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Famstag den 11. September.

2 107.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch

und Freitag Abend ausgegeben Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, 5 0

Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Wee eg uud Sung.

Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzei ördli f N 3 b. lo zeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(oweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, 8 stets 17 Poß 3

Amtlicher Theil.

apinisteri N 3 ä 1 8 und 5 Justiz hat dem Allgemeinen Deutschen Versicherungsverein in Stuttgart die nachgesuchte Erlaubniß zum Geschäfts 1. Daß die Gesellschaft von 8 17 2 7 erruf ertheilt, nacht em derselbe sich durch die von ihm abgegebene Erklärung den nachstehenden Bedingungen unterworfen hat: alsbald Anzeige 5 1 0 0 der bel der Zulassung gültigen Statuten bei Verlust der Concession dem Groß. Ministertum des Innern und der Justiz 2. Daß die Geselschaft sich 5 ic len 9 150 ihre Geschäftsverhältussse jede in Bezug auf die Interessen des Großherzogthums verlangt werdende Auskunft zu geben. en des 8 hte 5 n für das Großherzogthum Hessen, welcher in diesem Staate seinen Wohnsitz hat, zu bestellen und dem Groß ekresfenden höheren Poli. und der Justid namhaft zu machen, durch dlesen, sowle die, übrigen Agenten ordnungsmäßige Bücher und Akten führen und solche den hen Mechtehetitlgbeiken 8 15 5 r zur Einsicht vorlegen zu lassen. 3. Daß die Gesellschaft in allen auf das Versicherungsgeschäft bezüg n 7 Ges lich ese 1 und Versicherten, aus dem Großherzogthum Hessen als Klägerin und Beklagte vor den Großherzoglichen Gerschten Recht ee eee 3 r de Beklagte erscheint, je nach der Wahl des Versicherten entweder bei dem Gerichtsstand ihres Generalagenten für das Groß 5 N 8 115 5 zersicherung ermittelt dat. Diese Verpflichtung hat die Gesellschaft in jeder für einen Versicherten aus dem Großherzogthum don Geschäbten 78 Anstalt f 5 Gr 55 ich auszusprechen. 4. Daß die Gesellschaft die Verpflichtung übernimmt, die Namen der Personen, welche sie zur Besorgung . 5 1 5 5 ußgergeerbnm Hessen beauftragt, sowie jede Veränderung, welche in diesen Aufträgen eintritt, insbesondere auch das Exlöschen der diese Zeitun 250 1* 5 8 Zeitung bekannt. zu machen, sowie auch alle wichtigeren Bekanntmachungen, ins besondere den jährlichen Rechnungsabschluß in lden. un 2 5 e so vollständig, daß derselbe jedenfalls aus einer Vermögensübersicht(Verzeichniß der Aktiva und Passiva in der herkömm U Verlusteonto) 8 einer 8 über Einnahmen und Ausgaben der Gesellschaft während des letzten Jahres nach den üblichen Hauptrubriken(Gewinn⸗ Sepflicter, Natel 4 8 er summarif en Darstellung der im verflossenen Jahr im Großherzogthum betriebenen Geschäfte besteht. 5. Daß die Gesellschaft ferner sich tet, jahrti en Verwaltungsbericht, den Rechnungsabschluß und die Generalbilanz der Gesellschaft, sowie eine Uebersicht ihres Geschäftsbetriebs im Großherzogthum

Hessen an das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz einzusenden.

Bekanntmachung.

Betreffend: Entwässerung der Wiesen in der Gemarkung Petterweil. i Nachdem die über rubricirte Entwässerungsprojekte am 16. August l. J. abgehaltene Abstimmung die Ablehnung derselben ergeben hat, bringen wir die Zusammenstellung des Resultates mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß Reklamationen gegen dieselbe oder gegen

die Rechtsbeständigkeit der Abstimmung innerhalb 14 Tagen Für Projekt I. 34 Stimmen mit 9 ha

gegen 0. 1 für II 9 7 gegen, 5 für I 0 gegen 5 5 für 2 gegen 5 für 8 7 gegen 5 1

Friedberg den 7.

10

September 1886.

bei dem Kreisausschusse des Kreises

85 a 99 qm Flächeninhalt und 206 fl.

6* 68 1 25 7 5 I 1 38 1 13 8 4 285 e 1 1 3 1 0 7 40 67 17 5 73 10 3 50 08 83 1 1 5 97 0 06* 1 6 1 92 9 2 1 25 0 23 11 65* 64 8 19 22 1 54 l 5 0 1 5 1 6 9 7 0 1 0 L

Friedberg vorzubringen sind.

03 kr. Steuerkapital abgegeben, 0⁵ 5 U 5 00 1 5* 17 1 15 7 25* 1 19 31 11 1 5 62* 7* 32 5 N* 00 77 5 U 47 1 5

5 Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

Deutsches Reich.

Friedberg, 9. Sept. Zum Empfange S. K. H. des Großherzogs war außer den in voriger Nummer Genannten noch General von Wulffen anwesend, sowie der militärische Justructor des Erbgroßherzogs Hauptmann d. Schwarzkoppen(nicht General von Schw.). Zu der gestrigen Hoftafel waren die militärischen Spitzen der hier und in der Umgegend ein

quartirten Truppen und der Bezirkscommandeur

Major Römheld eingeladen. Heute Vormittag begaben sich die allerhöchsten Herrschaften nebst Gefolge nach Staden und Altenstadt, um die durch den Alterthumsforscher Kofler von Darm stadt im Auftrage des histor. Vereins theilweise blosgelegten römischen Kastelle zu besichtigen. In Staden wurden die allerhöchsten Herrschaften von den am südlichen Eingang des Ortes aufgestellten

Schulkindern begrüßt und ebenso in Altenstadt

von dem Kriegerverein und den Schulkindern. 10. Sept.

landen. zurückkehren. Darmstadt. Dr. Festenberg, Unterarzt vom 3. Gr. Juf. Regt. Nr. 1. Nass. Juf. 2. Kl. befördert; Dr. Gerlach, Unterarzt vom Gr. Feld⸗Art.⸗Regt. Nr. 25 unter Versetzung zum 1. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 115, zum Assistenz arzt 2. Kl. befördert; Dr. Scholz, Assistenzarzt

2. Kl. der Res. vom 1. Bat. 1. Gr. Landw.

Heute früh 6 Uhr reiste S. K. H. der Großherzog in Begleitung des Generaladjutanten General von Westerweller, Exz., und des Flügeladjutanten Oberstlieutenant Wernher zu den Kaisermanövern nach den Reichs Am 15. Sept. wird S. K. H. hierher

Militär⸗Dienst Nachrichten.

117, wurde unter Versetzung zum Regt. Nr. 87, zum Assistenzarzt

Regts. Nr. 115, im aktiven Sanitätscorps als Assistenzarzt 2. Kl. bei dem 1. Schles. Gren. Regt. Nr. 10 angestellt.

Prinz Heinrich von Hessen ist seit dem 2. d. M. an Ischias derart erkrankt, daß er permanent das Bett hüten muß. Die Hoff nung des Prinzen, seine Division im Manöver felde zu führen, schwindet leider von Tag zu Tag mehr.

Berlin. DieNordd. Allg. Ztg. theilt mit, Fürst Bismarck leide nicht an den alten Nervenschmerzen in den Oberschenkeln und den Hüften, sondern habe sich auf dem Ruͤckweg von Gastein hierher eine Muskelzerrung oder Reiß ung zugezogen. Zuerst habe der Fürst das Leiden wenig beachtet, schließlich seien die Schmerzen jedoch so heftig geworden, daß dem Fürsten jede Bewegung unmöglich wurde, und sei derselbe genöthigt, in liegender Stellung zu verharren. So schmerzhaft der Zustand des Fürsten sei, gebe derselbe zu einer Besorgniß doch durchaus keinen Anlaß.

9. Sept. Gestern Abend trat der Kaiser die Reise nach den Reichslanden an und traf um 8 Uhr heute in Baden-Baden ein, von einer zahllosen Volksmenge mit großem Jubel begrüßt. Ein officieller Empfang fand nicht statt. Der Kronprinz wird am 10. d. M. in Appenweier mit dem Kaiser zusammentreffen.

Der preußtische Gesandte beim Vatikan v. Schlözer wird sich Ende dieser Woche wieder auf seinen Posten nach Rom zurückbegeben. Die Nachricht von der Ueberweisung einer Collectiv-Note Deutschlands und Oester reichs in Sofia gegen die Hinrichtung der Ver

schwörer ist, wie man dem Fr. J. mittheilt,

falsch; vertraulich allerdings wurde Fürst Alex ander darauf aufmerksam gemacht, welche Folgen ein solch strenges Einschreiten haben müsse.

Ausland.

Frankreich. Paris. Der Director des Auswärtigen Amtes, Jules Herbette, wurde zum Botschafter in Berlin ernannt.

Großbritannien. London, 8. Sept. Im Unterhaus erklärte bei der Berathung des Kriegsbudgets, dessen sämmtliche Positionen er ledigt wurden, der Staatsseeretär des Krieges, es sei die Einsetzung eines Comites beschlossen, welches den Zustand der während der letzten fünf Jahre gelieferten Geschütze, sowie des übrigen Kriegsmaterials untersuchen solle. Die Bill, betreffend die Untersuchung der Unruhen in Belfast, wurde in zweiter Lesung angenommen.

Bulgarien. Sofia, 7. Sept. Fuͤrst Alexander erließ eine Proklamation, also lautend: Nachdem ich mich von der schmerzlichen Wahr heit überzeugt habe, daß meine Abreise aus Bul garien die Wiederherstellung guter Beziehungen zwischen Bulgarien und Rußland erleichtert, und nachdem ich von der Regierung des russischen Kaisers die Zusicherung erhielt, daß die Unab⸗ hängigkeit, die Freiheit und das Recht unseres Staates unangerührt bleibe, sowie daß sich Nie mand in die inneren Landesangelegenheiten ein mische, erkläre ich meinem vielgeliebten Volke, daß ich auf den bulgarischen Thron verzichte. Ich wünsche, damit vor aller Welt zu beweisen, wie theuer uns die Interessen des Vaterlandes sind, daß wir bereit sind, für seine Unabhängig keit alles zu opfern, selbst was uns noch theurer ist, wie das Leben. Ich danke Jedem aufrichtig