und der Gouverneur von Merawi bestätigen die Ermordung Stewart's. General Wolseley befahl dem Mudir, mit Truppen nach Merawi zu gehen, um die Gefangenen zu befreien und
loszukaufen.
Afrika. Durban, 10. Oct. Die Executive von Transvaal beschloß die Zurückziehung der Proklamation, welche die Annahme des Pro tectorats über das Gebiet des Häuptlings Mon— tiosa erklärt.
— Von hier wird der„Times“ gemeldet: Nachrichten aus Madagascar deuten au, daß dem französischen Vormarsche in das Juuere von den Howas ein entschiedener Widerstand geleistet werden wird. Die militärischen Vor— bereitungen der Eingeborenen stellen einen ver— zweifelten Kampf in Aussicht.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 13. Oct. Der gestern Nachmittag 2 Uhr 53 Minuten von hier nach Frankfurt abgehende Zug blieb in Folge eines Defectes an der Maschine bei Bruchenbrücken liegen, mußte mit einer Hülfsmaschine hierher zurück geholt werden und ging dann mit elner Stunde Ver— spätung wieder ab.
. Großkarben, 12. Oet. Heute fand auf dem Großkarbener Brunnen eine von deutsch freisinniger Seite einberufene Wählerversammlung statt, die von Angehörigen der national liberalen Partei in überwiegender Anzahl besucht war. Nachdem Major a. D. Hinze sein Pro gramm in bekannter Weise unter häufigem und leb bhaftem Widerspruch entwickelt hatte, entgegnete ihm in sachlicher mit großem Beifall aufgenommener Rede Rechts- anwalt Metz(Darmstadt.) Von deutsch freisinniger Seite sprach noch Rechtsanwalt Dr. Ebner(Frankfnrt), welchem von Rechtsanwalt Jöckel(Friedberg) unter leb haftem Beifall in schneidiger Weise entgegnet wurde. Ein von deutsch⸗freisinniger Seite auf den Candidaten Hinze ausgebrachtes Hoch wurde mit einem von der Mehrheit der Versammlung ausgebrachten Hoch auf den nattonal⸗ liberalen Candidaten Görz erwidert.
Allerlei.
Catania, 10. Oet. Die Zahl der Opfer des Wirbelsturmes beträgt 500 Verwundete und 30 Todte und gehören dieselben meist der ärmeren Klasse der Be völkerung an.
London. Der britische Dampfer„Miramar“ aus Glasgow ist auf der Reise von Nokohama nach Hongkong mit Mann und Maus zu Grunde gegangen. Nur zwei Chinesen sind dem Tode entronnen.
London, 11. Oet. Letzte Nacht wüthete ein starker Sturm im Canal. Der Postdampfer von Ostende ist fünf Stunden nach der Normalzekt und der Dampfer von Calais mit Verlust eines Rades in Dover ein getroffen. Viele Schiffsunfälle sind an der Küste vor— gekommen. Eine Depesche aus Greenock meldet die Collission und den Untergang des Schiffes„Europa“, von London nach Malaga unterwegs. Der Capitän, der Ingenieur und drei Mann der Besatzung sind er trunken.
Rom, 11. Oet. Choleravericht. Gestern erkrankten resp. starben an der Cbolera in Alessandria 3 bezw. 0, Aquila 9 bezw. 6, Bergamo 7 bezw 8, Bologna 3 bezw. 1, Brescia 4 bezw., Campobasso 2 bezw. 1, Caserta 4 bzw. 2, Cremona 7 bezw. 7, Cuneo 30 bezw. 15, Ferrara 3 bezw. 2, davon in der Stadt Genug 8 bezw. bezw. 4, Neapel 139 bezw. 74, davon in der Stadt Neapel 122 bezw. 62, Novara 7 bezw. 1, Reggio
Emilia 7 bezw. 3, Rovigo 6 bezw. 1, Salerno 2 bezw. O, Die Wiederzunahme der Seuche in Neapel wird dem übermäßigen Genuß neuen
Turin 7 bezw. 3 Personen.
Weines zugeschrieben.
Quebeck. Auf den Magdalenen-Inseln herrscht großer
Nothstand. Viele Familien sind dem Hungertode nahe.
Genua 23 bezw. 19, 10, Modena 6
oft nur 40 oder 50 Prozent der Wählerschaft betragende Theilnahme an den Wahlen nicht erklären. Wie irrig ist doch die Annahme der Tausende von Gleichgiltigen, die da glauben, ihre Stimmen änderten auch Nichts, und wie kläglich ist dieser Standpunkt den öffentlichen Augelegenherten gegenüber!— Dann gibt es auch viele Wahlberechtigte, welche zwar wählen wollen, aber am Wahltage das Abgeben ihres Stimmzettels vertrödeln, verbummeln. Am Abend, wenn die Wahlurnen geschlossen sind, erinnern sich diese Saumseligen erst daran, daß sie von früh 8 Uhr bis Abends 6 Uhr Gelegenheit hatten, ihren Stimmzettel abzugeben. — Wieder gibt es viel Wahlberechtigte, welche zwar ihre Stimme abgeben, aber eigentlich doch nicht wählen. Wir meinen damit jene un— gezählten Wähler, welche gedankenlos oder von zufälligen Motiven bestimmt, ihre Wahl voll⸗ ziehen. Jeder Wähler sollte es aber als eine Ehrenpflicht erachten, sich über das Programm derjenigen Partei, der er seine Stimme geben will, gehöcig zu unterrichten, oder sich von acht— baren Männern darüber unterrichten zu lassen, und dann selbst zu prüfen, ob es seinen Lebens— erfahrungen, seinem Urtheile entspricht, ob diese Partei Recht hat, oder eine andere. Es wird ja selbstverständlich auch hier nicht an Jirthümern fehlen, aber es ist doch ein politisches Streben da, der Wahrheit näher zu kommen, und damit ist in der Behandlung der öffentlichen Ange— legenheiten schon viel gewonnen. Nichts ist in
kein Unrecht, wenn wir behaupten, daß das politische Leben in Deutschland neben der leidigen Parteisucht hauptsächlich an jenen Uebeln noch krankt. Zur Fortdauer dieses Uebels tragen aber alle diejenigen Wahlberechtigten bei, welche ohne Noth ihr Wahlrecht versäumen, welche ge— dankenlos wählen oder sich lediglich von leiden schaftlicher, einseitiger Parteisucht bei der Ausüb— ung ihres Wahlrechts bestimmen lassen. Möchten zum Heile des gesammten Vaterlandes die be⸗ vorstehenden Wahlen auch in dieser Richtung eine Besserung zeigen.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 8. Oet. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.95 1.10, Eier 1 Stück 7 Pf.
Gießen, 11. Oct. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.05— 1.10, Eier 2 Stück 13 Pf., Käse per Stück 48 Pf., Tauben per Paar M. 0.55 bis M. 0.70, Hühner per Stück M. 0.90— 1.20, Hahnen per Stück M. 0.65— 1.20, Enten per Stück M. 1.30— 1.50, Gänse per Pfd. 42—60 Pf., Welsche M. 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 6870 Pf., Kuh- und Rind⸗ fleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 5160 Pf., Hammel⸗ fleisch 60 70 Pf., Kalbfleisch 56—60 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 2.50— 4.00, Zwiebeln per Ctr. M. 4.00, Weißkraut per Stück 5—8 Pf., Zwetschen M. 8— 9.
Gießen, 8. Oet. Auf dem heute und gestern dahier abgehaltenen Viehmarkt waren aufgerrieben: 1 Pferd, 1292 Stück Rindoieh und 1596 Stück Schweine. Die Preise bei Kälbern und Schweinen gingen etwas in die Höhe, bei allem andern Vieh machte sich eine Aenderung der Preise nicht merklich. Wegen der Wahlen zum Reichstag fällt der auf Dienstag den 28. October an— beraumte Viehmarkt aus, dagegen findet Mittwoch den
Von den Wahlen.
Die Reichsverfassung hat unser Vaterland mit dem Reichstage und die deutschen Bürger je nach Qual. per Ctr. für Heu M. 2.70—8., für Stroh mit dem Wahlrechte ausgestattet, aber immer der
macht ein ganz bedeutender Bruchtheil
29. Oet. Vieh- und Krämermarkt statt. Frankfurt, 10. Oct. Heu- und Strohmarkt. Die Anfuhr belief sich auf ea. 20 Wagen und wurde bezahlt
M. 2.— 2.20.— Buttermarkt. Für Butter wurde im Engrosbandel bezahlt per Ctr. M. 95.— 100., im Klein⸗ verkauf je nach Güte der Waare per Pfd. M. 1.20- 1.30.
Wähler von dem Wahlrechte nicht den rechten Wir sprechen dies nicht von einem Parteistaudpunkte aus, sondern von einem ganz(200 Pfd.) M. 3.25— 4.50, allgemeinen, der sich lediglich auf die Art der
Gebrauch.
Ausübung des Wahlrechts bezieht. Wir wollen das Kind beim richtigen Namen neunen: meinen die oft unerhörten Vernachlässigunger und Gedankenlosigkeiten, die beim Wählen aus geübt werden. Die Reichstagswahl besteh allerdings nur als Wahlrecht, nicht als Wahl
pflicht, sie ist aber zweifellos ein politisches M. 5.50 6.50. Recht, das sich kein Bürger durch eigene Schuld
verkümmern sollte. Wie viele Wahlberechtigt stehen aber noch immer auf dem Standpunkt vollständiger Gleichgültigkeit Wahlen, denn anders läßt sich wohl sonst di
wir
gegenüber den
Frankfurt, 11. Oct. Wochenmarkt. Die Gemüse hatten ihren vorigen Preis. Kartoffeln per Malter per Gescheid 8— 10 Pf., gelbe Mäuschen 20 Pf., Zwiebeln per Etr. N. 5, 0 Gescheid 20 Pf., in größeren Parthien(Waggonladungen) werden Kartoffeln franco hier schon zu M. 2.50 verkauft. Trauben kocbweise von 14 Pf. per Pfd. an bis 18 Pf. 10 Detailpreis 18—30 Pf. Ital. Kastanien en gros 25 Pf.,
en detail 30 Pf., Cronberger 1015 Pf., Nüsse per
allen wichtigen Fragen des Lebens widerwärtiger,“ als Gleichgiltigkeit und Leichtsinn, und wir thun
Repertoir-Entwurf
der vereinigten Stadt-Theater in Frankfurt.
Opernhaus.
Sonntag den 12.: Tell.
Montag den 13. Geschlossen.
Dienstag den 14.: Krondiamanten.
Mittwoch den 15.: Gastspiel von Therese und Heinrich
Vogl vom Hoftheater in München. Zum ersten Male:
Tristan und Isolde. Handlung in Akten v. R Wagner.
Tristan: Herr H. Vogl. Isolde: Frau Th. Vogl.
Außer Abonnement.
Donnerstag den 16.: Die Nachtwandlerin. Ballet.
Freitag den 17.: Gastspiel von Therese und Heinrich Vogl.
Zum ersten Male wiederholt: Tristan und Isolde.
Außer Abonnement.
Samstag den 18.: Rigoletto.—
Sonntag den 19.: Gastspiel von Therese und Heinrich
Vogl.(Noch nicht bestimmt.) Außer Abonnement. Schauspielhaus.
Sonntag den 12.: Der Probepfeil.
Montag den 13.: Der Salontyroler.
Dienstag den 14.: Zum ersten Male wiederholt:
Juan's Ende.
Mittwoch den 15.: Don Juan's Ende.
Donnerstag den 16.: Geschlossen.
Freitag den 17.: Der letzte Brief.
Samstag den 18.: Der Statthalter von Bengalen.
Sonntag den 19.: Rosenmüller und Finke.
Montag den 20.: Zum ersten Male: Ehrenschulden.
Trauerspiel in einem Akt von Paul Heyse. Hierauf:
Zum ersten Male: Unter Brüdern. Lustspiel in einem Akt
von Paul Heyse. Zum Schluß: Im Bunde der Dritte.
Don
Frankfurter Stadttheater(Opernhaus).
Die Eintrittspreise für die am 15. und 17. October im Frankfurter Opernhause, unter Mitwirkung des Vogl'schen Ehepaares aus München stattfindenden Vor⸗ stellungen von Wagner's„Tristan und Isolde“ sind wie folgt festgesetzt worden:
Parquet 8 M. 1. Platz nummerirtes
II. Parquet 6* Parterre M. 4.50
Prosc. Loge Balkon 12„ 1. Platz 2. num⸗ 5„ Parquet 12„ merirtes Parterre„ 3.50 7„ l. Rang 9„ Stehparterre„ 2.— Balkon u. Parquet⸗ Mittelplatz II. Rang„ 4.50 Logen 10„ Seitenplatz II.„„ 3.50 1. Rang Mittellogen 6, Rückplatz II.„„ 3.— J.„K Seitenlogen 5„ Mittelgalerie„ 2.— Fremdenloge Balkon 10, Seitengalerte v 1 1 l. Rang 8„ Stehgalerie„ 1
Obligations-Verloosung. Bei der heute stattgehabten Verloosung der Partlal— Obligationen der Gemeinde Büdesheim, Kreis Fried⸗ berg, wurden die Nummern 2 und 23 à 171 M. 43 Pf. zur Rückzahlung gezogen. Die Inhaber derselben werden biermit aufgefordert, den Vetrag hierfur nebst Zinsen bis zum 31. Dezember d. J. bei dem hiesigen Gemeinde Einnehmer in Empfang zu nehmen, da weitere Zinsen nicht bezahlt werden. Büdesheim den 11. October 1884. Großherzogliche ee Büdes heim. tt o.
Obligations-Verloosung.
Durch heutige Ausloosung ist die Nr. 58 von den Partial Obligationen der Gemeinde Kalchen, im Betrage von 100 Gulden, auf den 31. Dezember J. J. zur Rück⸗ zahlung bestimmt. Der Inhaber derselben wolle deren Werth zur Verfallzeit an unserer Gemeindekasse erheben, indem von da ab weitere Zinsen nicht vergütet werden. Kaichen am 9. Oetober 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Kalchen.
3705 Weitzel.
Versteigerungs-Anzeige.
Donnerstag den 16. October, Vormittags 9 Uhr, läßt der Unterzeichnete folgende Gegenstände, als:
1 Pferd,
2 Wagen,
mehrere Pflüge,
1 Egge,
1 gute Strobbank,
verschiedene Ketten und sonstige Ackergeräthe in seinem Hause, Haagkstraße Nr. 538, freiwillig ver⸗ steigern.
Friedberg den 11. October 1884.
3701 Georg Engel.
Del cater Heide⸗Scheib u⸗Honig,
das Pfd. 70 Pf., zweite Waare 50 Pf., Leckhonig 50 Pf., Seim(Speisehonig) 40 Pf., bis zum Sommer täglich frisch ausgenommen, Postcolli gegen Nachnahme, engros
3714
dtr. M. 15— 17, Zwetschen M. 10—12 5 g 0 55 N. 1 15„ien 0 n per billiger. Nichtpassendes nehme umgehend franco zurück. fd. 7 Pf., Mollebusch 11—18 Pf.,* Aepfel 8 Pf.,(20/1 K. B. Dransfelds Imfereien, Soltau Scha ase d Pf. P̃ 0 Hu 7 N* 2 1 4 Schafnase 8 Pf., andere 7 Pf. Eier per Hundert 3710 Auneburgerheide. 0 is 2100 Mark 20 Literarisches. Bis zu— tar
E 2 1. Heft: und
Volk. Von Johanna Spyri. von Kandergrund. Mit Titelbild
Neu erschien: Geschichten für Jung und Alt im Der Toni illustrirten Um:
sind ganz oder getrennt aus der Kirchenkasse zu Assen⸗ heim bypothekarisch auszuleihen. Assenheim am 10. October 1884.
e schlag. Gotha, Perthes 1884.— Preis kart. 20 Pf.
3704 Der Kirchen vorstand.
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