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Asien. Simla. Oberst Stewart und ein anderer britischer Offizier werden nach Herat gehen, um dem Emir bezüglich der Befestigung Herat's Rath zu ertheilen.

Aus Stadt und Lond.

b. Friedberg, 11. Mal. Von dem zum marschiren dieser Auffassung.

denkbar günstigsten Wetter begleitet fand gestern der ge⸗ meinschaftliche Ausflug des Taunuselubs von Frankfurt und des Taunuselubs Wetterau statt. Als die Frank- furter früh morgens 7 Uhr hier ankamen, wurde ihnen schon ein festlicher Empfang bereitet, indem sie unsere Dilettantenkapelle am Perron mit Musik begrüßte. Nach⸗ dem die Friedberger sich angeschlossen und der Zutz in Nauheim eingefahren war, wurde unter Führung der Nauheimer Mitglieder des Taunuselubs Wetterau sofort der Park, der Teich, die Quelle und das Kurhaus be-

sichtigt, worauf der Johannisberg bestiegen wurde, wo⸗ selbst man das Frühstück einnahm. Hier wurden die Frankfurter seitens des Präsidenten des Taunuselubs Wetterau, Postmeister Foucar von Bad⸗Nauheim, sowie durch Seminarlehrer Wahl von hier begrüßt, worauf der Präsident des Frankfurter Taunuselub(Haus) ant⸗ wortete. Um ½10 Uhr brach man auf, und während ein kleiner Theil der Gesellschaft sich über den Lichten— berg, durch den Hochwald und die Kreuztannen nach der; Martenlaube begab, marschirte das Gros der Gesellschaft, etwa 70 Personen stark, wobei auch das schöne Ge schlecht durch rüstige und muntere Repräsentantinnen ver⸗ treten, über die Hasselhecke auf den Winterstein. Nach kurzer Rast auf dem Forsthause ging es über den Winter⸗ stein und Steinkopf, den Viehtrieb hinunter nach Ockstadt und von da nach Friedberg. Hier im Hötel Trapp wurde ein vorzügliches Mittagsmahl eingenommen, dessen Reich— haltigkeit bei eivilem Preise unserem Besuche so impo⸗ nirte, daß Präsidert Haus den Besitzern des Hötels seine Anerkennung im Namen der Gesellschaft aussprach. Auch bier wurde in Rede und Gegenrede dem Ernst und Humor seln Recht und manches kernige und manches freundliche Wort wurde ausgetauscht. Seminarlehrer Wahl begrüßte wiederholt den lieben Besuch und Präsident Haus dankte mit berzlichen Worten. Auch der Damen wurde in einem Toast gedacht;(wenn aber dem galanten Redner alle schwarzen Schwiegermütter überwiesen würden, möchte es ihm doch ein wenig zu viel werden). Nach der Tafel wurde unsere schöne Stadtkirche und der Burgwall be- sichtigt, worauf man sich auf Steinhäußer's Felsenkeller begab, wo die Dilettantenkapelle und unsere Gesangvereine nebst so»ielen„Freunden des Vereins“ unsere Frank⸗ furter Gäste erwarteten, daß für letztere kaum Platz mehr war, wo sie sich zusammen setzen konnten. Wohl dies war auch die Veranlassung, daß sie uns schon mit dem Zuge 7,45 verließen. Das Eine aber haben sie gewiß von hier mitgenommen, nämlich das Gefühl, daß man sie hier gerne gesehen hat und das wird sie gewiß zum Wiederkommen veranlassen. Neue Freundschaften sind geschlossen und das Gefühl der Zusammengehörigkeit ge- weckt und dies wird beiden Vereinen nur zum Segen gereichen Unsern Frankfurtern aber rufen wir zu:„Auf fröhliches Wiedersehen!“

Ortenberg, 8. Mai. Heute früh 5% Uhr brach in der oberen Stadt Feuer aus, das rasch eine zum Gräfl. Stolbergischen Hofgute gehörige Scheune und die Werkstätte des Wagners Engel in Asche legte. Frei— willige Feuerwehr und Einwobner mit drei Spritzen zur Stelle schützten eine anstoßende Scheune vor dem ver— derbendrohenden Element.

Darmstadt. Das Orts-Comité der allgemeinen deutschen Lehrer-Versammlung veröffentlicht folgende Be— kanntmachung: Für Hessen ist die Anmeldung mit dem 12. geschlossen, im Uebrigen wurde der 20. Mai als letzter Anmeldetermin festgesetzt; auf Pfingsten können keine Mitgliedskarten mehr ausgegeben werden. Die Tischkarten für das Festessen sind nahezu vergriffen und ist deshalb Sorge getragen, daß Karten für guten Mit⸗ tagstisch(Prets 1 M. bis 2 M. 50 Pf.) in Gasthäusern im Empfangs Büreau(Saalbau) zu erhalten sind. Noch wird schließlich darauf aufmerksam gemacht, daß die— jenigen Theilnehmer, welche auf eine Wohnung reflek— tiren, aber keine hierauf bezügliche Anzeige hierher ge— langen ließen, dies umgehend thun sollten, da die Gast⸗ häuser bereits besetzt sind, dagegen Frei- und bezahlte Quartiere in Privathäusern noch zur Verfügung stehen.

Allerlei. Der Componist Ferdinand Hiller

Köln, 11. Mai. ist gestern gestorben.

JIserlohn, 9. Mai. Die Urheber des am 18. Febr. d. J. am blesigen Gesellschaftshause verübten Dynamit⸗ Attentats sind nunmehr endlich ermittelt und gestern verhaftet worden. Es sind drei 16 resp. 17jährige Arbeiter, welche die Dynamitpatronen, die sie zu dem Attentate gebrauchten, gefunden haben wollen. Dle That scheint von ihnen aus purem Frevelmuth verübt worden zu sein.

Der Blitz und die Bäume.

Lebende Bäume sind sämmtlich Leiter der Elektricität und ziehen den Blitz an; aber das Maß ihres Anziehungs- und Leitungsvermögens ist ein außerordentlich verschiedenes, und der Blitz wählt deßwegen für seinen Weg zur Erde die eine Baumart vor der anderen, die nicht

besonders gerne in die Eichen fährt; die alten

nicht unter Eichen stellen.

witter im Sommer 1864 wurden in Eilenriede

daß die übrigen verschont bleiben.

Bestande äußerst selten.

Germanen erklärten deßwegen die Eiche für den Baum Donars oder Thors, und eine allbekannte Mahnung lautet, man soll sich beim Gewitter Jedes neue größere Gewitter liefert fast Belege für die Richtigkeit Bei einem fürchterlichen Ge—

mindestens 12 Eichen getroffen, außerdem zwei Eschen, eine Tanne, jedoch keine einzige Buche und Hainbuche; außerdem in der Nachbarschaft einige Pappeln. Es wurde also die Eiche ganz außerordentlich bevorzugt, und so ist es bei jedem Gewitter; stehen die verschiedenen Baum— arten gemischt, so kann man ziemlich sicher sein,

Am Meisten wird außer der Eiche die Pappel getroffen, besonders die Pyramidenpappel, die aber als Gesellschafterin der Eiche kaum vor— kommt; die Buche wird im gemischten Bestande wohl kaum jemals getroffen, auch im isolirten Man kann also der negativen Verhaltungsmahnung, sich nicht unter Eichen zu stellen, wohl die positive hinzufügen: Man stelle sich im Mischwalde unter Buchen!

Was die Pappel betrifft, so ist sie in ihrer meist isolirten Stellung, vor Häusern, Pforten und an Wegen, dem Blitzstrahle sehr häufig ein willkommener Leiter; das vertikale Aufstreben sämmtlicher Zweige trägt auch bedeutend dazu bei. Diese zahlreichen Zweige strahlen jeden— falls bei elektrisch gespanater Atmosphäre auch die Erdelektricität der Wolkenelektricität ent— gegen und wirken auf diese Weise ausgleichend und auflösend. Es können hochgewachsene Pappeln bei Häusern ganz wohl die Rolle von Blitz— ableitern spielen, und es ist ihre Anpflanzung aus diesem Grunde zu empfehlen. Mit der Ausstrahlungs-Thätigkeit der Pappeln in Be— zug auf die Erdelektricität hängt auch wohl hauptsächlich ihre häufige Wipfeldürre zusammen. Es ist wohl weniger die wahrend jedes im Zenith stehenden Gewitters stattfindende allmählige, stetige Ausstrahlung, als die während eines in der Nähe niederkommenden Strahles erfolgende heftige Ausströmung, als„Rückschlag“ wissen— schaftlich bezeichnet, die den Schaden der Wipfel— dürre anrichtet, indem die Zellen und Gefäße der weichen Zweigspitzen dadurch gesprengt werden. Sehr häufig hat man bei Gewittern in finsterer Nacht im Momente des Herunterfahrens der Blitze nicht blos die Spitzen der Blitzableiter, sondern auch die der Pappeln heftig ausstrahlen sehen. Solche Rückschläge tödten bekanntlich auch oft ganze Schafheerden ꝛc., wenn der Blitz selbst nur etwa den Hirten oder einen benach— barten Baum getroffen hat. Auch die Wipfel— dürre isolirt gestellter Eichen in Hauschlägen im Walde erklärt sich wohl hauptsächlich durch diese Rückschläge bei Blitzen. Kommt der Nach— wuchs des Jungholzes mit seinen zahlreichen ausstrahlenden Spitzen dann baldigst den alten, zu stark in Anspruch genommenen Bäumen zu Hülfe, so erholen sie sich, sonst gehen sie meistens zu Grunde.

Wir wollen nun noch die Erscheinungen, welche vom Blitz getroffene Bäume zeigen, etwas näher in's Auge fassen. Ist der Schlag ge— waltig, so wird der Baum zerschmettert; ist er minder stark, so läuft gewöhnlich ein Blitzstreifen den Stamm hinunter, gebildet durch die herunter— gerissene Rinde, mit einer Blitzfurche, die in's Holz eingedrungen ist, in der Mitte. Dieser Blitzstreifen verläuft bei in freiem Stande auf— gewachsenen Bäumen in einer Schneckenlinie um den Stamm, bei Bäumen in geschlossenem Stande fast gradlinig an einer Seite des Stammes hinunter. Der Blitz ist den Saftgängen des Baumes gefolgt, die im freien Stande dem Gange der Sonne entgegenstreben, also, von unten gesehen, West— Süd— Ost— Nord verlaufen, von oben umgekehrt. Bei alten Eichen kann es vorkommen, daß der Blitz zweimal den Stamm umkreist. Die vom Blitz getroffenen

bieten wohl mehr als einem Strahl Trotz. Wohlgethan ist es jedenfalls, solche Baume recht bald zu hauen, denn der entrindete Streifen berindet sich nicht wieder und ist also den atmo— sphärischen Einflüssen preisgegeben, die allmählig tiefer und tiefer dringen.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 12. Mai. Fruchtber. Watzen M. 19.00. Korn M. 16.75—17, Gerste M. 17.25, Hafer M. 16, Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.

Friedberg, 13. Mai. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.10— 1.20, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf. Butzbach, 9. Mai. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.00, Käse per Pfund 45—46 Pf., Eier 1 Stück 5 Pf.

Grünberg, 9. Mal. Fruchtpreise. Welzen M. 19.20, Korn M. 17.00, Gerste M. 16.10, Hafer M. 15.10, Erbsen M. 18.00, Samen M. 22.50, Kartoffeln M. 4.

Gießen, 12. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.95— 1.05, Eier 1 Stück 4—5 Pf., Käse per St. 4—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.60 0.80, Hühner per Stück M. 1.30— 1.70, Hahnen per Stück M. 1.50— 2.00, Enten per Stück M. 2.00— 2.25, Ochsenfleisch per Pfund 68 Pf., Kuh- und Rind⸗ fleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Hammel⸗ fleisch 64— 70 Pf., Kalbfleisch 50—54 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00 4.20, Zwiebeln per Ctr. M. 6, Kirschen per Pfd. M. 1.00.

Frankfurt, 11. Mat. Fruchtmarkt. Hiesiges Mehl Nr. 0 M. 33.50— 34.50, Nr. 1 M. 28.— 29., Nr. 2 M. 26.50— 27.50, Nr. 3 M. 24.50— 25.50, Nr. 4 M. 18.—19., Nr. 5 M. 17.—18., Milchbrod- und Brod⸗ mehl im Verband M. 54.—56., norddeutsches und west⸗ fälisches Weizenmehl 00 M. 24.— 24.50, Roggenmehl Nr. 0(Berl. Marke) M. 25.— 25.50, do. 0/1 do. M. 22.75 bis 23.75, do. 1 do. M. 21.25—21.75, de. 2 do. M. 17.50— 18.25, Weizen ab unserer Umgegend M. 19. bis 19.25, do. frei ab Bahnhof hier M. 19.25— 19.50, do. fremder je nach Qual. M. 18.5020. Roggen hies. M. 16.75, do. französischer M. 16.75—17., do. Königs⸗ berger M. 16.50, Nicolajeff M. 16.25 16.50, Galatz⸗ Odessa M. 16.— 16.25, Gerste, Brauerwaare M. 17.—19., do. zu Mahlzwecken M. 13.— 13.50, Hafer je nach Qual. M. 15.50— 16.50, Raps M. 26.50—27., Mais, bunter (mixed) M. 12.25 12.50, Wicken M. 16.— 16.50.(Alles per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.) Roggenkleie

M. 5.— 5.25, Weizenkleie M. 4.50 per 50 Kilo. Rüböl im Detail M. 60. Stimmung ruhig. Frankfurt, 11. Mat. Viehmarkt. Angetrieben

waren 318 Ochsen, 10 Bullen und 249 Kühe, Stiere und Rinder, 306 Kälber und 182 Schweine. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 68.—.70, 2. Qual. M. 63.—65., Bullen 1. Qual. M. 49.—51., 2. Qual. M. 45.—46., Kühe, Stiere, Rinder 1. Qual. M. 58. bis M 60., 2. Qual. M. 50.—54., Kälber 1. Qual. M. 56. 60., 2. Qual. M. 48.—52., Hämmel 1. Qual. M. 56.—58., 2. Qual. M. 50.—54., Schweine M. 52.— 54.

Frankfurt, 12. Mai. Auf dem Heu- und Stroh⸗ markt waren 64 Wagen zugefahren. Heu kostete 100 Ko. M. 4.50— 6.40, Stroh M. 4 4.50.

Mainz, 10. Mai. Fruchtmarkt. Weizen M. 19.25 bis 20.20. Korn hiesiges M. 17.25— 17.50, ausländ. M. 16.35 16.50. Gerste, pfälzer M. 18.50— 19.00, fränkische M. 18.75— 19.25. Hafer M. 15.35— 16.50. Mohnöl M. 54.— 56. Leinöl M. 25.— 26. Kohlsamen M. 27.50— 27.75. Rapskuchen M. 152.—— 158. Rüböl, rohes M. 27.35— 27.50, gereinigtes M. 29.25— 29.50 ohne Faß.

Mainz, 10. Mai. Viehmarkt. In der abgelaufenen Woche waren auf unserem Viehmarkt im Ganzen 1037 Stück Vieh und zwar 5 Farren, 129 Ochsen, 204 Kühe, 223 Kälber und 486 Schweine. Bezahlt wurden für Farren M. 42. 46., für Ochsen 1. Qual. M. 67.—69., 2. Qual. M. 65.—66., Kühe 1. Qual. M. 65.—67., 2. Qual. M. 54.— 60. Alles per 50 Kilo Schlacht- gewicht. Kälber wurden bezahlt mit 65—68 Pf. und Schweine mit 52—55 Pf. per ½ Kilo Schlachtgewicht.

Geld⸗ Cours. Frankfurt, am 12. Mai. 1885. Geber. Nehmer M. Pf. M. Pf. 20⸗Frankenstü cke 16. 18 16. 14 do. in ½,,[6,1

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Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Fest der Himmelfahrt. Goitesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10½ Uhr: Herr Kirchenrath Baur. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Glück. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Meyer.

statholische Gemeinde. Christi Himmelfahrt. 6 Uhr: Beicht.

Bäume sind fast immer dem Sterben verfallen;

so gut leitet. Jedermann weiß, daß der Blitz

nur ganz alte mächtige Eichen mit dicker Borke

347 Uhr: Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Segen und Predigt. 2 Uhr: Vesper mit Segen.

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