Rußland. Petersburg, 14. Oct. Der Kaiser und die Kaiserin sind gestern nach Gatschina übergesiedelt.— Die Gerüchte von bevorstehenden Veränderungen in der Besetzung von höheren Staatsämtern, insbesondere des Kriegsministeriums und des Generalgouverne— ments in Warschau, sind gutem Vernehmen nach unbegründet.
Nischuy Nowgorod, 14. Oct. Die kriegsge— richtlichen Verhandlungen gegen die 72 Kuna— winoer Juden-Excedenten haben heute begonnen; dieselben finden bei verschlossenen Thüren statt und werden zwei Wochen dauern.
Egypten. Kairo, 13. Oct. Dem gestrigen Ministerrathe wurde vom Khedive ein von ihm an Nubar Pascha gerichtetes Schreiben mitge— theilt, welches besagt, daß die egyptische Regier— ung sich zur Schadloshaltung Nubars und des Finanzministers verpflichtet erachte, sofern die internationalen Gerichtshöfe die Beschlagnahme des Privatvermögens dieser beiden Minister wegen Sistirung der Amortisation aussprechen sollten.
Afrika. Durban. Ein drohender Bruch zwischen dem ehemaligen Minister des Trans— vaalstaates, Joubert, und seinen Collegen könne leicht zur Bildung zweier gegnerischen Parteien im Transvaalstaate führen, wodurch die Wider— standskraft derselben gegen die Engländer er— heblich leiden würde. Aus Pretoria wird ge— meldet, daß sich 500 bewaffnete Boeren in Stella— land befinden. Die räuberischen Einfälle der Usutus in das Reservationsgebiet dauern fort.
Amerika. New Pork. Nach einer Meldung aus Arequipa vom 11. d. ist General Caceres dort eingetroffen und enthusiastisch empfangen worden. Canevaro stellt ihm 4000 gut organi— sirte Truppen zur Verfügung. Die Bewegung zu Gunsten Caceres nimmt im Süden und im Centrum Peru's zu.
— Privatdepeschen von St. Domingo zu— folge sind die Exportzölle auf alle Erzeugnisse, welche die Republik verlassen, abgeschafft worden.
— 14. Oct. Aus Lima wird gemeldet, daß die Regierungstruppen nach lebhaftem Kampfe in Trujello eingerückt sind.
Asten. Hongkong. Die Franzosen landeten in Tamsui am 8. October nach einem vierstün— digen Kampfe, sie mußten sich aber wieder zurück—
ziehen. Die dort ansässigen Fremden sind in Sicherheit.
Aus Stadt und Land.
th. Büdingen, 14. Oktober. In der dahter ver gangenen Sonnkag seitens des national liberalen Wahl eomiteés einberufenen Wählerversammlung entwickelte der Candidat dieser Partei, Oberlandesgerichts Präsident Goͤrz aus Darmstadt, vor ea. 300 Wählern sein Pro gramm. Aus der herrlichen, mit großer Wärme vor— getragenen Rede ist besonders der Passus erwähnens werth, der die von gegnerischer Seite in die Wahlagttatton geworfene Frage der zweijährigen Dienstzett betrifft und mögen die betreffenden Ausführungen hier folgen:„§ 59 der Verfossung des deutschen Reiches bestimmt, daß jeder wehrfähige Deutsche verpflichtet ist, drei Jahre bei der Fahne zu dienen; diese Versassungsbestimmung kann nach§ 78 ohne Genehmigung des Kaisers vom Reichs tag nicht abgeändert werden und unser jetziger Kaiser erklärt, diese Genebmigung nie erthetlen zu können. Es bleibt sich deßbalb in der Wirkung ganz gleich, ob man erklärt, im Reichstag für zweijährige Dienstz it wirken zu wollen oder nicht, ein: Aussicht, daß dieselbe unter den jetzigen Verbältnissen erreicht werde, ist in keiner Weise vorhanden und aus diesem Grunde auch von der deutschesreisinnigen Partet noch nie im Reichstag beantragt worden. Wenn Jemand nun dem Volke vor— redet, die deutsch freisinnige Parte könne die zweijährige Drenstzeit einführen, so macht er Versprechungen, die unerfüllbar sind, er belügt die Wäbler, um ihre Stimmen zu ködern. Selbst verständlich wird die national liberale Partei für jede durchführbare und mögliche Erleichterung der Militärlast, die sie auch schwer empfindet, geschlossen eintreten.“ Hberauf schilderte Pfarrer Ellenberger aus Ortenberg die öffentliche Thätigkeit des Candidaten, seine Verdienste um die liberale Sache, sein Wirken in der bessischen Kammer, in welcher er mehrere Jahre den Präsidentenposten bekleidete und schloß mit der Auf forderung, für die Wahl des Mannes, auf den jeder Hesse stolz sein koͤnne, mit aller Energie zu wirken.
Handel und Verkehr. Friedberg, 14. Oct. Fruchtber. Weizen M. 16.75, Korn M. 15.50, Gerste M. 14— 15, Hafer M. 12.00, Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo S 200 Zollpfund.
Friedberg, 15 Oct. Buttermarkt. per Pfd. M. 0.95— 1.10, Eier 1 Stück 7 Pf.
Butzbach, 11. Oct. Wochenmarkt. Bu' ter kostete per Pfd. M. 1.05— 1.0, Käse per Pfd. 46 Pf. Eier 2 Stück 13 Pf.
Grünberg, 11. Oct. Fruchtpreise. Weizen M. ig Korn M. 17.30, Gerste M. 14.50, Hafer M. 12.70, Erbsen M. 10.00, Samen M. 22.90.
Gießen, 14. Oct. Auf dem heutigen Marlt kostete Butter per Pfd. M. 1.00— 1.10, Eier 2 Stück 13 Pf, Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 bis M. 0 60, Hühner per Stück M. 0 80—1.2), Hahnen per Stück M. 0.50—0.75, Enten per Stück M. 1.20- 1.60, Gänse per Pfd. 43—52 Pf., Welsche M. 0 00 0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—70 Pf., Kuh; und Rind⸗ fleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 5160 Pf., Hammel fleisch 60- 70 Pf., Kalbfleisch 56—60 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00— 4.50, Zwiebeln per Ctr. M. 4 50 bis M. 5., Weißkraut ver Stück 5—8 Pf.
Frankfurt, 13. Oet. Fruchtmarkt. Hies. Weizen⸗ mehl Nr. 0 M. 33½ 34, Nr. 1 M. 26½ 27, Nr. 2 M. 25½ 26„q Nr. 3 M. 23— 24, Nr. 4 M 17, Nr. 5 M. 15 15½, Milchbrod- und Brodmehl im Ver⸗ band M. 50—53, norddeutsches und westfälisches Weizen— mehl 00 M. 23½—24½, Suppengries je nach Qual. M. 27— 32, Roggenmehl 0(Berliner Marke) M. 24 bis 25½, do. 0/1 do. M. 22—23½, do.! do M. 20-21, do. 2 bo. M. 17. Weizen neuer ab unserer Umgegend M. 16¾—17, do frei ab Bahnhof hier M. 17½, do. fremder je nach Qual. M. 16 ¼— 18.00. Roggen hlesiger M. 15/— 16, do. französischer M. 16½, do. Königsberger M. 15¼ /, do Petersb. M. 1514—, do. Nicolajeff, Galatz u. Odessa do. M. 143,415. Gerste, Vrauerwaare M. 16—18½, zu Mahlzwecken M. 13, Hafer je nach Qual. M. 13 14½. Raps M. 2526, Mais buntes(mixed) M. 13- ½. Roggenkleie M. 55 Weizenkleie M. 4½. Rüböl im Detail M. 60. Stimmung ruhig. Aepfel(Kelterobst) bleiben gefragt und mit M. 8½—9 per 100 Kilo bezahlt.(Die Preise verstehen sich sämmtlich per 20% Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.)
Frankfurt, 13. Oet. Der heutige Viehmarke war stark befahren. Angetrieben waren 393 Ochsen, ca. 18 Bullen, 358 Kühe und Rinder, ca. 214 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 70-72, 2. Qual. M. 64—68, Kühe und Rinder 1. Qual. M. 58 bis 60, 2. Qual. M. 45- 50, Kälber 1. Qual. M. 74-76, 2. Qual. M. 6466 per 100 Pfd. Schlachtgewicht.
Butter kostete
Mainz, 12. Oet. Feuchtmarkt. Weizen M. 17.50 bis 18.10. Korn hiesiges M. 16.10 16.35, russisches M. 14.80 15.00. Gerste pfälzer M. 17.00— 17.59,
fränkische M. 17.50 18.00. Hafer inländischer M. 13.75 bis 14.75. Raps 25.75— 26.50. Rapskuchen M. 130 bis 135. Mohnöl M. 51.—58. Leinöl M. 23.00 24 00. Rüböl rohes M. 28.25- 28.75, gereinigtes M. 29.7530 mit Faß.
Mainz, 13. Oct. Viehmarkt. In der abgelaufenen Woche waren auf unserem Viehmarkte 1110 Stück Vieh und zwar 9 Farren, 107 Ochsen, 225 Kühe, 222 Kälber und 517 Schweine zugetrieben. Bezahlt wurden für Farren M. 45—48., Ochsen 1. Qual. M. 70.— 72., 2. Qual. M. 65. 68., Kühe 1. Qual. M. 65. 67., 2. Qual. M. 51.— 60. Alles per 50 Kilo Schlachtgewicht. Kälber kosteten 65—70 Pf. und Schweine 54-56 Pf. per ½ Kilo Schlachtgewicht.
S. 1630 Nr. 50, S. 2253 Nr. 42, S. S. 3284 Nr. 8 à 2000 fl. Nr. 40, S. 2913 Nr. 50, Nr. 103 1000 fl. S. 354 Nr. 36, S. 474 Nr. 16 30 32, S. 879 Nr. 25, S. 899 Nr. 19, S. 997 Nr. 24
2987 Nr. 44, Ser. 3 Nr. 29, S. 2673 S. 3062 Nr. 40, S. 3602
25 43 49, S. 1126 Nr. 16, S. 1133 Nr. 9 14, S. 1149 Nr. 45, S. 1209 Nr. 5 9 10, S. 1309 Nr. 18 46, S. 1630 Nr. 21, S. 1796 Nr. 23, S. 1875 Nr. 8, S. 1912 Nr. 16 21 43 44, S. 1918 Nr. 37, S. 2051 Nr. 7 37, S. 2092 Nr. 43, S. 2285 Nr. 15 33 41, S. 2402 Nr. 22, S. 2520 Nr. 925 5 S. 2610 Nr. 37, S. 2673 Nr. 22, S. 2597 Nr. 22 27, S. 2913 Nr. 41, S. 2987 Nr. 25, S. 3014 Nr. 24, S. 3062 Nr. 5 17, S. 3284 Nr. 31, S. 3653 Nr. 12 30, S. 3928 Nr. 37 à 400 fl. Die übrigen Nummern obiger Serien erhalten je 300 fl.
Wiener 100 fl.⸗Loose von 1874. Ziehung am 1. Oktober 1884. Heimzahlung am 2. Januar 1885. Gezogene Serien: S. 159 332 447 659 795 1019 1287 1418 1668 2735 2813 3 00. Gewinne: S. 735 Nr. 15 200,000 fl. S. 659 Nr. 86 20,000 fl. S. 332 Nr. 7 5000 fl. S. 159 Nr. 86, S. 1111 Nr. 70, S. 1418 Nr. 46, S. 2735 Nr. 66, S. 3000 Nr. 60 à 1000 fl. S. 159 Nr. 26 60, S. 332 Nr. 8 97, S. 447 Nr. 56, S. 659 Nr. 73, S. 1013 Nr. 53, S. 1111 Nr. 13 21, S. 1418 Nr. 47, S. 2735 Nr. 43, S. 2813 Nr. 1 à 250 fl. Die übrigen Nummern obiger Serien erhalten je 140 fl.
Brodpreise vom 16. October bis 1. November. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad-Naubeim und Butzbach unverändert. Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16. October bis 1. Nov. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach
unverändert.
Geld ⸗ Cours. Frankfurt, am 14. Oct. 1884.
Geber. Nehmer.
M. Pf. M. Pf.
20⸗Frankenstücke.. 16. 18 16. 15 do. in 1½ ²ęnn f Englische Sovereinggs. 20. 34 20. 29 Russische Imperlales.. 16. 75 16. 70 Dugien 9. 61 9. 56 „ al mares 9. 57 Dollars in Gold. 4. 1
Jsraclitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 18. October 1884. Beginn:
Freitag Abends 4 Uhr 45 Min. Samstag Morgens 8 Uhr 15 Min. 5 Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathaus gang 5 Uhr 50 Min. Wochengottesdienst von Montag den 19. October an Morgens 6 Uhr 15 Min., Nachmittags 4½ Uhr. Sonntag den 19., sowie Montag den 20. October Neumond Marcheschwan.
Verloosungen.
Rheinische Hypotheken, 4proec. Pfandbriefe. Ziehung am 30. September 1884. Heimzahlung am J. April 1885. Serie XVII. Lit. A. Nr. 9. Lit. 5. Nr. 34 48 97 184 208. Lit. E. Nr. 77 106 168 182 197 201 217 336 353 430 437 494 505 602 620 681 761 816 957 1016 022 113 202 241 248 266 445 564 621 718 772 2028 212 282 393 414 520 553 694 702 716 724 748. Serie XVIII. Lit. B. Nr. 28. Lit. C. Nr. 52 182 226 237. Lit. l). Nr. 56 86 90 115 164 190 236 338 377 501. Lit. E. Nr. 9 169 249 283 293 318 320 336 368 373 439 452 507 515 563 589 658 671 684.
Lübeckische 3½ proc. 50 1863. Ziehung am 1. October am 1. April 1885. Ser. 13 110 550 742 794 855 916 999 1081 1414 1477 1625 1626 1687 1742 1864 1920 2025 2064 2077 2109 2505 2582 2604 2703 2704 2780 2960 2974 3004 3065 3104 3142 3417 3443 3491.
Kaiserin Elisabethbahn, Prior.⸗Obli⸗ gatlonen von 1883. Ziehung am 1. October 1884. Heimzahlung am 1. April 1885. Von dem steuerpflichtigen Anlehen: Ser. 73 99 282 282 337 366 373 385 422 423 474 491 512 574 593 725 770 809 865 879 976
Thlr.⸗Loose 1884. Heimzahlung 209 243 323 527 1216 1259 1361 1748 1749 1823 2233 2256 2366 2797 2887 2928
3317 3339 3353
von
Obligations-Verloosung.
Von den Schuldverschreibungen der evangelischen Kirchengemeinde vom 1. Juli 1844 sind zur Rück⸗ zahlung auf den 1. Januar 1885 folgende Nummern bestimmt: Nr. 45. 60. 72 à 100 fl., Nr. 90 und 10⁵ à 200 fl. Die Besitzer dieser Schuldverschreibungen wollen den Betrag derselben bei Kirchenrechner Heidt erheben.
Friedberg den 13. October 1883.
Für den evangelischen Kirchenvorstand:
3727 Baur.
Faselochs-Versteigerung. Freitag den 17. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, soll auf hiesigem Ratlhaus ein der Gemeinde gehöriger, sehr gut gehaltener Faselochs meistbietend versteigert werden.
Assenbeim den 12. Octsber 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Assenheim. 3722 Best.
Weißlannenpflanzen Verkauf.
In dem Gräflich Stolberg'schen Forstrevler Gedern (aus dem Forstbezirk Usenborn) können 2000 Stück 6—8jährige Weißtannenheister billig abgegeben werden. Kaufliebhaber wollen sich an den Unterzeichneten wenden.
1007 1017 1049 1363 1398 1413 1420 1484 1535 Gedern den 12. October 1884. 1716 1732 1733 1737 1782 wovon jede Serie 4 Stück Der Gräfliche Oberförster Obligationen(Nr. 1— 4) à 3000 M. und 30 Stück 3724 Kirchner.
(Ne. 5 34) à 600 M. enthält. Von dem steuerfreien Anlehen: Ser. 929 950 980 1762 2132 2187 2189, wovon jede Serie 7 Stück Obligationen(Nr. 1— 7) à 2000 M. und 65 Stück Nr. 8— 72 à 400 M. enthält.
Oesterreichische Aproe. 250 fl. Loose von 1854. Gewinnziehung am 1. October 1884. Heim— zahlung am 31. Dezember 1884. Gezogene Serien. Ser. 3 125 351 474 487 879 899 918 997 1037 1126 1133 1149 1209 1309 1830 1640 1796 1813 1875 1912 1918 2051 2092 2253 2285 2402 2520 2640 2073 2870 2897 2913 2987 3014 3062 3281 3602 3653 3711 3736 3928. Gewinne. Ser. 1875 Nr. 29 40,000 fl. Ser. 2520 Nr. 29 5000 fl. Ser. 125 Nr. 15
Samstag den 18. October l. J,, Nachmittags 1 Uhr, sollen loco Fauerbach b. Fr. 1790 Meter Zuckerrüben öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung zwangsweise versteigert werden.
Kaufliebhaber wollen sich auf Großherzoglicher Bürger— meisteret einfinden.
Die Versteigerung findet ganz bestimmt statt.
Friedberg den 14. October 1884.
3730
Fey, Gerichtsvollzieher.
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