— Kirchenbau-Lotterien sollen nach einer neuerlichen Ministerial-Entscheidung nicht mehr gestattet werden, da es den bestehenden Grund— sätzen nicht entspreche, den Kirchengemeinden zur Erleichterung in ihrer Verpflichtung zu kirch— lichen Bauten eine Unterstützung durch Gestatt— ung einer Lotterie zu gewähren.
Dresden, 19. Jan. Die Abgeordneten aller Parteien in der zweiten Kammer, ausge— nommen die Socialdemokraten, haben einen An— trag gestellt, die Regierung zu ersuchen, wo möglich noch dem gegenwärtigen Landtage einen Gesetzentwurf vorzulegen, wonach Personen, welche mit Absicht oder durch einen ungeord— neten Lebenswandel und dergleichen sich in die Lage versetzt haben, die öffentlichen Abgaben nicht zahlen zu köunen, dem Schank- und Tanz— stättenverbot unterworfen werden dürfen.
München, 18. Jan. Kammer. Der Minister des Innern verlas eine königliche Botschaft, durch welche der Landtag bis zum 29. März verlängert wird. Das Haus erledigte sodann den Postetat und den Justizetat.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Einer Meld— ung der Presse zufolge wird die Regierung die Gesetzvorlagen, betreffend die Verstaatlichung der Franz⸗Joseph-, Rudolph- und Vorarlberger Bahn gleichzeitig bald nach dem Wiederzusammentritt des Reichsrathes einbringen. Hiermit ist die Ver— staatlichungsaction für diese Session abgeschlossen.
— 20. Jan. Der russische Minister v. Giers ist heute hier eingetroffen und hat sich nach kurzer Begrüßung durch den russischen Bot— schafter Fürsten Lobanoff und das Personal der russischen Botschaft in Begleitung des Fuͤrsten Lobanoff nach dem Botschaftspalais begeben.
Pest, 18. Jan. Gegenüber Gerüchten über eine politische Krise, wozu das Votum des Ober— hauses über das Mischehengesetz den Anlaß ge— geben hätte, erklärt die„Ungarische Post“ auf das Entschiedenste alle Gerüchte für grundlos. Die Stellung des über die große Majorität des Abgeordnetenhauses verfügenden Cabinets Tisza sei durch das Votum des Oberhauses nicht im Geringsten beeinflußt.
Frankreich. Paris. Wie dem Fr. Jouru. gemeldet wird, verfügte die Gräfin Chambord die Rückzahlung der sogenannten Schwarzen Kasse der Royalisten, die ursprünglich 5 Million be— trug, wovon 500,000 Fr. zu Parteizwecken aus— gegeben wurden. Die Orleanisten hatten er— wartet, daß diese von den Zeichnern ohne Hoff— nung auf Rückerstattung eingezahlten Fonds ihnen überlassen werden würden.
— 18. Jan. Im Senat begann heute die Berathung des außerordentlichen Budgets.
— In Paris will man wissen, daß Eng— land entschlossen ist, nicht nur den Sudan, mit Einschluß von Senaar und Khartum, sondern auch ganz Nubien bis an den zweiten Nil— katarakt an den Mahdi abzutreten, welchem Widerstand zu leisten die anglo-egyptische Armee weder den Muth noch die Kraft besitze. Der Rest von Egypten, also das Nildelda, solle in eine englische Colonie verwandelt werden. In den parlamentarischen Kreisen wird deshalb der Gedanke erörtert, ob Frankreich, um von seinem früheren Einfluß in Egypten wenigstens etwas zu retten, nicht Suakim occupiren sollte, welches für den besten Hafen am Rothen Meer gilt.
Belgien. Brüssel. Wie der N. Fr. Pr. ge⸗ rüchtweise von hier gemeldet wird, ist der belgische General Brialmont reactivirt worden. Die gegen— wärtigen guten Beziehungen Rumäniens zu dem europäischen Friedens-Bündnisse haben einen solchen Schritt der belgischen Regierung ermög— licht, ohne daß in demselben irgend etwas Be— denkliches lag. General Brialmont war s. Z. gegen den ausdrücklichen Befehl seiner Vorge— setzten nach Rumänien gegangen, um, wie es bieß, die Vertheidigung dieses Landes gegen Oesterreich zu organisiren, und in Folge dessen in Belgien zur Disposition gestellt worden.
Großbritannien. London, 19.
.
Jan.
General Gordon ist gestern aus Brüssel hier
angekommen und reiste Abends nach Egypten ab. Derselbe begibt sich nach Suakim und Khartum. Wie die Times erfährt, bezweckt seine Sendung, einen Bericht über die militärische Lage im Sudan zu erstatten und Vorsorge für die europäischen Bewohner Khartum's und für die im Sudan verbleibenden Garnisonen zu treffen. Ferner hat Gordon die Aufgabe, die Evacuation des Sudans, mit Ausnahme der Küste, zu vollziehen.
— 19. Jan. Im Prozesse Wolff-Bondurand zog sich die Jury um 12½ Uhr Mittags zurück und erschien um 6 Uhr Abends wieder. Da sich dieselbe über einen Spruch nicht hatte einigen können, so wurde sie aufgelöst und der Prozeß bis zur nächsten Session vertagt.
Spanien. Madrid, 17. Jan. Die Kam— mer nahm den Gegenentwurf zur Adresse auf die Thronrede mit 221 gegen 126 Stimmen an. Für denselben stimmten die Anhänger Sagasta's, dagegen die Republikaner, die Conservativen und die dynastische Linke. In Folge der Annahme des regierungsfeindlichen Adreßentwurfes ist eine Ministerkrisis eingetreten. Der König berief den Kammerpräsidenten und die Parteichefs behufs einer Berathung. Wie verlautet, hat sich bereits folgendes conservative Cabinet constituirt: Ca— novas, Präsident; Elduyen, Auswärtiges; Que— sada, Krieg; Antequera, Marine; Romeroroblado, Inneres; Silvela, Justiz; Pidal, Arbeiten; Val— dosera, Colonien; Cosgayon, Finanzen. Das neue Ministerium bezeichnet als Zweck seines Strebens, die Freiheit und Ordnung zu sichern und die Monarchie zu consolidiren. Das Mini— sterium ernannte 49 Präfecten, welche sofort in die Provinzen abgehen werden. Canovas verlas in den Cortes das königliche Dekret, wodurch die Sitzungen der Cortes suspendirt werden. Es heißt, daß die Cortes-Neuwahlen im April staitfinden und die neuen Cortes im Mai zu— sammentreten werden.
Rußland. Peiersburg, 18. Jau. Loris Melikoff ist erkrankt, wie verlautet, ernstlich.
Amerika. Washington, 18. Januar. Die Subcommission für Handelssachen in der Re— präsentautenkammer beschloß, letzterer eine Reso— lution vorzuschlagen, wonach Präsident Arthur ermächtigt werden soll, den Import solcher Waaren zu verbieten, welche er nach Anhörung von Sachverständigen als der Gesundheit der amerikanischen Bevölkerung schädlich betrachten würde und sofern dieselben aus Ländern kommen, die aus gleichem Grunde den Import amerika— nischer Waaren und Producte verbieten.
New⸗Vork, 19. Jan. Die Abendblätter bringen die Nachricht, daß die Waffenfabrik in Newhaven einen großen Auftrag auf Repetir— gewehre für die chinesische Regierung erhielt.
Egypten. Kairo, 18. Jau. Ein amtliches Telegramm aus Khartum meldet, das ganze um— liegende Land sei in offenem Aufruhr.
— Die griechische Regierung hat sich ge— weigert, der Verlängerung der Befugnisse der internationalen Gerichtshöfe auf fünf Jahre beizutreten und die vorgängige Ernennung eines griechischen Mitgliedes des Apellhofs in Alexan— drien verlangt. Die egyptische Regierung hat diesem Verlangen nicht Folge gegeben und hat der Khediwe das Decret, betr. die Verlängerung der Befugnisse publiciren lassen.
Asien. Hongkong. In Folge der Vorstell— ungen der britischen Behörden wird die Vorbe— reitung zur Sperrung des Kantonflusses einge— stellt werden.
— Ein Telegramm vom 16. d. meldet, die chinesischen Truppen, von Kanton kommend, seien mit Kriegsmaterial und Torpedos auf Hainan gelandet.
Aus Stadt und Land.
r. Friedberg. Die Verlegung des nächsten Musik— Vereins-Concerts, wofür der 25. Januar in Aussicht genommen war, ist infolge der Krankheit des Dirigenten nothwendig geworden. Eine Mittheilung, wann das Coneert stattfindet, wird sobald als möglich erfolgen.
2 Vilbel. Der Bande, welche unlängst in den hiesigen Kirchen einen Einbruch verübte und in der katholischen Kirche sämmtliche Schlüssel mitnahm, ist
man hart auf der Spur. Einer der Einbrecher, bei welchem man besagte Schlüssel fand, ist in Bornheim verhaftet worden. Derselbe soll ein schon wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit bestrafter„Bräutigam“ aus Klein— Karben sein.
2 Vilbel. Dieser Tage wettete in einem benach- barten Orte ein reicher Oekonom mit seinem Schwieger— sohn um 1000 fl., daß er(der Schwiegersohn) mit einem Schuß keine 15 Spatzen schießen werde. Der Schwieger⸗ sohn ging auf diese Wette ein und schoß mit einem Schuß zum Schrecken seines Schwiegerpapa 18 Spatzen. Der Schwiegervater mußte die verwetteten 1000 fl. in deut⸗ scher Reichswährung auszahlen.
d. Offenbach. Es dürfte wohl nicht uninteressant sein, jetzt schon etwas Näheres über die Vorarbeiten zu dem nächsten in Offenbach stattfindenden Sängertag des Mainthalsängerbundes, die jetzt schon ganz schönen Fortgang nehmen, zu erfahren und können wir heute mittheilen, daß sämmtliche Vereine ihren Bedarf an Liederstimmen und Partituren aufgegeben, diese bereits im Druck sind und schon in aller Kürze ausgegeben werden können. Als Festdirigent wurde in der am ver— gangenen Freitag stattgehabten ersten diesjährigen Aus⸗ schußsitzung Musikdirector J. L. Güth von hier gewählt, der als Componist und Dirigent sich ja bereits einen bekannten Namen erworben hat. Derselbe hat die Wahl angenommen und sind wir überzeugt, daß hierdurch unser Fest eine tüchtige musikalische Leitung bekommen wird, In den nächsten Tagen wird zur Wahl des Festprä⸗ sidenten und Bildung des erweiterten Festausschusses geschritten und als Festplatz haben wir schon zwei Ob— jeete in Aussicht, wovon das eine eine vollständig ge— schlossene Halle ist. Die hiesige Einwohnerschaft hat sich mit dem Gedanken des Festes schon recht vertraut gemacht und steht der ganzen Sache sympathisch gegenüber, so daß wir auf ein vollständiges Gelingen wohl hoffen können.
Mainz, 19. Jan. Eine noch junge Frau aus Dienheim, erst seit 14 Tagen verheirathet, hat ihrem Mann den Phosphor von Zündhölzchen in das Essen gemischt. Der Mann, der erkrankt war, befindet sich bereits wieder auf dem Wege der Besserung. Die Ver— brecherin ist verhaftet.
Allerlei.
Frankfurt, 19. Jan. Der Anarchist Reinsdorf, nicht Rahlsdorf, reiste nach dem Frankfurter Attentat nach London, woher er vor 14 Tagen nach Hamburg zurückkam. Unter Hödel's Papieren befanden sich seiner Zeit Reinsdorf'sche Zettel. Der Vergolder Carl Milden⸗ berger in Mannheim wurde unter dem Verdacht der Mit— schuld an dem Dynamitattentat im Clesernhof verhaftet.
Kassel, 19. Jan. In vergangener Nacht nach 1 Uhr wurde Staatsanwalt v. Ditfurth von einem arbeitslosen Küfergesellen Namens Thurner aus Wien— Neustadt angefallen. Der Verbrecher war, nachdem er unter Drohungen Geld verlangt hatte, Ditfurth scharf zu Leibe gegangen. Letzterer packte den Strolch jedoch mit starken Händen, und überlieferte ihn den auf seinen Hülferuf herbeieilenden städtischen Nachtwächtern, worauf der Strolch, dem bei seinem energischen Wider— stand nur mit einigen tüchtigen Hieben beizukommen war, in Polizeigewahrsam verbracht wurde.
Köln, 17. Jan. Tillmann Hans, welcher des Ver— brechens verdächtig ist, den Stockhausen'schen Doppelmord begangen zu haben und deßhalb lange vergeblich steck— brieflich verfolgt wurde, ist in Lüttich verhaftet worden.
Wien, 19. Jan. Eisert ist seit heute bewußtlos.— Ein Straßensammler Jungmaier erhängte sich und ließ einen Brief zurück, in welchem er angab, er gehe in den Tod, weil ihn das Loos zur Ausführung eines Attentates bestimmte, wozu er ungeeignet set. Es ist jedoch die An; nahme berechtigt, der Brief bezwecke blos eine Unter— stützung der darbenden Familie des Selbstmörders.
Pest, 19. Jan. Der oberste Gerichtshof ver⸗ urtheilte Sponga, Pitely und Bereez, die Mörder Majlath's, zum Tode durch den Strang. b
London. Das Gamant-Kohlenbergwerk in Cro— mamman in Wales war am Mittwoch der Schauplatz eines entsetzlichen Unglücks. Um 5 Uhr früh fuhren 11 Bergleute und ein Junge in der Förderschale zur Schicht an. Kaum waren sie eingestiegen, so riß das Förderseil und die Schale stürzte in den tiefen Schacht, wobei alle 12 Personen in gräßlicher Welse das Leben verloren. Einige der Leichen waren so verstümmelt und zermalmt, daß sie nicht indentifieirt werden konnten.
Rom, 18. Jan. Der General-Abt Cesare des Bene— dietinerklosters auf Montevergine wurde in der letzten Nacht in seiner Wohnung ermordet. Die Wohnung wurde ausgeraubt. Zwei Bedienstete sind verhaftet.
Tiflis, 18. Jan. Heute Nachmittag gegen 1 Uhr erfolgte hier eine ziemlich heftige Erderschutterung mit unterirdischem Getöse.
Woston, 19. Jan. Der Dampfer„City of Co- lumbus“, auf der Fahrt von Boston nach Savannah mit 81 Passagieren, worunter ein Drittel Frauen und Kinder, scheiterte gestern bei Cap Gayhead an der Westküste der Insel Marthas Vineyard an der Küste von Massachusetts. 104 Personen kamen um, darunter 55 Passagiere erster und 15 zweiter Classe sowie 34 Per- sonen von der Manschaft. 22 Personen wurden gerettet. Im Augenblick des Scheiterns stürzte Alles auf das Deck und so wurden fast Alle von den Wellen fort—
gerissen. Unter den Ertrunkenen befindet sich der türkische Generalconsul in Boston. Gerichtssaal.
Friedberg. Schöffengerichtssizung vom 15. Jan.
1) Seligmann Oppenheimer von
Nieder⸗Mockstadt,
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