Erklärung.
Das Comité der deutsch-freisinnigen Partei des Wahlkreises Friedberg-Büdingen erläßt in Nr. 129 des Wetterauer Boten die Aufforderung:„Jede Verdächtigung der Person und der persönlichen Verhältnisse des Herrn Wahltandidaten Hinze ihm zur Kenntniß zu bringen, um alle Aussprenger derartiger Verdächtigungen gerichtlich belangen zu können.“
Verdächtigungen Herrn Hinze gegenüber zu verbreiten, ist unserem Comité niemals eingefallen, allein da jeder Wähler verlangen kann, daß der Inhaber der höchsten Ehrenstellung, die das Volk zu vergeben hat, makellos ist, so sehen wir uns,
zumal wir unerhörter Weise von den Gegnern herausgeford ert
worden sind, im Interesse der gesammten Wählerschaft verpflichtet, nachstehende, uns von maßgebender Seite gewordene Mittheilungen der Oeffentlichkeit zu übergeben:
Herr Major Hinze stand im Frühjahr 1883 als etatsmäßiger Stabs-Offizier im Regiment Nr. 81 in Frankfurt a. Main und war als solcher Vorsitzender der Regiments— Bekleidungs⸗Commission und mit dem Abschluß von Verträgen über Militärlieferungen betraut.
In dieser Eigenschaft trat er mit einem Militärlieferanten in Verbindung, indem er denselben um ein namhaftes Darleben ersuchte, das Letzterer jedoch mit Rücksicht auf die zerrütteten Vermögensverhältnisse des Herrn Hinze ablehnte.
Kurze Zeit darauf wurde dem obigen Lieferanten, der Zeit gehabt, bezüglich einer Lieferung an das Regiment Nr. 81 der Zuschlag nicht ertheilt.
Dieser Lieferant erzählte, daß Seitens des Herrn Major Hinze der Zuschlag ab— hängig gemacht worden sei von der Gewährung des von ihm abgelehnten Darlehens.
Ofsiziere des Regiments, welche den Vorfall erfuhren, brachten denselben zur Anzeige und wurde Herr Major Hinze zur schleunigsten Einreichung seines Ab⸗
schiedes veranlaßt. 1 Abschied in Folge dessen
längere Lieferungen
Herr Major Hinze hat seinen genommen. e. Das national⸗ liberale Wahl⸗Comité:
In Auftrag: Jöckel, Rechtsanwalt.
Friedberg, 7. November 1884. 2 3996
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