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gilt als völlig hergestellt. Derselbe beabsichtigt sich demnächst nach Pardo zu begeben.

Türkei. Constantinopel, 22. Oet. Die Pforte richtete ein Rundschreiben an die Mächte, welches den Zusammentritt der Conferenz, die sich nur mit der ostrumelischen Frage befassen solle, in Constantinopel beantragt. Der Ver treter Bulgariens lenkte die Aufmerksamkeit der Botschafter und der Pforte auf die serbischen Rüstungen gegen Bulgarien und wies demgegen über auf die Mittheilung des Fürsten von Bul garien hin, sich dem Beschlusse der Mächte unter werfen zu wollen.

Rumänien. Bukarest. Gutem Vernehmen nach wird der Kronprinz von Oesterreich zum Besuche des Königspaares in Schloß Sinaia erwartet.

22. Oct. DieWiener Presse meldet von hier: In Folge des Drängens der deutschen Diplomatie unterbleibt eine Militäraction Ser biens, das eine territoriale Compensation erhalte.

Bulgarien. Sofia, 20. Oct. Die nach giebige und friedliche Haltung, welche Fürst Alexander von Bulgarien sowohl der Türkei als dem Memorandum der Mächte gegenüber ein genommen hat, schreibt man demFrankf. Jour⸗ nal dürfte hauptsächlich in der Erkenntniß der eigenen militärischen Inferiorität ihren Grund haben. Der Fuͤrst ist sicherlich einem Appell an die Furcht nicht zugänglich, aber er hat doch zu viel militärische und staatsmännische Einsicht, um nicht zu erkennen, daß er bei der Einigkeit der Großmächte unter keinen Umständen auf Erfolge kriegerischen Vorgehens rechnen kann. Die eigent liche Ursache der militärischen Schwäche Bulga riens liegt aber nach wie vor in der durch den Abgang der russischen Offiziere unausbleiblich gewordenen Desorgantsation der Truppen dies seits und jenscits des Balkangebirges. Die Türkei hat in einem Zeitraum, der selbst für die wohl vorbereitete Mobilisirung einer der Großmächte nicht viel kürzer bemessen ist, eine so zahlreiche operationsfähige Armee bereit gestellt, daß ihren Widersachern die Lust, die Entscheidung der Waffen zu suchen, offenbar mehr und mehr zu schwinden scheint. Dieses energische militärische Handeln der Türkei dürfte vielleicht am meisten dazu bei getragen haben, eine friedliche und einmuthige diplomatische Action der Conferenzmächte über haupt zu ermöglichen und verdient deshalb im Interesse des europäischen Friedens volle Aner kennung. Es hat sich wieder einmal der alte Spruch bewährt, daß die beste Friedensgarantie immer ein brauchbares, zahlreiches Heer ist und bleibt. Aber nicht allein Bulgarien, sondern auch Serbien scheint den Rechenfehler bezüglich

der militärischen Leistungsfähigkeit der Türkei eingesehen zu haben, von Griechenland gar nicht zu reden, welches vor der Hand doch nur mit dem Säbel rasselte, während Serbien und Bul garien ihn schon halb aus der Scheide gezogen hatten. Leider hat die serbische Regierung durch die übereilte Mobilisirung sich selbst Fesseln an gelegt, da es für sie bei der gegenwärtigen Sachlage recht schwierig sein dürfte, ohne Ein buße ihres Ansehens bei dem eigenen Volke, auf jede kriegerische Action zu verzichten, nach dem letztere so geräuschvoll vorbereitet war.

DerStandard meldet aus Wien, die Mächte seien jetzt im Wesentlichen einig über die Regelung der bulgarischen Frage. Alexan der bleibe Fürst von Bulgarien und werde für eine bestimmte Zeit zum Generalgouverneur Ost rumeliens ernannt; jede Provinz erhalte eine besondere Verwaltung. Die tuͤrkischen Truppen würden keinen Punkt innerhalb Rumeliens be setzen, aber des Sultans Recht der Balkaube setzung bleibe unberührt.

Griechenland. Athen. Contoguris wurde provisorisch zum Cultusminister, Bubulis zum Marineminister ernannt. Die übrigen Minister sind auf ihren Posten geblieben.

Gutem Vernehmen nach soll sich die kretensische Bevölkerung gegen eine Erhebung zu Gunsten der Vereinigung Kretas mit Griechen land ablehnend verhalten, so lange Griechenland nicht den Krieg erklärt hat.

Aus Stadt und Land.

r. Friedberg. Für das nächste Concert des Musik vereins ist Sonntag, der 8. Nov., in Aussicht genommen.

.. Friedberg. Unser in nächster Woche statt findender Pferdemarkt verspricht allem Anscheine nach den vorhergegangenen Märkten nicht nachzustehen. Die Vor bereitungen für den Markt selbst, wie für die Ver loosung, werden eifrigst betrieben. Bedeutende Händler mit Pferden und Fohlen sind angemeldet. Die schönen städtischen Stallungen sind fast sämmtlich bestellt. Die Verloosungs- und Ankaufscommission hat in Betracht des zehnjährigen Bestandes des Marktes ganz außerordentlich schöne und nützliche Gegenstände als Gewinne angekauft und dafür einen bedeutend höheren Betrag verwendet, wie solcher im Voranschlag vorgesehen ist, was gewiß für die Loosinhaber nur von Interesse sein kann. Der weitaus größte Theil der Loose ist vergriffen, ein Beweis, daß sich unsere Lotterie immer noch eines guten Rufes erfreut. Wenn uns der Himmel günsttg ist und den Regen auf spätere Tage verschiebt, werden auch sicher die Käufer und die sonstigen Marktbesucher nicht ausbleiben. Be treffs der Gewinngegenstände verweisen wir auf das heutige Inserat der Verloosungs-Commission.

Allerlei.

Schwanheim. Der hiesige Gemeinderath hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, eine größere Menge Brumata-Leim zum Gürteln der Bäume gegen den Frost spanner auf Gemeindekosten zu beziehen und unentgeltlich an die Interessenten abzugeben.(Zur Nachahmung

dringend empfohlen. D.

Schwyz, 21. Okt. Gestern Nachmittag fand auf der Arth-Rigt-Bahn die Entgleisung eines Zuges statt. Der Locomotivführer wurde getödtet, der Heizer schwer verwundet. Unter 20 Passagieren wurden vier schwer verletzt, meist Schenkelbrüche. Alle Passagtere waren Schweizer.

Algier. In Tuak wurden am 17. ds, vier Kara⸗ wanen, nach Tabelbelt gehend, ausgeraubt. 5 Menschen wurden getödtet.

Handel und Verkehr.

Butzbach, 21. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.95 1.00, Käse per Pfd. 4546 Pf., Eier 2 Stück 12 Pf.

Frankfurt, 21. Oet. Wochenmarkt. Weißkraut, der Doppeleentner kostet M. 3.504. Gelbe Rüben der Ctr. M. 3 4.50, Blumenkohl 2040 Pf., Roth⸗ kraut 2025 Pf. das Stück, Weißkraut im Detail 10 bis 12 Pf., Kopfsalat 68 Pf. Kartoffeln, Wetterauer M. 3.50 4 das Malter, Ditzenbacher M. 4 4.505, das Gescheid 10 Pf. Zwiebeln der Ctr. M. 8 9. Butter der Ctr. M. 100 105, im Detail M. 1.20 1.40, Eler das Hundert kostet M. 7-9. Fleisch- und Ge⸗ flügelpreise hielten sich auf der seitherigen Höhe. Auf dem Heu- und Strohmarkt war reiche Zufuhr, es standen in die 70 Wagen zum Verkauf, 100 Kilo Heu kosteten M. 6.40 7.20, Stroh M. 4.455. Auf dem Kartoffelmarkt waren 12 Wagen zu obigen Preisen an gefahren.

Frankfurt, 22. Oct. Fruchtbericht. Hiesiges Weizenmehl Nr. 0 M. 31.75 32.75, Nr. 1 M. 26.50 bis 27.50, Nr. 2 M. 24.75 25.75, Nr. 3 M. 22.75 bis 23.75, Nr. 4 M. 16.25- 17.25, Nr. 5 M. 19.25 bis 16.25. Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 49.7551.75, norddeutsche und westfällsche Weizen⸗ mehle 00 M. 2323.50. Roggenmehl 0s/ ruhig M. 18.5019.50 ab Berlin, Null allein M. 1.50 darüber, schwarze Sorten nominell. Futterstoffe un⸗ verkäuflich, Roggenkleie M. 4.75 4.85, Wetzenklele M. 4.25 per Ctr. Rüböl im Detail M. 51.

Schiffsbewegung der Postdampfschiffe der Hamburg⸗ Amerikanischen Packetfahrt⸗Actiengesellschaft.Lessing, 15. Oktober von New-Vork nach Hamburg;Moravia, 3. Oktober von New-Vork, 16. Oktober in Hamburg angekommen;Teutonta, von Westindien kommend, 18. Oktober in Hamburg eingetroffen;Wieland, 4. Oktober von Hamburg, 17. Oktober in New Vork angekommen undRugia, 7. Oktober von Hamburg, 19. Oktober in New Pork angekommen.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. 21. Sonntag nach Trinitatis. Erndtesest. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Meyer. a Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10% Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Abendmahl. Nachmittags Uhr: Herr Candidat Noack. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Weiffenbach.

Am 22. Sonntage nach Trin. Reformatlonsfest und Abendmahl in der Stadtkirche.

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Samstag 5 Uhr: Beicht.

Sonntag ¾7 Uhr: Austheilung der heil. Communkon. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt.

2 Uhr: Christenlehre und Andacht.

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