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Karlsruhe. Die zweite Kammer nahm das Gesetz, welches die Zwangszustaͤndigkeit der Bürgermeister in vermögensrechtlichen Ansprüchen von 30 M. auf 60 M. erhoht, einstimmig an.
Ausland.
Großbritannien. London. Wie„Reu— ter's Bureau“ erfährt, hat die Königin nun— mehr folgende Ernennungen genehmigt: Glad— stone erster Lord des Schatzamts, Herschell Lord— kanzler, Lord Spencer Conseilspräsident, Chil⸗— ders Staatssecretär des Innern, Lord Rosebery Staatssecretär des Auswärtigen, Lord Granville Colonialminister, Lord Kimberley Staatssecretär für Indien, Bannermann Kriegsminister, Har— court Schatzkanzler, Ripon Marineminister, Chamberlain Präsident des Local-Regierungs— comites, Trevelyan Staatssecretär für Schott— land, Mundella Handelsminister, John Morley Staatssecretär fuͤr Irland, Charles Russel Staatsanwalt. Die größte Befriedigung erregt die Ernennung Lord Rosebery's zum Staats— secretär des Auswärtigen. Dieselbe wird als Bürgschaft dafür angesehen, daß die guten Bezieh— ungen zu Deutschland aufrecht erhalten würden.
Türkei. Constantinopel, 3. Febr. Der Sultan hat das Abkommen zwischen der Pforte und der bulgarischen Regierung bestätigt, welches sonach nach erfolgter Genehmigung durch die Großmächte in Kraft tritt. Beide Parteien an— erkennen den Berliner Vertrag als zu Recht be— stehend, ausgenommen, wo derselbe durch die neue Abmachung modificirt werde. Das orga— nische Statut wird revidirt; gewisse türkische Dörfer Ostrumeliens bleiben der Pforte unter— thänig; Fürst Alexander wird zum Gouverneur Ostrumeliens für fünf Jahre ernannt. Seine Er— nennung wird nach Belieben des Sultans erneuert, ohne die Nothwendigkeit weiterer Berufung an die Mächte. Der Fürst verpflichtet sich, die Türkei zu vertheidigen. Bei Mittheilung des Ueberein— kommens regt die Pforte zugleich eine Conferenz der Mächte zur Ratification desselben an.
Bulgarien. Sofia. Hier werden die Rüstungen fortgesetzt. Der Glaube an eine friedliche Wendung der Balkanfrage scheint hier noch nicht festzustehen.
Griechenland. Athen, 3. Febr. Griechen— land erwiederte auf die Collectivnote der Machte, jede Behinderung in der freien Disposition über seine Streitkräfte erscheine mit Griechenlands Unabhängigkeit unvereinbar. Dasselbe müsse jede Verantwortlichkeit für einen eventuellen Conflict ablehnen.
Rußland. Warschau, 4. Februar. Nach— richten aus Lublin zufolge fanden dort anläßlich des Eindringens der Polizei in das Domini— kanerkloster, um Verhaftungen vorzunehmen, Excesse seitens der Bevölkerung statt, wobei zur Wiederherstellung der Ordnung Militär requirirt werden mußte.
Egypten. Kairo. Mukhtar hat die Bild— ung einer 16,000 Mann starken egyptischen Armee in Vorschlag gebracht, wodurch seinem Ermessen nach eine hinlängliche Lösung der Sudanfrage erzielt werden würde. Er empfiehlt daß die Kosten der neuen Armee von England bestritten werden sollten, indem er auf das Geld für den Unterhalt der Occupationsarmee verzichtet. Der obige Vorschlag ist der eng— lischen Regierung unterbreitet worden.
Amerika. Washington. Der Marine— secretär ist benachrichtigt worden, daß in Panama der Ausbruch einer neuen Revolution bevorstehe. Admiral Jouett wurde telegraphisch angewiesen, die nothwendigen Vorkehrungen zum Schutze amerikanischen Eigenthumes zu treffen. Das Marine- Departement legt indeß dem Berichte nicht viel Wichtigkeit bei.— Der Congreß in Hoduras, der zusammentrat, um die durch die Pläne des General Barrios entzweiten central— amerikanischen Republiken wieder zu vereinigen, hat die Eintracht wieder gänzlich hergestellt und wurde am Mittwoch geschlossen.— Das Newyorker Blatt„Freeman“ veröffentlicht die Meldung, daß General Salomon, der Präsident
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Aus Stabt und Land.
Friedberg. Das„Frankf. Journ.“ enthält fol— genden unsere Leser jedenfalls sehr interesstrenden Artikel von Homburg: Auf die Eingaben, welche vor einigen Wochen von hier settens des zum Zwecke der Erbauung einer Homburg Friedberger Seeundärbahn eonstitulrten Comité's, sowle auch seitens des Gemelnderathes an den Minister Maybach abgegangen sind, ist unter dem 22. v. M. vom vorgenannten Minister erwiedert worden, daß ger über das Projeet einer Eisenbahn untergeordneter Be— deutung von Homburg v. d. H. nach Friedberg die er— forderlichen Vorermittelungen eingeleitet habe, von deren Ergebniß die weitere Beschlußfassung abhängen werde.“ Zugleich ist es bekannt geworden, daß seitens unseres vorgenannten Eisenbahnministers hierüber Verhandlungen mit der Großherzoglich Hessischen Regierung eingeleitet worden sind und es wird der Fortgang dieser Sache ganz wesentlich von der Stellung, welche die Hessische Regier— ung zu diesem Projekt einnimmt und der größeren oder geringeren Dringlichkeit, mit welcher sie die Angelegen— heit betreibt, abhängen. Es wäre daher wohl angebracht, wenn die Hessischen Interessenten diese Sache durch einen ihrer Abgeordneten im Weg einer Interpellation in ihrem gegenwärtig tagenden Landtag zur Sprache bringen ließen und ihre Regierung zu einer Erklärung über ihre Haltung in dieser Frage veranlaßten, obwohl wir nicht daran zweifeln, daß auch auf dieser Seite die großen Vortheile, welche eine solche Bahn den fraglichen Landestheilen bringen muß, nicht verkannt werden.
Seligenstadt, 2. Febr. Mit höchstem Erstaunen gewahrte das hiesige Bahnpersonal am letzten Sonntag Abend beim Einfahren des um 8 Uhr 41 Min. hier fälligen, von Hanau kommenden Personenzugs vor der Locomotive einen Rollwagen, welcher an der Stirnseite bis auf die Räder zetrümmert und zwischen die beiden Puffer der Maschine eingezwängt war. Da in derselben stockfinsteren Nacht von zwei unbekannten, vermuthlich auswärtigen Menschen ein Einbruchs versuch im hiesigen Statlonsgebäude gemacht wurde, so bringt man diese beiden Thatsachen in Verbindung, Nur einem glücklichen Zufalle ist die Vereitelung auch dieses schändlichen Unter— nehmens zu verdanken, indem ein Stations beamter während der Nacht zufällig im Stationsbureau verweilte und die etwa um 2 Uhr früh erschienenen beiden Einbrecher in die Flucht trieb. In diesem zweiten Verbrechen ist jedenfalls das Motiv des ersteren zu finden. Die Zugsentgleisung war wohl nur deßhalb beabsichtigt, um die entstebende Verwirrung zur ungestörten Ausführung des geplanten Einbruchs zu benützen, oder aber den ev. verunglückten Zug und die Passagiere berauben zu können..
Allerlei.
Cronberg, 3. Febr. Förster Marienbach attrapirte gestern im Oberurseler Wald zwei Wilddtebe; er rief dieselben an, worauf der eine davonlief, der andere auf ihn anlegte. Der Förster riß seine Büchse empor, gab Feuer und zerschmetterte den Arm des Wilddiebs, worauf derselbe zusammenbrach. Derselbe, Vater von 5 Kindern, wurde hierher transportirt urd ihm der Arm amputirt.
Pest, 3. Febr. Die Bahnlinie Bruck-Wien hat ihren Verkehr wegen Schneesturms heute Nachmittag eingestellt.
Zürich, 3. Febr. Der umsichtigen Entschlossenheit des hiesigen Criminalpolizeichefs Fischer gelang heute Nacht die Arretirung der beiden Mannheimer Einbrecher, Willibald Fritz, Auslaufer, und Wilhelm Ries, Schlosser. Von dem Raube wurden 22,000 M. gefunden. Die Näuber waren über Basel, wo die Polizei sie vergeblich suchte, nach Zürich gefahren, wo sie in einem berüchtigten Hause, das mit Gewalt geöffnet werden mußte, entdeckt wurden.
Paris, 1. Febr. Die algerische Provinz Constantine wurde von einem furchtbaren Sturmwetter heimgesucht. Auch die Ebenen von Philippeville in der Provinz Algier wurden überschwemmt. Aus Tunesten werden gleichfalls Ueberschwemmungen gemeldet; zwei Eisenbahn Brücken wurden zerstört und die Telegraphenlinien schwer beschädigt.
Paris, 2. Febr. Im Louvrehötel wurde heute auf einen reichen Grundbesitzer Namens Montauzan ein Mord— versuch gemacht. Der Thäter nennt sich Baron Artaud und will ein Neffe des früheren Seinepräfekten Haus— mann sein. Der Geisteszustand des Thäters ist gestört.
Verloosungen.
Augsburg, 1. Febr. Sertenziehung der Augsburger 7 Gulden⸗Loose: 89 99 261 263 369 388 798 814 822 889 997 1039 1328 1381 1456 1546 1589 1595 1738 2085.
Meiningen, 1. Febr. Ziehung der Meininger 7 Gulden⸗Loose. 4000 fl. fielen auf S. 7843 Nr 11, 2000 fl. auf S. 431 Nr. 29. Je 300 fl. auf S. 4528 Nr. 47, S. 7126 Nr. 43 und S. 8889 Nr. 39.
Gotha, 1. Febr. Serienztehung der Bukarester Prämienanleihe. 64 357 459 511 527 643 655 730 751 836 976 978 1024 1042 1057 1078 1179 1398 1407 1427 1483 1488 1516 1521 1544 1650 1656 1678 1805 1821 1938 2125 2305 2342 2367 2553 2574 2619 2778 2838 2841 2889 2929 2976 3132 3141 3185 3256 3277 3318 3377 3483 3564 3603 3623 3648 3875 3884 3920 4057 4077 4129 4173 4204 4206 4238 4432 4469 4545 4574 4663 4686 4740 4744 4975 5056 5130 5216 5224 5244 5297 5409 5455 5478 5487 5596 5693 5734 5883 5897 5934 6004 6052 6066 6072 6096 6148 6233 6269 6279 6286 6563 6588 6646 6661 6663 6757 6773 6784 7132 7175 7186 7239 7257. 25,000 Fr. fielen auf S. 3603 Nr. 94, 3000 Fr. S. 1042 Nr. 94, je 1000 Fr. S. 1407 Nr. 100, S. 1650 Nr. 78, S. 1821 Nr. 79,
von Hayti, meuchlings ermordet worden.
S. 2342 Nr. 4, S. 4204 Nr. 73.
N 43 1 75
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Hamburg, Mindener Loose. 55,000 Thlr. fielen auf 8000 Thlr. auf 96087, 4000 Thlr. auf Nr. 48450.
Je 2000 Thlr. auf Nr. 96053 und 132069. Je 1000 Thlr. auf Nr. 64510 und 68522. Je 500 Thlr. auf Nr. 130525
und 192183. Je 200 Thlr. auf Nr. 2122 2141 14217 29726 29742 43236 83435 89929 116126 137954 und 199450. Hamburg, 1. Febr. Gewinnziehung der Hamburger 3 proc. 50 Thaler-Loose von 1866. 35,000 Thlr. auf S. 1891 Nr. 14, 5000 Thaler S. 2436 Nr. 18, 2000 Thlr. S. 2808 Nr. 16, je 1000 Thlr. S. 1225 Nr. 14, S. 601 Nr. 5, S. 1845 Nr. 11, je 500 Thlr. S. 3502 Nr. 6, S. 1225 Nr. 10, S. 2880 Nr. 16, S. 1653 Nr. 13, je 400 Thlr. S. 1495 Nr. 2, 1587 Nr. 2, S. 1664 Nr. 16, S. 1664 Nr. 19, 529 Nr. 11, je 200 Thlr. S. 2880 Nr. 22, S. 1864 r. 4, S. 529 Nr. 5, S. 1653 Nr. 6, S. 3508 Nr. 22. Nassautische 25 fl.-Loose vom Jahre 1837. Ziehung am J. Febr. Auszahlung am 1. Mai 1886. Bei der am 1. Febr. begonnenen Ziehung wurden fol⸗ gende Preise gezogen: Nr. 51183 30,000 fl. Nr. 45170 1000 fl. Nr. 73952 200 fl. Nr. 32811 65 fl. Nr. 2585 5098 23214 29352 46814 49235 68780 71582 85964 90966 97021 99409 je 55 fl. Bet der am 2. Febr. fortgesetzten Zlehung wurden gezogen: Nr. 85539 200 fl. Nr. 8538 27445 31602 34965 44809 46458 je 65 fl. Nr. 7603 25105 46253 65304 67622 85228 85263 90817 98566 99007 100793 je 55 fl.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 3. Febr. Wochenmarkt. Butter en gros M. 75—80, im Detail M. 1— 1.30, Eier das Hundert M. 5.50—8, italienische M. 9. Rüben 50 Kilo M. 4, Zwiebeln 50 Ko. M. 5.50 6, Kartoffeln 100 Ko. M. 4.50—5.50, Erbsen ganze 100 Kilo M. 19— 25,
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Linsen M. 22—35, Bohnen M. 20—23, Weißkraut
50 Ko. M. 4—5, Blumenkohl 30—60 Pf. per Stück. — Geflügel: Welsche M. 5—12, Taube 40-60 Pf., Poularde M. 3, Capaun M. 3, Ente M. 3.
Frankfurt, 4. Februar. Fruchtbericht. Hiesiges Weizenmehl Nr. 0 M. 31-32, Nr. 1 M. 26—27, Nr. 2 M. 24— 25, Nr. 3 M. 22— 23, Nr. 4 M. 16—17, Nr. 5 M. 15—16, Milchbrod- und Brodmehl im Ver— band M. 49—51, Roggenmehl 0/1 ab Berlin M. 18.50 bis 19.50, Null M. 1.50 darüber, schwarze Sorten nur genannt, Roggenklete M. 4.50, Wetzenkleie M. 4.(Die Pretse verstehen sich bet Abnahme von mindestens 200 Ctr.) Rüböl im Detail M. 51.
Frankfurt, 4. Febr. Kälbermarkt. Auf demselben waren 346 Kälber angefahren. Das Pfund wurde mit 40—60 Pf. je nach Qual. bezahlt. Verkauft wurde Alles. Unter dem Zutrieb befanden sich 70 Stück hannoversche Kälber prima Qual. Außerdem waren noch 46 Ochsen zu 60-64 M. der Ctr. am Markt.
Seit dem 18. Januar sind für unsere Anstalten fol⸗ gende Gaben eingegangen, deren Empfang mit dem herz— lichsten Danke bescheinigt wird. 4. Volksküche: Kauf⸗ mann Hilbrecht 10 Pfd. Erbsen, 10 Pfd. Reis und 10 Pfd. Bohnen, Baumeister Ruths 1 M. und Grünes
für die Suppe, Fr. Pfarrer Breidenstein 10 M., Rentier Ludwig Grödel 10 M., Ungenannt 3 M., Frl. Kritter
3 M., Ungenannt 2 Mahnen Kartoffel, Dr. Becker 5 M., Baron v. Helmolt 3 Säcke Kartoffel, Ungenannt 3 M., Stadtrath Pfeffer 2 M., Major Römheld 3 M. und ein Korb Gemüse, Prof. Dr. Köstlin 10 M, B. Sch. 2 M.,
Medieinalrath Dr. Lorenz 5 M., Ungenannt ein Reib⸗
eischen, Blinden Anstalt 1 Korb Gemuͤse, Schuhmacher Weckerling 2 Körbe Kartoffell, Ungenannt 7 Pfd. Fett, Ungenannt 1 Sack Kartoffel, C. H. 2 M., Ungenannt 1 M. 50 Pf., Frau Crecelius 3 M., Gruͤnes und gelbe Rüben, Metzger Kreuter 8 Pfd. Fett, Kirchenrath Baur 5 M., Reg. Baumelster Baur 2 M. B. Bürger Hospital: Ungenannt 6 Frauenhemden. Für die Armen⸗Commission: Meyer, Pfarrer.
Stadtkirchenbau⸗ Verein.
Herzlich dankend bescheinigen wir ferner folgende Gaben:
von Rechtsanwalt Seyd 20 M., Pfarrer Stamm in
Gettenau 5 M., Frl. Kritter 3 M., L. 5 M., vom Jung⸗
gesellenverein gesammelt bei Gelegenheit des Vortrags von Pfeiffer 11 M. 6 Pf.
Dr. Weiffen bach.
Wahl.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. 5. Sonntag nach Epiphanias. Pfarramtswoche Herr Kirchenrath Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1¼ Uhr: Herr Pfarrer Dr. Diegel. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9½ Uhr: Herr Candidat von der Au. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Meyer.
statholische Gemeinde. Samstag 4 Uhr: Beicht. Sonntag 7 Uhr: Austheilung der heil. Communton. 10 Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht.
Dr. Gensch
prakt. u. Speoialarzt für Haut., Frauen- u. Unterleibskrankhelten ete. Frank- furt a. M., Stiftstr. 22. fr. Assist. Pro-
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1. Febr. Prämlenziehun N der Köln⸗ r. 12054,
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