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alt Gegen⸗Erklarung. Gerz Görz. 0 Görz. Herr Major a. D. Hinze hat auf unsere bekannte Erklärung geantwortet, aber was? und wie?
Er bezeichnet nur die Erzählung des fraglichen Lieferanten als gemeine Verleumdung, allein zur Hauptsache schweigt Herr Hinze.
Maßgebend allein ist und bleibt, und das hat Herr Hinze nicht geleugnet und unn es nicht leugnen, da wir für alle Thatsachen urkundlichen Beweis eines preußischen Stabsoffiziers, welcher für die Wahrheit eintritt, besitzen:
1) daß er den fraglichen Lieferanten um ein namhaftes Darlehen angegangen,
2) daß dieser ihm das Darlehen abgeschlagen,
3) daß der Lieferant na diesem eine Lieferung nicht erhalten hat, 5 4) daß, als dies zur Kenntniß der Offiziere seines Regiments kam, Herr Hinze veranlaßt wurde, 9
schleunigst seinen Abschied zu nehmen.
Diese einfachen Thatsachen genügen für Jeden, der nicht absichtlich die Augen zudrücken will, um einzusehen:
die Handlungsweise des Herrn Hinze war eine der⸗ artige, daß er nach der Ansicht seiner Kameraden als nicht mehr würdig galt, der Armee ferner anzugehören.
Die ehrenhafte Form der Entlassung des Herrn Hinze, worauf sich dieser beruft, beweist weiter Nichts, als daß jene Thatsachen der Allerhöchsten Stelle nicht bekannt geworden sind.
Daß es bei dieser ehrenhaften Entlassung kaum bleiben wird, ist zweifellos, da sich nunmehr das Ehrengericht, das Herr
* Hinze vor seiner Abschiednahme nicht angerufen hat, mit der Sache befassen muß. Herr Hinze hat seinen Abschied weder wegen„eines Beinbruchs“, noch wegen„Veröffentlichung unlieb⸗ samer militärischer Schriften“ genommen.
0 0 Die Behauptung auf einem Flugblatt der deutsch-freisinnigen Partei, daß bereits Klage gestellt sei, ist erlogen und eine etwaige Aeußerung, daß Klage gestellt werde, hat gar keinen Werth, denn man braucht dies ja nach der Wahl einfach ficht mehr zu
thun; wir aber erwarten dieselbe zuversichtlich, um Herrn Hinze alles Das zu beweisen, worauf
„sich einzulassen, diesem(erklärlicherweise) seine persönliche Würde verbietet“. A Das national-liberale Wahl- Comité. 4084 5 J. A.: Jöckel, Rechtsanwalt.
Wähler!
1 Auf die in unserer Gegenerklärung aufgestellten vier Thatsachen hat Herr Hinze fachlich Nichts geantwortet, weil er Nichts antworten kann.
Erklärt Herr Hinze nunmehr, daß er jetzt das Ehrengericht anrufen will, so ist das eine leere Redensart, da das Ehrengericht auch ohne sein Zuthun sich miu der Sache beschäftigen wird.
Was antwortet aber der Vorstand seiner Partei? Er muß zugestehen, daß seine Behauptung, die Klage sei gegen uns angestellt, erlogen war. Dann folgt eine Sammlung leerer Phrasen und Schimpfereien derselben Qualität, in welcher die Gegner in diesem Wahlkampf Uunglaubliches geleistet haben. Wähler, was bezweckt diese Kampfweise? Man will Eure Aufmerksamkeit von der Hauptsache ablenken, weil den Gegnern die Möglichkeit fehlt, die Wahrheit der
9 Thatsachen, wofür wir den Beweis schwarz uuf weiß haben, zu bestreiten.
Mit solchen Mitteln lassen sich vernünftige Männer nicht täuschen
Wähler!
Nur ein makellos dastehender Mann darf unseren Wahlkreis im Reichstag vertreten, deßhalb Mann für Mann an die
Wahlurne und wählt den Mann, dessen politische Vergangenheit bewährt, dessen ehrenwerther Gbarakter Unangefochten un. dab den Herrn
Oberlandesgerichts Präsidenten Gr in Darmstadt.
Das national-liberale Wahl-Comité.
4085 J. A.: Jöckel, Rechtsanwalt.
wählt Leise Anfrage. wahlt;
Warum hat Herr Hinze vor dem Erscheinen der natioualliberalen Erklärung den
Görz Vorsitzenden der nationalliberalen Partei zweimal auf seinem Büreau besucht? Götz * 6
Hatte der Herr Major vielleicht die Absicht, seine Personalacten einzusehen, um Einiges über seine persönlichen Verhältnisse zu erfahren? 4083 Ein Wähler aus der Nachbarschaft. 7
(Hierzu Unterhaltungsblatt Nr. 40 und eine Beilage.)


