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f 188ö. Gamstag den 10. April. M43.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

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Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag,

880 7 1 G1 71˙1 Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Nen e e enden

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kosftet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Amtlicher Theil. Betreffend: Die Vornahme der Feuervisitation im Kreise Friedberg pro 1886. Friedberg den 2. April 1886. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir bringen die Einsendung der Feuerbisitationsprotokolle bei denjenigen, welche noch damit im Rückstande sind, nochmals in dringende Erinnerung. Dr. Braden. Betreffend: Die Reviston der Brandversicherungskapitalien. Friedberg den 2. April 1886.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung unserer Verfügung vom 8. Januar 1886, Amtsblatt ohne Nummer, im Rückstande sind, werden hieran erinnert. Or. Braden. Betreffend: Die Arbeiter Colonse Neu-Ulrichsteln. Friedberg am 5. April 1886.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Mit Bezugnahme auf die Ausführungen des in Abdruck nachstehenden anhergerichteten Schreibens des Verwaltungsausschusses des Vereins für das Großherzogthum Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden zur Beschaͤftigung Arbeitsloser empfehlen wir Ihnen dringend, in Ihren Gemeinden die angeregten Sammlungen von einmaligen oder jährlichen Beiträgen zu veranlassen, sowie darauf hinzuwirken, daß eine

rege Theilnahme hierfür in Ihren Gemeinden bethätigt wird. Ein Exemplar des betreffenden Schreibens werden wir Ihnen mit nächster Post zugehen lassen, damit Sie solches den im Umlauf zu setzenden Sammellisten beifügen können. Indem wir uns weiterhin zur Ueber

mittelung der eingehenden einmaligen oder jährlichen Beiträge an den Schatzmeister des Vereins gerne bereit erklären, wollen wir Ihren Be richterstattungen über das Ergebniß Ihrer diesbezüglichen Bemühungen binnen vier Wochen entgegensehen. Dr. Braden.

Der Verwaltungsausschuß des Vereins für das Großherzogthum Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden zur Beschäftigung Arbeitsloser

an Großherzoglich Hessisches Kreisamt Friedberg.

Aus den öffentlichen Blättern ist Ihnen bekannt geworden, daß die Arbeiter Colonie für das Großherzogthum Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden, zu deren Gründung in einer im Januar 1884 in Frankfurt abgehaltenen Versammlung die Anregung gegeben wurde, auf dem Pachtgut Neu-Ulrichstein am 1. Jult 1885 eröffnet werden konnte, und daß die Zahl der dort Aufnahme Suchenden sich in nicht erwarteter Weise mehrte. Während Ende Juli 6, Ende August 8, Ende September 11 Colonisten anwesend waren, betrug, nachdem die baulichen Arbeiten nahezu vollendet waren, die Zahl der Aufgenommenen Ende October 23, Ende November 63, Ende Dezember 98, Ende Januar l. J. 100 und Ende Februar 111. Diese rasche Zunahme der Colontsten bedingte fortgesetzte Vermehrung des Inventars an Betten und Bekleidungsgegenständen, wodurch neben den mit Uebernahme des Gutes und mit Einrichtung der Gebäude verbundenen Ausgaben die Mittel des Vereins in außerordentlicher Weise in Anspruch genommen worden sin d. Es wurden verausgabt: an den abgehenden Pachter bei Uebernahme der Pachtung als vereinbarte Abstand

Summe, Vergütung für einen Theil der Erndte des Jahres 1885, und Ver

gütung für das lebende und todte Inventar, zusammen 29,628 Mk. %% ̃ͤ ͤ 18,000 für Mobiltar für die Colonie, Betten, Bekleidungsgegenstände ea.. 18,90

zusammen 60,628 Mk.

Rechnet man hierzu die Kosten der Unterhaltung der Colonisten, die Ver waltungskosten, den Pacht mit jährlich 1800 Mk, so ist es erklärlich, daß die Mittel des Vereins sehr erschöpft sind. Der Ertraz des Gutes kann unmöglich die Mittel bieten, um neben dem Pacht und den unvermeidlichen Verwaltungskosten die Ver pflegung der Colonisten, deren Durchschnitts bestand mindestens zu 70 angeschlagen werden kann, die Erhaltunz und Ergänzung des Inventars, die Unterhaltung der Gebäude ze. zu bestreiten, und auch die Zinsen des noch übrig gebliebenen Kapfktal bestandes, sowie die aus Mitteln des Staates und der Communalverbände und durch Zeichnungen von Privaten uns zugeführten ständigen Zuschüsse werden,

Betreffend: Die Ausführung der Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung über die Arbeitsbücher, Arbeitskarten

wenigstens in den ersten Jahren des Betriebes, voraussichtlich nicht zureichen, um alle Bedürnisse zu befriedigen. Unter diesen Verhältnissen sind wir wiederholt genöthigt, die bei unserem ersten Aufruf aus manchen Theilen des Vereins gebiets uns so reichlich gewährte Theilnahme der Bevölkerung anzurufen, und wir nehmen um so weniger Anstand dies zu thun, als wir der Ueberzeugung sind, daß unsere Bestrebungen direet und indireet der Allgemeinheit zu gut kommen, indem wir arbeitsscheue Menschen der Arbeit wieder zuzuführen und die Bevölkerung von der Landplage der Bettelei und Vagabundage zu befreien uns bemühen. Wir er lauben uns deßhalb, an Sie das ergzebenste Ersuchen zu richten, in genügender Weise wiederholt zur Zeichnung einmaliger oder jährlicher Beiträge für unseren Verein, beziehungsweise für die Arbeiter-Colonie Neu-Ulrichstein aufzufordern; wir zweifeln nicht, daß auch in denjenigen Kreisen der Bevölkerung, in welchen sich seither weniger Interesse an unseren Bestrebungen zeigte, jetzt die Nützlichkeit der⸗ selben und der Segen unserer Arbeit erkannt wird, und daß die Herren Geistlichen und Bürgermeister Sie gerne in Ihren Bemühungen unterstützen und sich der Empfangnahme und Ablieferung der Gelder an Sie unterziehen werden. Die bei Ihnen eingehenden Beträge bitten wir an den Schatzmeister unseres Vereins,

Herrn Geheimen Commerzlenrath Ladenburg zu Frankfurt a. Main, abzusenden, zugleich aber von der Absendung dem unterzeichneten Vorsitzenden unter Mittheilung der Liste der Geber Nachricht geben zu wollen.

Frankfurt a. M. den 1. April 1886.

Dr. Goldmann, Oberconsistortal-Präsidrnt in Darmstadt, Vorsitzender.

v. Hergenhahn, Landrath und Poltzei-Präsident in Frankfurt a. M., stellv. Vorsitzender. v. Strauß und Torney, Polizei-Prästdent in Wiesbaden, stellv. Vor⸗ sizender. E. Ladenburg, Geh. Commerzienrath in Frankfurt a. M. Münzenberger, Geistl. Rath in Frankfurt a. M. Curtman, Rechtsanwalt in Gießen. Dr. Stromberger, Dekan in Zwingenberg.

Dr.

Friedberg den 7. April 1886.

und Beschäftigung von Arbeiterinnen, sowie jugendlichen Arbeitern in den Fabriken.

Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises und das Gr. Polizeicommissariat Wickstadt.

Bezugnehmend auf unser Ausschreiben vom 20. Februar 1880, Kreisblatt Nr. 24 von 1880, beauftragen wir Sie, uns bis zum 15. k. Mis. die Summe der in der Zeit vom 1. April 1885 bis Ende März 1886 für Ausfertigung von Arbeitsbücher-Duplikaten verein nahmten Gebühren anzugeben oder zu berichten, daß derartige Duplikats-Ausfertigungen nicht stattgefunden haben. Dr. Braden.

Betreffend: Instruetion für die Feldschützen. Friedberg den 7. April 1886. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Behufs Vertheilung der rubricirten demnächst zu erlassenden Dienstweisung an die Feldschützen sehen wir Ihrem baldigen Bericht

darüber entgegen, wieviele Feldschützen resp. mit dem Feldschutz betraute Personen sich in Ihren Gemeinden befinden.

Wir erwarten Erledigung binnen 8 Tagen. Dr. Braden.

Betreffend: Ausführung des Krankenversicherungsgesetzes, hier die von den Krankenversicherungen und den Krankenkassen zu liefernden Uebersichten und Rechnungsabschlüsse.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Vorstände der Gemeindekrankenversicherungen, der gemeinschaftlichen Ortskrankenkassen, sowie der eingeschriebenen Hülfskassen unseres Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 15. Januar l. J. noch nicht nachgekommen sind, werden an die Erledigung der selben mit Frist bis zum 15. d. Mts. erinnert. Dr. Braden.

Friedberg am 7. April 1886.