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Dienstag den 6. Zuli.
1 78.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
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Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Annoncen: die einspaltige e 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., oweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist,
auswärtigen Einsendern
Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf
Annoncen von werden stets per Post nachgenommen.
Betreffend: Remunertrung des Feldschutzpersonals.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzogli Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung unserer Verfügung kubricirten Betreffs vom — noch im Rückstande sind, werden hieran erinnert mit Frist von 3 Tagen.
Amtlicher Theil. chen
Friedberg den 2. Juli 1886.
Bürgermeistereien des Kreises. 7. Juni l. Js.— Amtsblatt ohne Nr. Dr. Braden.
Deutsches Reich. Darmstadt. Professoren an
der technischen Hochschule zu
verliehen, dem Direktor der technischen Hoch—
schule Dr. Schmitt und den ordent. Professoren
an derselben Hochschule Baurath Sonne und Wagner der Charakter als„Geheimer Baurath“ und dem Privat⸗Docenten an dieser Hochschule, Dr. Adamy der Charakter als„Professor“ ver⸗ liehen, der Finanzaccessist Dr. Würth aus Darm— stadt zum Steuerassessor ernannt, der Gerichts— schreiber-Asp. Molter zu Langen zum Hülfs— gerichtsschreiber in Groß-Gerau ernannt.
— Postpersonalnachrichten. Versetzt sind:
der Postsekretär Zeisberg von Darmstadt nach
Straßburg, der Postsekretär Kunzendorf von Friedberg nach Darmstadt, der Postverwalter
Bangert von Groß-Gerau nach Ober-Jugelheim,
Artikel 22, 23 und 24 des Gesetzes vom 30. Juni l.
—
der Postassistent Conrad von Heppenheim nach Mainz. Gestorben ist der Postverwalter Grau⸗ lich in Wörrstadt.
— Das Regierungsblatt Nr. 45 enthält:
1. Gesetz, das Civildiener Wittwen Institut betreffend.
11. Bekanntmachung, das Civildiener-Wittwen-In—
stitut betr.
111. und Iv. Bekanntmachung, die Ausführung der N
über das Cividiener-Wittwen-Institut betr.*
Berlin, 2. Juli. Es gilt als sicher, daß Kaiser Franz Josef dem Kaiser Wilhelm etwa Mitte Juli einen Besuch in Gastein abstatten werde. Ebenso begibt sich Fürst Bismarck Ende Juli dorthin, woselbst er eine Zusammenkunft mit dem auswärtigen Minister von Oesterreich— Ungarn, Grafen Kalnoky, haben wird. Der Kaiser wird am 10. Juli von Ems nach der Mainau reisen. Der Aufenthalt daselbst wird nicht ganz acht Tage währen. Auf der Reise nach Gastein wird der Kaiser in München Auf— enthalt nehmen, um dem Prinz Regenten von Bayern einen Besuch abzustatten. Die Ankunft in Gastein wird alsdann erst nach dem 18. Juli erfolgen. Prinz Wilhelm, der bekanntlich zur Kur in Reichenhall weilt, wird nach einer Wiener Meldung der„Post“ demnächst einen Besuch des Kronprinzen Rudolf von Oesterreich erhalten.
Beitrags von
— 2. Juli. Der Bundesrath beschloß, bei der ablehnenden Haltung eines großen Theiles der Industrie gegenüber der Berliner Ausstell⸗ ung im Jahre 1888, von der Gewährung des drei Millionen abzusehen.
— 3. Juli. Fürst und die Fürstin Bismarck
sind heute nach Kissingen abgereist.
Kiel. S. M. Kanonenboot„Iltis“, Com—
mandant Capitän-Lieutenant Hofmeier, ist am
in Port Said eingetroffen und beab— sichtigt am 7. d. M. wieder in See zu gehen.
Ems, 3. Juli. Der Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin sind gestern hier eingetroffen und im Kurhaus abge— stiegen. Ebenso ist der deutsche Botschafter Graf Hatzfeld heute aus London hier eingetroffen.
Homburg v. d. H. Die Kaiserin von
1. Juli c.
Darmstadt Werner, Dr. Dippel und Dr. Staedel st das Ritterkreuz 1. Klasse des Philipps-Ordens Demission eingereicht.
Deutschland wird zu einem mehrwöchentlichen
Es wurde: den ordentlichen Kurgebrauch hier eintreffen.
München, 2. Juli. Das„Fremdenblatt“ heilt mit, das Cabinet Lutz habe gestern seine
Ausland. Belgien. Brüssel. Der Norddeutsche Lloyd schloß mit der Kopenhagener Schifffahrts—
Compagnie einen Vertrag ab, wonach die letztere fortan die doppelte Anzahl Schiffe in Antwerpen anhalten läßt.
Mons, 2. Juli. Die Streikenden nahmen in drei Kohlenbergwerken die Arbeit wieder auf.
Frankreich. Paris. Der radicale Kriegs— minister Frankreichs, General Boulanger, hat eine Niederlage erlitten, die seinen Sturz zur Folge haben dürfte. Die Demission des Generals Saussier, des Gouverneurs von Paris, wurde vom Ministerrathe nicht genehmigt und Bou— langer mußte sich dazu bequemen, dem General einen Brief zu schreiben, in welchem er ihn um sein Verbleiben auf seinem Posten bittet. General Saussier antwortete dem Kriegsminster, er sei bereit, auf seinem Posten als Gouverneur von Paris zu verbleiben. Diese Schlappe ist für Boulanger um so empfindlicher, als Saussier als Grund seines Entlassungsgesuchs direct eine Maßregel des Kriegsministers, die Versetzung des Generalstabschefs Boussenard angegeben hatte.
Die Demissionsgesuche höherer franzö— sischer Beamter in Folge der Prinzen-Ausweisung mehren sich.
Spanien. Madrid, 3. Juli. Die Depu— tirtenkammer hat nach einer sehr erregten De— batte, in welcher der Ministerpräsident Sagasta die Republikaner als Feinde des Vaterlandes bezeichnete, die Adresse an die Königin mit 233 gegen 58 Stimmen angenommen.
Italien. Rom, 2. Juli. In der Kammer interpellirte Costa die Regierung über die Ver⸗ haftungen in Mailand, welche er als wüllkürlich und ungerecht bezeichnete. Minister-Präsident Depretis antwortete: Die Socialisten Mailands haben aufrührerische Ziele verfolgt; es galt, die gesellschaftliche Ordnung zu vertheidigen, und er habe es mit aller Entschiedenheit gethan.
Türkei. Konstantinopel, 3. Juli. Die Pforte ersuchte in Sofia um Aufklärung über gewisse Stellen der Thronrede, sowie der Antwort der Sobranje, welche mit dem tüͤrkisch-bulgarischen Abkommen nicht in Einklang standen.
3. Juli. In Skutari werden viele politische Gefangene erwartet, welche angeklagt sind, in Mittel- Albanien eine revolutionäre Bewegung zu Gunsten Griechenlands vorbereitet zu haben. Dieselben sollen vor den türkischen Milltärgerichten abgeurtheilt werden. Rußland. Petersburg, 2. Juli. Botschafter in Constantinopel, Baron v. Nelidow, ist hier eingetroffen. Derselbe begibt sich, dem „Journal de St. Pet.“ zufolge in etwa zehn Tagen nach Constantinopel zurück.
Der
— Der Besuch des Fürsten von Montenegro in Wien rief anfangs in Petersburger politischen Kreisen einige Befürchtungen hervor, obgleich die Sympathien des Füͤrsten für Rußland nicht im geringsten angezweifelt wurden. In Cettinje beeilte man sich jedoch, alle diese Zweifel über die Reise zu zerstreuen. Von unterrichteter Seite werden nun wichtige Ereignisse auf der Balkanhalbinsel in Aussicht gestellt und auf die eifrig betriebenen militärischen Vorbereitungen in Montenegro ausmerksam gemacht.
— Aus Odessa läßt sich die„Daily News“ melden, es herrsche in den dortigen politischen Kreisen die Ansicht vor, daß die Wiedereröffnung der bulgarischen Frage nur eine Frage der Zeit sei, und daß dies vage angedeutet werde durch den Ton, den die offieiösen russischen Journale auschlagen. Diese Blätter behaupten, daß Fürst Alexander fortgesetzt ein politisches Verfahren einschlage, das in Kurzem zu Ver— wickelungen führen müsse.
Amerika. Newyork, 4. Juli. Das eng— lische Kriegsschiff„Terror“ hat abermals zwei amerikanische Fischerfahrzeuge bei Shelburne an der Küste von Neuschottland mit Beschlag belegt.
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. Die Volks wirthschaftslehre kennt im Wesentlichen vier Faktoren zum Emporkommen: An— dauernden Fleiß, Sparsamkeit, Erbschaft und ein guter Name, wovon insbesondere der Credit abhängt. Den zweiten wollten wir hier hervorheben: Die Sparsam⸗ keit, die vernünftige, die großen äußerlichen, wie inner— lichen Werth hat und zwar für den Einzelnen, der sie übt, wie für die Gesammtheit. Wir machen darum Alle, die es mit sich und Anderen wohlmeinen, auf die am Dienstag den 6. Jult, Abends 8 Uhr, auf Windeckers Felsenkeller stattfindende General Versammlung aufmerk⸗ sam, in welcher nicht nur die blesige Pfennigsparkasse Gegenstand der Besprechung sein wird, sondern auch anderes dahingehörige Wichtige, und laden die Sparer und Alle, welche die Tugend der Sparsamkett unter⸗ stützen, ein, die Versammlung recht zahlreich zu besuchen.
Marienschloß, 3. Juli. Gestern Abend erschoß sich hier der Direetor des Landeszuchthauses, Major Kattrein, der Erstürmer des Schlosses Chambord und Inhaber des eisernen Kreuzes erster Klasse. Derselbe war in Folge der im Krlege erhaltenen Wunden leidend und wird sich hieraus die Ursache des Selbstmordes erklären.
Gießen, 1. Juli. Schwurgericht. Den Schluß der diesmaligen Session bildete heute die Anklage gegen Toblas Kraft von Ober-Mockstadt, wegen Meineids. Die Zeugen konnten nichts Bestimmtes deponiren, und ver⸗ neinten daher die Geschworenen die gestellte Schuldfrage, worauf der Angeklagte von Strafe und Kosten freige— sprochen und der Staatskasse die Kosten des Verfahrens, sowie der Vertheidigung auferlegt wurden.
Darmstadt, 2. Juli. Wit dem gestrigen Tage nahm die Jubelfeier der technischen Hochschule zu Darm⸗ stadt ihren Anfang. Sie wurde eröffnet durch einen Fackelzug der Studirenden. Die von dem„Verein ehe— maliger Studirender“ im Ritsert'schen Saale Abends ver— anstaltete Vorfeler nahm einen sehr hübschen Verlauf. Eine große Menge von Festtheilnehmern versammelten sich in den geschmackvoll deeorirten Räumen zu fröhlichem Zusammensein. Der Festaet heute ist glänzend verlaufen. Der Großherzog, der Erbgroßherzog und die Prinzen Helnrich und Alexander beehrten denselben mit ibrem Vesuch. Die Festrede hielt Director Schmitt. Der Großherzog sprach in huldvollen Worten der Anstalt seine Sympathien aus. Die Landesuniversität, sowle eine Reihe von Vereinen und Corporationen gaben ihrem Glückwunsch durch Vertreter und in Adressen Ausdruck.


