Ausgabe 
18.3.1884
 
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Deutsches dieich. Darmstadt. Der Amtsrichter Laist in Bingen wurde zum Amtsrichter in Mainz und der Amtsrichter Dr. Metzler in Alzey zum Amts

richter in Bingen ernannt.

Berlin, 14. März. Reichstag. Lohren begrüßt freudig den Entwurf des Unfallversicherungsgesetzes und erkennt namentlich die solide Basis der Berufsgenossen schaft an. Man müsse bestrebt sein, auch gefährliche Bauge werke in das Gesetz hineinzuziehen. Redner empfieblt schließ⸗ lich die commissarische Vorberathung. Bamberger: Selten babe die Berechtigung der Opposition sich so deut⸗ lich erwiesen, wie dieser Vorlage gegenüber. Der Reichs⸗ zuschuß und manches Andere, was frühere Vorlagen ent⸗ hielten, sind von der Regierung der Opposition geopfert worden. Tadelfrei sei auch diese Vorlage nicht, das ganze System des Entwurfes mache den Eindruck der Künstlich keit. Staatssecretär v. Bötticher: Die Vorlage wolle allseitig, auch den vom Hause anerkannten Uebelständen abhelfen, und damit einer Soelalrevolution den Boden entziehen. Auf dem Ausschlusse der Privatversicherungs- gesellschaften beharre die Regierung unbedingt; nicht eine einzige der verbündeten Regierungen habe sich für deren Zulassung erklärt. Die Mitwirkung der Arbeiter bei Regulirung der Entschädigung Verunglückter sei sehr er wünscht, in Schlesien habe sie sich vorzüglich bewährt; man möge in ihr einen Weg erblicken, der agitatorischen Aufreizung der Arbeiterclassen durch dieses gewisse Maß von Selbstbestimmung entgegenzuwirken. Der Minister bittet, die Vorlage nicht als eine politische Parteifrage zu betrachten, sondern als einen socialen Reformschritt allseitig wohlwollend und eingehend zu prüfen. Hert⸗ ling schließt sich diesem Wunsche an und verspricht die thatkräftigste Mitwirkung des Centrums zum Zustande kommen des Gesetzes. 15. März. Die Convention mit Luxemburg über den Grenzverkehr der Medieinal⸗ personen wird definitiv genehmigt. Hierauf wird die Berathung des Unfallversicherungsgesetzes fortgesetzt und heben wir aus der heutigen Debatte nur Einiges aus Bis- marck's Rede hervor. Bismarck bemerkt:Ich will in der Generaldebatte nicht auf die das Gesammtgebiet umfassende Materie eingehen, aber doch über die Stell⸗ ung der verbündeten Regierungen einige Worte sagen. Wir wollen nicht, wie der Vorwurf erhoben ist, die Vor lage auf einen engen Kreis von Berufsarten beschränken, die Einschließung weiterer Kreise bleibt vorbehalten. Eine wohlwollende eingehende Prüfung ist nöthig, aber die gegenwärtige Partelleidenschaft und Zerrissenheit der Parteibestrebungen führt uns direet in die Gefahr, die wohlwollenden Intentionen der kaiserlichen Politik zu gefährden. Die Hineinziehung des Baugewerbes wie der land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter in den Rahmen der Vorlage ist unser dringendes Bestreben, aber zu nächst müssen wir eine Basis haben, von der aus wir welter opertren können. Die fortdauernde Negation seitens des Reichstages, wie wir sie seit Jahren be obachteten, verschleppt aber Alles und wir kommen da durch zu keinem Anfang. Möge doch der Reichstag nie vergessen, daß er nicht blos das Recht der Negation, sondern auch der selbstständigen Initiative habe und seinerselts bessere Vorschläge machen könne an Stelle der

abgelehnten. Den Vorwurf des Zwanges trifft die Vor⸗ lage nicht. Sie bietet Freiheit der Organisation in

vollem Maße, nur die Leitung selbst ist obligatorisch und muß es sein. Wir wollen vom Standpunkte des prak tischen Christenthums aus den Armen helfen und uns nicht, wie etwa Frankreich, so fern von dem Soelalis mus halten, daß wir nicht einmal eine Armengesetzgebung haben und Jedem das Grundrecht lassen, zu verhungern. Wir wollen mit fester Hand, mit dem Messer den Ope rationseinschnitt wagen. Wenn der Reichstag an Stelle unserer Vorschläge bessere zu setzen weiß, so werden wir das dankend acceptiren und nicht, wie die Opposition es zu nennen beliebt, eine Niederlage zu beklagen haben. Nachdem die Debatte geschlossen, wird die Vorlage an eine Commission von 28 Mitgliedern verwiesen.

14. März. Im Abgeordnetenhause wurde heute die dritte Lesung der schlesischen Landgüter ordnung, der Secundärbahnvorlage und die Ab⸗ änderung des Pensions-Gesetzes berathen und erledigt.

14. März. Die N. A. Z. erklärt die von dem hiesigen Correspondenten des Standard wiederholte Behauptung von einem zwischen Deutschland und Oesterreich einerseits und Ruß land andererseits in Form identischer Protocolle sehr umfassender Natur getroffenen Abkommen als eine vollständige Erfindung.

nicht. seien auch ohne Protocolle die besten.

15. März.

rität seine Zustimmung zur mit

Fortschrittspartei aus.

Fusion

Windthorst brachte im Reichstage wieder den Antrag, betreffend Aufhebung des Gesetzes

vom 4. Mai 1874(Expatriirungsgesetz) ein. Kiel, 14. März. Der Kronprinz ist früh wieder abgereist.

beute Abend ab. Prinz Heinrich beginnt seinen Urlaub am 20. d. M.

Karlsruhe, 15. März. Zweite Kammer. Bei der Berathung des Unterrichtsetats fragt Schneider(Mannheim) an, ob die Regierung dem nächsten Landtage ein Gesetz über die Organisation des Mittelschulwesens vorzulegen beabsichtige. Cultusminister Nokk erwiedert, die Regierung wolle erst die Erprobung der letzt jährigen Verordnungen abwarten, ehe eine ge setzliche Neuregelung erfolge.

München, 14. März. Der Landtag lehnte mit 101 gegen 36 Stimmen die Regierungs- vorlage, betr. die Aufbesserung der Beamten gehälter, ab.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 14. März.: Abgeordnetenhaus. Im Laufe der Debatte über das Budget des Innern erklärt Taaffe den guten Willen der Regierung, die Gleichberechtig ung, soweit physisch möglich, durchzuführen. Auf Grund gepflogener Untersuchung erklärt Taaffe die Aussage eines Arbeiters im Mar⸗ stallinger Processe, er hätte von der Regierung Geld erhalten, sei falsch. Schließlich warnt Taaffe davor, sich über Dynamit lustig zu machen. Die Situation sei sehr ernsthaft.

Pest, 14. März. Hiesigen Blättern zufolge erfuhr die Polizei von einer beabsichtigten Action der Anarchisten, demzufolge 36 Anarchisten, darunter mehrere Frauen, verhaftet wurden. Viele Briefe, Schriften und Zeitschriften anar chistischen Inhalts wurden saisirt.

Schweiz. Bern. Der in Freiburg ver⸗ haftete Anarchist Otter ist kein Schweizer, son dern ein Deutscher. Er ist Buchbinder und war während des Straßburger Mordes von Frei burg abwesend. Auf dem Schauplatz des be⸗ kanntlich an einem militärischen Posten begange nen Mordes fand man ein Buchbindermesser; deßhalb ist die Vermuthung aufgetaucht, daß er mit diesem Morde in Verbindung stehe. Zwischen Otter und Kammerer fand ein lebhafter Brief⸗ wechsel statt.

Frankreich. Paris, 15. März. Die Abendblätter dementiren das Gerücht von einer erustlichen Erkrankung des Prinzen Napoleon.

Großbritannien. London. Es ver⸗ lautet, es werde hier eine neue Geheimpolizei organisirt behufs Bekämpfung der revolutionären Kräfte und des politischen Verbrechens. Die⸗ selbe soll mit der Polizei verschiedener Staaten des Continents cooperiren und würde einen internationalen Charakter haben.

Italien. Rom, 14. März. Der König erhielt zu seinem heutigen Geburtstage ein warmes Glückwunsch-Telegramm des deutschen Kaisers. Der heute erfolgte Tod des früheren Ministers Sella verursachte in ganz Italien große Trauer. Die Beerdigung soll nach testa mentarischen Wünschen des Verstorbenen eine einfache und prunklose sein.

Spanien. Madrid, 16. März. Gestern sind General Velarde und einige Unteroffiziere

Identische Protocolle, von welchen er spreche, existirten Die Beziehungen der drei Kaiserreiche

Der heutige Parteitag der liberalen Vereinigung sprach mit großer Majo⸗ der

heute Prinz Wilhelm reist werden morgen nach Suakin zurückkehren, die

verhaftet worden. Es wird diesem Vorgange keine weitere Bedeutung beigelegt, derselbe dürfte lediglich disciplinarer Natur sein. Wahrschein lich handelt es sich um Reden in verbotenen Gesellschaften.

Rußland. Petersburg. Der Regierungs Anzeiger veröffentlicht die Ernennung des Mini sterresidenten in Cettinje, Kojander, zum diplo matischen Agenten in Bulgaxien.

Das Journal de St. Petersbourg er klärt die Meldung des Standard, daß nach der Annexion von Merw andere Turkmenenstämme Rußland ihre Unterwerfung angeboten hätten, für unbegründet. f

Egypten. Kairo, 13. März. Die diplo⸗ matischen Agenten Frankreichs und Italiens stellten heute dem Ministerium des Aeußeren eine identische Note zu, welche die Auszahlung der Ent R für die bei dem Bombardement in

Feindseligkeiten sind vorläufig als beendet an zusehen. Osman Digma hat sich in die Berge zurückgezogen.

15. März. Ein gestern Abend an das Kriegs-Ministerium abgegangenes Telegramm Graham's meldet: Die gesammten englischen Truppen rückten bis zu dem Dorfe vor, in welchem Osman Digma sich befunden hatte. Dasselbe war mit großen Vorräthen von Geschütz- und Gewehrmunition niedergebrannt. Der Feind leistete keinen Widerstand und schoß nur verein zelt, wobei ein Soldat verwundet wurde. Die Cavallerie wird Abends nach Suakin zurück kehren, die Infanterie und Artillerie bei Zereba bivouakiren und morgen nach Suakin marschiren, wohin die Verwundeten bereits heute früh ge sandt sind.

16. März. Ein Telegramm desObser ver meldet, daß man wegen des General Gordon Besorgnisse hege, weil der aus Khartum in Berber fällige Dampfer ausgeblieben ist. Der sofortige Rückzug der Armee des General Gra ham wird als ein Fehler angesehen, weil der selbe die Rebellen im Central-Sudan veranlassen dürfte, die Beunruhigungen der Straße nach Berber fortzusetzen. Von Berber ist ein Schiff in der Richtung nach Khartum zur Recognoscir ung abgesandt worden.

Aus Stadt und Vvand.

Friedberg, 16. März. Heute feierte das Ehepaar Foucar die goldene Hochzeit. Foucar war bekanntlich lange Jahre Bürgermeister unserer Stadt und hatte sich durch sein humanes Wesen, sowie durch treue Pflicht erfüllung die Liebe und Achtung Aller erworben. Daß wir die Feier nicht bereits in unserer Samstagsnummer er wähnten, geschah lediglich in Folge eines seitens der Familie an uns ergangenen Ersuchens. Wünschen wir dem allseitig verehrten Jubelpaare noch recht viele heitere Tage!

k. Friedberg. Vor einigen Tagen brannte in Oppin bei Halle a. d S. der der Zuckerfabrik Oppin gehörige mit Chilisalpeter und aufgeschlee Peruguano

angefüllte Düngerschuppen nieder. im Löschen bethelligten Personen blieben der E Lücke und der Schmiedmeister Wilde nebst olge Ein⸗

athmens der durch Verbrennen des? tstandenen Gase todt am Platze. Außerdem 36 Per⸗ sonen hoffnungslos darnieder. Das) die Auf⸗ regung im Orte ist ganz unbeschreibli ürfte dies wohl zur Mahnung dienen in einer Zei. her unsere Wetterauer Oekonomen zur Frühjahrs ng Chlli⸗ salpeter ꝛc. in ihren Scheunen lagern recht vor sichtig zu sein.

5. Vilbel. Die Passanten, w zohl von Frankfurt auf der Landstraße als a zisenbahn nach hier ihren Weg nehmen, werder iger Zeit kurz vor unserer Stadt gegen vorige eine be⸗ deutende Veränderung wahrgenommer Es ist dort nämlich ein sich von der Landst nach der Eisenbahn hinziehender ca. 70 Mi fassender Landkomplex, der früber zu den gre ersdorf' schen Gütern gehörte und vor mehrer min den Besitz der Gebrüder Siesmayer in m über⸗ gegangen ist, seit Kurzem eingefriedigt bekannte Gärtnerfirma legt dort ein Baumschu ment in großartigstem Maßstabe,Elisabethenha unt, an, welches hauptsächlich der Obstzucht gen ein soll. Die Anlagen sind, abweichend von de hnlichen Modus, im modernen Style und derarti uartiere eingetheilt, daß mehrere concentrisch aufe olgende balbkreisförmige Wege von langen gerad. durch⸗

schnitten werden, welche sich alle in den Mittelpunkte der Halbkreise vereinigen, ein Arrangemerit, welches be sonders von der Eisenbahn aus gesehen einen eigen⸗

artigen, imponirenden Anblick darbletet. dem Rufe der Firma ist mit Sicherheit wohl ar men, daß durch dieses Handelsinstitut, welches, wi vernehmen, nach seiner Vollendung auch dem Publi⸗ öffnet sein soll, ein neuer Anziehungspunkt für geschaffen und boffen wir, daß diesem Etabllisse noch mehr

solch größere Unternehmungen folgen w

Allerlei.

Wien, 14. März. Im Wal un Gumjerl (Bosnien) tauchten bewaffnete Räu if, weßhalb Militär gegen dieselben auszog. Ir fe Dubowie wurde der Leichnam eines ermorde almatinischen Kaufmanns gefunden. Dem berüchtigte ber Tschitschs gelang die Flucht während seiner Es ng.

Wien, 15. März. Hugo Sche 1d Genossen wurden zum Tod durch den S. verurtheilt. Die Reihenfolge der Hinrichtungen zarl Schenk, Schlossarek, Hugo Schenk.

Newyork, 14. März. Bis je te noch keine Leiche der in den Kohlengruben be hontas Ver; unglückten geborgen werden, da di, noch brennt. Behufs Erstickung des Feuers ist he geschlossen

Alerandrien stattgehabten Brände verlangt. Suakin, 14. März. Die englischen Truppen

worden. Es steht nunmehr fest, d denen, welche bei der Explosion entkommen ist. 5

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