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war.— Der vom General Stephenson befür— wortete Vorschlag, die Expedition nach Khartum statt den Nil entlang, von Suakin aus zu unter— nehmen, ist von der englischen Regierung ab— gelehnt worden. Eine amtliche Depesche aus Assuan sagt, der Nil steige, General Wood habe den ersten Nilkatarakt passirt, ausgenommen die letzten 270 Meter desselben, die man füt stets passirbar halte.
— Der„Daily Telegraph“ erhält aus Kairo vom 22. d. die Nachricht, daß die vornehmsten Scheichs und Notabeln der Provinz Kassala, die bisher dem Khedive treu geblieben, zum Mahdi übertraten, nachdem sie erfahren, daß Kassala Abessinien übergeben werden soll. Dies bildet eine Verstärkung der Rebellenarmee um
14,000 Mann mit vielen Waffen und reich licher Munition Afrika. Kapstadt.„Reuter's Bureau“
meldet von hier, eine von Prätoria ausgehende Proclamation besage, daß eine Republik der Boers im Zululande errichtet und das Zululand unter das Proteckorat dieser Republik gestellt worden sei.
Durban. Nach Meldungen des Reuter'schen Bureaus aus Mozambique ist unter den Ein geborenen von Zambesi ein allgemeiner Auf stand ausgebrochen. Die portuglesische Streit— kraft soll vollständig geschlagen und Verstärk ungen von Europa verlangt worden sein.
Persien. Teheran. Es wurde seiner Zeit berichtet, daß Rußland die im Turkmenenlande dicht an der persischen Grenze gelegene Stadt Sarachs eingenommen habe. Wie nun von hier gemeldet wird, ist Moshir Dowleh, der in St. Petersburg weilende persische Gesandte, instruirt worden, Rußland durch alle ihm zu Gebote stehenden Mittel zu bewegen, seinen Anspruch auf Sarachs aufzugeben.
China. Peking. Der Hongkonger Cor— respondent der Times meldet vom 20. d.:„Ich habe den Vicekönig von Canton gesprochen. Er bestätigte die Nachricht, daß ein Edict nach den Provinzen gesandt worden, welches den Behörden anbefiehlt, Vorbereitungen für einen Krieg zu treffen. Sollten Feindseligkenen ausbrechen, so werden die Chins sen mit Energie die Offensive
in Tonkin ergreifen. Kühne Pläne für die Operationen sind formulirt worden. Neue und
ausgedehnte Flußbefestigungen sind vollendet worden, welche Barrieren bilden mit einer Oeff— nung von 150 Fuß zwischen denselben, die binnen
2 Stunden geschlossen werden kann.“
Aus Stadt und Vvand.
e. Friedberg. Die belden obersten Klassen des Schullehrer-Seminars unternahmen am 21. August eine größere Turnfahrt. Sie fuhren mit dem Nachtzug nach Gießen, marschirten dann über Rodbeim durch das Bie— berthal nach den Burgruinen Königsberg und Hohensolms, wo sie die in wunderbarer Pracht aufgehende Sonne be— obachteten. Hierauf wurde der Marsch bis nach Nieder— Weldbach, dem südlichsten Orte des Hinterlandes fort— gesetzt. Hier, in dem Geburtsorte des Seminarlehrers Schmidt, wurde längere Zeit gerastet. Während dieser Rast benützten die Seminaristen die ihnen gebotene Ge— legenheit, den Gottes dienst durch eine Motette zu ver schönern. Um 11 Uhr wurde aufgebrochen. Der Marsch ging nun in das ehemals nassauische Gebiet über Bischoffen, Offenbach, Bicken, Herbornseelbach nach Herborn und von da mit der Bahn zurück. Eine starke Tour, wenn man erwägt, daß der zu Fuß zurückgelegte Weg mindestens 9 Wegstunden beträgt und auf der letzten Strecke, das Aarthal entlang, die Sonne sich alle Muͤhe gab, zu zeigen, daß sie nicht nur schön aufgehen, sondern auch schön brennen könne. Um ½6 Uhr trafen alle wohlbehalten zu Hause ein. Noch sei bemerkt, daß die Wirthe Nieder Weidbachs sich alle Mühe gaben, den Touristen den dortigen Aufenthalt so schön und angenehm als möglich zu machen.
W. Bad ⸗ Nauheim. Nächsten Mittwoch, den 27. August, Nachmittags 3 Uhr, hält der Bezirkslehrer verein Bad Naheim eine Versammlung auf dem Teich hause dahier ab. Die Tagesordnung lautet: 1. Dis cussion über die von Reallehrer Luley aufgestellten Thesen, betreffend die Ueberbürdungsfrage. 2. Erfahr ungen hat man bezüglich des gemacht? J. Ueber die Kirchengesangvereine. Seminar lehrer Schmidt.
Hungen. Im Felde zwischen hier und Bettenhausen wurde vor Kurzem ein Roͤmerkastell aufgedeckt, welches jedenfalls ermöglicht, die Rich tung des Pfahlgrabens ge nauer festzustellen. i
k. Lich, 25. August. neue Turnhalle eingeweißtt.
Welche Sedanfestes Referent:
Gestern wurde dahier die Zahlreiche Gäste von allen
Seiten waren erschienen und man amüsirte sich bei einem Tänzchen auf das beste, als plötzlich Feuerlärm ertönte. Zwei gefüllte Scheuern brannten total ab. Ein Wunder war es, daß bei dem Drängen der Menschenmenge aus dem Tanzsaale kein Unglück entstand. Auffallend ist es, daß schon mehrmals bei der Abhaltung größerer Fest— lichkeiten in unserer Stadt Feuer ausbrach und man konnte diesbezügliche Aeußerungen und Vermuthungen auf dem Brandplatze mehrfach hören.
Allerlei.
Frankfurt, 24. Aug. In dem Bahnhof in Sachsen— hausen hat sich gestern in der Frühe ein Fall ereignet, ber glücklicherweise ohne ernste Folgen verlaufen ist. Um JUhr des Morgens hatte ein dazu beauftragter Heizer das Feuer in einer Locomotive angezündet, da die Loco— motioe zu einem der ersten Züge Verwendung finden sollte. Nun hatte wahrscheinlich der Locomotivführer am Abend vorher dadurch ein Versehen gemacht, daß er es entgegen der Vorschrift unterließ, die Locomottve derart abzustellen, daß der Dampf bei dem Anzünden des Feuers die Locomotive nicht in Betrieb setzen konnte. Der Helzer hatte daher kaum das Feuer in der Locomotive entzündet, als sich die Räder derselben in Bewegung setzten und im Nu war das herrenlose Fahrzeug den Blicken des er— staunten und erschrockenen Bahnhofpersonals entschwun— den. Lange konnte die Locomotive nicht fahren, das wußten die Leute, denn das Feuer mußte, da es nicht unterhalten werden konnte, ausgehen, so daß kein Dampf mehr vorhanden war; aber mittlerweile konnte das da— hinfahrende Dampfroß schon manches Unheil an den nicht verschlossenen Barrièren angerichtet haben. Sofort würde eine andere Locomotibve in Dienst gestellt und mit dieser wurde nun Jagd auf den Ausreißer gemacht. Unterwegs gelang es nicht, die Locomotive zu erwischen, erst bei der Station Walldorf fuhr die Maschine langsam, denn das Feuer war am Erlöschen und der Dampf aus gegangen. Ohne Unfall hatte die durchgebrannte Loco— motive bis zur Station Walldorf eine Strecke von elren 15 Kilometer durchmessen. Dieser Vorfall hat eine ge richtliche Untersuchung im Gefolge.
Wiesbaden, 21. Aug. Der Strolch, der den be jahrten Wächter der Leichtweishöhle gefährlich verwun dete und um Uhr und Kette beraubte, hat sich heute früh in Bingen, als der betreffende Schutzmann im„Englischen Hof“, wo derselbe logirte, die Hand an ihn legte, um ihn zu verhaften, erschossen. Der Räuber, der zwischen 7 und 8 Uhr früh die scheußliche That beging, flüchtete, da ihm ein Criminalkommissariats-Schutzmann auf den Fersen war, nach dem Jägerhaus„Fasanerie“, versuchte in Eltville und Niederwalluff die geraubte Uhr zu ver kaufen, was ihm auch endlich in Rüdesheim gelang. Derselbe war ein stellenloser Kaufmann aus Hamburg und hat den Tag und die Nacht vorher, ehe er den Raubanfall beging, im Hötel„zum grünen Wald“ logirt.
Coblenz. Die beiden unter dem Verdachte der Spionage verhafteten französischen Offiziere, Klein und Nühlmann, sind wieder auf freien Fuß gesetzt und nach Cöln abgereist.
Paris, 22. Aug. In den letzten 24 Stunden sind in Marsetlle 13, in Toulon 3, in den Departements Herault 4, Aude 5, Gard 2, Ostpyrenäen 21 Cholera— Lodesfälle vorgekommen.— 23. Aug. In den letzten 24 Stunden sind in Toulon 6, in Marseille 9, in den Departements Herault 9, in Gard 2 und in Aude 12 Choleratodesfälle vorgekommen. 24% Aug In den letzten 24 Stunden sind in dem Departement Ostpyrenäen 8 Personen an der Cholera gestorben.
Rom, 22. Aug. In den Provinzen Bergamo sind gestern 14 Erkrankungen und 3 Todesfälle, Campobasso 3 Erkrankungen und 6 Todesfälle, Cuneo 12 Erkrank— ungen und 6 Todesfälle, Como 1 Erkrankung, Genua 1 Todesfall, Lodi 1 Erkrankung, Parma 1 Todesfall, Turin 1 Erkrankung und 3 Todessälle, Massa e Carrara 9 Erkrankungen und 4 Todesfälle an der Cholera vor— gekommen.— 23. Aug. Gestern kamen in den Provinzen Bergamo 3, Campobasso 3, Cosenza e, Cuneo 15, Massa carrara 4, Portomaurizio 3, Turin 2 Choleratodesfälle, in der Provinz Genua und zwar in dem Orte Specia 15 Cholera Erkrankungen vor.— 24. Aug. Den Journal— meldungen zufolge sind in Specia bis gestern Mittag 12 Erkrankungen und 31 Todesfälle an der Cholera vorgekommen. 8
Edison, der Elektriker.
Wenn wir hier die Biographie eines verdienstvollen Mannes bringen, so geschieht es deßhalb, weil damit bewiesen werden kann, daß man bei eisernem Fleiß jedes Ziel zu erreichen in der Lage ist, ohne den üblich vor— geschriebenen Weg in Schulen, Universitäten, Museen und Akademien zu machen. Die Fachltüchtigkeit in irgend einem Zweige menschlicher Thätigkeit steht Jedermann offen. Fleiß und Ausdauer führen slets zum Ziel. Damit aber dieses Ziel ein richtiges sei, muß der Strebende trachten, aus dem Geleise des Herkömmlichen zu treten und sich eine neue Bahn schaffen, wie wir dies an Edison sehen, welcher seinem Namen einen Werth beilegte, um welchen ihn Alle beneiden. Thomas Alva Edison wurde am 10. Februar 1847 zu Milan im Staate Ohio geboren und verlebte seine Kinderzeit in der Stadt Port Huron (Michigan). Sein Vater, bolländischer Abstammung, ein mit 76 Jahren noch rüstiger und gesunder Mann, war der Reihe nach Schnelder, Baumgärtner, Korn— händler u. s. w., konnte es aber trotz seiner Intelligenz und Energie zu keinem ausreichenden Einkommen oder zur Wohlhabenheit bringen. Edison's ganze Erziehung
seiner Mutter erhielt, die nach dem Muster vieler junger Amerikanerinnen vor ihrer Verhelrathung eine Elementar— schule geleitet hatte. So lernte Edison lesen, schreiben und rechnen; alles Uebrige eignete er sich durch eigenes Studium ohne jedwede Beihilfe, ohne jede Unterstützung selbst an. Schon in seinen Knabenjahren zeichnete er sich durch eine wahre Lesewuth aus und las ohne jede Wahl Bücher, Zeitungen, Broschüren, wie sie ihm eben in die Hand gertethen. Indessen fiel Edison's Eltern in ihrer dürftigen Wohnung die Erhaltung eines unnützen Essers zur Last, und so wurde beschlossen, den nun zwoͤlf— jährigen Edison, welcher von seinem Vater mit der Energie und Lebhaftigkeit des Geistes auch dessen gesunde robuste Natur geerbt hatte, seine eigene Kraft versuchen zu lassen. Und so kam er als„train boy“ zur Eisenbahnlinie von Nanada und Centralmichigan; hier fuhr er mit dem Zuge von einem Ende zum anderen und hatte hierbei den Reisenden Zeitungen, illustrirte Journale, auch Früchte, Bäckereien, Cigarren ꝛc. anzubieten. Die Rettung eines Kindes vom sichern Tode wurde zu einem Wendepunkte in Edison's Leben. Dies ging so zu: Edison stand am Perron des Babnhoses von Port Clement, als er ein kleines Kind spielend auf den Schienen bemerkte, während der im vollen Laufe befindliche Zug nur mehr ea. 5 Meter weit entfernt war. Ohne sich lange zu besinnen, sprang Edison quer über die Schienen, im Sprunge das Kind erfassend. Die Puffer der Locomotive streiften ihn bereits, doch fiel er, ohne sich zu beschädigen, auf der anderen Seite des Schienenstranges mit dem gerelteten Kinde nieder. Aus Dankbarkeit für die Rettung seines Kindes unterrichtete der Vater desselben(der Stations- chef von Port Clement) Edison systematisch in der Tele— graphie. Letzterer gab nun sein Geschäft als„train boy“ definitiv auf und widmete sich ganz der Telegraphie. Hierin hatte er nicht nur bald seine sämmtlichen Kollegen weit überholt, sondern machte Erfindungen über Er— findungen. Es ist hier einerseits nicht der Ort, und würde andererseits zu weit führen, sie Alle aufzuzählen; es sei nur erwähnt, daß Edison im Jahre 1881 auf Verbesserungen des Morse-Apparates allein 36 Privilegien besaß; die Ausbeutung seiner Erfindung gewährte ihm bald reichliche Mittel. Er gab den Telegraphendienst auf und richtete sich in Menlo-Park, einige Kilometer von New⸗Rork entfernt, ein großes Laboratorium ein, aus welchem seine großen Erfindungen, wie z. B. der Phonograph, hervorgingen. Edison dachte nicht daran, sich zu verehelichen, als ihm einst zu Newark, wo er elne Fabrik einrichtete, das sanfte und liebe Gesicht einer dort beschäftigten Arbeiterin Namens Marie Stillwell auffiel und sich ihm einprägte. Kurz entschlossen stellte er dem jungen Mädchen, ohne Umschweife zu machen, den Antrag, es zu seiner Frau zu nehmen, und nicht lange darauf fand die Trauung statt. Es erübrigt, zur Vollendung von Edisons Charakterbild, noch mit
zutheilen, daß er als zärtlicher Vater und Muster eines Ehegatten gilt. An Sonntagen, die ausschließlich dem Familienleben gewidmet sind, ist bei Edison jedes wissen— schaftliche oder geschäftliche Gespräch verpönt. Bezeichnend für Edison's Lernbegterde sind folgende Züge. In Detrott, wo sein Train stets einen mehrstündigen Aufenthalt hatte, hielt er sich während dieser Zeit immer in einer Biblio— thek auf; er hatte den Vorsatz gefaßt, sämmtliche Bücher von der ersten bis zur letzten Nummer der Reihe nach auszulesen. Er hätte diesen Vorsatz sicher ausgeführt, wenn sich nicht der Bibliothekar für den jungen Mann
interessirt und ihn darauf aufmerksam gemacht hätte, daß es zweckmäßiger sei, die zu lesenden Bücher ihrem Inhalte nach auszuwählen. War Edison in Port Huron, wo ihm keine Bücher zur Verfügung standen, so be—
schäftigte er sich damit, Elemente und Telegraphen—
Apparate zusammenzustellen, Leitungen auszuführen und
überhaupt zu experimenttren, so gut es seine beschränkten Mittel gestatteten. Wie sehr Edison mit seiner Zeit geizte, zeigt die originelle, wenn auch vielleicht nicht sehr empfehlenswerthe Art, die 20 Minuten zu gewinnen, welche er anfänglich durch den Weg vom Vahnhofe bis nach Hause verlor. Er errichtete nämlich an der Rück
seite des Wohnhauses, welches am Bahndamme stand,
einen großen Sandhaufen und sprang dann immer, während der Zug in voller Fahrt war, auf diesen herab.
Verloosungen.
Nassauisches 4prot. Staats-Anlehen von 1853. Ziehung vom 2. August 1884.— Heimzahlung am 1. Dezember 1884. Lit. A. Nr. 22 51 104 177 178 182 203 214 220 224 276 327 328 à fl. 1000. Lit. B. Nr. 15 91 101 132 149 242 245 261 280 286 316 317 367 398 414 427 488 539 559 562 565 585 587 597 673 779 801 824 855 934 943 976 a fl 500. Lit. C. Nr. 5 19 40 74 88 104 158 199 220 244 255 285 3ʃ5 321 370 395 398 402 431 532 454 509 579 603 628 646 687 826 880 908 909 930 958 972 à fl. 200. Lit. D. Nr. 26 71 91 97 108 181 188 228 324 357 412 420 442 459 507 575 590 591 612 648 742 753 763 790 809 810 874 876 943 à fl. 100. Freiburg, Stadt, lO-Fres.⸗Loose vom Jahre
1879. Serienziehung vom 14. August 1884. Ser. 155 264 844 918 1864 1934 2175 2383 2440 2482 313 3287 3437 3539 3666 3990 4082 4461 4965 5422
6062 6101 6205 6295 6636 6898 7182 7554 8071 8439 9266 9443 9717 9903 10240 10324 10357 10374 10528 10684. Die Gewinnziehung findet am 15. Sep— tember 1881 statt.
Handel und Verkehr. Friedberg, 23. Aug. Wochenmarkt. Butter kostete
war daher auf die Lektsonen beschränkt, welche er von
per Pfund M. 1.10- 1.25, Eier 1 Stück 6 Pf.


