1 Vet Bei⸗ zeisters,
der
Kirchenverfassung liegt darin, den Laien eine größere Mitwirkung dei den kirchlichen Angelegenheiten zu geben. Man mache doch dieses schöne und heilsame Recht praktisch zum Besten unserer theuren evangelischen Kirche, das ist für die Gemeinschaft derer, die in Hinsicht des Glaubens auf dem großen Werke der Reformation als ihrem Fundamente stehen und es zu erhalten bestrebt sind. Der den Verhandlungen voraus gebende kurze Gottes- dienst um ½40 Uhr wird durch eine Gesangesleistung unseres gemischten Chors verherrlicht werden. Es ist uns daran etwas gelegen, daß der Dekanatssynode gerade am Sitze des Dekanats großes Interesse entgegengebracht werden möge.
p. Frledberg. Das Feuer im Hause des Gerichts vollzieher König war von dem Dienstmädchen Königs angelegt worden. Das Mädchen befindet sich bereits im Gefängniß und soll gestanden baben.
Butz bach, 18. Autz. Der„W. B.“ schreibt: Am Samstag Nachmittag gegen 6 Uhr wurde die hiesige Einwohnerschaft in Aufregung versetzt. Der Rettungs ruf unserer stets hülfsbereiten Feuerwehr erscholl. Alles eilte der Korngasse entlang nach dem Viehmarktplatze, woselbst ein an die Stadtmauer gelehntes, als baufällig erklärtes, städtisches Haus abgerissen werden sollte, aber während des Abbruchs eingestürzt eist, einen halben Bogen der Stadtmauer mit sich reißend. Eine dichte Staub— wolke verdunkelte den Platz und ließ nicht sofort er— kennen, ob die an demselben beschäftigten Arbeiter ver unglückt seien. Glücklicherweise war dies nicht der Fall; außer einer leichten Kopfeontusion, die Zimmermeister Euler erlitt, sind Unfälle nicht zu verzeichnen. Die Arbeiter batten sich durch einen raschen Seitensprung gerettet. War nun dieser Einsturz glücklich vorüber— gegangen, so blieb doch noch eine drohende Gefahr zu beseitigen. Die noch stehen gebliebene Hälfte des Stadt— mauerbogens war im Laufe der Jahre in ihrem unteren Theile durch die Bewohner des s. 3. an die Mauer an— gelebnten Hauses so geschwächt worden, daß an dieser Stelle die Dicke der Mauer kaum noch einen Fuß betrug, während der obere Theil der Mauer seine ursprüngliche Stärke(ca. 4 Fuß) batte und so einen colossalen Druck auf den jetzt jeder Verbindung mangelnden unteren Theil des Mauerwerks ausübte. Unter der umsichtigen Leitung des Bezirksbauaufsehers Metzgers wurde von einer An— zahl tüchtiger Maurer und Zimmerleute diese Gefahr nach zweistündiger Arbeit beseitigt, indem man durch Anwendung von starken Winden und Sprießen das Mauerwerk so erschütterte, daß, nachdem die Winden wieder etwas nachgelassen waren, gegen 8 Uhr unter donnerähnlichem Geräusch die noch stehen gebliebene Hälfte des Mauerbogens zusammenbrach.
v. Bönstadt, 21. Aug. Bei der heute dahier statt gehabten Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bet— geordnete Ad. Hofmann IV. mit 66 Stimmen gewählt, seine beiden Gegen-Candidaten erhielten zusammen 34 Stimmen.
Allerlei.
Frankfurt, 23. August. Ein Criminaleommissarius trat gestern Mittag in Begleitung einer Anzahl Detectivs in das„Café Casino“ ein, zog eine Photographie aus der Tasche und verglich damit eine Gesellschaft von 6 angeblichen Engländern und einer Engländerin(Ameri kaner sollen es in der That sein). Auf die Bemerkung „sie sinds“ wurde zu deren Verhaftung und Abführung in den Clesernhof geschritten. Die anscheinenden Gentle men wollten zuerst noch ihre Rechnung begleichen, was ihnen mit der Bemerkung„es ist Alles in Ordnung“ nicht gestattet wurde. Einer derselben rief nach dem englischen Generalconsul. Unter den die Verhaftung ausführenden Beamten sollen sich, wie der„Beob.“ er— fährt, auch auswärtige Deteetivs befunden haben.
Mannheim. In Sandhausen wurde dem„M. A.“ zufolge ein Mann aus„den besten Kreisen“ verhaftet, weil er einem blinden Mädchen Gewalt angethan hatte. Der Betreffende ist bereits 73 Jahre alt.
Oberreifenberg. Hier befindet sich ein kleines Naturwunder in der Person des Sohnes des Schneiders Müller dahter. Der Junge ist 13 Jahre alt, wiegt nur 20 Pfund und ist 85 Ctm. hoch. Er rechnet gut und ist der Zweite in seiner Classe; das kleine Gehirn scheint demnach seine Funktionen normal zu verrichten. Der
Besitzer des Coͤlner Panoptikums soll mit dem Vater des Knaben in Unterhandlung getreten sein, um ihn für seine Anstalt zu gewinnen.
Heilbronn, 19. Aug. Eine Frau aus Böchingen wurde gestern Abend auf dem Rückwege von hier nach ihrem Wohnort geschändet und ermordet.
Kreuznach, 19. Aug. Gestern Abend 11 Uhr fuhren in der Nähe des hiesigen Stadtbahnhofs ein Güterzug und ein rangirender leerer Personenzug mit voller Wucht gegeneinander. Ein Kohlenwagen ist total zertrümmert, die beiden Loeomotiven und fünf Personen— wagen sind mehr oder weniger bedeutend beschädigt—
Corbach. Bei dem Brande dahier sind 13 Gebäude mit allen Nebengebäuden, Stallungen und allem Zubehör mit der großen Menge von Vorräthen aller Art und von jüngst eingeerndteten Früchten vernichtet. Im Ganzen sind 14 Haushaltungen mit zusammen 48 Köpfen(ohne das Dienstpersonal) obdachlos geworden. Einige hatten auch nicht versichert. Wie die„Wildunger Zeitung“ mit— theilt, wird die Schuld an dem schrecklichen Brand— unglücke verbrechertscher Absicht zugeschrieben; die Unter— suchung ist im Gange.
Bonn, 20. Aug. Peter Dahlhausen, der Moͤrder der Frau Carstanjen, wurde heute früh 6 Uhr im Ge—
fängnißhof mittelst der Guillotine hingerichtet. Gestern Morgen war dem Verbrecher die Mittheilung gemacht
worden, daß der Kaiser von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch machen wolle, sondern der Gerechtigkeit freien Lauf lasse. Dahlhausen empfing darauf die Tröst— ungen der Religion und benahm sich reumüthig und gefaßt, auch heute Morgen auf dem Gange zum Schaffot, wohin er von dem Geistlichen und dem Scharfrichter Lersch geführt wurde. Seine letzten Worte waren:„Ich bitte Alle um Verzeihung“, worauf die Exekution sehr schnell vor sich ging.
Cöln. Auf der internationalen Industrie-Ausstellung in Amsterdam wurde der Firma Gebr. Stollwerck hier für vorzügliche Fabrikation das große Ehren Diplom, die böchste Aus zeichnung und in der Branche die alleinige für Deutschland, zuerkannt, gewiß eine ehrende Hervor— hebung deutscher Industrle.
Dortmund, 21. August. Heute früh Lustmörder Wilhelm Sauerbrei hingerichtet.
Bergeborbeck, 19. August. Auf der Zeche Carolus Magnus(alter Schacht) ereignete sich heute Vormittag um 10 Uhr ein trauriger Unglücksfall. Es verunglückten dort infolge Erstickung auf dem Flötze Dickebaak drei Bergleute von hier. Außerdem waren noch drei Berg— leute dort beschäftigt, die sich aber rechtzeitig entfernt hatten.
Leipzig, 17. Aug. Heute erst ist der officielle Aus bang im Reichsgericht erschtenen, demzufolge die Ferien— senatsitzung in der Revision Lieske auf Mittwoch den 26. August angesetzt worden ist.
Genf, 17. Aug. Seit heute Mittag stebt der allen Besuchern Genf's bekannte Bergeoloß, der große Salere, in Flammen. Der Anblick dieses viele Hectar bereits bedeckenden Berg- resp. Waldbrandes ist von hier(5 Kllo— meter Luftlinie) wirklich großartig. Tausende von Menschen steben in den Straßen und an den Quais, um dieses Schauspiel zu bewundern. Zweifellos ist der Brand durch einen leichtsinnigen Berzzsteiger(welche Sonntags nach Hunderten zählen) veranlaßt. Denn es bedarf bei der sett Monaten herrschenden Trockenheit nur eines Funkens, um Gras, Gebüsch und Wald zu entflammen. Man fürchtet für die auf der Hohe liegenden Chalets (Landhäuser), sowie für den schönen, auf dem Ostabhange liegenden Fichtenwald. Glücklicherweise haben wir bis jetzt keinen Wind.
Landeck(Tyrol), 21. August. Unsere Stadt, die zur Zeit von Fremden überfüllt ist, wurde am 20. August Nachts 3 Uhr von einer Feuersbrunst heimgesucht. Das Feuer brach in der Apotheke gegenüber der Post aus und verzehrte etwa 20 Firste. Morgens 6 Uhr brennt es noch, doch ist den„N. N.“ zufolge die Gefahr der
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wurde der
Weiterverbreitung durch die Thätigkeit der Feuerwehren
glücklich beseitigt, Marseille, 22. August. Gestern(Freitag) gab es hier 69 Choleratodte, in Toulon Freitag 2 Choleratodte. Madrid, 19. August. Gestern sind in Spanien 4758 Erkrankungen und 1365 Todesfälle in Folge von Cholera vorgekommen. Hievon entfallen 33 Erkrankungen
und 26 Todesfälle auf Madrid. In Barcelona wurde der Ausbruch der Cholera offielell constatirt; es kommen daselbst täglich 30 bis 40 Sterbefälle vor.
Algier, 22. August. Unweit Bone sind Waldbrände entstanden, welche augenblicklich 10 Kilometer umfassen. Man befürchtet, dieselben werden über das ganze Gebiet sich aus breiten.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 22. Aug. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.95— 1.10, Eier 1 St. 6 Pf.
Gießen, 22. August. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.85— 0.95, Eier 1 St. 5-6 Pf., Käse per St. 4—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 0.75, Hühner per Stück M. 0.90— 1.5), Hahnen per Stück M. 0.45— 0.75, Enten per Stück M. 1.20— 1.60, Ochsenfleisch per Pfund 68 Pf., Kuh- und Rind⸗ fleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 50— 60 Pf., Hammel⸗ fleisch 64-70 Pf., Kalbfleisch 48—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 5—6., Zwiebeln per Ctr. M. 7.
Homburg, 22. August. Marktpreise. Kartoffeln per Malter(neue) M. 5—6, per Gescheid(neue) 8—9 Pf., Eler per Stück 6—7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 140% 2. Qual, W. 105
Frankfurt, 21. Aug. Auf dem Heu- und Stroh⸗ markt waren 34 Wagen zugefahren. Heu kostete 100 Ko. M. 5.40— 6.30, Stroh M. 4 4.60.
Eingesandt. Irrthümlich sagt man in Elsaß-Lothringen,„die preußische Regierung begünstige die Verbreitung des
Schnapses“ aus fiskalischen Rücksichten. Es war aber von jeher preußische Tradition, den Branntweingenuß einzuschränken. Schon Friedrich der Große schrieb an den Rand einer Bittschrift um Concession zur Eröffnung einer Rum⸗Fabrik:„Ich will's den Teufel thun. Ich wünsche, daß das giftige garstige Zeug gar nicht da wäre.“ Friedrich Wilhelm IV. sagte:„Ich würde es als den größten Segen Meiner Regierung ansehen, wenn die Brennst euer auf Null redueirt würde.“ Kaiser Wilhelm ordnete den Ersatz der Branntwein-Portion durch den Kaffee für die Armee an und sagte neulich bei der Duͤsseldorfer Ausstellung:„Ich wünsche jedem Meiner Landes kinder eine Tasse Stollwerk'sche Chocolade zum Sonntag“. 2931
Repertoir-Entwurf
der vereinigten Stadt-Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 25. August: RNigoletto. Mittwoch den 26. August: Lohengrin. Donnerstag den 27. August: Lakme. Freitag den 28. August: Trompeter Außer Abonn. Samstag den 29. August: Afda. Sonntag den 30. August: Abschieds⸗Vorstellung des Fräulein Walter. Die Meistersinger. Eva: Fräu⸗ lein Walter.
Außer Abonn.
von Säkkingen.
Schauspielhaus.
Dienstag den 28. August: Gastspiel des Fräul. G. Giers. Fedora. Fedora: Frl. Giers.
Mittwoch den 26. August: Die Leibrente.
Donnerstag den 27. August: Geschlossen.
Freitag den 28. August: Zu Gothes Geburtstag. Clavigo. Vorher: Die Geschwister.
Samstag den 29. August: Gastspiel des Frl. G. Giers. Neu einstudirt: Esther, die Schauspielerin. Esther und Françoise Dumesnil: Frl. Giers.
Sonntag den 30. August: In der Mark.
Für die Brandbeschädigten in Appenrod gingen ferner ein: Von H. Schudt a. d. Görbelheimer⸗ Mühle 12 M.; durch Lehrer Schultheis gesammelt bei der ersten Comitésitzung des Jugendfestes 5.20 M.; von 21 Zöglingen der Großh. Blinden- Anstalt 4.89 M.; Carl Trapp 20 M.; S. Breidenstein 5 M.; Pfarrer Bornagius in Fauerback 3 M.; Forstmeister Herpel 8 M.; H. F. 1 M.; C. M. 2 M.; G. B. 50 Pf.; Professor Dr. Köstlin 3 M.
Die Expedition des Oberh. Anzeigers.
4 Submission auf 2
Schach tpfäble.
Die Schachtpfähle⸗Lieferung für die Fürstlichen Braun— kohlengruben der Wetterau pro 1886, 4000 Stück für Wölfersheim und 16000 Stück für Weckesheim und Dorn⸗Assenheim, soll auf dem Submissionswege vergeben werden. Die Lleferungsbedingungen sind die früheren und liegen auf dem Büreau der Bergverwaltung zu Weckes⸗ heim zur Einsicht offen. Die Eröffnung der Offerten erfolgt am 3. September, Vormittags 10 Uhr, auf dem hlesigen Verwaltungs-Büreau.
Grube Weckes helm den 21. August 1885.
2910 Die Fürstliche Bergverwaltung.
Faselochs⸗Versteigerung.
Dienstag den 25. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, soll ein der Gemeinde gehöriger, zum Schlachten geeigneter Faselochs öffentlich meistbletend dahter versteigert werden.
Bodenrod den 21. August 1885.
Großherzogliche Bürgermelsterel Bodenrod. Wiss
2071 1.
Grummetgras-Versteigerung.
Das der Gemeinde Ober- Rosbach gehörige Grummet— gras wird Donnerstag den 27. August d. J., Nachmit⸗ tags 1 Uhr, im Gemeindehaus daselbst in Abtheilungen öffentlich meistbietend versteigert.
Ober⸗Rosbach am 22. August 1885.
Großherzogliche Bürgermeisterel Ober-Rosbach. 2915 Blecher.
Grummetgras-Versteigerung.
Donnerstag den 27. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, soll das der hiesigen Gemeinde zustehende Grummetgras, etrea 50 Morgen, in einzelnen Abthellungen auf hiesigem Rathhaus versteigert werden.
Okarben den 23. August 1885.
Großherzogliche Bürgermeisteret Okarben. Fauerbach.
Ein Logis in meinem Hinterhaus, bestehend aus 2 Zimmern, nebst, Zubehör und den 1. Oetober beziehbar, hat zu vermiethen 2914 Ph. Ad. Ritzel.
2980
Bekanntmachung.
Herr Pachter Hegar zu Hof Dauernheim läßt durch den Unterzeichneten Montag den 31. d. Mts., Nachmit⸗ tags 2 Uhr, in der Gemarkung Hof Dauernheim das Grummetgras von eirea 50 Morgen Wiesen, sowie elreg 30 Morgen Kartoffeln und 2 Morgen Dickwurz, Alles in gutem Bestand, in Loosabtheilungen versteigern.
Gegen Buͤrgschaft wird Zahlungsfrtst gestattet.
Zusammenkunft zu Hof Dauernheim.
Dauernheim am 23. August 1885.
2922 Eckhardt, Buͤrgermeister.
2 0 Cordpantodel A Duttend aar, für n 1
W. custsek lebter dure
W ehe M. As emit imiurt. Loe M 5. m. hofsgenagolter tester Tueieohle M. d. 78. G Tuchachuhe m. hol ageltor tester Tuchschle M. 11
„erer Kbnahme viel bilitger Uetert G. Engelhardt. Zeitz
Zu verkaufen
eine 1½pferd. stehende Dampfmaschine, ein Reservolr, eine Saug- und Druckpumpe und ein Kupferrohr, 39,5 Pfund wiegend, sämmtliche Stücke sind in sehr gutem Zustande. C. Walter.
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