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unter mehrere tödtlich. In Allahabad sind Vor sichtsmaßregeln getroffen wordenz die nach 9 Uhr Abends in den Straßen bewaffnet Umhergehen den werden verhaftet.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Zur Prüfung der Schulamts-Aspiran⸗ tinnen, welche Ende vorigen Monats hier stattfand, hatten sich im Ganzen 13 Candidatinnen gemeldet. Von diesen haben nur 4 bestanden, während 9 durchgefallen sind.

Friedberg. In Folge der anhaltend warmen Wit; terung blühen manche Blumen zum zweiten Male, ebenso die Kastantenbäume. Blüthen an Aepfel-, Birn- und Kirschbäumen wurden uns mehrfach gebracht. Gestern fand man eine Fleischblume in den Ockstädter Wlesen, die Primeln schlagen wieder aus und im Nauheimer Wald werden die zweiten Erdbeeren mehrfach gefunden. f

B. Vilbel. Am vergangenen Sonntag beendete die im Februar d. J. neu gegründete und zum Main-Taunus⸗ Gau gebörende Turngesellschaft dahter durch ihrAb turnen ihr Sommersemester und veranstaltete aus diesem Anlaß ein Wettturnen. Letzteres begann Nachmittags 3 Uhr im Thuy'schen Garten und bestand in je zwei Uebungen an drei Geräthen und in Weitsprung, Stemmen und Klimmen. Die hierin erzielten Resultate waren im Ver hältniß zu dem kurzen Bestehen des Vereins äußerst zu frledenstellend. Die Preise bestanden wie üblich im schlichten Eichenkranz und Ebrenurkunde und wurden dieselben Abends 8 Uhr im Thuy'schen Saale im Beisein der zu mehreren Hunderten erschienenen Familienangehörigen, Freunden und Gästen durch schöne Hand den Stegern überreicht. An die Preisvertheilung schloß sich eine Abendunterhalt ung an, welche unter Mitwirkung des Gesangvereins Germania und weiterer tüchtiger Kräfte einen sehr animirten Verlauf nahm. Den Schluß der Abendfeier bildete ein Tanzkränichen.

Gießen, 2. Okt. Die heutige Schwurgerichts verhandlung gegen den Konrad Schmidt von Ilbes hausen, wegen betrügerischen Bankerutts, und dessen Ehefrau, wetzen Beihülfe, endigte mit Freisprechung der Angeklagten.

Allerlei.

München, 2. Okt. Als der Gensdarm Behringer in vergangener Nacht um 2 Uhr auf der Kaufingerstraße einen Dirnen Zuhälter nach seinen Papieren fragte, zog Letzterer aus der Tasche einen Revolver und verwundete den Gens darmen durch zwei Schüsse in den Kopf. Der Verbrecher ist entflohen. Der Gensdarm wird ver muthlich seinen Wunden erliegen.

Berlin, 1. Okt. Die Strafkammer verurtheilte heute die 12jährige Marie Schneider, welche im Juli d. J. die 3½jährige Margarethe Dietrichs, unter Bedrohung, ihrer Ohrringe beraubt, und dieselbe durch Herabstürzen aus einem Fenster getödtet hat, in eine Gefängnißstrafe von 8 Jahren

Berlin, 2. Okt. Auf Grund des Wahrspruchs der Geschworenen wurde der Angeklagte Keller wegen Ermord ung der Schiffling'schen Eheleute zum Tode verurtheilt.

Budapest, 4. Okl. Der Verlobte der Baronesse Podmanlezki, Graf Ernst Radhey, wurde mit Zwangspaß nach Berlin abgeschoben. Das deutsche Consulat in formirte sich bei der Polizei um die Ursache.

London, 3. Okt. Gestern Nachmlttag fand in einer Kohlengrube bei Normanton in Vorkshire eine Entzündung schlagender Wetter statt. Von 30 Arbeitern, welche sich in der Grube befanden, sind bis jetzt erst 8, darunter 6 schwer verletzt, zu Tage gefördert.

New⸗Nork, 5. Okt. Aus Mexico wird gemeldet: Ein unweit Chiwalapa gelegener Berg ist durch unter irdische Gewalten in zwei vollständig getrennte Theile gespalten worden,

Melbourne, 5. Okt. Auf der zur Gruppe der Tonga⸗Inseln gehörigen, von 500 Menschen bewohnten Insel Niapu hat ein vulkanischer Aus bruch stattgefunden, infolge dessen die Insel zu Zweidrittel mit Asche bedeckt wurde. Es sind Dampfer abgesandt, um den Bewohnern Hilfe zu bringen. 0

Handel und Verkehr. Frledberg, 5. Okt. Fruchtpr. Waizen M. 16.50, Korn M. 13.50, Gerste M. 14, Hafer M. 12 13.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfd. Friedberg, 6. Oet. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.70 0.80, Eier 1 Stück 67 Pf. Gießen, 5. Oet. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.80 0.85, Eier per St. 67 Pf, Käse per St. 48 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 0.65, Hühner per Stück M. 1.00 1.40, Hahnen per Stück M. 0.50 1.80, Enten per Stück M. 1.30 1.80, Ochsen fleisch per Pfund 6264 f., Kuh- und Rind fleisch 54 56 Pf., Schweinefleisch 56 60 Pf., Hammelfleisch 50 66 Pf., Kalbfleisch 4650 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 2.705, Zwiebeln per Etr. M. 3.504 Zwetschen M. 3.00 4.50. Grünberg, 2. Okt. Fruchtpr.

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Weizen M. 16.70,

Korn M. 14.00, Gerste M. 12.20, Hafer M. 10.90, Erbsen M 14.30, Kartoffeln M. 4.00. Frankfurt, 4. Oktober. Fruchtbericht. Hiesiges

Weizenmehl Nr. 0 M. 31.5032, Nr. 1 M. 2728, Nr. 2 M. 2526, Nr. 3 M. 2324, Nr. 4 M. 17 bis 17.50, Nr. 5 M. 15-16, Milchbrod- und Brod mehl im Verband M. 49 52, norddeutsches und west⸗ fälisches Weizenmehl Nr. 00 M. 21.50 21.75, Roggen⸗ mehl(hies.) Nr. 0 M. 22.50-23.50, Nr. 0/1 M. 2.50 bis 22.50, Nr. 1 M. 1819, Nr. 2 M. 1616.50, Weizen ab unserer Umgegend M. 16.50 16.75, frei

Bahnhof hier M. 16.75 17.25, fremder nach Qual. M. 16.50 19.00, Roggen hiesiger M. 13.50-13.75, russischer je nach Qual. M. 13.25- 18.75, Gerste, Brauerwaare M. 13.50 16.00, do. zu Mahlzwecken M. 11.50, Hafer, mittel M. 12, prima M. 12.50 13, Raps M. 21.25 21.75, Mals(mixed) M. 11.50, ge⸗ schrotener M. 13, Heu per Ctr. M. 2.50 2.75, Stroh M. 2 2.25, Erbsen M. 18, Wicken M. 1450 15.00, Roggenkleie M. 4.50, Wetzenkleie M. 44.25 bei Ab nahme von 200 Ctr. an). Malzkeime M. 4.20, Moos torfstreu M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.20, Sesam kuchen M. 5.40, Rapskuchen M. 6 6.25, Chilisalpeter per Februar 1887 M. 9.50 10, Rüböl im Detail M. 48. Aepfel(Kelterobst) M. 9 50 10.

Frankfurt, 4. Okt. Viehmarkt. Es waren angetrieben, meist norddeutsche Weide-Ochsen, 374, 26 Bullen, 312 Kühe, Stiere Rinder, 239 Kälber, 583 Hämmel, 63 Schweine. Die Preise stellen sich pro 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 66-867, 2. Qual. M. 54 60, Bullen 1. Qual. M. 4445, 2. Qual. M. 38 40, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 54 58, 2. Qual. M. 40 45, Kälber pro 1 Pfd. Schlachtgewicht: 1. Qual 6368 Pf., 2. Qual. 50 bis 55 Pf., Hämmel 1. Qual. 5657 Pf., 2. Qual. 4045 Pf., Schweine 1. Qual. 5456, 2. Qual. 5254 Pf.

Frankfurt, 5. Okt. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt waren zugefahren 58 Wagen. Heu kosteten 50 Kilo M. 2.50 3.40, Stroh M. 2.60 2.80. Butter M. 8590 der Centner. Weißkraut M. 4 der Ctr., Zwiebeln per Ctr. M. 68, Kartoffeln 100 Kilo M. 45, Erbsen(ganze) 100 Kilo M. 17.50 24.00, Linsen M. 2850, Bohnen(weiße) M. 1820, Blumen kohl 100 Stück M. 45 70, Sommerkraut 50 Kilo M. 18.00, Artischoken 4050 Pf., Eier 100 Stück M. 4.50 5.50, Bohnen der Ctr. M. 10 16, Aepfel zum Einkeltern M. 9, Trauben 2530 Pf., Kastanien 30 36 Pf., Nüsse 100 Stück 40 Pf., Orangen 100 Stück M. 15, Citronen 100 Stück M. 16.

Aus dem 23. Hauptrechenschafts-Bericht der Großherzogl, Centralbehörde des Vereins zur Unter stützung und Besserung der aus den Strafanstalten Ent

lassenen für die Jahre 1882 und 1883.

Die 23. Generalversammlung des Vereins fand am 11. August d. J. zu Gießen unter dem Vorsitz des Prä sidenten, Oberlandesgerichtsrath Freiherrn v. Nicou, statt. Derselbe verwies in seiner Ansprache zunächst auf die infolge des Wegzugs und bezw. der Erkrankung der früheren Prästdenten eingetretenen Veränderungen bei der Großh. Centralbehörde des Vereins hin und beantragte: Geheimrath Fischer und Hofgerichtsdirektor i. P. Pr. Zim⸗ Vermann den Dank des Vereins für ihre langjährigen, msprießlichen und opfervollen Dienste in Sachen des erereins auszusprechen, womit sich die Anwesenden ein verstanden erklärten. Es wurde bemerkt, daß in dem erwähnten Wechsel der Grund der verspäteten Abhaltung der gegenwärtigen Generalversammlung zu suchen sei; dieselbe hätte, da nach§. 21 der Statuten eine solche alle 2 Jahre abwechselnd in Darmstadt, Gießen und Mainz statthaben solle und die 22. zuletzt bereits im November 1883 abgehalten worden sei, eigentlich schon in 1885 erledigt werden müssen; um wieder in Ord nung zu kommen, solle nun die 24. Generalversammlung bereits im nächsten Jahre in Mainz abgehalten werden, Indem sich der Präsident sodann zum Vortrage des 23. Hauptrechenschaftsberichts über den Erfolg der Ver einsthätigkeit in den Jahren 1882 und 18853 wandte, bemerkte er im allgemeinen, daß sich in allen wesent lichen Beziehungen schon jetzt ein noch erfreulicheres Re sultat für die Jahre 1884, 1885 und 1886 in Aussicht stellen lasse und namentlich ein sehr beträchtlicher Zu⸗ wachs an Mitglledern des Vereins, insbesondere, Dank dem wohlthätigen Einflusse der Bezirksvereins-Commis sionen, auch seitens der Gemeinden des Großherzogthums zu eonstattren sei. Zur Erläuterung und Begründung des Berichts wurden dte abgeschlossenen Rechnungen für 1882 und 1883 nebst Belegen, die vom Vereinsausschusse berathenen Voranschläge über Einnahme und Ausgabe für die Jahre 1886 und 1887, die Uebersicht über den Stand des Vereinsvermögens ꝛc. vorgelegt. Aus dem umfang reichen Berichte dürften folgende Punkte hier nur her vorzuheben sein: Die Einnahmen betrugen in den Jahren 1882 und 1883 zusammen 10092 M. 73 Pf., die Aus⸗ gaben zusammen 9514 M. 77 Pf., so daß Ende 1883 ein Kassevorrath verblieb von 577 M. 96 Pf. Der Reservefonds des Vereins besteht in Werthpapieren im Nominalbetrag von 36128 M. 58 Pf.(angekauft zu 33736 M. 26 Pf.), welcher zu 4 pet. einen jährlichen Zinsenertrag liefert von 1445 M. 14 Pf., so daß mit dem Zuschuß des Staates von 1000 M., und den Bet trägen der Mitglieder mit 3384 M., die Einnahmen in den Voranschlägen pro 1886 und 1887 je auf 5829 M. 14 Pf., die Ausgaben je auf 5100 M. von der General versammlung angenommen wurden. Die Unterstützungen der Pfleglinge des Vereins betrugen in den Jahren 1882 und 1883 zusammen 6284 M. 90 Pf. und wurden in den verschiedensten Formen an Geld, Lebensmitteln, Kleid ungsstücken, Handwerkszeug, Hausmiethe, Anschaffung von Bettwerk, Hausgeräth ꝛc. verabreicht. Die Anwesen⸗ den erklärten sich mit der bei dieser Gelegenheit erörterten Ansicht einverstanden, daß die in§. 2 der Statuten ge⸗ stattete ausnahmsweise Unterstützung von Familien der Sträflinge während Verbußung der Strafen nicht allzu ängstlich gedeutet werden sollte, da gewiß auf das Gemüth von überhaupt besserungsfähigen Sträflingen es auf das Vortheilhafteste wirken muß, wenn sie sehen, daß man sich der während ihrer Abwesenheit darbenden Angehörigen

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ungsvereine für die entlassenen Sträflinge und deren

dreijährtgen Dauer der Aufsicht verstorbenen(66), ab- wesenden(235) und ausgetretenen(17), 1. als gebessert entlassen worden 196, 2. als gut qualifieirt worden 328, wähtend 212 als schlecht bezeschnet und 86 als unver besserlich ausgestoßen werden mußten. Es wurde darauf aufmerksam gemacht, daß dieses günstige Resultat den landläufigen Einwand gegen die Unterstützungs vereine für entlassene Sträflinge: daß wir unsere Gaben und Mühen den armen unbescholtenen und unbestraften Menschen ent zögen, um sie an unwürdige, undankbare und ohnehin unverbesserliche zu verschwenden, ganz abgesehen von seinem moralischen Unwerthe, auch thatsächlich widerlege. Weiter wies der Präsident darauf hin, daß selt Erstatt; ung des 22. Rechenschaftsberichts in Darmstadt zwar ein Pfründnerhaus eingerichtet, dadurch aber doch nicht das städtische Arbeitshaus so entlastet worden sei, daß die gehoffte Mitbenutzung desselben durch die Vereins pfleglinge bis zur Vermittelung lohnender Arbeit für solche vorerst möglich wäre, immerhin ein Ziel, das sich der Verein zu erreichen vorstecken müsse; ferner auf die für den Kreis Darmstadt ins Leben getretene Natural verpflegungsstation für mittellose Durchreisende, womit eine Arbeitsnachwefsstelle verbunden ist, eine Einrichtung, die sich auch für andere Städte des Großherzogthums zur Nachahmung empfiehlt und die hoffentlich auch den diesseitigen Vereinspfleglingen zu gut kommen wird, wie nicht minder auf die in ihren Erfolgen gewiß höchst wohlthätige, inzwischen ins Leben getretene Anstalt der Arbeitercolonie zu Neu-Ulrichstein, in welcher die Vereins- pfleglinge aus dem ganzen Großherzogthum mit ihrer Zustimmung Unterkunft und Arbeit für die ersten Monate finden können und endlich auf die seit dem 15. Juni 1886 zu Darmstadt unter dem Protektorate Ihrer Groß herzoglichen Hoheit der Prinzessin Vietoria, Prinzessin Ludwig von Battenberg, eröffnete Herberge für weibliche Dienstboten, Ladnerinnen u s. w.(sogenannte Vietoria Herberge), in welche Mädchen, die vorübergehend stellenlos sind, Wohnung nebst Kost oder nur Wohnung erhalten, aufgenommen werden, eine Anstalt, die sehr geeignet er scheint, gedachte hilflose Mädchen von der Bahn der Un sittlichkeit und der Verbrechen abzuhalten. Diese Eröff nungen wurden von der Versammlung freudig begrüßt, zumal zu hoffen steht, daß durch diese menschenfreund lichen Anstalten den so bedauerlichen Rückfällen, sowie den Verbrechen überhaupt entgegen gewirkt werden. Sodann wles der Vorsitzende aus den Seite 2744 des Rechenschaftsberichts ersichtlichen statistischen Notizen nach, daß die Zahl der in den Strafanstalten detinirt gewesenen Personen, welche im Jahr 1881996 und im Jahr 1882 1956 betrug, im Jahr 1883 auf 1820 und im Jahr 1884 auf 1694 herabgegangen war, sich also nicht unbedeutend vermindert hat. Es erfolgte hiernächst die Vorlage des Verzeichnisses der in Gemäßheit des§. 16 der Statuten von den Vereinsmitgliedern selbst für die dreijährige Ver waltungsperiode von 1886- 1888 gewählten Bezirks ver einscommissions-Mitglieder und deren Ersatzmänner und sodann, auf Vorschlag des Präsidenten durch Acelamatfon, die Wiederwahl der seitherigen Ausschußmitglieder. Den in der vorigen Generalversammlung von dem inzwischen leider verstorbenen, um die Vereinszwecke höchst verdienten Major Kattrein gestellten Antrag anlangendder Unter stützungsverein möge seine Wirksamkeit auf die Reform des Gefängnißwesens ausdehnen, so wurde mit Rücksicht auf den von der Großherzoglichen Staatsregierung den Ständen inmittelst vorgelegten Gesetzesentwurf wegen Errichtung einer den heutigen Anforderungen entsprechen den Centralstrafanstalt beschlossen, denselben auf sich be ruhen zu lassen und hierbei der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Stände dem geplanten Werke ihre gedeihliche Mitwirkung nicht versagen werde. So dann wurde von der Versammlung der von dem Ver einsausschuß durchberathene und befürwortete Antrag: Es sei jedem Sträflinge, welcher die Vereinshülfe in Anspruch nehme, zur Bedingung zu machen, daß er sich sofort nach seiner Entlassung aus der Strafanstalt in die Heimath(worunter der Ort zu verstehen ist, an welchem derselbe zuletzt gewohnt und bezw. seinen Unterstützungs wohnsitz erworben hat) begeben müsse, soferne er auf Hülfe und Unterstützung des Vereins rechne, sowie, daß Pfleglinge, welche dieser Weisung nicht Folge leisten, alsbald aus dem Verein auszuwelsen und hservon die Beistände zu benachrichtigen seien, berathen und mit der Modifikatlon genehmigt, daß die Bestimmungen des Antrags nur die Regel bilden, aber auf solche Fälle keine Anwendung finden sollten, in welchen die Straf⸗ anstaltsverwaltungen es für zweckmäßig erachteten, den Pflegling aus besonderen Gründen an einen anderen Unterkunftsort z. B. die Arbeiterkolonie oder in eine sonstige Arbeitsstelle dirigiren zu lassen, daher beschlossen wurde, hinter die Worte... aus der Strafanstalt einzuschalten:insoweit nicht aus besonderen Gründen eine Verwelsung an einen anderen Ort zweckmäßig erscheint. Sodann gab Pfarrer Schlosser noch den Bedenken gegen die seiner Ansicht nach allzu bureaukratische Organisation und Geschäftsführung des Vereins Ausdruck mit dem Wunsche, daß die persönliche Thätigkeit und Mitwirkung der Vereinsmitglieder bei den Vereinsgeschäften und der Sorge für die Pfleglinge mehr als seither begünstigt und statuirt werde. Es wurde allseitig anerkannt, daß eine regere Bethetligung der Vereinsmitglieder an den Zwecken des Vereins zwar sehr erwünscht und zu er⸗ streben wäre, dagegen bedenklich erscheine, eine Aenderung

der Statuten zu diesem Zwecke zu befürworten, nachdem

ountumt. Viele ver ähnlichen Bereine in wie außerhelb f fat, Deutschlands nennen sich daher ausdrücklich Unterstütze

Familien. Von den Ende 1883 vorhandenen 1140 Pfleg- lingen des Vereins waren, nach Abzug der während der

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