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1886.
Dienstag den 4. Mai.
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Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Areisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.
Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letzte
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nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Amtlicher Theil.
Der landwirthschaftliche Bezirksvereln zu Offenbach deabsichtigt im Monat September l. J. eine landwirthschaftliche Ausstellung zu Offenbach zu veranstalten
und hiermit eine Verloosung von Vieh, landwirthschaftlichen Geräthschaften ze. zu verbinden. suchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Vedingun 60% des Bruttoertöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf
Bekanntmachung.
Großherzogliches Ministersum des Innern und der Justtz hat die nachge— g ertheilt, daß nicht mehr als 10,000 Loose a[ Mark ausgegeben werden dürsen und mindestens von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Loose in Großherzogthum zestattet.
Betreffend: Entwässerung der Fluren XI und XII der Gemarkung Bruchenbrücken in Gemeinschaft mit der Gemeinde Ossenheim.
Auf Antrag des Gemeinderaths von Bri Karten, Culturplan, summarische Beschreibung en
welche bei der projektirten Drainageanlage in den Fluren XI und XII der Gemarkung Bruchenbrücken betheiligt sind, auf dem Bureau der Großherzoglichen Bürgermeisterei Bruchenbrücken offen gelegt. Juni l. J, Nachmittags von 4 bis 6 Uhr.
dem offen gelegten Verzeichnisse der Betheiligten eingetragen sind,
zwar vom 23. Mai bis zum 20. Juni l. J.
stimmung über das Projekt findet statt Mittwoch den Stimmberechtigt sind Diejenigen, welche im Grundbuch bezw. in
ichenbrücken wird ein auf Grund des Gesetzes vom
Januar 1858 ausgearbeitetes Projekt, und zwar
iebst einem Nachtrag, Kostenvoranschlag, alphabetischer Grundbuchsauszug über die Grundbesitzer,
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20.
4 Wochen lang und
Die Ab⸗
eventuell deren Erben. Etwaige Berichtigungen des Grundbuchs und der Stimmberechtigten-Liste müssen daher noch vor dem Termin bewirkt werden. Alle Diejenigen, welche glauben, daß ihnen durch die Ausführung ein Schaden entstehe, oder welche es vorziehen, ihre Grundstücke
ganz eder zu dem zur Ausführung der Eutwässerungsanstalt erforderlichen Theile abzutreten, oder welche, ohne im Plane oder der Liste auf— 7 5 0„welche zur Sache etwas vorzubringen haben, können ihre Erklärungen während der angegebenen vierwöchentlichen Frist durch schriftlichen Vortrag bei uns einreichen. spaͤtestens bei Meidung späterer Nichtberücksichtigung, in dem oben gedachten Termin mündlich
geführt zu sein, sich noch anzuschließen wünsche
u, sowie überhaupt alle Diejenigen
Desfallsige Erklärungen sind oder schriftlich vorzutragen. Von allen
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jenigen, welche in dem Termine weder in Selbstperson, noch durch gehörig legitimirte Bevollmächtigte abstimmen, wird angenommen, daß sie mit der Ausführung des Unternehmens einverstanden sind und keine Ansprüche zu bilden haben. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen
Versaͤumniß der Frist ist ausgeschlossen. Es
haben jedoch nur Diejenigen in dem Termin zu erscheinen, welche gegen das Projekt stimmen, oder sonst etwas zur Sache vorbringen wollen und dies nicht schon vorher schriftlich gethan haben.
Der Antheil des Einzelnen an den
erwachsenden Kosten wird spater nach Maßgabe des den zugezogenen Flächen erwachsenden Vortheils bestimmt werden und hierüber s. Z. noch
Hebregister offen gelegt werden. Friedberg den 1. Mai 1886.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Deutsches Reich.
Berlin. Londoner Mittheilungen zufolge soll Bismarck den Mächten eine Blokade der griechischen Hafen vorgeschlagen haben für den Fall, daß Griechenland es ablehne, dem Ulti— matum der Mächte Folge zu leisten.
— Nach der„Kreuzzeitung“ werden die am hiesigen Hofe beglaubigten Militär- Attaches saͤmmtlich den Manövern des 15. Armeecorps bei Straßburg beiwohnen.
— 2. Mai. Eine Note des Cardinalstaats— secretärs Jacobini, welche gestern vom Cultus— minister dem Abgeordnetenhause mitgetheilt wurde, besagt: Mit wahrer Genugthuung habe der Heilige Vater erfahren, daß der Vorschlag des Heiligen Stuhles, eine weitere Revision der in der gegenwärtigen Vorlage nicht in Betracht gezogenen Gesetzesbestimmungen vorzunehmen, seiteus der preußischen Regierung als ein Act der Versöhnung aufgefaßt worden ist, welcher dazu diene, den religiösen Frieden vollstaͤndig herzustellen. Um nun seinerseits der preußischen Regierung einen neuen und besonderen Beweis seines Vertrauens und seiner Willfaͤhrigkeit zu geben, habe der Heilige Vater den Cardinal— staatssecretär ermächtigt, derselben Regierung mitzutheilen, daß es seine Absicht sei, daß die Anzeige für die gegenwärtig vakanten Pfarreien schon von jetzt ab beginne und daß sie ohne Verzögerung erfolgen solle.
Homburg v. d. H., 2. Mai. Der Kron⸗ prinz mit den Prinzessinnen Victoria, Sophie und Margarethe und der Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen trafen heute Morgen über Cassel und Frankfurt kommend, mit Gefolge und zahlreicher Dienerschaft hier ein.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Dem
„Fremdenblatt“ zufolge ist die Abberufung des
Gesandten in Washington, Baron Schäfer, ledig— lich aus Gesundheitsrücksichten desselben erfolgt, und selen die Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu den Vereinigten Staaten die besten.
Belgien. Charleroi, 30. April. den Steinbrucharbeitern zu Feluy ist gesteru ein Streik ausgebrochen, da die Forderung der Ar— beiter auf Lohuerhohung nicht bewilligt wurde.
ruhen anstiften, um ihre arbeitenden Kameraden zum Streik zu zwingen. am Platze.
Großbritannien. London. starken Ueberhandnehmens des Räuberunwesens in Birma gab der Vicekönig von Indien, Graf Dufferin, Befehl, daß sofort 4 indische Regi— menter nach Rangun abgehen sollen, von wo dieselben in das Innere des Landes vorgehen werden, um erforderlichen Falls die Insurgenten u unterdrücken.
Italien. Rom, 1. Mai. Der internatio nale Markenschutz Congreß ist gestern vom Mi— nister des Auswärtigen, Grafen Robilant, er— offnet worden, die Arbeiten des Congresses be ginnen heute.
Spanien. Madrid. Dem miznisteriellen „Correo“ zufolge haben sich die Minister des Kriegs und der Marine entschlossen, den For— derungen des Finanzministers nachzugeben, so daß die Gefahr einer Ministerkrisis abgewendet zu sein scheint.
— Der Prozeß gegen die Anstifter des An— griffs auf das deutsche Gesandtschaftshotel im August vorigen Jahres wird am 5. Juni zur Verhandlung kommen.
Türkei. Constantinopel, 29. April. Von hier wird gemeldet, der Oberbefehlshaber der türkischen Truppen, Ejub Pascha, habe den Befehl erhalten, nach Ablauf der durch das Ultimatum bestimmten Frist die Griechen anzu— greifen, falls Griechenland sich bis dahin nicht unterworfen habe. Man scheint in Konstanti— nopel den kriegerischen Erklärungen des grie— chischen Ministerpräsidenten keine allzugroße Be— deutung beizulegen, da man in denselben nur ein Mittel erblickt, den Rückzug des griechischen Cabinets vor den Mächten möglichst zu decken. [Die allgemeine Meinung geht dahin, daß in
Unter
Athen jeder Gedanke an einen Krieg mit der
Türkei aufgegeben ist.
Rumänien. Bukarest, 29. April. Der rumänische Kriegsminister ist ebenfalls nach Jabta
Man fürchtet, daß die streikenden Arbeiter Un- gereist.
Mai. Heute fand die erste Versamm—
— l.
Die Gendarmerie ist! lung der Delegirten Oesterreich-Ungarns und [Rumäniens für In Folge lungen statt.
die Handelsvertrags-Verhand—
Serbien. Belgrad, J. Mai. Bis heute sind fast in allen Wahlbezirken die Wahlen der Wahlmänner trotz der vereinigten Agitation der beiden oppositionellen Parteien dennoch zu Gunsten der Regierung ausgefallen.
Griechenland. Athen, 29. April. Das „Telegr. Corresp. Bureau“ meldet von hier, Graf de Mouy sei bereits angewiesen worden, den Standpunkt Frankreichs klarzulegen, welches sich nicht weiter in die griechische Frage hineinziehen lasse und jede Sonderaction vermeiden wolle. 1. Mai. Delyannis hatte heute mit dem französischen Gesandten Grafen de Mouy eine Unterredung. Delyannis erklärte, die Abrüst— ung sei beschlossen und würden, sobald die augen— blicklichen Schwierigkeiten gehoben, nacheinander immer je zwei Reserveklassen beurlaubt werden. Die vier in Salamis befindlichen zum Kriegs— dienst ausgerüsteten Packetboote der griechischen Schifffahrtsgesellschaft erhielten Befehl zur Ab— rüstung. Die Garnison von Athen, welche in dieser Woche nach der Grenze abrücken sollte, erhielt Gegenbefehl. Delyannis hat provisorisch das Portefeuille des Kriegsministeriums über— nommen, da der Kriegsminister demissionirte. Die Großmächte erklärten Antwort der griechischen Regierung auf das Ultimatum für ungenügend.
Rußland. Jalta, 1. Mai. Edhem Pascha ist gestern wieder abgereist.— Der rumänische Kriegsminister Angelescu ist eingetroffen.
Amerika. New⸗ Vork, 29. April. bekannte anarchistische Agitator und Herausgeber der„Freiheit“, Most, wurde heute wegen Auf— reizung zu Gewaltthätigkeiten verhaftet. Die
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