der Petroleumschuppen des Köln— Mindener Bahnhofs in Deutz wurde gestern Abend durch eine Feuersbrunst eingeäschert; der Güterschuppen blieb un versehrt.
Klel. Der wegen Landesverraths verhaftete Maschinen— meister Schwartz ist gestorben.
Rom, 10. Mal. In Venedig sind in der Zeit von gestern Mittag bis heute Mittag 13 Personen an der Cholera erkrankt und 8 gestorben; in Bari 26 erkrankt, 10 zestorben; in Ostunt 5 erkrankt, 2 gestorben.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 11. Mal. Fruchtbericht. Walzen M. 17.50, bis 17.75, Korn M. 14.50— 14.75, Gerste M. 13 14., Hafer M. 13— 13.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Ko.= 200 Zollpfund.
Friedberg, 12. Mal. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90— 1.00, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf.
Butzbach, 8. Mai. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90— 1.00, Käse per Pfd. 45— 46 Pf., Eier 1 Stück 5 Pf.
Grünberg, 8. Mai Fruchtpreise. Welzen M. 17.40, Korn M. 14.20, Gerste M. 12.40, Hafer M. 13.30, Erbsen M. 17.10, Samen M. 22.00, Wicken M. 13.00, Kartoffeln M. 3.20.
Gießen, 11. Mal. Auf bem heutigen Markt kostete Butter per Pfund M. 1.00— 1.03, Eier 2 Stück 9 Pf., Käse per St. 5—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.60 0.80, Hühner per Stück M. 0.90— 1.2), Hahnen per Stück M. 1.10— 1.50, Enten per Stück M. 1.50— 2.00, Ochsen⸗ fleisch per Pfund 62—64 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 52—56 Pf., Schweinefleisch 54—60 Pf., Hammelfleisch 50— 66 Pf., Kalbfletsch 40—48 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3 50 4.50, Zwiebeln per Ctr. M. 7.508.
Frankfurt, 10. Mal. Fruchtbertcht. Weizenmehl Nr. 0 M. 31.50— 33.50, Nr. 1 M. 27 28.50, Nr. 2 M. 25— 26.50, Nr. 3 M. 23— 24.50, Nr. 4 M. 1718, Nr. 5 M. 15— 16.50, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 49—53, norddeutsches und westfälisches Weizenmehl Nr. 00 M. 23— 24, Roßzgenmehl Nr. 0 (hies.) M. 23.50— 24.50, Nr. 0/% M. 21.50— 22.50, do. Nr. 1 M. 19.50— 20 50, Nr. 2 M. 17, Weizen ab unserer Umgegend M. 17.75, frei Bahnhof hler M. 18 bis 18.25, do. fremder je nach Qual. M. 17.50- 20.50, Roggen hiesiger M. 15, Königsberger M. 14.25- 14.50, Nleolajeff M. 14— 14.25, Bulgarischer M. 14.25, Gerste,
100 Pfo. Schlachtgewicht M. 60— 62, 2. Qual. M. 48 bis 56, Bullen 1. Qual. M. 4445, 2. Qual. M. 35
gewicht 1. Qual. 55—58 Pf., 2. Qual. 48 50 Pf., Hämmel 1. Qual. 5658 Pf., 2. Qual. 45—50 Pf, Schweine 1. Qual. 52— 54 Pf., 2. Qual. 50—52 Pf.
Wie seiner Zeit bekannt gemacht worden ist, find zu den Postaufträgen nach dem Auslande seit dem 1. April besonders eingerichtete Formulare mit deutschem und französischem Vordruck zu verwenden. Der Gebrauch des für den inneren deutschen Verkehr vorgeschriebenen Post⸗ Auftragsformulars ist für jenen Zweck nicht gestattet. Da es wiederholt vorgekommen ist, daß die ausländischen Postanstalten Post-Aufträge, zu welchen das deutsche Formular benutzt worden war, beanstandet haben, so ltegt es im besonderen Interesse der Absender, zu den Post⸗ Aufträgen nach dem Auslande stets das richtige Formular zu verwenden.
Theater in Friedberg.(Eingesandt.)
Die gestrige Probevorstellung des Ensembles von Mitgliedern des Hanauer Stadttheaters gefiel sehr und fand die wirklich vortreffliche Darstellung der Gäste den ungetheiltesten Beifall des anwesenden Publikums. Auf die Einzelleistungen werden wir noch später zurückkommen. — Wie wir hören, hat sich die Direction des Ensembles entschlossen, 6Abonnements-Vorstellungen hier zu geben und wird eine Abonnements-Liste in Ckreulatlon gesetzt werden, welche wir dem Publikum zur Einzeichnung aufs Beste empfehlen.
Räthsel.
Der salz'gen Usa⸗Fluth entrissen, Gewaschen, daß er nie mehr staubt, Zeigt er ein splegelblank' Gewissen,
Das noch an bess're Zukunft glaubt.
Er fühlt wohl manches Unbehagen Und knirscht, weil ihm der Weg zu hart; Ach! ungewohnt an Lastentragen,
Sind ihm selbst Tritte nicht erspart.
Mit Mäuschenstille d'rauf zu schleichen Wehit seines Wesens grobes Korn;
Er ist deßhalb— ein böses Zeichen— Im Aug der Liebenden— ein Dorn.
Und nahen schwankende Gestalten— Die Füße schwer und helß der Kopf— Dann wettern sie wohl ungehalten: „Du bist noch dicker als mein Zopf.“
Juptus.
Geld ⸗ Cours. Frankfurt am 8. Mai 1886.
Geber. Nehmer.
M. Pf. M. Pf.
20-Frankenstücke., ee e do. m%́,v n, Englische Sovereingsg... 20. 39 20. 34 Russische Imperiales 16, 78 18. 7 Duügate ng „ a me,, Dollars in Glu% 68
Brauerwaare M. 15.5018, do. zu Mahlzwecken M. 1 1.50, Hafer stark beregnet mit Geruch M. 12.50, do. mittel M. 13.50- 14.00, do. prima M. 14.50-15.50, Raps M. 23—23.25, Mals, bunter(miged) M. 11.25— 11.50, Wicken M. 14.50— 15.00, Roggenkleie M. 4.50— 4.75, Weizenkleie M. 4.40 per Ctr.(bei Abnahme von 200 Ctr. an.) Rüböl im Detail M. 52. Stimmung ziemlich fest. Frankfurt, 10. Mai. Viehmarkt. Zugetrieben sind: 422 Ochsen, 19 Bullen und 456 Kühe, Stiere und Rinder, ferner 326 Kälber, 48 Hämmel und 103 Sch welne.
Jsratlitischer Gottesdienst in Friedberg.
Sabbathfeier vom 15. Mai 1886.
Beginn:
Freitag Abends 7 Uhr 5 Win.
Samstag Morgens 8 Uhr.
Samstag Nachmittags 4 Uhr.
Sabbathausgang 8 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienst von Sonntag den 16. Mai an
Morgens 6 Uhr, Abends 8 Uhr 20 Min.(Omergebet.) Montag den 17. Mai(Selichoth).
Verpachtung
eines Wohngebäudes mit Restau⸗ ration und Gartenwirthschaft.
Das innerhalb des Kurparkes zu Bad⸗Nauhelm, ca. 5 Minuten von dem dortigen Kursaale entfernt ge⸗ legene sog. Telchhaus, bestehend aus einem zweistöckigen Wohnhaus mit 12 Wohn- und Wirthschaftsräumen und Keller, worin selt einer Reihe von Jahren eine Restauratlon und Kaffeewirthschaft betrieben wurde, mit der dazu ge— hörigen, am Ufer eines größeren Teiches gelegenen, eben— falls zum Wirthschafts betrieb eingerichteten Terrasse soll wegen Ableben des seltherigen Pächters auf dem Sub⸗ missionswege anderweit vergeben werden. Die Aner⸗ bietungen sind längstens bis Samstag den 22. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit der Aufschrift „Restauratlonsverpachtung betreffend“ versehen, bei unter— zeichneter Behörde einzureichen, ihre Eröffnung findet in Gegenwart der anwesenden Submittenten statt. Später einlaufende Anerbieten finden keine Berücksichtigung. Dle Bedingungen können von jetzt ab auf unserer Geschäfts⸗ stube eingesehen werden.
Bad-Nauheim am 10. Mai 1886.
Großherzogliche Badedirektlon Bad⸗Nauheim.
Hofraithe⸗ und Güter⸗
Versteigerung.
Donnerstag den 20. Mal l. J., Nachmsttats 1 Uhr, soll auf Anstehen der Georg Wilhelm Schutt Erben von hier eine Hofralthe, bestehend aus 2 Wohnhäusern, Ziegelhütte, Ziegelofen, Oekonomiegebäuden und Garten, sowie einigen Morgen Ackerland, im Rathhaus dahter meistbletend versteigert werden. Die Hofrasthe hat einen Flächengehalt von 72 Ruthen 28 Schuh= 289 Quadratklafter und ist die Zlegelei seit mehr als 50 Jahren im Betrleb. Reichelsheim den 24. April 1886. Großherzogliches Ortsgericht Reichelsheim. 1760 Schmid.
Zwangs Versteigerung. Freitag den 14. Mai, Vormittags 9 Uhr, werden vor dem Gemeindehaus in Petterwell 1 Oekonomiewagen,
1 vollständiges Bett,
1 Commode und 1 Wanduhr gegen Baarzahlung zwangswetse versteigert. Die Verstelgerung findet bestimmt statt.
1941 Jäger.
Born 1950
Gerichtsvollzteher in Vilbel.
Arbeits-Versteigerung. Freitag den 14. d. Mts., Nachmittags um 4 Uhr, sollen auf dem Ralhhaus zu Oppershofen nach⸗ stehende Arbeiten öffentlich in Aeeord gegeben werden:
M. Pf. Maurerarbeit, laut Kostenüberschlag 86 50 Weißbinderarbelt 39 60 Pflasterarbeit 98— Lieferung von Mauersteinen 45— 5„ Schlackensand 60— 1„ hydraulischem Kalk 30— 5„ Cement 19— 1„ Pflastersand 14— 7„ Pflastersteinen 40— Zerschlagen von Unterhaltungssteinen 64— Eindecken derselben 8— Steinaufsetzen und Sandmessen 8 40
Butz bach den 11. Mai 1886.
Metzger, 1959
A Bezirks⸗Bauaufseher. Einen kräftigen Jungen nimmt sofort in die Lehre 1964 Holzhausen. Johann Schrödter, Zimmermeister.
8 Arbeitshemden billigst bei K. Friedrich
neben der Post Nr. 77.
Die Preise stellten sich wie folzt: Ochsen 1. Qual. pro
bis 40, Kahe, Stlere und Rinder 1. Qual. M. 50 53, 2. Qual. M. 40-45, Kälber pro 1 Pfd. Schlacht⸗
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