Ausgabe 
22.3.1884
 
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Deutsches Reich.

Darmstadt. Der Zusammentritt der ersten Kammer ist für Mittwoch den 2. April in Aus sicht genommen.

Wie die Darmst. Ztg. aus zuverlässiger Quelle erfährt, ist der Tag der Vermählung der Prinzessin Viltoria mit dem Prinzen Ludwig von Battenberg definitiv auf Donnerstag den 17. April festgesetzt. Die Trauungsfeierlichkeit wird in den Nachmittagsstunden in der Hofkirche stattfinden. Nach der kirchlichen Feier wird Galatafel im Kaisersaal des Großherzoglichen Schlosses statthaben. Soweit bis jetzt bestimmt, ist für Samstag den 19. April ein Ballfest im Großh. Palais in Aussicht genommen. Montag den 21. April beabsichtigen die Herrschaften, den von der Vereinigten Gesellschaft veranstal teten Festball zu besuchen. Eine Galavorstellung im Hoftheater soll am 15. oder 16. April statt finden.

Militärdienstnachrichten. Loos, Hauptm. vom 1. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 115, wurde zur Gewehrprüfungscommission versetzt; v. Stoltzen berg, Hauptm. vom 1. Gr. Juf.-Regt. Nr. 115, zum Comp.⸗Chef ernannt; v. Bieberstein, Haupt mann vom 4. Gr. Inf.-Regt. Nr. 118, unter Bef. zum überz. Major, in die erste Haupt mannsstelle des IJnf.-Negts. Nr. 130, Salm, Hauptm. à la s. des Schlesw.-Holst. Füs.-Regts. Nr. 86, als Comp.-Chef in das 4. Gr. Juf. Regt. Nr. 118, v. Petershoff, Major vom 1. Thür. Inf.⸗Regt. Nr. 31, unter Bef. zum Oberst Lieut., als etatsm. Stabsoff. in das 3. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 117, Caspary, Major vom 3. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 117, als Bat.-Comm. in das 3. Westfäl. Juf.⸗Regt. Nr. 16, v. Stuckrad Major vom 3. Hess. Inf.⸗Regt. Nr. 83, als Bat.⸗Comm. in das 3. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 117 versetzt; Schott, Vicefeldw. vom 1. Bat. 2. Gr. Landw.⸗Regts. Nr. 116, zum Sec.-Lieut. der Res. des 2. Gr. Juf.-Regts. Nr. 116, Hofheinz, Prem. ⸗Lieut. der Landw.-Inf. des 2. Bat. 4. Gr. Landw.⸗Regts. Nr. 118, zum Haupt mann, Freed, Landmesser, Vicefeldws. von demf. Bat., zu Sec.⸗Lieuts. der Res. des 4. Gr. Juf. Regts. Nr. 118, Wernher, Vicefeldw. vom 2. Bat. 4. Gr. Landw.⸗Regts. Nr. 118, zum Sec. Lieut. der Res. des Nassau. Feld-Art.-Regts. Nr. 27 befördert. Heller, Sec.-Lieut. der Landw. Juf. des 1. Bats. 1. Gr. Landw.-Regts. Nr. 115, der Abschied bewilligt. Buff, Major vom Magdeb Füs.-Reg. Nr. 36, Lotheißen, Major vom 5. Westfäl. Inf.⸗Reg. Nr. 53, beide früher der Großh. Division angehörig, wurden zu Bat.-Comm. der genannten Regimenter ernannt.

Berlin, 19. März. Der Großherzog und die Großherzogin von Baden sind heute Vor⸗ mittag 11 Uhr aus Karlsruhe hier eingetroffen und auf dem Bahnhofe von dem Kronprinzen und der Kronprinzessin empfangen worden.

19. März. Die Commission des Reichs tages für die Unfallversicherungs und Hilfs kassengesetzborlagen beschloß mit großer Majo⸗ rität, die Bestimmung des§ 34, Absatz 2 der Hilfskassennovelle zu streichen, wonach die Leiter der General- oder Mitglieder-Versammlungen mit Geldbuße bis zu 300 Mark zu bestrafen sind, wenn sie unter die Vereinsversammlungs gesetze fallende Erörterungen öffentlicher Ange legenheiten zulassen oder nicht verhindern.

19. März. Der seitherige Gesandte in Karlsruhe, Graf Flemming, ist in Florenz ge storben.

20. März. Der Andrang des Publikums zur heutigen Sitzung des Reichstags war ein gewaltiger. Auf der Tagesordnung stand das Socialistengesetz. Hasenclever kritisirt die Denkschrift in einer von seinem Standpunkte aus geschickten Weise unter gespannter Auf⸗ merksamkeit und nimmt insbesondere Gelegenheit, energisch gegen die Unterstellung, die Social⸗

protestiren. Die Anarchisten seien Todfeinde der Socialdemokraten, seien verdächtige Subjecte, halb verrückt. Hasenclever fordert die Regierung auf, zu recherchiren, ob das Gerücht, Reinsdofff habe vom Polizeirath Rumpf Geld bekommen, etwas Wahres enthalte. Nachdem noch Grillen berger gesprochen, wird die Denkschrift für erledigt erklärt. Zu dem Gesetz wegen der Verlängerung des Socialistengesetzes nimmt zu nächst Marquardsen das Wort: Die Natio nalliberalen stimmen, falls es andere Parteien verlangen, für die Commission und sind ein stimmig für das Gesetz, wie es vorliegt. Aender ungen werden nicht beabsichtigt. Bebel, während dessen Rede der Reichskanzler eintritt, führt aus, Ausnahmegesetze, wie gegen die Social demokratie bei uns, finden sich in keinem Cultur staate. Minister v. Puttkamer: Der Antrag, das Socialisten-Gesetz nur auf zwei Jahre zu verlängern, ist überaus bescheiden und erklärt sich aus dem Wunsche der Regierung, die Zahl der Gegner der Vorlage möglichst zu verringern, sowie aus der Hoffnung, daß die durch die be gonnene Socialreform irregeleiteten Volksmassen wieder zur Besinnung gebracht sein werden. Windthorst beantragt Namens des Centrums Verweisung an eine Commission von 21 Mit gliedern. Fürst Bismark: Die Fristbestimmung im Gesetze sei nicht der Ausdruck der Hoffnung, daß in zwei Jahren die Socialdemokratie be kehrt sein werde, sondern das Resultat des Mißtrauens der Majorität, welche durch die Fristbestimmung die Regierung controliren wolle. Daß die Heilung der socialen Schäden nicht allein repressiv, sondern auch durch positive Maßregeln zu Gunsten der Arbeiter erfolgen solle, ist durch die Thronrede von 1881! an

erkannt worden. Hierauf wird die Debatte vertagt. Dresden, 19. März. Prinz Georg ist

an nervösem Fieber erkrankt, die Krankheitser scheinungen treten jedoch bis jetzt milde auf und flößen keine Besorgniß ein. 20. März. Prinz Georg hat die Nacht unruhig verbracht, das Fieber ist ziemlich hoch, die nervösen Krank heitserscheinungen dauern fort; seit einigen Stunden hat sich jedoch ein Ausschlag im Ge sicht und am Halse angedeutet. Es ist dadurch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß die erwähnten Krankheitserscheinungen und das Fieber als Vorläufer einer Hautkrankheit zu betrachten seien.

19. März. Die zweite Kammer hat das Gesetz über die Befugniß zur Ausschließung säumiger Abgabenpflichtiger von öffentlichen Ver gnügungsorten mit den von der Commission vorgeschlagenen Abänderungen in der Schluß berathung ohne Debatte angenommen.

Ausland.

Schweiz. Bern, 19. März. Der Bun desrath hat sich dahin schlüssig gemacht, die Handlungen, wegen welcher Anarchisten in Untersuchung gezogen werden, als gemeine Ver brechen anzusehen, deren Erledigung in das Gebiet der cantonalen Strafrechtspflege falle.

Schweden. Stockholm, 19. März. Der Kronprinz von Schweden wurde zum Vicekönig von Norwegen ernannt.

Norwegen. Christiania, 20. März. Das Reichsgericht verurtheilte heute den Staatsrath Vogt nach denselben Gesetzesbestimmungen wie den Minister Selmer, sein Amt als Minister verwirkt zu haben.

Frankreich. Paris, 19. März. In den äußeren Bezirken fanden gestern Abend einige Bankets statt, bei welchen beftige Reden gehalten wurden. Die öffentliche Ordnung wurde nicht gestört.

20. März.

Das JournalParis kann

versichern, die militärischen Operationen in Tonkin würden nach Besetzung Honghoas als beendet angesehen werden.

Die Regierung hat beschlossen, zwei Bataillone Infanterie nach Andorra zu senden, um die kleine Republik zu besetzen. Bevor je doch diese Truppen abgehen, wird ein neuer Versuch bei dem Bischof von Seo de Urgel ge macht werden, um eine Entwaffnung seiner An hänger zu verlangen.

Großbritannien. London, 19. März. Gladstone ist heute nach Coombe abgereist, wo selbst er bis Montag bleibt, um absoluter Ruhe zu pflegen.

Italien. Rom id Ma; heutigen Präsidentenwahl in der Kammer waren 434 Votanten anwesend. Coppino erhielt 228, Cairoli 145 Stimmen. 54 unbeschriebene Zettel waren abgegeben. Coppino ist somit gewählt.

20. März. Kammer. Ministerpräsident Depretis theilt mit, daß Angesichts der parla mentarischen Lage das Ministerium dem Könige die Demission überreicht habe und der König sich die Entscheidung vorbehalten habe. Das Ministerium werde inzwischen am Platze bleiben und die gewöhnlichen Angelegenheiten erledigen. Der König conferirte mit Tecchio und Coppino Rassegra. Fanfulla, Italie und Opinione glauben, Depretis werde mit! der Reconstruirung des Cabinets betraut werden. Diritto verzeichnet das Gerücht, daß, da Depretis ablehnt, Mancini mit der Cabinetsbildung betraut werden würde.

Türkei Konstantinopel. Die Ag. Stef. meldet aus Cauea vom 18. März: Die Ein wohner Sphakia's vertrieben die türkischen Be hörden. Der Bewegung wird indessen nur ver einzelt eine allgemeine Bedeutung beigelegt. Die Ruhe der Insel ist nicht weiter gefährdet.

Rußland. Petersburg. Am 16. März wurde die Schwester Degajeff's, des Mörders des Obersten Sudejkin, verhaftet. Sie war aus Charkow, wo Degajeff's Mutter sich auf hält, angekommen.

Wie der Times von hier gemeldet wird, haben die Erfolge des afrikanischen Mahdi in Bokhara eine große Aufregung hervorgerufen und es ist dort ein neuer Mahdi aufgestanden, Namens Mahomed Abdallah Ben Omar, der den Titel Keffid angenommen und dem türkischen Sultan einen Brief geschrieben hat, worin er ihn auffordert, die grüne Fahne Mohamed's gegen die Ungläubigen zu entfalten.

Egypten. Kairo, 19. März. Einem Havas-Telegramme zufolge gilt die Ernennung Abdelkaders zum Generalgouverneur des Sudan als unwahrscheinlich. Alle Verbindungen jen seits Berber sind jetzt unterbrochen. Die Bedut nen-Stämme concentriren sich an den Ufern des Nil und besetzten den Sabooka-Cataract, wo der Fluß nur 11 Meter breit ist, wodurch die Passage des Flusses vollständig unterbrochen ist. Der Batakheer-Stamm bereitet einen An griff auf Shendy vor.

20. Marz. Ein Telegramm der Daily News bestätigt die Nachricht, daß die Bemüh⸗ ungen Osmans, den heiligen Krieg zu predigen, gescheitert seien und die meisten seiner Auhänger ihn verließen; Osman Digma habe sich mit nur wenigen Leuten ins Innere zurückgezogen. Eine Depesche Graham's aus Suakin von heute sagt, drei Scheiks der Stämme Samara-Amrar mit siebzehn Anhängern hätten heute in Handuk sich der Regierung unterworfen.

Amerika. Washington, 20. März. Repräsentantenhaus genehmigte eine Resolution dahingehend, daß die Beileidsresolution des Hauses anläßlich des Ablebens Lasker's den Tribut der Achtung darzubringen bezweckt habe, und daß das Haus, den Beziehungen zwischen der deutschen Executive und dem Reichstage fernstehend, von jeder weiteren Kritik der

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