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Duͤngung, über Anlage von Formbäumen an Mauern und Wänden, dann über die Feinde des Obstaues, be sonders die Blutlaus, deren große Schädlichkeit und über die Mittel zur Vertilgung. Natürliche Feinde der Baum schädlinge sind: die Florfliege,(ein Exemplar wurde vorgezeigt), die Spinnen und unsere inseetenfressenden Singvögel, darum: Schutz den Vögeln, unseren natür lichen Freunden! Das Verbinden oder Anstreichen der Bäume gegen Hasenfraß und die Zeit der Ernte Warnung vor zu früher gewaltsamer Aberntung bildeten den Schluß des technischen Theiles des Vortrages. Es felgte sodann ein kurzer Rückblick über die Geschichte des Obstvaues. Der Vortrag wurde durch die mitge brachten Muster, Werkzeuge und die vorgenommenen Demonstrationen an Wildlingen wesentlich unterstützt. Redner knüpfte zum Schlusse an die Hoffnung, wieder einmal das Interesse für Obstbau angeregt zu haben, das Versprechen, noch öfter in unseren landw. Versamm lungen zu erscheinen, um dadurch eine regere Wechsel beziehung zwischen den Landwirthen des Kreises und der Acker bauschule anzubabhnen und hierdurch eine bessere Theilnabme an den Lehrkursen zu erzielen. Ein allge meinesBravo bekundete die Zufriedenheit der An⸗ wesenden mit dem bochinteressanten Vortrag. Der Vor sitzende eröffnete nun die Diseussion über denselben. Oberlehrer Schmalenbach zu Vilbel war der Ansicht, daß in der Volks- und Fortbildungsschule Vieles ge schehen könnte, um die so wichtige Benennung der Obst⸗ sorten zu fördern, besonders, wenn man über so schöne Muster verfügen könne und knüpfte noch daran einige Bemerkungen über Aufzucht der Wildlinge und das Be⸗ schneiden der Bäume in der Baumschule, damit der Käufer von versetzbaren Bäumen nicht durch verkehrten Schnitt Schaden nähme. Lehrer Hannemann glaubte das Interesse und Verständniß der Volksschullehrer für Obst dau besonders durch Theilnabme an einem Obstbaueursus, etwa in der nahegelegenen Anstalt zu Geisenheim wesent lich und mit geringen Kosten fördern zu können und schloß sich den übrigen Aus führungen des Vorredners an. Es wurde nun der Vorschlag gemacht, im nächsten Herbste eine Obst-Ausstellung(nur Kernobst) in der Section Vilbel zu veranstalten, wobei außer mehreren Exemplaren jeder Sorte schriftliche Mittheilungen über Standort, Form, Tragbarkeit und etwaige Krankheiten der Bäume gemacht würden. Mit diesem allgemein an genommenen Vorschlage war der erste Theil der Tages- ordnung genügend erschöpft. Der zweite Theil derselben über Ort und Zeit für die im Frübjahre stattfindende Prämitrung wurde dahin erledigt, daß als Ort der Selzerbrunnen und als Zeit die zweite Woche des Monats Mai bestimmt wurde. In die Prämiirungs Commission wurden gewählt: Kreistbierarzt Gebb zu Friedberg, Pachter Fendt zu Ober⸗Erlenbach, Pachter Leonhardt zu Okarben und Oekonom Ruppel zu Kloppen heim. Oberlehrer Schmalenbach zu Vilbel wünschte, daß mit dieser Rindvieb-Ausstellung auch eine Bienen-Aus⸗ stellung verbunden werde. Dies mußte jedoch in An betracht mangelnder Mittel abgelehnt werden. Zum Schlusse machte der Vorsitzende noch die Mittbellnng, daß er von verschiedenen Mitgliedern ersucht worden set, landw. Versammlungen abzuhalten, um die von Großh. Regierung dem Landtage zur Berathung unterbreiteten Verbesserungen zu dem Consolidationsgesetze, jetzt Feld bereinigungsgesetz benannt, einer Besprechung zu unter⸗ ziehen, um auf Grund derselben, sowohl der Reglerung, wie auch den Land ständen, die Ansichten der Landwirthe zu vermitteln und stellte die Anfrage, ob die Anwesenden

solche Versammlungen für zweckmäßig erachteten. E

wurde hierauf der Wunsch ausgesprochen, eine Versamm lung auf dem Selzerbrunnen zur zründlichen Erörterung dieser Frage abzuhalten und ebenso auf Wunsch auch an anderen Orten.

e. Helden bergen. Wie wir bören, wäre Decan Brentano von bier für den Mainzer Bischofsstuhl in Aussicht genommen. So sehr wir uns auf der einen Seite freuen würden, wenn sich dieses Gerücht bewahr heiten sollte, so sehr würden wir seinen Weggang von hier bedauern. Seine Gelehrsamkeit und sein unentwegtes Festhalten, an dem, was er als Recht erkannt, auf der einen Seite, seine Milde, Toleranz, Leutseligkeit und sprüchwörtliche Freundlichkeit auf der anderen Seite, lassen ihn allerdings für den schwierigen und verantwort⸗

die Hinrichtung des wegen Mords verurthellten Herbst

statt, nachdem Staatsanwalt Ewald das Erkenntniß und die Allerhöchste Erklärung verlesen, daß von dem Be gnadigungs recht kein Gebrauch gemacht werde.

Allerlei. b. Berlin. Die deutschen Behörden und namentlich das Auswärtige Amt in Berlin erhalten aus den ver schtedensten Theilen des Reichs und auch aus dem Aus lande fortgesetzt zahlreiche Gesuche um Anstellung, Ver wendung und Ansiedelung in den unter deutschem Schutze stehenden überseelschen Gebleten, um kostenfrete Beförder ung nach denselben, um Zulassung zum Militärdtenst da selbst, sowle um Belehrung und Auskunftsertheilung über die dortigen Verhältnisse. Es ist daher wiederholt da rauf aufmerksam zu machen, daß das Reich Stellen in den Schutzgebieten nicht mehr zu vergeden hat und daß Unterstützungen an Auswanderer um so wenkger gewährt werden können, als überhaupt nicht die Absicht besteht, eine Auswanderung nach jenen Gebieten zu lenken. Auch steht in den Kolonien kein Militär und bietet sich da her auch keine Gelegenheit, daselbst der Militärpflicht zu genügen. Die Behörden befinden sich somit nicht in der Lage, den Gesuchen der erwähnten Art irgend welche Folge zu geben und können sich auch nicht auf eine Korrespondenz mit den zahlreichen Gesuchstellern einlassen.

Landau, l. März. Die beiden Mörder der Pfand verleiherin, Wittwe Schopp, in Düsseldorf sind in der Nähe von Offenbach am Glan verhaftet worden. Sie boten einem Bauern in einem Steinbruch bei Medard aus ihrem Raube herrührende Gold- und Sülbersachen zum Verkaufe an; dieser machte einem Schumann Mit⸗ thetlung. Es gelang demselben mit Hilfe eines Kame raden aus Lauterecken, die Mörder dingfest zu machen und sie nach Grumbach zu führen.

Köln, 2. März. Der Zug, welcher heute früh 5 Uhr 25 Min. von Frankfurt kommend hier eintreffen sollte, blieb an der Pantaleonsweiche im Schnee stecken. Die Passagtere sind gegen 7 Uhr mit einem Hülfszuge nach dem Centralbahnbof befördert worden. Der um 7 Uhr 40 Min. fällige Zug erlitt große Verspätung.

Paderborn. Der im Dienst des Grafen v. Wrede stehende Förster Julius Krahe wurde am Abend des 27. September v. Is. von einem Wilderer erschossen, und zwar an derselben Stelle, an welcher vor Jahres frist schon einmal zwei Föͤrster erschossen worden sind. Der Verdacht, der Urbeber des Krahe'schen Mordes zu sein, lenkte sich auf den Steinhauer Bernhard Vozt in Kleinenberg. Derselbe wurde alsbald flüchtig, der Staat setzte auf seine Habhaftwerdung 300 Mk. Belohn⸗ ung. Durch einen Zufall ist Vogt in Liverpool kurz vor Abgang eines Dampfers nach Amerika entdeckt und verhaftet worden. Auf Vermittelung des deutschen Bot schafters ist Vogt ausgeliefert worden.

Bremen, 2. März. Bei dem eingetretenen Schnee wetter ist der Betrieb auf mehreren Bahnen vollständig gestört. Nach Köln ist keine direkte Verbindung mehr, der letzte Zug von dort ist heute Morgen 6 Uhr ber angekommen; auch nach Hamburg ist die Verbindung unterbrochen, dagegen ist vorläufig die Linie Hannover noch frei und so welt möglich werden die Posten nach Köln und Hamburg über Hannover befördert.

Kopenhagen, 2. März. Die Dampfschifffahrt zwischen Korsör und Kiel ist vorläufig eingestellt.

Paris. Nach einer Meldung desCri du Peuple gibt es gegenwärtig in Paris über 200,000 Brodlose, welche der Armen verwaltung zum großen Theil zur Last fallen.

Riga. In dem ganzen Ostseegebiete herrscht strenge Kälte. Die Rhede von Riga ist stundenweit mit starkem Eis bedeckt und aus Gothenburg wird demHamb. C. von gestern gemeldet, daß die Schifffahrt in den Scheeren und Buchten längs der Westküste Schwedens geschlossen ist. Das Hafengebiet von Gothenburg wird mittelst Efs brechers offen gehalten.

New⸗Nork, 1. März. Der Orkan, welcher seit Donnerstag die östlichen und mittleren Staaten heimge sucht hat, kam von Nordwesten und die Schnelligkeit des selben betrug 75 Km., in New Vork sogar 126 Km. die Stunde. Viele Gebäude wurden entdacht und der tele graphische Verkehr ist allgemein unterbrochen. Die hier zum Auslaufen fertigen Dampfer wurden durch den Sturm zurückgehalten und sind erst heute in See gegangen.

lichen Posten als die geeignetste Persönlichkeit erschesnen.

Malnz, 4. März. Heute früh um ½7 Uhr fand in Anwesenbeit der kommittirten Mitglieder des Gerichts und einer Anzahl mit Einlaßkarten versehener Personen

Handel und Verkehr.

Butzbach, 3. März. Wochenmarkt. Butter kostete pr. Pfd.

M. 0.851., Käse pr. Pfd. 4546 Pf., Eier! Stück 6 Pf.

Frankfurt, 3. Marz. Wochen Markt. Bukter 1. Qual. im Ctr. M. 90, 2. Qual. M. 85, im Pfd. M. 1. 101.40, Eier das Hundert M. 4.50 6, stalte⸗

nische M 7, das Slück frische Eier 67 Pf. Kartoffeln

das Gescheid 68 Pf., das Malter M. 4 5.50,

Spargeln das Pfd. M. 4, franz. Bohnen das Pfd.

M. 1.502, Weißkraut 50 Kilo M. 56, Blumenkohl 100 Stück M. 30, im Detall 3060 Pf., Rüben der Ctr. M. 67, franz. Kopfsalat 20 Pf., Endivien 25 Pf., neuer Lattig 40 Pf., Zwiebeln die 50 Kilo M. 5-6, das Gescheid 1520 Pf. Fleischpreise bis auf Ochsen fleisch, welches im Pfd. um 5 Pf. abschlug und nun 65 Pf. kostet, unverändert. Geflügel: 1 Hahn 70 Pf, bis M. 1.80, 1 Huhn M. 12.20, Poularde M. 3, Capaun M. 33.50, Taube 4060 Pf., Ente M. 3, Welsche M. 5 12.

Fankfurt, 4. März. Fruchtbericht. Hiesiges Welzen⸗ mehl Nr. 0 M. 31.00 32.50, Nr. 1 M. 26.00 27.50, Nr. 2 M. 24 25.50, Nr. 3 M. 22 23.50, Nr. 4 M. 16 17.50, Nr. 5 M. 15 16.50, Milchbrod⸗ und Brodmehl im Verband M. 4952, Roggenmehl 0/ ab Berlin M. 18.5019.50, Null allein M. 1.50 darüber, schwarze Sorten kein Handel, Roggenkleie M. 4.50 4.75, Wetzenkleie M. 4.25 4.50.(Die Preise verstehen sich bei Abnahme von mindestens 200 Ctr.) Rüböl im Detail M. 51.

Frankfurt, 4. März. Auf dem heutigen Kälber markt waren 339 Kälber, darunter wunderschön schwere Simmenthaler Race, angefahren und kostete das Pfd. je nach Qual. 4562 Pf. Außerdem standen noch 40 Ochsen zum Verkauf zu 5564 M. der Centner Schlachtgewicht.

Für unsere Volksküche sind seit dem 27. Februar d. J. folgende Gaben einge gangen, welche mit dem tiefgefuͤhltesten Dank bescheinigt werden: von Domänerath Stoltz 5 M., Ungenannt 10 M., Karl Staubi, Stadtrath Waas, Georg Magnus je 1 Korb- Nartoffeln, N. N. 1 Korb Kartoffeln, Fr. B. 1 Korb Kartoffeln, Verwalter Lüdke Grünes und Zwiebeln, Bei⸗ geordneter Reuß 31 Wecke, G. E. Hanstein 15 Pfund Fett, zweite Gabe, Karl Müller, Stadtrath Koob je Korb Kartoffeln, Kaufmann Groß 22 Pfund Erbsen und 1 Korb Kartoffeln, D. S. 3 M., Ungenannt zweite Gabe 3 M., Heidt zweite Gabe 2 M., vom Hülfsverein 20 M., ein Freund der Armen 20 M., dritte Gabe, Fabrikant Roßbach 5 M., zweite Gabe, Uhrmacher Hanau zweite Gabe 2 M., Prof. Thurn vierte Gabe 2 M., Forstmeister Herpel 10 M., N. N. 1 Sack Kartoffeln, Kaufmann Bernbeck 10 Pfund Erbsen, Dr. Kös. zweite Gabe 10 M. Friedberg den 4. März 1886. Für die Armen-Commission: Meyer, Pfarrer.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. Estomihi.

Pfarramtswoche Herr Kirchenrath Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags Uhr: Herr Candidat Götz. Gottesdienst in der Burgkirche.

Vormittags Uhr: Herr Prof. Dr. Köstlin. Abends Uhr: Herr Prof. Dr. Diegel.

stcatholische Hemeinde. Samstag 4 Uhr: Beicht. Am Sonntag: Großes Gebet. Eröffnung desselben um 7 Uhr, darauf gleich Austheilung der hl. Communion. 10 Uhr: Heil. Messe. 4 5 Uhr: Letzte Betstunde. in der Kirche und Te Deum.

Israelitische Gemeinde. Sonntag den 7. sowie Montaz den 8. März: Neumond Adar II. Beginn:

Samstag Abends 6 Uhr 30 Min. Sonntag Morgens 6 Uhr 30 Min. Sonntaß Nachmittags 5 Uhr. Montag Morgens 6 Uhr 30 Min. Montag Nachmittags 5/5 Uhr.

984 Der köstl. u. gesündeste Erfrischungstrank ist kohlen; saures Wasser mit/ Magenbehagen v. Widtfeldt in Aachen

Konkurs-Verfahren

In dem Konkursverfahren über das Vermögen der FirmaSchwalheimer Brunnen, InhaberinM. Schimmelbusch, und der gedachten Inhaberin Minna Schimmelbusch, Ehefrau des Alfred Schimmelbusch auf dem Schwalheimer Brunnen bei Schwalheim, ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Er hebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Vertheilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nscht verwerthbaren Vermögensstücke der Schlußtermin auf Mittwoch den 31. März 1886, Vormittags 10 Uhr, vor dem Großherzogl. Amtsgericht hierselbst bestimmt.

Bad⸗ Nauheim den 2. März 1886.

Schütz,

Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts.

Ein wachsamer Hofhund, zugleich Zughund, ist billig zu verkaufen. Bad⸗Nauheim, Teichhaus. 957

N Konkurs- Verfahren.

958 Das Konkursverfahren über das Vermögen des abwesenden Georg Fleischhauer VI. von Bad-Nauheim wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hlier durch aufgehoben.

Bad⸗Nauheim den 2. März 1886.

Schütz,

Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts.

Faaselochs-Versteigerung. Dienstag den 9. März d. J., Nachmittags 1 Uhr, wird ein schlachtbarer Faselochs im Gemeindehaus zu Ober Rosbach öffentlich meistbietend versteigert. ö Ober-⸗Rosbach am 3. März 1886. Großherzogliche Bürgermeisteret Ober⸗Rosbach. Blecher.

Frische Schellfische

eingetroffen. Ph. Dan. Küm mich.

. 2 ö 2 Holz⸗Versteigerung.

Montag den 8. März wird der Rest des fiseallschen Loosholzes im Rockenberger Markwald, Distrikt Elsen⸗ zahl versteigert und zwar: Buchen 1 Classe: 195 Rm. Scheiter, 22 Rm. Knüppel, 3100 Wellen. Zusammen⸗ kunft Vormittags 9 Uhr am Forsthäuschen.

Butzbach, N. Februar 1886.

Großherzogliche Oberförsterei Butzbach.

959 Reuß. Die gegen den Kirchenvorstand und Großh. Beigeord neten Johannes Datt II. gethanene Beleidigung nehme ich als unwahr zurück und erkläre, daß ich denselben noch nicht anders als wie einen Ehrenmann gekannt habe.

Heldenbergen den 2. März 1886. 939 Joh. Karl Zwier.

Anw. z. Rttg. v. Trunk: Umsonst sucht ohne Wissen. 900 W. Falkenberg

in Reinickendorf, Provinzstr. 22.(H. 1106.)

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