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daß die deutsche Getreidezollerhöhung österreichisch— ungarischerseits mit einer Erhöhung der Zölle auf deutsche Gewerbeprodukte beantwortet wer— den müßte.
Norwegen. Christiania, 17. Jan. zwischen Staatsminister Sverdrup und Kriegs— minister Daac wegen der Heeresorganisation be⸗ standenen Differenzen sind durch Uebereinkunft erledigt. Die Befürchtung einer Ministerkrisis ist hierdurch beseitigt.
Frankreich. Paris. Ein Telegramm des Generals Bridre aus Hanoi vom 13. d. meldet: Wir arbeiten eifrig, um die Beschaffung von Transportmitteln zum weiteren Vorrücken zu vollenden. Alles geht gut.
— Der„Agence Havas“ zufolge bestätigt es sich, daß Peyron entischlossen ist, zu demis— sioniren, jedoch erst nach den Senatswahlen. Der Grund des Rücktrittes sei, daß die Colonien dem Handelsminister unterstellt wurden.
— Die Nachrichten von der Entdeckung eines anarchistischen Complotts in Lyon werden dementirt.
— 17. Jan. Der Mrnisterrath beschloß, als Grundlagen des Budgets von 1886 die von der Budgetcommission beschlossenen Reductionen und Einnahmen des letzten Jahres anzunehmen, die außerordentlichen Ausgaben zu beschränken und keine neuen Steuern einzuführen.
Großbritannien. London, 17. Jan. Waddington überreichte Lord Granville heute Nachmittag die Gegen-Vorschläge Frankreichs, betreffend Ezypten. Der„Agence Havas“ zu folge würde in den Vorschlägen u A. verlangt, daß unter Controle der Machte eine Untersuchung angestellt werde, um die Hüfsquellen Egyptens genau festzustellen. Nach dem Ergebniß dieser Untersuchung würden die den Gläubigern auf— zuerlegenden Leistungen zu bemessen sein. Be— züglich einer provisorischen Coupons-Steuer ist es die Ansicht der Mächte, dieselbe sei nicht nur von der unificirten Schuld, sondern von allen egyptischen Schulden zu erheben.
Spanien. Madrid, 17. Jan. Deputirten— kammer. Auf die Anfrage wegen Erwerbung neuer Gebietstheile in Afrika unter spanischem Protectorat, erwiedert der Minister des Aeußeren, das Protectorat sei auf Ersuchen der spanischen Handels⸗Gesellschaften in jenen Gegenden her— gestellt worden und solle ebenso gehandhabt werden, wie es von Seiten anderer Mächte dort geschieht. Die Frage, wegen Abschaffung des Durchsuchungsrechts, liege der Berliner Conferenz vor. England sei einer Reform geneigt.
Die
Italien. Rom, 16. Jan. Deputirten— kammer. Mancini erklärte in Beantwortung
der Anfragen Brunialti's und Chiala's wegen Niedermetzelung der Expedition Biancht's, daß die Regierung jede Verantwortung für die Ex pedition Bianchi's ablehne und sagte: einige Personen hätten noch einen schwachen Schimmer von Hoffnung, daß die Mitglieder der Expe— dition als Gefangene leben. Die Regierung habe sich beeilt, die Mitwirkung der Souveräne von Abyssinien und Aussa zur Ausforschung und Bestrafung der Schuldigen zu verlangen. In— zwischen habe man, gemäß des nach der Ermord— ung der Expedition Giulietti's beobachteten Ver— fahrens, Truppen nach Assab entsendet. Man wolle damit das Prestige der italienischen Flagge wiederaufrichten und Forschungen ausführen, und womöglich die Mörder bestrafen. Die Regier— ung werde ohne Furcht und ohne Uebereilung vorgehen.— 17. Jan. Die Kammer nahm in wiederholter namentlicher Abstimmung die Eisen— bahn⸗Convention mit 162 gegen 73 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen an.
— Der österreichische Botschafter beim Vati⸗ kan, Graf Paar, hat im Auftrage des Ministers des Aeußern, Grafen Kalnoky, bei dem Papste das Verhalten des Bischofs Stroßmayer zur Sprache gebracht und die Erwartung ausge— sprochen, daß seitens der Curie das Geeignete geschehen werde, um den Bischof auf das Un— zukömmliche seiner panslavistischen Agitationen auf merksam zu machen. Der diplomatische Schritt
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ist von Wien aus auf Anregung der ungarischen Regierung unternommen worden.
Türkei. Constautinopel. Die„Pol. Corr.“ meldet aus Paris: Hassan Fehi Pascha's Unter— redung mit Ferry soll auch der Frage der Ab— setzung des Khedive gegolten haben; die Pforte befürwortet die Candidatur Halim Pascha's fur den egyptischen Thron.
Serbien. Belgrad. Die Nachricht von einer Ministerkrisis ist unbegründet.
Rußland. Petersburg. General- Major Graf Ignatieff ist zum interimistischen General— Gouverneur von Ostsibirien und zum Comman— direnden des Irkutsk'schen Milität-Bezirks er— nannt worden
— Der„Russ. Petersb. Zeit.“ zufolge ging dem finnländischen Landtage ein Gesetzentwurf zu, wonach den mit Paͤssen versehenen Juden der Aufenthalt und Gewerbebetrieb in Finnland, sowie die Erwerbung von Immobilien in dortigen Städten, aber nicht in Dörfern zu gestatten ist. Die Juden, welche 10 Jahre in Finnland wohnen und unbescholten sind, erhalten einen lebenslänglichen Paß, können aber bei eintreten— der Veranlassung jederzeit ausgewiesen werden.
Egypten. Kairo. Ueber die Expedition nach Khartum wird unterm 12. Jauuar von den Quellen von Gakdul gemeldet: Das ganze Truppencorps Stewart's ist heute hier ange— kommen. Auf dem Marsche von den Quellen von Howeyiatt hierher zeigten sich die egyptischen Sold ten, die den Trinkwassertransport escor— tirten, disciplinlos; sie brauchten die Wasser— vorräthe allein auf und weigerten sich an an— dere abzugeben.
— 17. Jau. Der„Times“ wird gemeldet: Der Mudir von Dongola berichtete an den Khedive, daß ein nach Khartum entsendeter Bote desselben zurückgekehrt sei und berichtet habe, während seines Aufenthaltes in Khartum habe der Mahdi in einem Schreiben an Gordon um die Erlaubniß nachgesucht, nach Khartum kom— men zu dürfen. Gordon habe die Erlaubniß ertheilt unter der Bedingung, daß der Bote ihn in Amburman treffe. Gordos habe sich sodann mit vier Dampfern nach Amburman begeben, und sei bei der Ankunft von zahlreichen Rebellen angegriffen worden. Es habe sich ein ernst— haftes Gefecht entsponnen, wobei die Rebellen einen Dampfer in den Grund gebohrt. Die anderen Dampfer seien gerettet worden und die Mannschaft, welche den Kampf fortgesetzt, habe schließlich den Feind auseinandergesprengt. Slatin Bey und viele Andere seien in der Gefangenschaft des Mahdi.
China. Shangai. Ein Telegramm des „Standard“ bringt folgende Details über das Uebereinkommen zwischen Corea und Japan: Corea zahlt eine Kriegsentschädigung von 500,000 Taels. Japan hält eine beständige Garnison von 1500 Mann in Seul. Die Behörden von Corea veröffentlichen eine Kundmachung, worin Japan wegen der jüngsten Unruhen keinerlei Vorwurf gemacht wird.
Allerlei.
st. Frankfurt. Der Gast unseres Opernhauses, der Tenorist Perottt, wird in der nächsten Woche den Edgardo in der„Lucia“ und den Fernando in der„Favo— ritin“ ausnahmsweise in italienischer Sprache singen. Diese Vereinbarung wurde getroffen, um das Repertoir des Künstlers, welcher einzelne Parthien in deutscher Sprache zu singen noch nicht Gelegenheit hatte, momentan erweitern zu können.
Frankfurt. Aus Antwerpen, 16. Jau. meldet die „Fr. Ztg.“: Gestern ist um 5 Uhr Morgens ein Mann aus Deutschland hier angekommen, dessen Aeußeres genau dem von der Frankfurter Polizeibehörde noch in der Nacht der Ermordung Rumpff's hinaustelegraptrten Signalement des muthmaßlichen Mörders oder Mitwissers entsprach. Bernard, so behauptet er zu heißen, wurde in Brüssel verhaftet. Von der Brüsseler Polizei nach dem Zwecke seiner Reise befragt, erklärte er, daß er einen Bruder in Antwerpen besitze. Die Antwerpener Polizei konnte indessen diesen Bruder noch nicht ausfindig machen. Der„Gen. Anz.“ meldet: Der Mann sei einer der vor 2½⁰ Jahren in Leipzig verurtheilten Hoch- verräther, der schon seit 12 Tagen, nachdem er aus dem Zuchthause entlassen worden war, sich der über ihn ver⸗ hängten Polizelaussicht durch die Flucht entzogen. Kurz nach seiner Verhaftung soll ein von Most an ihn
adressirter Werthbrief mit 100 Franes eingetroffen sein, während schon kurz zuvor ihm aus derselben Quelle 150 Mark als Reisegeld zugeschickt worden waren.
Triest. Ein leichtes Erdbeben wurde am 12. d. M. in Dietach bei Steyr verspürt Es erfolgten zwel Stöße.
Nizza, 16. Jan. In Nizza wurde heu e früh der Südqual und die englische romenade. Sturzseen überschwemmt, wodurch die Keller der dorttgen Hötels und Villen unter Wasser gesezt wurden und auch sonst viel Schaden entstand; Es muß also eln unterseeisches Erdbeben stattgehabt haben.
Madrid. Die Erderschütterungen in Südspanien haben sich auch am letzten Montag wiederholt. An dlesem Tage trafen dieselben die Stadt Almuneear in der Pro⸗ vinz Granada besonders hart. In einer Zuschrift, welche der„Impareial“ aus Malaga erhalten hat, heißt es: „Die Bewegungen dauern in Nerja und Torrox fort. Ungeteuere Spalten haben sich in dem Erdboden und vis in de nackten Felsen hinein gebildet. In Friziliana folgen sich Bewegungen und unterirdischer Donner ohne Unterbrechung Krankheiten und Hunger wüthen grau⸗ sam. Der Regen, welcher fällt, verschlimmert die Lage. Die Niedergeschlagenheit hat ihren höchsten Grad erreicht.“ An einigen Orten der Probinz Granada hat man bemerkt, daß die Sonne, die sich hinter den Bergen erhebt, jetzt eine halbe Stunde später sichtbar wird als früher. Diese Anomalie führt zu der Vermuthung, daß die Gebirgs— kette der Sierra Nevada sich um elnige hundert Meter gehoben hat.
Gerichtssaal.
Altenstadt. In der Donnerstag den 8. d. Mts. dahler abgehaltenen Schöffengerichtssitzung wurde wie folgt erkannt: 1) in der Strafsache gegen Peter Heppner IV. von Stammheim, wegen Diebstahls, erhielt der Be⸗ schuldigte eine Gefängaißstrafe von 5 Tagen und die Kosten; 2) in der Privatklagesache des Johann Wilhelm Wagner von Nieder-Mockstadt gegen die Wilhelm Jäger Chefrau daselbst, wegen Beleidigung, wurde Letztere in eine Geldstrafe von 25 Mark, ev. 5 Tage Haft und in die Kosten des Verfahrens verurtheilt; 3) in der Privat- klagesache des Friedrich Hochstein von Enzheim gegen Heintich Weigand König Ehefrau daselbst, wegen Be⸗ leidigung, wurde, da der Privatkläger noch nicht voll⸗ jährig und veßhalb zur selbstständigen Klagerhebung nicht berechtigt war, die Hauptverhandlung ausgesetzt und demselben aufgegeben, so gewiß binnen 14 Tagen die von ihm erhobene Privatklage durch seinen gesetzlichen Vertreter genehmigen zu lassen, als sonst auf Grund des § 431 der Str.⸗Pr. Ord. die Zurücknahme der Privat⸗ klage unterstellt und das Verfahren eingestellt würde; 4) in der Privatklagesache der Heinrich Altvater III. Ehefrau zu Hoͤchst a. d. N. gegen Jacob Sellheim da⸗ selbst, wegen Beleidigung, wurde Letzterer in eine Geld⸗ strafe von 20 Mark ev. 4 Tage Haft und in die Kosten des Verfahrens verurtheilt; 5) in der Strafsache gegen Johs. Meub II. von Stammheim, wegen Hehlerel, fiel die Hauptverhandlung aus, da ein Zeuge nicht geladen werden konnte.
Verloosungen.
öproc. Donau- Regultrungs- Anleihe von 1878. Ziehung am 2. Januar 1885. Heimzahlung am 1. Juli 1885. Nr. 19 149 274 397 455 636 52 91 822 1004 35 87 143 264 415 651 701 15 950 2084 208 09 28 78 417 557 747 48 59 954 3012 165 338 99 427 500 641 54 705 10 838 4255 577 618 32 798 906 43 5059 147 84 211 470 90 537 820 97 916 86 à 1000 fl. Nr. 120 55 95 295 319 407 10 657 88 812 53 58 72 1032 120 29 232 37 58 302 98 431 44 505 637 46 87 741 835 922 21113 226 354 540 633 58 757 3275 305 25 566 805 52 941 4008 169 90 288 464 739 818 62 94 910 4 100 fl.
Hessische Ludwigs-Eisenbahn⸗Gesellschaft. Ziehung am 2. Januar 1885.— Heimzahlung am 1. März 1885. A. Vom Prioritäts Anlehen von 1868. Nr. 456 846 2958 3749 3760 4802 7095 8201 8309 8993 9023 9578 9922 10778 12130 12521 13291 14258 15754 16325 16485 16697 17431 17725 17764 19362 19844 19951 à 200 Thlr. B. Vom Prioritäts-Anlehen von 1869. Nr. 21442 657 755 865 903 22110 301 770 23083 368 430 549 621 26273 460 517 932 27834 28618 29365 31011326 987 32415 33004 34443 36555 39198 40529 41569 42035 43225 617 44639 643 à 200 Thlr.
Literarisches.
Die Werkstatt. Meister Konrads Wochenzeitung. Abonn. 60 Pf. vierteljährlich, bringt in Nr. 2 unter anderem Folgendes aus der Welt: Für die Werk⸗
statt: Wie in Nürnberg die Kleinmeister mit Wassorkraft
arbeiten. Vom Lehrjungen halten. Rechnungenschretben.
Allerhand Nützliches für den Handwerker.
Für den Abendschoppen: Was dem Handwerk
eigentlich fehlt. Eine Fabrik auf Innungskosten. Vom
Frühschoppen. Für Haus und Heerd: Die Gieß⸗
kanne. Das große Loos. Wie man gute Wäsche be—
kommt. Für den Feierabend: Wie ich in die Lehre gekommen bin. Briefkasten: Anzeigen.
Daheim. Nr. 16. enthält: Herrn Fortunatus Brautfahrt.(Forts.)— Plauderei über Blumen und Blumenduft. Von Fr. Delitzsch.— Die Dorfpolitlker.
Zeichnung von E. Harburger.— Verrechnet.(Forts. — Der Freiherr v. d. Mosel. Von A. e 5 Am Familientische: Zu den Bildern von Rubens(Söhne Rubens!) und„Der Vivisektor“ von Gabriel Map(mit
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