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1886.
Famstag den 6. November.
M 31.
Oberhessischer A
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
nzeiger.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Annoncen: die einspaltige 1 81 5 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise
11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.
Annoncen von
auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Den Verein für das Großherzogthum Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden zur
Beschäftigung Arbeitsloser.
Friedberg den 3. November 1886.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. . 8 diesbezüglichen Ersuchen des Vorstandes des Vereins für das Großherzogthum Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden zur e e. 5 5 e mit nächster Post den Rechenschaftsbericht über das erste Verwaltungsjahr der Arbeiter—
olonie Neu⸗Ulrichstein in je vemplar zur Keunntnißnahme und mit der Einlad h d t des g i. vorigen a eee e e 8 in er Einladung zugehen, den Inhalt desselben Ihren Gemeindeange a ir geben hierbei zugleich dem Wunsche Ausdruck, daß Sie darauf hinwirken wollen, ein reges Interesse für den wohlthätigen Zweck dieses Vereins zu erwecken und dem Vereine, dessen Wirksamkeit wesentlich durch die Wohlthätigkeit der Bevölkerung bedingt ist, e
Mitglieder beizuführen.
jährlichen Beitrags von mindestens 3 Mark verpflichtet.
ebenfalls mit Dank entgegengenommen.
Nach F. 5 der Vereinsstatuten wird Jeder stimmberechtigtes Mitglied des Vereins, welcher sich zur Zahlung eines Einmalige Gaben oder auch geringere Jahresbeiträge werden indessen selbstverständlich
Dr. Braden.
Die nächste Lehrer-Bezirksconferenz im Kreise Friedberg, zu welcher ich hiermit die Herren Lehrer einlade, soll stattfii der festgestellten Tagesordnung: 1. für den Bezirk Vilbel, Mittwoch 12 10. b. Mis. 0 1„ 2. für den Bezirk Butzbach, Samstag den 13. d. Mts. zu Butzbach, 3. für den Bezirk Friedberg, Dienstag den 16. d. Mts. zu Friedberg. Jede Conferenz beginnt um 9½ Uhr mit einem Probeunterricht in der Schule.
Friedberg den 5. November 1886.
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Bekanntmachung.
Schmidt, Schulrath.
Die zu Martini l. J. fällig werdenden Zeitpacht-, Gras- und Holzgelder, Grundbuchs- und Parzellenvermessungskosten, Recognitionsgebühren und Befträge zu
den Forstdienerbesoldungen sind an das unterzeichnete Rentamt an den festgesetzten Zahltagen Dienstags und Donnerstags, Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmit⸗ tags von 2 bis 5 Uhr, sowie Mittwochs, Freitags und Samstags, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, längstens bis zum 25. November l. J. zu entrichten, gegenfalls das Beitrelbungsverfahren eintritt. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien werden ersucht, dies im Interesse ihrer Ortsangehörigen durch die Schelle bekannt machen zu lassen.
Friedberg den 4. November 1886.
Großherzogliches Rentamt Friedberg. Stoltz.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Großherzog und Prinz Franz Joseph von Battenberg verabschiedeten sich am Freitag von der Königin Viktoria in Balmoral und begaben sich nach London, von
wo sie demnächst die Rückreise nach Darmstadt
antreten, nachdem sie dem Prinzen und der Prin— zessin von Wales in Sandringham einen Besuch abgestattet haben werden.
— Der Forstinspektor Preuschen in Bess— ungen wurde auf Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste, in den Ruhestand versetzt.
München. Wie neuerdings verlautet, sollte der Besuch des Prinzregenten in Berlin von der Anwesenheit der Kaiserin Augusta abhängig sein. Die Kaiserin bat nämlich durch den Fürsten Hohenlohe den Wunsch hierher gelangen lassen, den Prinzregenten Luitpold als Gast bei sich in der deutschen Reichshauptstadt empfangen zu können. Nun wird angenommen, daß die An— wesenheit des Prinzregenten in Berlin in den Anfang des Dezembers fallen wird.
Berlin, 4. Nov. Der Bundesrath berieth heute über die Vorlage, betreffend die Auspräg— ung der Zwanzigpfennig⸗Nickelmünzen und über den Gesetzentwurf wegen Abänderung des Ge⸗ richtskostengesetzes, namentlich der Gebühren— ordnung der Rechtsanwälte.
— Der„Reichs anz.“ verkündigt die landes— herrliche Anerkennung des zum Bischof von Limburg ernannten bisherigen Domdechanten Dr. Klein.
— Der Etat des Reichsschatzamts weist aus: Einnahmen 989,773 Mark, also um 789,705 Mark mehr als im Vorjahr; die fortdauernden Ausgaben des Gesammtbudgets 153,404,386 Mark, also um 2,130,280 Mark weniger als im Vorjahr; einmalige Ausgaben für den Kalserpalast in Straßburg und für den Zollan⸗ schluß von Hamburg und Bremen: 7,400,000 M.; zur Ueberweisung an die Bundesstaaten aus den Erträgen der Zölle und der Tabakssteuer sollen 129,083,000 Mark, aus den Stempelabgaben 19,684,000 M. gelangen, und zwar an Preußen 83,716,280 M., Bayern 17,380,720 M., Sachsen
9,777,040 M., Wuͤrttemberg 6,482,670 Mark, Baden 5,164,290 und Hessen 3,079,460 Mark. Die dem neuen Marineetat beigegebene Denk— schrift legt die Nothwendigkeit erweiterter Be— schaffung von Torpedobooten und größerer ge— panzerter Kanonenboote zum Schutze der Fluß— mündungen dar. Für die Elbe würden 6, fur die andern Küstenplätze 4 Kanonenboste, jedes zu 3½ Million Mark, nothwendig sein. Für die nächsten 5 Jahre seien 15 Offiziere und 300 Mann mehr einzustellen. Die zukünftige zur Erhaltung des Bestandes der Kriegsschiffe nöthige Summe wird jährlich nicht unter 10 Million betragen. Der Verwaltungsetat der Eisenbahnen weist in den Gesammteinnahmen 45,237,800 M., also 2,153,900 M. weniger als im Vorjahr auf. Der weitaus größte Theil dieser Mindereinnahmen entfällt auf den Güter— verkehr. Die Gesammt-Ausgaben betragen: 28,541,200 M. fortlaufende, 592,000 M. ein— malige. Der Ueberschuß wird veranschlagt auf 16,696,600 M., also 1,150,800 M. weniger als 1886/87.
— Der Unterstaatsseeretär Jacobi wurde unter Verleihung des Charakters eines Wirkl. Geh. Raths zum Staatssecretär im Reichs— schatzamt ernannt.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Das den Delegationen vorgelegte gemeinsame Budget pro 1887 beziffert das Gesammt-Nettoerforderniß auf 130,697,646 fl. Hiervon die mit 18,642,206 fl. präliminirten Zollüberschüsse abgerechnet, bleibt ein Erforderniß von 102,055,440 fl.; darunter figurirt das Kriegsbudget mit 3,987,838 fl. (Ordinarium 97,500,759 fl. Plus 1,275,791 75 und Extra-Ordinarium 5,984,850 fl., Plus een
Brüssel, 4. Nov. Infolge der drohenden Haltung der streikenden Kohlengräber in Jumet, welche sich anschickten, gegen die großen Kohlen— bergwerke von Roux sich in Bewegung zu setzen, mußte nach dem Fr. J. schleunigst militärische Hilfe beansprucht werden.
Großbritannien. London, 2. Nov. Der gestrige Cabinetsrath, der erste seit der Vertag-⸗ ung des Parlaments, nahm beträchtliche Zeit in Anspruch. Wohl den Hauptgegenstand der Erörterung bildete die neueste Phase der egyp— tischen Frage, betreffs welcher die Regierung an— geblich beruhigende Versicherungen aus Peters— burg erhalten haben soll. Betreffs der Lage in Irland war der irische Obersecretär im Stande, einen günstigen Bericht zu erstatten. Verbrechen und argrarische Ausschreitungen haben sich im Laufe der letzten wenigen Wochen wesentlich ver— mindert. Falls die Zustände auf der Insel sich nicht plötzlich verschlechtern, wird eine außer— ordentliche Parlamentssession nicht nothwendig sein und das Parlament erst Ende Januar für seine regelmäßige Session zusammentreten. Was die Stellung Englands zur bulgarischen Krisis anlangt, so wurde der frühere Enschluß der Re— gierung, aus ihrer bisherigen reservirten Halt— ung nicht hinauszutreten, aufrecht rehalten.
— Die Polizei gab ganz bestimmte Befehle, dahingehend, jeden Aufzug oder großere Ansamm⸗ lung, ausgenommen die Lordmayors-Procession am 9. November, in den Straßen zu verhindern. Alle Ladenbesitzer wurden angewiesen, die Laͤden zu schließen und die Fenster, falls keine Fenster— laden angebracht sind, durch Bretter zu schützen.
Bulgarien. Sofia. Der russische Consul in Varna hat die letzte Forderung Kaulbars zur Kenntniß der Behoͤrden gebracht und hinzugefügt, daß bei Nichterfüllung die russischen Schiffe Varna bombardiren würden. Die Regierung beabsich— tigt an die Signatarmächte eine Deputation wegen der Fürstenwahl zu entsenden.
— Mehr als 100 russische Matrosen sind in Varna gelandet. Am Sonnabend marschirte eine Abtheilung derselben, geführt von dem Kawassen des russischen Consulats, nach dem Gefängnisse und rief den Insassen zu, daß sie in drei Tagen frei sein würden. Die Gen— darmen fürchteten sich, einzuschreiten, da sie Be— fehl haben, russische Unterthanen nicht anzu— rühren. Aus Rustschuk geht dem„N. W. Abendbl.“
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