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habe, um auf einen etwaigen plötzlichen Nothfall in Egypten vorbereitet zu sein, Vorkehrungen zur Bereithaltung von 10,000 Mann Truppen sowie der nöthigen Transportschiffe getroffen.

Wie verlautet, hatte die Regierung be schlossen, den Prozeß gegen Wolff und Bondurand fallen zu lassen.

Spanien. Madrid. Der frühere Minister des Auswärtigen, Silvela, ist zum spanischen Botschafter in Paris und der Marquis de Molins zum Botschafter beim Vatikan ernannt.

Italien. Rom, 25. Jan. Die Kammer genehmigte vor der Abstimmung über deu neuen Schweizer Handelsvertrag die von der Commis sion vorgeschlagene Tagesordnung, welche von der Erklärung der Regierung Act nimmt, daß sie fortfahren werde, gemeinsam mit der Schweiz auf eine den italienischen Interessen entsprechen dere Ermäßigung der Transportbedingungen bei der Gotthardbahn hinzuwirken.

Rußland. Petersburg, 25. Jau. General Kantakuzeno, der neue bulgarische Kriegsminister, reist heute nach Sofia ab. Giers ist gestern Abend hier eingetroffen.

26. Jan. Dem Vernehmen nach wird der Reichsrath demnächst gleichzeitig mit der Be rathung des Gesetzentwurfes des Finanzministers, betreffs Ersetzung der Kopfsteuer durch eine erhöhte Staatsgrundsteuer auch einen Gesetzentwurf über die Einführung einer Personalsteuer ventiliren.

Sämmtliche weibliche Studenten der Medicin von St. Petersburg eine Classe, aus welcher viele furchtbare Mitglieder der;

Nihilistenpartei hervorgegangen sind sind so eben genöthigt worden, in einem großen Pen sionat, welches von den Behörden beschafft wurde, Wohnung zu nehmen, anstatt wie bisher wohnen zu können, wo es ihnen beliebte. Sie haben 10 Rbl. per Monat für Kost und Wohnung zu zahlen und müssen vor 9 Uhr zu Hause sein, bei Strafe des Ausschlusses von dem medi einischen Lehrcursus. Viele der Damen prote stirten anfänglich gegen diese augenscheinliche Einschränkung ihrer Freiheit, aber schließlich bezogen sie ihr neues officielles Quartier.

Moskau. Die Moskauer Zeitung sagt: Die Meldungen der ausländischen Blätter über an geblich für Rußland vorbereitete Staatsreformen seien unbegründet: Weiter heißt es: Man müsse sich entschließen, ob Rußland bei seiner Kirche und seinem Staatsrechte bleiben wolle, oder ob etwas Neues und Fremdes kommen solle. Der Artikel weist auf die kaiserliche Autokratie hin, welche für alle vernünftig Denkenden unerschüt terlich bliebe. Es sei Zeit, das Gespenst ge wisser anderer Autokraten, welche sich mehr und mehr der Geschicke des Landes bemächtigten, zu verscheuchen. Hierzu seien keine besonderen An strengungen erforderlich. Man müsse nur die Institutionen, welche für ein wirkliches Rußland geschaffen seien, zur Wahrheit werden lassen und dieselben mit dem russischen Staatsrechte in Ein klang bringen. Erst dann werden alle den wohl thätigen Zweck der Reformen der vorigen Re gierung schätzen können.

Egypten. Kairo. Der Ministerrath be schloß, ein Rundschreiben an diejenigen Mächte zu richten, welche an der Bildung der interna tionalen Gerichtshöfe theilnahmen, und ihnen den Wiederzusammentritt der Commission für die Gerichtsreform vorzuschlagen.

26. Jan. General Gordon begibt sich morgen via Korosko nach Khartum. Der Zweck seiner Mission soll in der vollständigen Evacuir ung des Sudan einschließlich Khartums bestehen. Der Khedive ernannte Gordon zum Generalgou verneur des Sudan und stattete ihn mit den nöthigen Vollmachten aus. Der Khedive for derte den Emir Abdel-Shakor, Sohn des ver storbenen Sultans von Darfur, auf, sich zu unterwerfen und theilte demselben gleichzeitig mit, er wolle ihm die Provinz übergeben unter der Bedingung, daß die Handelsfreiheit aufrecht erhalten und der Sclavenhandel unterdrückt werde; Tribut soll nicht erhoben werden.

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Alter solches gestatteten.

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Amerika. Washington, Jan. Im Repräsentantenhause wurde eine Bill eingebracht, wonach zur Verhinderung der Ausfuhr von durch Seuchen angestecktem Vieh, sowie zur Bekämpfung und Tilgung von Vieseuchen Vieh Industrie-Bureaus errichtet werden sollen.

Asien. Hongkong, 25. Jan. Einer Meld ung des Bureau Reuter aus Hoitow auf der Jusel Hainan zufolge, sind daselbst Plakate an geschlagen, welche gegen die Ausländer aufzu reizen geeignet sind. Ein Ausländer mußte sich vor dem Pöbel in das britische Consulat flüchten. Die chinesischen Behörden trafen strenge Maß regeln zur Verhütung weiterer Ausschreitungen. Die Passage des Kantonflusses ist noch offen.

Aus Stadt und Land.

Friedberg, 27. Jan. Der Sturm, der vergangene Nacht zwischen 3 und 4 Uhr am heftigsten tobte, hat viel Unheil angerichtet. Abgerissene Baumäste, herab geschleuderte Ziegel, Schornsteine und Theile der letzteren trifft man allenthalben in der Stadt und um dieselbe. An dem Georgsbrunnen in der Burg wurde die Winter umhüllung demolirt und dem St. Georg der Spieß mit⸗ sammt dem Arm entführt.

C. T. Friedberg. Als im vorigen Monate der preußische Minister von Goßler aus Anlaß der Einweih ung der kgl. Webe-Färberei- und Appreturschule in Crefeld weilte, leistete er einer Einladung des Vorsitzenden des Crefelder Turnvereins zum Besuche desselben Folge. Nach Vorführung verschiedener Uebungen und nach einer an den Minister gerichteten Ansprache, ergriff dieser das Wort:Der alte TurnergrußGut Heil, so heißt es in dem betreffenden Berichte der Deutschen Turnzeitung, erfreue ihn um so mehr, als er in denselben als junger Turner oft und freudig eingestimmt. Er sei ein warmer Freund der Turnerei und der Leibesübungen und er be triebe auch jetzt noch die letzteren, soweit sein Amt und Es sei kein Märchen, sondern eine Thatsache, daß in einem gesunden Körper ein ge sunder Geist wohne, der den Menschen befähige, mit Selbstvertrauen in das Leben und mit Liebe in den Dienst des Vaterlandes zu treten. Auf der Wehrhaftig keit des Volkes beruhe ja allein die Sicherheit und die Zukunft des Vaterlandes und deßhalb muͤsse es das Streben eines jeden Deutschen sein, sich diese Wehrhaftig keit und Tüchtigkeit zu eigen zu machen und da die deutsche Turnkunst solche Eigenschaften gebe, so sei es auch die Pflicht eines Jeden, zu ihrer Förderung nach Kräften beizutragen: sie bilde und stärke den Körper und mache die Seele empfänglich für große und edle Ge danken, vor Allem aber für die Liebe zu den Mitmenschen, für die Liebe zum Vaterlande, zu Kaiser und Reich. Sein Streben sei es, dieselbe in allen Schulen und Er ztehungsanstalten, von der niedrigsten Stufe bis zur höchsten Klasse einzuführen und für ihre gedeihliche Ent wickelung in denselben zu sorgen. Aber mit dem Abgange von der Schule dürfe das Turnen nicht aufhören, man müsse für Lehrlingsturnen sorgen, da gerade in den Uebergangsjahren der Jüngling der systematischen Körper ausbildung am Meisten bedürfe und Nichts so sehr ge eignet sei, der der Schule entwachsenen Jugend den inneren Halt zu geben, als die Theilnahme an den auf Körper wie Geist gleich vortheilhaft einwirkenden ge regelten Leibesübungen. Er habe sich in Berlin über zeugt, daß dort das Lehrlingsturnen in großartigem Maaße betrieben werde und außerordentlich segensreich wirke. Er bitte auch hier allen Werth auf dasselbe zu legen. Wann wird man einmal in Friedberg von solchen Anschauungen die praktische Nutz-An wendung, die allein Werth hat, machen?

w. Bad⸗Nauheim, 28. Jan. Die Feier des fünfzig jährigen Doetor-Jubiläums des hies. Geh. Medieinal⸗ raths Dr. Bode findet den 5. März dahier statt. Es sind bereits verschiedene Männer in hies. Stadt zu einem Comité zusammengetreten und werden dieselben das Arrangement des Festes übernehmen. Die Bethelligung an dieser Jubelfeier wird jedenfalls sowohl von hier, als auch von außerhalb eine sehr starke werden, da der Jubilar, der auch zugleich Kreisarzt ist, bereits 47 Jahre am hies. Platze als praktischer Arzt wirkt und durch sein humanes Wesen die Herzen der hiesigen Bewohner ge wonnen hat. Schon seit dem Zeitpunkt, daß Nauheim als eigentliches Bad angesehen werden kann, als erster Badearzt hier thätig, ist die Geschichte des Bades innig mit seiner Person verwachsen. Der Name Bode ist weit über die Grenzen unseres Vaterlandes bekannt, denn Tausende von Leidenden, sowohl im In- als Aus- lande, welche an den hiesigen Quellen Heilung suchten, haben unter seiner vorzüglichen Leitung ihre Gesundheit, wieder gefunden. Die Feier wird voraussichtlich im neuen Kursaale stattfinden.

. Nieder-Mörlen. Einem hies. Pflasterer fiel vor einigen Wochen ein Stein auf seinen kleinen Finger und wurde derselbe dadurch zerquetscht. Der Mann wollte nun seinen Finger ohne ärztliche Hilfe wieder her stellen, die Eiterung griff jedoch soweit um sich, daß der ihn behandelnde Arzt in diesen Tagen sich genöthigt sah, den Finger abzunehmen.

? Münzenberg. Am 1. October 1882 wurde dahter eine Pfennigsparkasse eröffnet, der sich auch das benachbarte Trais-Münzenberg anschloß. Nach dem nun mehr erfolgten Rechnungsabschluß pro 1883 sind in den abgelaufenen ¾ Jahren 4521,90 M. von 288 Einlegern

eingezahlt worden, wovon auf Trais Münzenberg 690 M. 90 Pf. kommen. Im Ganzen wurden nur 161,10 M. zurückgezahlt und ein Gewinn von 13,81 M. erzielt.

E Hungen, 24. Jan. Die beute bier wegen Erricht ung einer Zuckerfabrik ragende weitere Versammlung hatte vor allem dadurch ein günstiges Resultat, daß über die Platzfrage eine Verständigung erzielt wurde. Von den Bewohnern von Echzell und der Umgegend war nämlich gewünscht worden, daß die Fabrik dort errichtet werde, um dadurch eher eine Seeundärbahn zu erhalten. Diesem Wunsche kamen die übrigen Interessenten insofern ent⸗ gegen, als sie sich mit Errichtung der Fabrik bei Echzell alsdann einverstanden erklärten, wenn die Staatsregker⸗ ung auf eine an dieselbe zu richtende Eingabe die Zu⸗ sicherung ertheile, daß noch in diesem Jahre mit Erbau⸗ ung einer Secundärbahn nach Echzell begonnen werde. Andernfalls wollen sich die Echzeller ꝛe bei Errichtung einer Zuckerfabrik bei Trais Horloff bethelligen.

Stockheim, 24. Jan. Die gestern hier tagende Generalversammlung von Oekonomen aus der Umgegend hat nun die Einrichtung einer Zuckerfabrik in Stockheim definitiv beschlossen, und soll mit dem Bau derselben ungesäumt begonnen werden. Bis zum Schlusse der Generalversammlung waren 1786 Morgen Zuckerrüben und somit 1786 Aetien à 300 M. gezeichnet. Im Ganzen sollen 1800 Actien ausgegeben werden.

Allerlei.

Frankfurt, 26. Jan.Können Sie 120 Mark in Kleingeld brauchen? Mit diesen Worten trat heute Morgen ein Cigarren-Reisender an das Buffet einer Wirthschaft in der Saalgasse, einen zufällig dastehenden Gast für den abwesenden Wirth haltend.Oh ja war die Antwort. Der Reisende zählte die 120 Mark auf, welche der angesprochene Mann sofort einstrich. Er ging hinaus, wie der Reisende glaubte um hartes Geld zu holen, kam aber nicht wieder.

Frankfurt a. d. O., 25. Januar. Der bekannte Musikdireetor Piefke, Direktor der gesammten Musikeorps des dritten Armeecorps, ist heute gestorben.

Bremerhaven, 25. Jan. Infolge des Sturmes traf der DampferNeckar mit der Leiche Laskers erst heute Vormittag 10 Uhr auf der Rede ein. Fast sämmt⸗ liche Schiffe und Gebäude hatten auf Halbmast geflaggt. Sofort nach Eintreffen im Hafen wurde der Sarg an's Land geschafft und unter den Klängen des Beethoven'schen Trauermarsches nach der Halle desNorddeutschen Lloyd getragen, welche mit frischem Grün und Flaggen reich geschmückt war. Hier wurde der Sarg auf den Katafalk gestellt, und eine vorläusige Trauerfeierlichkeit abgehalten.

Berlin, 26. Jan. Die Leiche Lasker's ist heute Nacht auf dem Lehrter Bahnhofe hier eingetroffen. Ein offizieller Empfang fand nicht statt. Heute Abend fand die feierliche Ueberführung der Leiche vom Bahnhofe nach der Synagoge statt.

London, 25. Jan. Der gestrige Sturm hat die neu erbaute katholische Kirche in Manonhamilton gänzlich

zerstört. Das Dach stürzte ein und riß das Schliff mit sich fort. Bei einer ernsten Explosion in der Gasfabrlk

zu Aberdeen wurden sieben Personen verletzt.

London, 26. Jan. Gestern Abend stießen im Canal zwei Segelschiffe zusammen, dieCity of Lucknow(von Adelaide nach London) undSimla(von London nach Sidny).Simla ging unter, wobei 30 Personen er tranken. Den ganzen Tag wüthete ein heftiger Orkan mit starkem Regen an den britischen Kuͤsten, besonders im Canal.

Gerichtssaal.

Butzbach, 26. Jan. In der gestrigen Sitzung des Schöffengerichts standen folgende Strafsachen zur Ver handlung: 1) Joh. Georg Becker und Karl Felsing, beide von Maibach, sind beschuldigt, am 16. Sept. v. J. zu Maibach ruhestörenden Lärm erregt und den Poltzei diener Ruppel, sowie den Nachtwächter Althenn beleidigt zu haben. Becker wurde zu 10 Tagen Gefängniß und 6 M. Strafe, event. 2 Tage Haft und Felsing zu 6 Tage Gefängniß und 6 M. Strafe, event. 2 Tage Haft verurtheilt; den Beleldigten wurde auch die Be⸗ fugniß zuerkannt, den entscheidenden Theil des Urtheits auf Kosten der Angeklagten einmal in denWetterauer Voten einrücken zu lassen; 2) die Sache Ludwig Suppes und Friedrich Jung von Kirchgöns, angeklagt wegen Beleidigung, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft ausgesetzt und auf Freitag den 1. Febr. l. J. verlegt; 3) Konrad Zörb, Sohn des Polizeidieners Zörb von Kirchgöns, angeklagt wegen Körperverletzung, wurde zu 4 Wochen Gesängniß und in die Kosten des Verfahrens verurtheilt; 4) Joh. Jacob Häuselars von Crefeld, an geklagt wegen Widerstands und nkuhestörenden Lärms, wurde zu 6 Wochen Gefängniß und 3 Tage Haft ver⸗ urtheilt; 5) Georg Hummel von Rüsselsheim, angeklagt wegen Diebstahls, wurde zu 3 Wochen Gefängniß ver urtheilt; 6) Die Sache Karl Dietz von Rockenberg kam nicht zur Verhandlung.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 26. Jan. Wochenmarkt. Butter kostele per Pfd. M. 0.700.80, Eier 1 St. 6, 2 St. gr. 13 Pf.

Gießen, 26. Jan. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.80- 0.90, Eier per St. 68 Pf., 2 Stück 00 Pf., Käse per Stück 5 9 Pf., Tauben per Paar Me. 0.901.20, Hühner per Stück M. 1.00 1.50, Hahnen per Stück M. 1.00 1.80, Enten per Stück M. 1.80 2.30, Ochsenfleisch per Pfd. 7000 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 54 60 Pf., Kalbfleisch 50-51 Ff. Schweinefleisch 6000 Pf., Hammelfleisch 60- 70 Pf., Kartosseln per 100 Kilo M. 3.50 4.00, Gänse per Pfd.

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