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Beilage.

ger.

. 3.

Deutsches Reich. Berlin, 7. April. Wie dieK. Z aus Kiel meldet, ist auch Prinz Heinrich in Thale (Harz) an den Masern erkrankt. Das Befin den der Prinzessin Margarethe, welche an den Masern erkrankt, ist heute nicht so gut wie gestern. Das Befinden der Fürstin Bismarck soll sich in erfreulicher Weise gebessert haben, so daß sie den größten Theil des Tages außer dem Bette zubringen kann.

April. Reichstag. Fortsetzung der Berathung der Unfallversicherung für land- und forstwirthschaftliche Arbeiter. Die§§ 12 bis Schluß werden mit unerheblichen Abänderungen nach den Commissionsbeschlüssen genehmigt. Der Reichstag genehmigte sodann in dritter Lesung den Vertrag mit dem Sultan von Sansibar und den Antrag Jagdzewski auf Abänderung des Gerichts verfassungsgesetzes(Gleichberechtigung der pol nischen Sprache.) 8. April. Der Reichstag erledigte die zweite Lesung des Antrags Moltke, betr. Abänderung des Militärpensionsgesetzes. Nach unerheblicher Debatte werden die einzelnen Artikel des Gesetzes nach den Commissionsan trägen angenommen. Vie heute dem Reichstag zugegangenen Verträge mit den Häuptlingen der Hochanas, Relsoboths, Hereros und Oma vuros betreffen sämmtlich das Hinterland von Angra Pequena.

7. April. Das Abgeordnetenhaus setzte die dritte Lesung der Ansiedelungs-Vorlage für Ostpreußen fort und nahm die ganze Vorlage in namentlicher Abstimmung mit 214 gegen 120 Stimmen an. 8. April. Das Abgeordneten haus genehmigte nach wenig erheblicher Debatte in dritter Lesung den Gesetzentwurf, betreffend die Fortbildungsschulen in Posen und West preußen. Der Gesetzeutwurf, betr. die Schul versaͤumnisse in den Provinzen Preußen, Schlesien und der Grafschaft Glatz, wurde debattelos ebenfalls nach der Beschlußfassung der zweiten Lesung genehmigt. Die Vorlage, betreffend die Landescreditcasse in Cassel, wurde in erster und zweiter Lesung erledigt. Die Conserva tiven brachten folgende Interpellation ein: Ist die Staatsregierung gesonnen, innerhalb des Bundesrathes weitere gesetzgeberische Maßregeln anzuregen, welche darauf gerichtet sind, dem be drohten Preisniedergange der landwirthschaft lichen Erzeugniße zu begegnen und eine weitere Steuererleichterung der Communen und commu nalen Verbände herbeizuführen. Unterzeichnet sind sämmtliche Mitglieder der conservativen Fraction, außer dem Grafen Vork von War tenburg.

Aachen. Ein bekannter hiesiger Socialde mekrat, Drechsler seines Zeichens, wurde, wie die K. Z. meldet, am Donnerstag verhaftet; bei

mehreren Personen fanden Haussuchungen nach

verbotenen Schriften statt.

1 Königstein, i. T. Wie verlautet, wer

pen hier im Mai die königl. schwedischen Herr

9

e

schaften erwartet. Die herzogliche nassauische Familie wird voraussichtlich mit dem bald hier eintreffenden erbgroßherzoglich badischen Paare ebenfalls nach Königstein zurückkehren. Die ru mänische Königsfamilie soll dem Vernehmen nach beabsichtigen, im Monat Juni ebenfalls hier längeren Aufenthalt zu nehmen. Freiburg i. Br., 8. April. bischof Orbin ist heute gestorben.

Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 7. April. Der Kaiser reiste heute zu mehrtaͤgigem Besuche der Prinzessin Gisela nach Munchen. g Pest, 7. April. Im Abgeordnetenhause brachte der Finanzminister eine Credit-Vorlage

Der Erz⸗

S

pon 19,943,971 Gulden ein, welcher Betrag 1 urch Emittirung steuerfreier Papierrente auf hebracht und zur Deckung verschiedener Nach sragsecredite, Creditüberschreitungen, sowie des

Oberhessischer Anzei

Deficits in den Grenzzolleinnahmen und der Cassenabgänge des letzten Jahres dienen soll. Großbritannien. London, 7. April. Die Zahl der Gegner Gladstone's wächst, wie versichert wird, fortwährend. Lord Hartingten empfing den Besuch des Sir Henry Ponsouby, der im Auftrage der Königin kam, und hatte alsdann eine lange Unteredung mit Lord Salisbury. Parnell, dem Gladstone's Vorlagen unterbreitet wurden, billigte dieselben.

6. April. Heute hat beim hiesigen Central-Criminalgerichtshofe der Proceß gegen die socialistischen Aufwiegler Hyndmann, Cham pien, Burns und Williams begonnen. Die Anklage lautet auf Aufwiegelung durch auf rührerische Reden bei den jüngsten Londoner Unruhen.

Spanien. Madrid, 6. April. Die mi nisterielle Majorität, so weit sie bis jetzt be kannt ist, beträgt 318, mit den in den Colo nien gewählten Abgeordneten wird die Oppo sition ungefähr 120 Sitze zählen.

Der officiöseImpercial macht den Vor schlag, eine Conferenz in Madrid zusammen zu berufen, um die Unabhängigkeit Marokkos unter den Schutz der Mächte zu stellen. Die In surrection einiger marokkanischer Tribus gibt demImparcial die Veranlassung zu diesem Vorschlage. Das genaunte Blatt gibt dabei der Beunruhigung Ausdruck, welche die bei der Nähe der französischen Grenze gegebene Mög lichkeit einer Intervention Frankreichs eiufloͤße.

Italien. Rom, 7. April. DerRassegna zufolge erscheint in den nächsten Tagen das Dekret, welches die Vertagung des Parlaments verfügt; bald darauf soll ein weiteres Dekret erscheinen, welches die Kammer auflöst.

8. April. DemPopolo Romano zufolge glaubt man, das Ministerium werde seine Entlassung einreichen.

Türkei. Konstantinopel, 6. April. Nach einer derPol. Corr. zugehenden Meldung sind den türkischen Truppen-Tommandanten an der griechischen Grenze seitens des Kriegsmi nisterieums bestimmte Befehle zugegangen, ohne weitere Justructionen abzuwarten, bei Wahr nehmung der geringsten feindlichen Bewegung auf geguerischer Seite die Offensive zu er greifen. Die aus sechs Panzerschiffen bestehende türkische Escadre hat den Befehl erhalten, sich

zur Abfahrt nach den Dardanellen bereit zu halten. Bulgarien. Sofia, 8. April. Eine

gestern an den Prinzen Alexander von Hessen gerichtete Depesche von hier meldet: Der Fuͤrst von Bulgarien erhielt das am 5. April in Konstantinopel unterzeichnete Document. Da dasselbe sich nicht als türkisch-bulgarisches Ab kommen, sondern alsMachtspruch der Mächte charakterisirt, beschloß er, dasselbe anzuerkennen unter Wahrung seiner Rechte be züglich des§ 1 dieses Abkommens.

Serbien. Belgrad, 6. April. Die Skup schtina wurde mittelst königlichen Ukases aufge löst; die Neuwahlen wurden für die Zeit vom 26. April bis 8. Mai ausgeschrieben.

Griechenland. Athen, 7. April. Kammer. Der Ministerpräsident Delyannis vertheidigte die vom Ministerium befolgte Politik der Ent haltung Griechenlands von jedem, dem Voölker rechte zuwiderlaufenden Angriffe gegen die Türkei. Er hätte die Trennung der politischen Frage von der Vertrauensfrage gewünscht, da erstere als selbstständig betrachtet werden müsse.

Aus Stadt und Land.

s. Frlebberg. Wir machen darauf ausmerksam, daß der hlesige Musikverein bel dem Vormittagsgottesdlenst in der Stadtkirche morgen, am 11. ds. Mts., mitwirken wird.

ph. Friedberg, 8. April. Gestern Nacht kurz vor 11 Uhr zog ein hellleuchtendes, blauglänzendes Meteor von Ost nach West über unsere Stadt hin.

b. Friedberg. Die letzte Nummer desW. B.

enthält einen Artikel, den wir Wort für Wort unter

schreiben und unseren Lesern empfehlen:Wer sich von dem enormen Schaden, welchen die Sperlinge anrichten, überzeugen will, der betrachte sich jetzt einmal seine Stachelbeerstöcke. Die Blattknospen treiben aus, aber alle Blüthenknospen sind bis auf die letzten gefressen. Nur wenige vereinzelte Blüthen werden sich noch nach bilden. Ganz dasselbe findet bet den Mirabellen, Nelne lauden und Pflaumen statt. Das war das Winterfutter der Sperlinge. Nun fängt es mit dem ersten Salat, den Erbsen ze. an, setzt sich an den Kirschen und anderem Obst fort und endigt an der Frucht in den Feldern. Der verschwindende Nutzen, welchen diese schäd lichen Vögel durch Vertilgen der wenigen Insekten, während sie junge Brut haben, gewähren, ist gegen diesen be⸗ deutenden Schaden nicht anzuschlagen. So lange es nur etwas zu stehlen gibt, stiehlt der Spatz, und selbst in der grimmigsten Noth guckt er immer erst noch, ob er etwas stehlen kann, ehe er ein Insekt anrührt. Wir haben schon voriges Jahr wiederholt darauf aufmerksam gemacht, wie heilsam eine systematische Verminderung der Sperlinge sein werde. Hoffentlich nehmen sich jetzt endlich die zuständigen Behörden der Sache an. Be kommen wir dieses Jahr wenig, oder gar kein früh reifendes Steinobst, so verdanken wir dies lediglich den Spatzen.

d. Friedberg, 5. April. Heute wurde hier ein wegen Unterschlagung von Bad-Nauheim aus steckbrleflich verfolgter Haus bursche arretirt. Derselbe hatte sich während dreier Wochen vagabundirend in der Gegend von Bruchenbrücken herumgetrieben.

m. Friedberg. Im Monat März wurden an 30 Tagen 2349 Liter Suppe in der Volksküche unent⸗

24847½½ Liter, Winter war die Volksküche 91

geltlich und 135½ Liter gegen Zahlung, zusammen täglich ea. 82 Liter verabreicht. In diesem Tage offen und sind im Ganzen 7265 Liter ausgetheilt worden. Der Verkauf war geringer als in früheren Jahren, dagegen war der Zudrang der Armen bedeutend größer als seither. Waͤhrend in früheren Jahren im Durchschnitt täglich 52 Liter ausreichten, waren in diesem Winter täglich 79 bis 80 Liter nothwendig. An freiwilligen Gaben sind 688 M. 25 Pf. und an Erlös von Suppe 69 M. 22 Pf. eingegangen. Außerdem wurden während der strengen Wintermonate 100 Laib Brod, 407 Vrodmarken und 79 Braunkohlenmarken durch einzelne Wohlthäter der Anstalt an die Armen vertheilt. Wir haben das Be wußtsein, daß durch unsere Anstalt den Armen eine große

allen jegliche Gabe

Wohlthat erwiesen worden ist und sagt man deßhalb ibren Freunden nochmals herzlichen Dank für

Büdingen. Wie demB. A. von verläßlicher Seite berichtet wird, hat der Vorsitzende des Aufsichts⸗ rathes der Actienzuckerfabrik Büdingen in Stockheim, Kammerrath Weber in Laubach, in seiner Cigenschaft als Mitglied des Landeseisenbahnrathes für die dem⸗ nächst stattfindende Sitzung dieser Körperschaft zwei An träge eingereicht und zwar 1) Um Frachtermäßigung auf den Linien der Oberhessischen Eisenbahnen für die

Rückstände aus der Rübenzuckerfabrikatien, 2) Crrichtung

einer Einladestelle für Zuckerrüben, und Abladestelle für Rückstände aus der Zuckerfabrikatton bei Trais-Horloff. Diese beiden Anträge vereinigen so wesentliche Interessen, sowohl der Bahn, als auch der Landwirthschaft, daß wir sicher glauben, daß Gr. Ministerium in richtiger Würdigung der Sache, den gestellten Anträgen seine Genehmigung nicht versagen wird.

b. Büdingen. Auf der Ronneburg, welche wegen ihrer herrlichen Lage von so vielen Touristen besucht wird, soll eine Schankwirthschaft für die Sommermonate errichtet werden. Die Fuͤrstlich Isenburgische Rentkammer zu Wächtersbach fordert Reflektanten auf, sich zu melden. Zu wünschen wäre dann aber auch, daß die Burg selbst wenigstens in sowelt restaurirt würde, daß deren Be sichtizung nicht mehr mit Lebensgefahr verbunden ist.

Airchliche Anzeigen für Friedberg Ehangelische Gemeinde. Judiea. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10½ Uhr: Herr Candidat Beckel. Nachmittags Uhr: Herr Kirchenrath Baur. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Meyer.

statholische Gemeinde. Samstag 4 Uhr: Beicht. Sonntag ¾7 Uhr: Austheilung der heil. Communien. 10 Utzr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht. Uhr: Jubilaͤumsandacht.

1509 Nehmen Sie nach Tisch ein Gläschen Widtfeldi'schen Magenbehagen a. Aachen es ist d. angen. Mittel. Verdauung.

Für Confirmanden

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1108 K. Friedrich.