und dem Besuch der Befestigungen begaben sich f! der Kaiser und der Kronprinz unter Hurrah- u rufen und Kanonensalut an Bord der Kaiser- r Pacht Miramar, wo das kaiserliche Hoflager aufgeschlagen wurde. Der Kaiser nahm alsbald Meldungen entgegen und empfing Deputationen.
Schweden. Stockholm, Jul unser Königspaar, von Schloß Tullgawn kom— mend, gestern Abend spät zu Wasser am Riddar— holm landete, wurde es außer von den Be— hörden und Hofbeamten von einer 10,000 Per— sonen zählenden Meunschenmenge, darunter Vereine mit ihren Fahnen und Musikcorps, empfaugen. Die Volkshymne wurde gespielt und begeisterte Hurrahrufe begleiteten den König bis zum Schloß, wo er seinen Dank aussprach.
Norwegen. Christiania, 8. Juli. Das Storthing ist ohne Thronrede vom Staatsmi— nister Sverdrup im Namen des Königs ge— schlossen worden.
Belgien. Brüssel, 8. Juli. Nach dem definitiven Resultate der Senatswahlen haben die Katholiken, abgesehen von den Stichwahlen, im Senate eine Majorität von 17 Stimmen.
Frankreich. Paris. Dr. Rochard ist aus Toulon zurückgekehrt und machte Mittheilungen über die Auffassungen des hygienischen Consul— tativ⸗Comité's; er constatirte, daß die Epidemie unter den Marinetruppen nachgelassen habe. Die Form, in der die asiatische Cholera auftrete, sei durchaus milde.
— 7. Juli. Ferry erkläxte in der Kammer, er habe am Vormittag die mit der Genehmig— ung der kaiserlich chinesischen Regierung vex— sehene Urkunde über den Vertrag von Tientsin
erhalten. Der Vertrag wurde von den Chinesen verletzt. Die Chinesen eröffneten das Feuer auf
die französischen Truppen unter Umständen, welche außer Zweifel ließen, daß es sich um einen hinter— listigen Ueberfall handelte, daher sei Genugthu— ung nothwendig. Die Regierung hielt, nachdem sie im Mai auf Kriegsentschädigung seitens Chinas verzichtet, es für Pflicht, China daran zu er⸗ innern, daß derartige Verletzungen bezahlt wer— den müßten oder Genugthuung erheischten. Die Regierung erwarte die Antwort Chinas, sei in— deß inzwischen in der Lage, den Verträgen Acht ung zu verschaffen und werde dies mit Mäßig— ung, aber mit durch Nichts zu erschütternder Festigkeit thun.(Beifall.)— Parlamentskreise meinen, die Regierung werde eine Entschädigung von 250 Million von China fordern. Mehrere Abendblätter wollen wissen, die französischen Truppen würden als Garantie für die Kriegs— entschädigung gewisse Punkte der chinesischen Küste, namentlich das Arsenal von Foutschou besetzen.
— 8. Juli. Die Senatscommission, die fur den Verfassungsrevisionsentwurf gewählt wurde, be— steht aus 9 gegen, 9 für die Vorlage. Von letzteren verlangen mehrere, die Kammer solle die Garantie geben, daß die Revision eine beschränkte sein soll.
Großbritannien. London, 7. Juli. Ein Individuum, Namens Gratton, wurde bei Hanley verhaftet. In seinem Besitze befanden sich 39 Dynamitpatronen. Vor dem Polizeigerichte ver— nommen, verweigerte er die Auskunft über die Provenienz und den Gebrauch des Dynamits.
Italien. Rom, 7. Juli. Die Eisenbahn-Com— mission genehmigte die sicilianische Eisenbahn Con— vention und wird im Herbste die Tarife berathen.
Rußland. Petersburg. Schon vor einiger Zeit wurde berichtet, daß der Emir von Afgha— nistan den Russen feindselig gesinnt sei und daß er die Russen anzugreifen wünsche. Nun wird aus Simla gemeldet, daß der Emir eine große Streitmacht in Herat und dem westlichen Turkestan zusammenziehe. Es muß sich bald herausstellen, ob diese Rüstungen gegen Rußland gerichtet sind.
Egypten. Kairo, 7. Juli Ein Telegramm des Mudir von Dongola meldet aus Debbah,
gesandt wurden. Folge der Unzufriedenheit unter der Garnison, die durch die Proclamation des versprochen Leid zugefügt letzten Tagen obert wurde. die meisten Europäer den moslemitischen Glauben annahmen. Beispiel nachzufolgen, behalten und es ist ihm erlaubt, sich im Lager des Mahdi frei zu bewegen. J Gerüchte, ohne im Stande zu sein, dieselben durch irgend eine amtliche Mittheilung
Congreß wurde heute vertagt.
sagen, daß bei einem in dieser Stadt abgehal—
velche, wie ich Grund zur Annahme habe, glaub- e
0 vie es heißt, von der aufständischen Armee ab⸗ Diese Briefe melden, daß in
Mahdi, worin wurde, daß den Einwohnern kein werden solle, Khartum in den des Mai ohne Schwierigkeit er— Ein Massacre fand nicht statt, da
Rechtskraft an gerechnet,
General Gordon weigerte sich, diesem aber er ist völlig wohl—
Ich melde diese
Amerika. Washington, 7. Juli. Der
New-Pork. Nachrichten aus Panama be—
tenen Meeting beschlossen wurde, den wegen Bestechung in Anklagezustand versetzten Präsi— denten aufzufordern, das ihm eingeräumte Re— gierungspalais zu verlassen.
Aus Stadt und Land. „. Bad⸗Nauheim, 7. Juli. Das erste Bezirks- fest des Kriegervereinsbezirks Bad⸗Nauheim-Butzbach, verbunden mit der Fahnenweihe des hlesigen Militär⸗ vereins„Hassia“, wurde gestern in unserer festlich ge— schmückten Badestadt abgehalten. Schon am Vorabend wurde das Fest eingeleltet durch großes Concert und Feuerwerk im Kurgarten, sowie durch einen brillanten Fackelzug, woran sich sämmtliche hiesigen Vereine betheil⸗ igten Nachdem Morgens elrca 1200 Krieger ein— getroffen waren, bewegte sich am Nachmittag um 2/2 Uhr der stattliche Festzug unter Vorantritt zweier Musik— kapellen, nämlich der Kapelle des 1. Garde-Dragoner— Regiments und der hiesigen Feuerwehr, durch die Haupt— straßen der Stadt nach dem Festplatze. Hier wurden zunächst die fremden Gäste von dem Festpräsidenten, Bürgermeister Wörner, auf's Herzlichste begrüßt, worauf derselbe am Schlusse seiner Rede ein Gedicht„Kaiser Wilhelm“ vortrug und„Die Wacht am Rhein“ von sämmtlichen Anwesenden gesungen wurde. Pfarrer Walz hielt hierauf die Rede zur Fahnenweihe, worauf„Nun danket Alle Gott“ gesungen wurde. Sodann erfolgte die Enthüllung und Ueberreichung der Fahne. Post seeretär Leister, als zweiter Präsident, sprach mit warmer Begeisterung über die besonderen Pflichten der Mitglieder der Kriegervereine, wie dieselben, wenn auch nicht als active Militärs, so doch, indem sie sich dem„rothen Kreuz“ zur Verfügung stellten, sowie indem sie ächte Kamerad schaft pflegten, durch Unterstützung der nothleidenden Mit glieder segensreich wirken könnten. Seine Rede schloß mit einem Hurrah auf Kaiser und Großherzog. Bezirks— präsident Dr. Vogt von Butzbach hielt späterhin noch, nachdem er ein Telegramm von Oberst v. Gerlach von Darmstadt, sowie von den auf dem Bezirksfeste zu Nidda versammelten Kriegern und von der sächsischen Krieger— kameradschaft verlesen hatte, eine von ächt patriotischem Geiste durchdrungene Ansprache. Nach Beendigung des offiziellen Theiles des Festes bildeten Tanz und sonstige Vergnügungen den Abschluß des schönen Tages. Der Himmel war dem Fest günstig. Gastwirth Thuy aus Vilbel, als alleiniger Festwirth, hatte Alles aufgeboten um die Gäste zufrieden zu stellen und so verlief dasselbe in der schönsten Weise. Heute, am zweiten Festtage fand ebenfalls Zug durch die Stadt und gesellige Unterhaltung auf dem Festplatz statt.
Allerlei. Toulon, 7. Juli. In den letzten 24 Stunden gab es 15 Choleratodte.— 8. Juli. Von gestern Abend bis heute
Vormittag 10 Uhr kamen hier 10 Choleratodesfälle vor, in Marseille hat sich der Zustand verschlimmert, am Jul starben hier 6 Personen und am 8. Juli 14 Personen an der Cholera. Geheimerath Dr. Koch erklärt auf das Entschiedenste, daß es sich um die asiatische Cholera handle. Alle Touloner Aerzte seien übrigens seiner An— sicht. Ueber den Ursprung der Epidemie hege er nicht den geringsten Zweifel, dieselbe sei aus dem fernsten Orient eingeschleppt. Er erkenne dieselben Mikroben bei den Touloner Kranken, wie in Egypten und Indien. Koch glaubt, die Epidemie werde überall hinkommen, denn, mit einem Mittelpunkt als Seuchenherd wie Toulon, müsse sie sich ausbreiten, und er werde in diesem Sinne auch nach Deutschland berichten. Gerüchte wollen wissen, daß auch in anderen südfranzösischen Städten einzelne Cholerafälle vorgekommen sind. So soll in Aix ein Professor, der aus Toulon dorthin kam, nach wenigen Stunden der Cholera erlegen sein. Im Lazareth von Trompelour, am Einfluß der Gironde, sind nun auch
daß er Ende v. Mts. von etwa 13,000 Auf⸗ ständischen angegriffen, der Angriff aber nach
hartnäckigem Kampfe und mit großen Verlusten
auf beiden Seiten abgeschlagen worden sei. — Der hiesige Correspondent des Daily
Telegraph meldet unterm 4. d.:„Hiesige Leute,
zwei Fälle von gelbem Fieber festgestellt worden.
Gerichtssaal.
Bad⸗ Nauheim. In der Donnerstag den 10. Juli
dahier stattfindenden Schöffengerichtssitzung kommen fol— gende Fälle zur Aburtheilung: 1) die Strafsache gegen
1
von Ober-Mörlen, wegen
kasten der Gr. Bürgermeisterei kannt zu machen; Lindheim wurde von 5 Mark, ev. drei Tage Haft und in die Kosten des Verfahrens verurtheilt; von Höchst a. d. N., Art. 25 des Jagdstrafgesetzes, verübt am des 14. März d. J. eine Geldstrafe von 1 Mark, sowie zu bestätigen.“ die rde d Uebertretung derselben Gesetzesstelle, angeblich am mittage desselben Tages verübt,
Mißhandlung; 2) die Straf⸗
ache gegen Peter Schild, Georg Jung und Johannes
vürdig sind⸗ haben soeben Briefe erhalten, welche, Adam, sämmtlich von Nieder-Mörlen, wegen Ruhestörung.
Altenstadt. In der Donnerstag den 3. d. Mts.
stattgehabten Schöffengerichtssitzung wurde in folgenden Sachen erkannt: 1) erbielt wegen Beleldigung des Johs. Kontad Rau von da, eine Geldstrafe von 9 Mark, ev. und in die Kosten des Verfahrens; zugleich Beleidigten die Vefugniß zugesprochen, Theil des Urtheils während acht Tagen,
Konrad Schildger von Altenstadt,
drei Tage Haft wurde dem den entscheidenen von dessen durch Anschlagen im Aushäng— Altenstadt öffentlich be— 2) Johs. Rosenberger's Ehefrau von wegen Ruhestörung in eine Geldstrafe
3) Philipp Heinrich Clarius erhielt wegen Uebertretung des Nachmittage
Kosten; dagegen wurde der Beschuldigte wegen
Vor⸗ freigesprochen. Juli am hie;
Butzbach. Bei der Freitag den 1
sigen Amtsgericht stattfindenden Schöffengerichtssitzung
kommen folgende Fälle zur Verhandlung: 1) die Privat-
klage des Philipp Reineck IV. von Münster gegen Peter
von da, wegen Beleidigung; 2) die Privatklage des Nikolaus Wissig und des Konrad Wissig II. von Langenhain gegen Richard Lemp von da, wegen Be— leidigung; 3) die Strafsache gegen Karl Jung von der Oes, wegen Mißhdlg.; 4) die Strafsache gegen Bettchen Meyer von Holzheim, wegen Hausfriedensbruchs und Miß handlung; 5) die Strafsache gegen Karl Hartmann von Butzbach, wegen Diebstahls.
Handel und Verkehr. Friedberg, 9. Juli. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.85- 0.95, Eier 1 Stück 6 Pf. Friedberg, 8. Jult. Fruchtber. Waizen M. 20.75, Korn M. 16.50, Gerste M. 14.—16., Hafer M. 13.—15. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfund. Grünberg, 5. Juli. Fruchtpreise. Welzen M. 20.10, Korn M. 18.40, Gerste M. 16.90, Hafer M. 17.30, Samen M. 22 50, Kartoffeln M. 4.40. Gießen, 8. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.80— 0.85, Eier 1 Stück 5-6 Pf., Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.60 bis M. 0.80, Hühner per Stück M. 0.90—1.30, Hahnen per Stück M. 0.65— 1.00, Enten per Stück M. 1.50— 2.00, Gänse per Stück M. 3.004, Ochsen fleisch per Pfd. 68—70 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 56—60 Pf., Schweinefleisch 52—58 Pf., Hammel fleisch 60 70 Pf., Kalbfleisch 50— 54 Pf., Kartoffeln
Jung
per 100 Kilo M. 5— 6, Zwiebeln per Ctr. M. 15., Kirschen per Pfund 20—25 Pf.
Frankfurt, 7. Juli. Fruchtmarkt. Welzen mehl Nr. 0 M. 36-37, Nr. 1 M. 30—32, Nr. 2 M. 28-29,
Nr. 3 M. 25— 27, Nr. 4 M. 18—20, Nr. 5 M. 16-17, hiesiges Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 57—59, norddeutsches und westfällsches Weizenmehl 00 M. 25.50 bis 26.50, Suppengries je nach Qual. M. 27—32.50, Roggenmehl 0(Berliner Marke) M. 26-27, 0s/% do. M. 23 50— 24.50, do. 1 do. M. 21.50— 22.50, d. 2 do. M. 1819. Weizen ab unserer Umgegend M. 20.75—21, do. frei ab Bahnhof hier M. 21—, do. fremder je nach Qual. M. 18—21, Roggen hiesiger M. 17, do. französischer M. 17— 17.25, do. Petersburger M. 16.25 bis 16.50, do. Nieolajeff, Galatz und Odessa M. 15.7516, do. amerlkanischer M. 16— 16.25, Gerste, Brauerwaare M. 17.50— 20, do. zu Mahlzwecken M. 14-15. Hafer je nach Qual. M. 15.50— 17.25. Mais, bunter(mixed) M. 13— /. Erbsen M. 18— 19. Wicken M. 18.50—19 Roggenkleie M. 5.25—5.50. Weizenkleie M. 4.755. Rüböl, detail M. 63. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo. Frankfurt, 7. Juli. Viehmarkt. Ochsen, Zutrieb ca. 340 Stück, gute Exemplare M. 70 per Ctr. Schlacht gewicht, 2. Qual. M. 6066. Kühe und Rinder waren gestern und heute stärker als seither zugefahren, 1. Qual. M. 65, 2. Qual. M. 50—58. 30 Stück Bullen, je nach Qual. M. 45-50, Kälber: Zutrieb ca. 200 Stück, Preise für 1. Qual. per Pfd. 55—60 Pf., für 2. Qual. 50 Pf. Hämmel: Zutrieb 30 Stück, Preise für 1. Qual. 62 Pf., 2. Qual. 56—53 Pf. Schweine, Prima Hannoveraner 51 Pf., Landschweine 50 Pf.
Frankfurt, 8. Juli. Heu⸗ und Strohmarkt. Die Anfuhr belief sich auf 50 Wagen und wurde bezahlt je nach Qual. per Ctr. für Heu M. 3— 3.20, neues M. 2.20 bis 2.60, für Stroh M. 2.20— 2.80.— Buttermarkt, Für Butter wurde im Engroshandel bezahlt per Ctt. M. 65, im Kleinverkauf je nach Güte der Waare per Pfd. 90 Pf. bis M. 1.
Weizen M. 19.50
Mainz, 6. Juli. Fruchtmarkt.
bis 20.50. Korn biesiges M. 17.30— 17.70, russisches M. 15.90 16. Gerste Pfälzer M. 18.50— 19, Hafet inländ. M. 16.00 17. Rapskuchen M. 132— 135.
Mohnöl M. 51—56. Leinöl M. 23.50—24.50. Rüböl rohes M. 29.75 30.10, gereinigtes M. 31.50 32. Mainz, 6. Juli. Viehmarkt. In der abgelaufenen Woche waren auf unserem Vlehmarkte im Ganzen 10 Stück Vieh zugetrieben und zwar 13 Farren, 141 Ochsen, 257 Kühe, 274 Kälber und 378 Schweine. Bezahl! wurden Farren mit 44— 45 M., Ochsen 1. Qualitat 72175 M., 2. Qualität 6771 M., Kühe 1. Omualltct 63-65 M., 2. Qualität 56—60 M. Alles per 50 Kile Schlachtgewicht. Kälber wurden bezahlt mit 60-65 Pf.
Jakob Morschel, Joseph Heller und Anton Born, sämmtlich
und Schweine mit 48—52 Pf. per ½ Kilo leb. Gewicht,


