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Dienstag den. Februar.
Juehesssher Anzeler.
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Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch Kreisblatt für den Kreis Friedberg Erscheint 97 1 3 Dienstag, 5 2* nner ag un Sam ag.
und Freitag Abend ausgegeben.
Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei k uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Amtlicher Theil.
Milzbrandes in der Wetterau.
Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Friedberg am 5. Februar 1886.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Die meisten von Ihnen sind noch mit der Einsendung der Tabellen über die im II. Semester 1885 crepirten oder getödteten Thiere im Rückstande. Wir erwarten die Einsendung der fehlenden Tabellen oder Bericht, daß in der betreffenden Gemeinde im II. Semester 1885 keine Thiere crepirt sind oder getoͤdtet wurden, nunmehr binnen längstens drei Tagen bei Meidung von Strafe. Dr. Braden.
1 Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur offentlichen Kenntuiß, daß unter den Schafen der Wilbelm Kreuter II. Erben die Räude ausgebrochen ist.
Da diese inficirten Schafe mit allen übrigen in der Stadt Friedberg zur Weide getrieben wurden, so ist die ganze Herde als der Austeckung verdächtig zu erachten und wird deßbalb für diese Gemarkungssperre verfügt.
Friedberg den 4. Februar 1886.
Ausgewiesen aus dem Großherzogthum auf Grund des§. 3 Absatz 2 des
Freizügigkeitsgesetzes:
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Wilhelm Krauß von Osterothe bei Marburg.
Deutsches Reich. Darmstadt. Der Historienmaler L Hof— mann zu München wurde zum Museumsinspektor dahier ernannt und dem Privatdocent an der tech— nischen Hochschule Dr. Adamy dahier, unter Ver— leihung des Ranges und Amtstitels eines Mu—
dem Museum übertragen. — Der Amtmann Dr. Freih. v. Gemmingen—
Hornberg zu Friedberg wurde zum Amtmann[bei Revision des Reichsstrafgesetzbuches durch Re-
1 in Dieburg und der Regierungsassessor Wallau gierungsimittative möglichst eine präcisere Fassung ant), aus Mainz zum Amtmann in Friedberg er lerhalten. Der Autrag des Abg. Wasserburg, aum:? nannt. 8 N welcher bel offentlichen Wahlen die Wahlcou— — 5. Febr. Zweite Kammer. Der Antrag vertis eingeführt wissen will, gelaugt in der Form
des Abg. Osann auf Vorlage eines Gesetzent-Ides Ausschußantrages zur einhelligen Annahme,
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wurfs, in welchem das gesammte Feuerlöschwesen einheitlich für das Großherzogthum geregelt wird, war von dem vierten Ausschuß als durch die Er— kläxung der Regierung betr. Vorarbeiten zu einem das Feuerlöschwesen regelnden Gesetze vorerst für erledigt erklärt worden. Nachdem der Abg. Vogt auf die Nothwendigkeit dieses Gesetzes und bei gefügter Instructionen hingewiesen und Minister— zalrath Rothe die Erklärung der Regierung wieder— holt, wurde der Ausschußantrag einstimmig an— genommen. In Betreff des Antrages der Abgg Weith und Reinhart, dem Rehbock, analog wie in Preußen, für die Monate März und April Schonzeit zu gewähren, hatte die Mehrheit des Ausschusses Annahme, die Minderheit Ablehnung beschlossen. Bei der Abstimmung wurde der An— trag der Majorität des Ausschusses abgelehnt. Sodann werden die Wahlen der beiden Mainzer Abgg. Joöst und Ulrich für gültig erklärt. Von beiden Abgg. ist ein Antrag eingebracht worden, die Regierung um Einbringung eines Gesetzent— wurfs zu ersuchen behufs Einführung der all— gemeinen obligatorischen Volksschule und Ueber— nahme der Kosten durch den Staat. Ferner ist ein Antrag der Abgg. Grunewald und Schade auf Erbauung einer Bahn Hersfeld-Alsfeld ein— gegangen. Der hierauf zur Berathung ge— langende Antrag des Abg. Ellenberger betreffs Gewährung größerer Unterstützungen an ärmere, mit Communalsteuern zu sehr herangezogene Ge— meinden für Schulzwecke wird in folgender Form angenommen:„Die Regterung zu ersuchen, bei
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Aus⸗
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60. Aufstellung des nächsten Staatsbudgets in nähere — 2% Erwaͤgung zu ziehen, ob es thunlich erscheint, * f ade ärmeren Gemeinden noch reichlichere Unterstütz ee ungen nach der von dem Antragsteller bezeichne— e ge len Richtung als seither aus Staatsmitteln zu —— l gewähren und event. die dazu nothige Vorkehr—
ung im naͤchsten Budget zu treffen.“ Es folgen
seumsinspectors, die Stelle eines Assistenten bei
nun die Petitionen mehrerer Ortschaften des [Rieds, betr. die Eutwaͤsserung desselben. Der Regierungscommissär macht hierauf bekannt, daß das Project dieser Eutwässerung in Bälde im Druck erscheinen wird und daß baldthunlichst Verhandlungen mit den Interessenten darüber eingeleitet werden sollen. Ein Antrag Haas auf Abänderung der§§. 108 und 109 des R.⸗Str.⸗
G. B. wird für erledigt erklärt. Dieselben sollen
1* 8 wonach die Regierung ersucht wird, zu erwägen, a
welche Maßregeln behufs besseren Schutzes der Geheimhaltung der Abstimmungen bei den öͤffent— lichen Wahlen zu ergreifen sind. Hierauf findet noch eine Branntweinmonopol- Interpellation durch den Abg. Heinzerling statt, worauf die Sitzung auf Nachmittags vertagt wird.— In der Nachmittagssitzung wird die Juterpellation der Abgg. v. Rabenau und Schade, die baldige
[Errichtung einer Landescreditkasse betreffend, von
[Geh. Staatsrath Knorr dahin beantwortet, daß die Regierung es nicht für angezeigt halt, schon letzt und ehe die begonnenen Erhebungen der land wirthschaftlichen Enquete zu Ende geführt sind, eine betreffende Gesetzesvorlage zu machen. Auf die von dem Abg. Schröder und Genossen ge— stellte Interpellation wegen der Verkürzung bezw. Beschränkung oder vollstandigen Aufhebung der Hegzeit des Dachses erwiederte Ministerpräͤ— sident Finger, daß das Ministerium die Ab— kürzung der Hegzeit des Dachses in den von demselben besonders gesuchten und geschädigten Gegenden veranlaßt habe. Schröder dankt der Regierung im Namen der Jnterpellanten. In Betreff der Interpellation Schröder, Reviston der Vorschriften und Gesetze über die Landes— Brandversicherungsanstalt erklärte Ministerpräß sident Finger, daß die bezüglichen statistischen Arbeiten in Angriff genommen sind und voraus— sichtlich bis zum Herbste beendet sein werden. Bei der dann folgenden Berathung über die Vorlage wegen Beschaffung von Betriebsmitteln der Oberhessischen Eisenbahnen, wurde der Aus— schußantrag, die Kammer wolle ihre Zustimmung dazu erthetlen, daß die Kosten für Beschaffung von Betriebsmitteln der Oberhessischen Bahnen bis zu dem Betrag von 85,000 M. aus dem Ueberschuß über den budgetmaͤßigen Ansatz des Reinertrags der Obe
—
rhessischen Bahnen in der
Finanzperiode entnommen werden können, einstimmig angenommen.
Der Reichstag erledigte in seiner
1885/1888
Berlin, 5. Febr. Der
heutigen Sitzung debattelos den Gesetzentwurf betr. die Bürgschaft des Reiches für die Zinsen der egyptischen Staatsanleihe. Er erledigte ferner n blicher Debatte in erster Berathung den Gesetz die Abänderung des§. 137 des Gerichtsverfassungsgesetzes. Die zweite Lesung erfolgt im Plenum. Es folgten so⸗
dann Wahlprüfungen. — 6. Febr. Die Zuckersteuer-Commission trat heute in die Specialdebatte der§§ l bis
3 der Regierungsvorlage und der zehn Ab⸗ änderungsanträge ein. Fast alle verlangen auf dem Boden der Rohmaterialbesteuerung eine
Herabminderung der Ruͤbensteuer und Cpport⸗ bonification, zum Theil in Verbindung mit der Melassebesteuerung. Die Regierungscommissäre erklären, lediglich die Aufgabe zu haben, die Regierungsvorlage zu vertreten; sie könnten keine Compromisse in Aussicht stellen und ver— halten sich allen Anträgen gegenüber ablehnend, da eine Herabsetzung der Steuer den fiskalischen Zweck vereitle und eine Melassebesteuerung un— durchführbar sei.
Febr. Heute fand eine Sitzung des Staatsministeriums beim Fürsten Bismarck statt, in welcher die zum Schutze des Deuschthums in den Ostprovinzen einzubringenden Gesetzent— würfe definitiv festgestellt wurden. Die Ein⸗ bringung derselben im Landtag wird diese Woche erfolgen. — 6. Febr. Im Abgeordnetenhaus wird die Berathung des Etats des Ministereriums des Innern fortgesetzt.
— Die jetzt abgeschlossene Militär-Conven— tion mit Braunschweig bestimmt u. A., daß die Artillerie und Infanterie eine preußische Uniform und weiße Achselklappen mit einem Wein rother Farbe(der Namenszug des verstorbenen Herzogs Wilhelm) erhält; statt der österreichischen Kaͤppis wird der preußische Helm mit dem braunschweig— ischen Loͤwen darauf eingefuͤhrt. Das Husaren— Regiment behält seine Uniform; nur an Stelle der österreichischen wird die preußische Mütze treten.
Posen. Die Ernennung des Koͤnigsberger Domprobstes Dinder zum Erzbischof von Posen— Gnesen ist eine vollendete Thatsache, in welche sich die Polen nur mit schmerzlicher Resignation fügen. Obgleich der neue Er zbischof der polnischen Sprache vollkommen maͤchtig ist, so bleibt doch kein Zweifel daran, daß derselbe ein Deutscher ist. Die„Bonner Zeitung“ Leopold ist an der
Bonn, 6. Febr. meldet: Prinz Friedrich Lungenentzündung erkrankt.


