1884.
Dienstag den 28. Bctaber.
M128.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad-Nauheim Montag,
a Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit
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14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.
Post nachgenommen.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Beitreibung der Communal-Intraden, hier diejenigen des 1. und 2. Ziels Umlagen für 1884/85.
Das Großherzogliche Kreis Die Einsendung der Mahn— die§. 18 und 19 der
Betreffend: Die Entwässerung der Grundstücke zu Dorheim.
Behufs Wahl dreier sachverständiger
amt Friedberg an die Großherzoglich 8 und Pfandbefehle des 1. und 2. Zieles Umlagen für Instruction vom 24. Main 1833 wiederholt in Erinnerung.
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V. d. K.: Dr. v. Gemmingen, Kreis-Asses Bekanntmachung.
Mitglieder der Ausführungs-Commission und
den 30. October 1884, Vormittags 10— 12 uhr, anberaumt. Zur Wahl berechtigt sind sämmtliche in dem auf dem Bürgermeisterei-Büreau 3 Tage
Grundbesitzer.
Die Wahl erfolgt durch Stimmzettel,
von denen jeder 6 Namen zu enthalten
Friedberg den 25. October 1884.
en Bürgermeistereien des Kreises.
1884/85 bringen wir hiermit unter Hinweis auf
sor.
dreier Stellvertreter ist Termin auf Donnerstag
vorher offen liegenden Verzeichnisse aufgeführten haben wird. Die drei Höchstbestummten werden
als ordentliche Commissionsmitglieder, die drei Nächsthöchstbestimmten als Stellvertreter eintreten.
Friedberg den 24. October 1884.
Großh I. e
Bekanntmachung.
erzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. v. Gemmingen, Kreis-Assessor.
Die Maul- und Klauenseuche ist im Stalle des Peter Haas in Ilbenstadt ausgebrochen. Großherzogliches Kreisamt Friedberg.
Friedberg den 24. October 1884.
I., e 58
Bekanntmachung.
Dr. v. Gemmingen, Kreis- Assessor.
5 Es wird andurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großherzoglicher Geometer III. Klasse, Wilhelm Bechtold in Nieder-Mockstadt, in Folge vorgerückten Alters sein ihm am 22. Juli 1841 ausgestelltes Geometerpatent zurückgegeben hat und mithin zur Ausübung der geometrischen Praxis nicht mehr berechtigt erscheint.
Friedberg den 24. October 1884.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg.
I..
d. K.: Dr. v. Gemmingen, Kreis-Assessor.
Deutsches Reich.
a. Friedberg. Ein bedeutungsvoller Mo— ment tritt an uns heran; wir stehen vor den Wahlen zum Reichstag. Auf der einen Seite sehen wir die deutsch-freisinnige Partei mit ihrem Candidaten Hinze. Wir und wahr— scheinlich so ziemlich der ganze Wahlkreis wissen von dem Candidaten weiter Nichts, als daß er von der Centralleitung, das heißt von Eugen Richter in Berlin als Parteigenosse empfohlen ist. Eugen Richter kann aber in seinem Kampfe gegen unsern Reichskanzler Fürsten Bis— marck, der Deutschlands Einheit und Größe begründet und dessen genialer Politik wir den Frieden, sowie das Ansehen Deutschlands in Europa verdanken, er kann mit seiner schon im Juli 1879 ausgegebenen Parole:„der Herr Reichskanzler muß fort von seinem Platze“, die Billigung eines einsichtsvollen Patrioten nicht finden; sein Empfohlener, ein politischer Neuling, der vor einem Jahre noch die Uniform getragen, kann zur Vertretung un— seres Wahlkreises im Reichstag nicht für geeignet gehalten werden. Auf der andern Seite sehen wir die national-liberale Partei, die stets nur für die Wohlfahrt unseres Vaterlan— des gearbeitet, die stets bestrebt war, auch die Lage der arbeitenden Klassen durch eine gesunde Socialpolitik zu verbessern;
VII. Namens veränderung.
VII. Dienstnachrichten. Es wurde: dem Schullehrer Oppel zu Grünberg eine Lehrerstelle zu Groß-Gerau, dem Schullehrer Jeckel zu Monzernheim elne Lehrerstelle zu Ockstadt, dem Schulamtsasp. Winter aus Klein-Auheim eine Lehrerstelle zu Ebersheim, dem Schulamtsasp. Held aus Groß-Zimmern die Lehrerstelle zu Ober-Veerbach, dem Schulamtsasp. Neukummt aus Ibersheim die Lehrer stelle zu Wendelsheim, dem Schulamtsasp. Knies aus Herinsheim eine Lehrerstelle zu Offstein, dem Schullehrer Bayerer zu Zell die Lehrerstelle zu Knoden Schannenbach, dem Schulamtsasp. Schenck aus Laubach die 2. Lehrer⸗ stelle zu Steinfurth, der Schulamtsaspirantin Riedel aus Erbach eine Lehrerinnenstelle zu Roßdorf, dem Schulamtsasp. Weicker aus Appenheim eine Lehrerstelle zu Langen übertragen; der Präparator Schmidt aus Offenbach zum Assistenten bei dem Museum in Darmstadt ernannt; der auf die erste Lehrerstelle zu Jügesheim präs. Schullehrer Kloster daselbst bestätigt; dem Schulamtsasp. dömpf aus Elbenrod die Lehrerstelle zu Heblos, dem Schulamtsasp. Goll aus Wolfsheim eine Lehrerstelle zu Heppenheim a. W., dem Schulverwalther Müller aus Hofheim eine Lehrerstelle zu Wallerstädten übertragen.
IX. Ruhestandsversetzungen. Der Reallehrer Rabenau in Alsfeld wurde in den Ruhestand versetzt.
X. Konkurrenzeröffnungen. Erledigt ist: Die ev. Pfarstelle zu Nieder-Wöllstadt. Das Präsentationsrecht
steht dem Grafen zu Solms- Rödelheim zu. Die ev. Pfarrstelle zu Jugenheim. Eine Lehrerstelle zu Drei
eichenhaln, Gehalt 900 M. Eine Lehrerstelle zu Gries heim, Geh. 1000— 1400 M. Eine Lehrerstelle zu Niedern— hausen, Geh. 900 M. Die Lehrerstelle zu Eifa, Gehalt 900 M. Eine Lehrerstelle zu Neu- Isenburg, Geh. 1000 bis 1400 M. Eine Lehrerstelle zu Bessungen, Geh. 1200 bis 2200 M. Eine Lehrerstelle zu Wonsheim, Gehalt 900 M. Eine Lehrerstelle zu Mittel-Gründau, Geh. 900 M. Eine Lehrerinnenstelle zu Worms. Geh. 1200-1700 M.
wir sehen ihren Candidaten Görz, der seit Jahrzehnten im öffentlichen Leben thätig ist; der es verschmäht, den Wählern unerfüll⸗ bare Versprechungen zu machen, der da- gegen schon viel für des Volkes Wohl ge— wirkt und geleistet hat. Kann die Wahl für uns zweifelhaft sein?— Wir glauben nicht! — Wir wählen keinen Berliner Anhänger Richters, wir wählen unsern Landsmann Görz.
Darmstadt. Schluß des Inhalts des Meglerungs. blatts, Beilage Nr. 25:
VI. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens.
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Die Lehrerinnenstelle zu Klein-Krotzenburg, Geh. 950 M.
XI. Sterbefälle. Gestorben sind: Der Schullehrer Heyum zu Offenbach; der Kanzlei-Inspektor Damm; der kath. Pfarrer Jaequeré zu Mainz; der Gymnasial— lehrer Dr. Bamberger zu Bensheim; der Volksschullehrer Gebhard zu Alzey; der Oberlehrer Funk zu Bessungen; der Schullehrer Lennert zu Lorsch; der Hausverwalter Hahn zu Darmstadt; der Schullehrer Möbus zu Wingers— hausen; der Oberförster Lang zu Gießen; der Schul— lehrer Hoffmann zu Griesheim; der Kriegsministerial— Registrator Mahr zu Darmstadt; der Oberst Trumpler zu Darmstadt.
— Militärdienstnachrichten. v. Hulst, Un— teroff, vom Gr. Feldart.-Reg. Nr. 25 wurde zum Port. Fähur. befördert, Stern, Major vom Hess. Feldart. Reg. Nr. l, als Abtheilungskomm. in das Gr. Feldart.-Reg. Nr. 25., v. Mohl, Major vom Gr. Feldart.-Reg. Nr. 25 in das 2. Garde-Feldart.-Reg. versetzt. Geiger, Vice— feldw. vom J. Bat. 3. Gr. Landw. Regts. Nr. 117, zum Sec.-Lieut. der Res. des 4. Gr. Juf.-Regts. Nr. 118, Fritz, Vicefeldw. vom 2. Bat. 3. Gr. Landw.-Regts. Nr. 117, zum Sec.-Lieut. der Nes. des 1. Gr. Inf.-Regts. Nr. 115 befördert.
— Der Seminarlehrer Stromberger zu Alzey wurde auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt und die Finanzaspiranten Filsinger aus
Vilbel und Köppler aus Butzbach zu Steuer—
aufsehern ernannt.
Berlin, 24. Oct. Heute fand im Schlosse unter dem Vorsitze des Kronprinzen die Eröff— nung des Staatsraths statt. Hierauf war Diner im Adlersaale im kaiserlichen Palais, wozu die Prinzen und die anwesenden Mitglieder des Staatsrathes geladen waren.
— 25. Oct. Der Reichskanzler beantragte im Auftrage des Kaisers bei dem Bundesrath, derselbe wolle beschließen, daß die von dem braunschweigischen Regentschaftsrath gemäß der Reichsverfassung zu bestellenden Bundesraths— bevollmächtigten als Bundes rathsvertreter Braun— schweigs im Sinne der Reichsverfassung anerkannt würden. Der Reichskanzler theilte gleichzeitig dem Bunderathe mit, der Kaiser werde die in der Reichsverfassung dem Herzoge von Braun— schweig vorbehaltenen Rechte rücksichtlich des Contingents nach Artikel 63 und 64 während der Dauer der provisorischen Regierungsver— wesung ausüben.
— Die Postdampfer-Subventious-Vorlage ist jetzt auch dem Bundesrathe zugegangen. Die Gesammtsubvention beträgt 5,400,000 Mark.
— Der Landtag ist auf den 24. November einberufen.
Die Vorlage hat 3 Paragraphen. Für die


