An unsere Freunde.
Vierte Mittheilung des Erztlehungsverelns „Mathilden Stiftung“ zu Friedberg. Gegründet den 16. Mal 1865.
Im Jahre 1885 wurden 19 Pfleglinge aus unserer Stiftung entlassen. 9 haben wir bis zu ihrer vollen Erwerbsfähigkeit berangeblldet, dagegen wurden 4 den Eltern bezw. Vormündern zurückgegeben und 3 von der Gr. Walsen⸗Anstalt in Erziehung genommen. Einer ist, wie schon der vorige Bericht erwähnte, gestorben. Zwei confirmirte Knaben haben sich unserer weiteren Erziehung entzogen und sind zu ihren Eltern zurückgekehrt, welche sie zu diesem Schritt veranlaßt haben. Die Lehrlinge, welche in diesem Jahre ausgelernt haben, sind meistens in dem Geschäft ihrer seitherigen Meister thätig, nur Einer hat sein Schmiedehandwerk verlassen, da er hier nicht den gehofften Verdienst fand und sucht als land— wirthschaftlicher Arbeiter sein Brod zu verdienen.
Zwanzig neue Pfleglinge wurden 1885 aufgenommen. Aus Assenbeim 2, Bad-⸗Nauheim 1, Bönstadt 2, Dor—
Gegenwärtig werden 65 Knaben und 41 Mädchen unter 14 Jahren durch unsere Stiftung erzogen. 45 Knaben und 36 Mädchen sind in Familien und 20 Knaben und 5 Mädchen in Anstalten untergebracht. Bis auf ganz vereinzelte und theilweise leichte Erkrankungen sind unsere Kinder gesund geblieben. Von Selten der Herren Lehrer und Vorsteher der Anstalten haben 9, 9% recht gute, 42, 6% gute, 45, 1% ziemlich gute und 2, 4% ungenügende Zeugnisse erhalten. Von unseren Lehrlingen haben sich 12 gut und 6 ziemlich gut betragen. 4 haben in ihrem Geschäft besonders gute und 4 ztemlich gute Fortschritte gemacht. Zwei haben sich leider Ausschreit— ungen zu Schulden kommen lassen.
Nach Anordnung des Vorstandes der Stiftung werden über das Verhalten der von uns erzogenen Pfleglinge in den ersten 5 Jahren nach ihrer Entlassung aus der Anstalt, bis sie etwa das 22. Lebens jahr erreicht haben, nähere Erkundigungen bei den öffentlichen Behörden ein— gezogen. Selt dem Jahre 1880 sind von dem Vorstand 56 erwerbsfähig gewordene Pfleglinge entlassen worden. 5 davon haben sich durch besonders gutes Betragen aus—
heim 2, Groß Karben 1, Kirch-Göns 2, Nieder Flor gezelchnet und wurden von ihren Arbeitgebern und thell
stadt 1, Nieder Rosbach 1, Ober-Wöllstadt 2, Pohl— Göns 1 Rendel 1, Rödgen 2,
weise von der Mllitärbehörde als durchaus brave junge Rodhelm 1, Vilbel 1.] Männer bezeichnet.
33 haben sich gut betragen, dagegen
ließ bel 7 das Betragen zu wünschen übrig und 6 haben sich Ausschreitungen zu Schulden kommen lassen. Von 5(st der Aufenthaltsort unbekannt, aber ihre seltherige sittliche Führung war elne gute. Elner der Zöglinge, welcher vor 3 Jahren wegen eines Vergehens bestraft worden war, hat sich bemüht, seinen Fehler gut zu machen und arbeitet seit dieser Zelt mit Erfolg in seinem Geschäft. Dagegen hat ein Mädchen wegen Brand⸗ stiftung als Strafe 1 Jahr nnd 3 Monate Gefängniß bekommen.
Indem wir diese Nachrichten veröffentlichen, bitten wir die Freunde unserer Anstalt, uns ihre seitherige Theil⸗ nahme zu bewahren und uns neue Freunde, wo sie Ge⸗ legenheit dazu haben, zu erwerben. Die Noth unserer Kinder, die wir aus den zerrüttetsten Familienserhältnissen herausnehmen, ist in den meisten Fällen eine ungemein große. Wenn wir in diesen armen Kindern auch nur das Bewußtsein erwecken, daß sie freundliche Nächstenliebe in ihrer Jugend gefunden haben, so haben sie schon da— durch einen reichen Segen empfangen, der ithnen in ihrem späteren Leben Trost und Halt gewähren kann.
N Frledberg den 1. April 1886. l Für den Vorstand: g Meyer, Decan.
Versteigerung.
Mittwoch den 7. April, Vormittags 10 Uhr, läßt Unterzeichnete wegen Aufgabe ihrer Oekonomie Noch— folgendes versteigern:
1 Kuh,
1 Rind(trächtig),
1 vollständigen Wagen,
mehrere Pflüge,
1 Egge,
1 Walze,
1 Häckselmaschine,
1 Dickwurzmühle,
1 Schrotmühle,
eirea 40 Centner Heu,
30 Centner Grummet,
200 Centner Dickwurz,
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sowie sonstige Oekonomiegeräthschaften.
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II. Donnerstag den 15. April d. J. in Hanswagner, Salzleck, Krautekopf): Buchen:
Klefern: 40
Homburg den 2. April 1886. 1427
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4000 5
*
dem Schutzbezirk Feldberg, in den untereren Distrikten(Stollenloch,
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10„ Lärchen-Knüppelreis.
Zusammenkunft Vormittags 10 ühr auf der Chaussee an der Grenze des Niederurseler Waldes.
Der Koͤnigliche Oberförster ebe. v. Sent
Grüßeres Heconomiegut 1436 in der Wetterau,
ca. 60 Morgen Land, worunter 20 Morgen Wiesen, ist unter guͤnstigen Bedingungen zu verkaufen. Die Wirth⸗ schaftsgebäude, bestehend aus einem 2 flöck. Wohnhaus m. Waschhaus, geräumiger Scheune nebst Stallungen, fast neu und in bestem Zustande sind von einem eirea 1½ Morgen großen Hausgarten umgeben.
Näheres auf Anfragen sub v. V. 857 durch Haasen⸗ stein& Vogler, Fraufurt a. M.(H. 61649.)
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1426 Von einer älteren, renommirten Ver⸗ sicherungs⸗Gesellschaft, welche das Lebens-, Unfall⸗ und Transport⸗Versicherungs⸗Geschäft betreibt, wird ein tüchtiger Agent oder Acquisiteur gegen gute Pro⸗ vistonsvergütung für den dortigen Platz gesucht. Es wollen sich nur Bewerber melden, welche den ernsten Willen haben, in den gedachten Versicherungsbranchen energisch thätig zu sein, unter Chiffre B. I. 36 an die Central⸗Annoncen⸗Expeditton von 6. L. Daude& Co. in Frankfurt a. M.(7213.)
5 8 5 Schneidergesellen, einen tuͤchtigen, sucht 1469 Bad⸗ Nauheim. Jean Folter.
P Danksagung.
1451 Fur die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei der Beerdigung unserer Mutter Natie Valentin,
sowie für dle zahlreiche Blumenspende sagen innigsten Dank. Friedberg. Die trauernden Hinterbliebenen.
Danksagung.
1464 Fuͤr die vielen Beweise freundschaftlicher Thell— nahme bei dem Hinschelden und der Beerdigung unserer
unvergeßlichen 5. Lina Pfeiffer
sagen wir hiermit herzlichen Dank. Friedberg. Die trauernden Hinterbllebenen. 0


