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»Schulangelegenheiten, zu Nr. M. d. J.
1886.
Famstag den 4. September.
Oberhessischer Anzei
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
ilch und zwar Dienstag,
Erscheint dreimal wög d Samstag.
Donnerstg
Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg
Fkostet 9 Pf. Annoncen von
auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist,——— Post nachgenommen.
Amtlicher Theil.
Betr. Die Herbstübungen der Großherzoglich Hessischen(25.) Division in 1886. f Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg 4. an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises in deren Gemeinden Truppen der Großherzoglichen 25. Division einquartirt werden.
Mit Bezug auf unsere Verfügungen vom 22. Juli und 16. Au si 2 i 5 7 i Zezug 0 ig. 28 August d. J.— Oberhessischer Anzeiger Nr. 88 und 97— machen wir andurch noch besonders darauf aufmerksam, daß am 9. d. Mt. für die Truppen der Großherzoglichen 25. Division Magazin⸗Verpflegung beginnt
und, die Marschtage ausgenommen, bis zum 23. d. Mts. dauert.
Friedberg den 2. September 1886.
Bei der Magazin-Verpflegung hat jeder Soldat Anspruch auf die zur
5 der ihm aus dem Magazin gelieferten Verpflegungsartikel erforderlichen Gegenstände ꝛc. ir beauftragen Sie, dies den Quartierträgern zu eröffnen und ihnen zu empfehlen, den Truppen jede Unterstützung bei Zubereitung
der Mundportionen zu gewähren.
Betreffend: Die Feier des Geburtstags Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs.
Die Großherzogliche Kreisschulcommission Friedberg an sammtliche Schulvorstände des Kreises.
Wir empfehlen Ihnen hiermit,
ein Sonntag ist, schon am 11. d. Mts.,
Dr. Braden.
Dr. Braden. Friedberg den 3. September 1886.
die im Ausschreiben des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Abtheilung für 9376 vom 22. August 1879 für den o. a. Tag angeordnete Schulfeier, weil der 12. d. Mts. diesmal Samstags vorher, unter Wegfall des gewöhnlichen Schulunterrichts, stattfinden zu lassen.
Deutsches Reich. N Friedberg. Anfang nächster Woche trifft S. K. H. der Großherzog nebst gesammter Familie und großem Gefolge(letzteres über 70 Personen) in hiesigem Schlosse ein, begibt sich von hier aus zu den Kaisermanövern im Elsaß und kehrt dann wieder hierher zurück, um den hiesigen Manövern beizuwohnen. — Ju den Ruhestand versetzt wurde der Landgestuͤtsdiener Sponagel in Darmstadt. Berlin, 1. Sept. Minister v. Giers wird nach zuverlässigen Informationen des Fr. J. hier eintreffen und zwei Tage verweilen. Börsenge— rüchte wollen wissen, Prinz Wilhelm werde sich am 11. September nach Petersburg begeben, um eine Aussöhnung zwischen dem Zaren und Fürst Alexander zu bewerkstelligen. — 1. Sept. Die Parade des Gardekorps vor dem Kaiser unter dem commandirenden Ge⸗ neral v. Pape auf dem Tempelhofer Felde ver— lief bei prachtvollem Wetter in glänzendster Weise. Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ bekämpft die Artikel der ultramontanen und freisinnigen Presse bezüglich des Frsten Alexander und be⸗ merkt, auch nur ein diplomatischer Protest würde das Verhältniß zu Rußland erschüttern und schließlich zu einem Kriege führen. Entweder man stehe zur Politik der Regierung oder stürze das Reich in einen Krieg. Bei dem demnächst behufs Ratlficirung des spanischen Handelsver— trags zusammentretenden Reichstage werde sich Gelegenheit bieten, die Frivolitat der Reichs— feinde zu brandmarken.
Ausland.
Belgien. Brüssel. Infolge der Inter⸗ vention des belgischen Gesandten beim Vatican versprach der Papst, das Decret betreffend die Trennung katholischer Ehen einer Revision unter— ziehen zu wollen. 1
Großbritannien. London,. Sept. Das Unterhaus lehnte in der Fortsetzung der Adreß— debatte das Amendement Eßlemont's, betr. die Lage der schottischen Kleinbauern mit 203 gegen 121 Stimmen ab. Der Staatssecretär für Schottland, Balfour, erklärte, die Regierung beabsichtige keine hierauf bezügliche Vorlage zu machen; die schottischen Kleinbauern litten nicht sowohl unter den schlechten Bodengesetzen als
versichert habe,
weil sie dem Rathe von Leuten folgten, die that— sächlich ihre Feinde selen.
Türkei. Konstantinopel. Der Secretär der hiesigen russischen Botschaft, Neklindow, ist nach Sofia abgereist, um den dortigen russischen Agenten Bogdauop zu ersetzen, der angeblich mit Urlaub abgereist ist. Die„W. Allg. Ztg.“ meldet jedoch, Bogdanow sei plötzlich beurlaubt worden, weil er unberechtigter Weise Zankow der Rückkehr des Fürsten folge unmittelbar der russische Einmarsch.
Rumänen. Bukarest, 4. Sept. Den gegenwärtig in Bukarest befindlichen bulgarischen politischen Flüchtlingen wurde bedeutet, sie dürften ein provisorisches Domieil wo immer wählen, nur nicht in Donaudistrikten; man motivirte diese Maßregel mit der vollständig neutralen Haltung Rumäniens gegenüber Bulgarien, bezüglich der in dem Rumänien befreundeten Bulgarien vor- gekommenen Ereignisse. Der bulgarische Minister des Aeußern Natschewitsch ist gestern hier ein— getroffen.
Serbien. Belgrad. Die bereits erwähnte Depesche des Königs Milan an Alexander hat beiläufig folgenden Inhalt: So wie ihn die Nach⸗ richten über die Verschwörung mit Abscheu er— füllt hätten, habe seinem Herzen wohlgethan, von der Rückkehr des Fürsten zu vernehmen. Er begrüße ihn daher als Bruder und Nachbar.
Bulgarien. Sofia. Aus Tirnowa wird unter dem 31. d. gemeldet: Gestern Abend wurde dem Fürsten Alexander vor dem Hause, in welchem er abgestiegen war, von einer großen Menschen— menge eine enthusiastische Ovation dargebracht, bei welcher ihm der Dank der Bevölkerung für seine Rückkehr ausgesprochen wurde. Heute nahm der Fürst eine Revue über die Garnison ab und reiste darauf nach Elena ab.
— 2. Sept. Die„W. Allg. Ztg.“ meldet aus Lompalanka: Auf Anordnung Alexander's seien Grueff und Bendereff von Widdin nach Tirnowo gebracht worden.
Rußland. Petersburg. Der„Regierungs— bote“ meldet: Ein Telegramm des Fuͤrsten Alexander an den Kaiser vom 30. August dankt demselben, daß Rußland durch die officielle An— wesenheit des russischen Consuls in Rustschuk bei dem Empfang des Fürsten den bulgarischen Staatsstreich mißbilligt habe. Der Fürst will jedes Opfer bringen, um in unwandelbarer Er— gebenheit die hochherzigen Absichten des Kaisers bezuglich Bulgariens zu unterstützen und ist be— reit, die von Rußland empfangene Krone dem
Kaiser zurückzugeben. Die Antwort des Kaisers an den Fürsten mißbilligt die Rückkehr des Fürsten wegen der verhänguißvollen Folgen. Der Kaiser will sich jeder Einmischung in Bul— garien enthalten, welches, solange der Fürst sich dort befinde, traurigen Zuständen preisgegeben sei. Der Fürst werde wissen, was er zu thun habe. Dem Petersburger„Swet“ und der
„Nowoje Wremja“ zufolge reist Generalmajor
Dolgoruki infolge der Ordre des Zaren am Sonn— tag nach Bulgarien, um die Situation zu prüfen.
China. Peking, 1. Sept. Dem Reuter'schen Bureau wird aus Vokohama gemeldet: Nach—
richten aus Korea zufolge verlangte der chine— sische Gesandte in Folge des Gerüchts, daß man versuchen werde, die Schutzherrschaft Rußlands über Korea herzustellen, telegraphisch Truppen. In Folge dessen trafen neun chinesische Kriegs— schiffe mit einer großeren Truppenabtheilung ein.
Zahlreiche als Kaufleute verkleidete chinesische
Soldaten sind in Seoul eingerückt, wo eine große Erregung herrscht.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 3. Sept. Die gestrige Sedanfeier verlief in schönster Weise. Am Vormittag fand ein stark besuchter Gottesdienst in unserer schönen Stadtkirche statt, der durch Chorgesänge der Seminaristen verschönert wurde und in welchem Professor Dr. Köstlin die Fest⸗ predigt über„Halte, was du hast, damit dir Niemand deine Krone nehme“ hielt. In ganz vortrefflicher und zu Herzen gehender Weise mahnte der beliebte Prediger, nicht nur gegen äußere Feinde fest zu stehen, sondern auch in vlel größerem Maaße auf der Hut zu sein gegen die Feinde im Inneren, den Unglauben, den Parteihaß, die Leidenschaften u. s. w. Der Zug am Nachmittage fand in Anbetracht der großen Hitze erst um 3 Uhr statt. Auf der Seewiese angekommen, sprach Medlelnakrath Dr. Lorenz als Festredner ermahnende Worte an die Jugend, eingedenk zu sein der großen Thaten unseres Volkes. Ein sehr reges Leben entwickelte sich dann und wir meinen, noch niemals so viel Leute bei dem Feste gesehen zu haben, als gestern. Von auswärtigen Schulen hatten sich die von Fauerbach und Ober⸗Wöͤllstadt unserem Feste angeschlossen. Bei der Fortsetzung der Feler am Abend auf Steinhäußers Felsenkeller brachte cand. theol. Loos einen mit Begeisterung aufgenommenen Toast auf das deutsche Heer aus.
Allerlei.
Lahr, 30. Aug. In dem benachbarten Kippenheim wurde an der dortigen Gemarkungsgrenze gegen Mieters heim, 500 Schritte von letzterem Orte entfernt, die Leiche eines Lahrer Metzgerburschen, Namens Garuner aus Isny, württembergischen Oberamts Wangen, auf⸗ gefunden. Die Leiche war blutüberstroͤmt und hatte eine, von einem scharfen Messer herrührende, lange und tiefe Stichwunde, die in Verletzung der Lunge oder des
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