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abgelehnten egierungsantrag, betr. die Auf⸗ besserung der Beamtengehälter und beschloß ein⸗ stimmig, die hierfür geforderten 117,270 M. wieder in den Etat einzustellen.

Heidelberg, 5. April. Die österreichische Kaiserin und die Erzherzogin Valerie sind mit Gefolge heute, via Gernsheim von Wiesbaden kommend, hier eingetroffen und im Auftrage des badischen Hofes vom Oberst Kammerherrn v. Gem mingen und vom Stadt-Direktor von Scherrer empfangen worden.. Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. Die Wiener Zeitung veröffentlicht die Eisenbahn-Convention mit der Türkei, Serbien und Bulgarien.

Belgien. Brüssel. Der deutsche Kron prinz ist auf der Rückreise von London heute Nachmittag von Antwerpen hier eingetroffen und vom Könige und vom Grafen von Flandern am Bahnhöfe empfangen und nach dem könig⸗ lichen Palais geleitet worden. Die Weiterreise des Kronprinzen nach Berlin erfolgt heute Abend.

Frankreich. Paris, J. April. Die Zucker⸗

commission nahm nach Anhörung Ferry's und Tirard's die Vorlage an, wonach vom Sep tember ab die Zuckerrübe besteuert wird. Die Besteuerung des Zuckerrübensaftes wurde abge lehnt und ferner beschlossen, auf ausländischen europäischen Zucker einen Zuschlagszoll von 3 Fr., auf Rohrzucker einen solchen von 7 Fr. zu legen; Ausländer sollen 4 Fr. Zuschlagszoll bezahlen, der im Falle der Wiederausfuhr zu rückvergütet wird. April. Die Kammer verwarf die Senatsänderung bezüglich der Pariser Munici palwahlen und stellte mit 334 gegen 156 Stim men die Eintheilung von Paris in vier große Wahlbezirke wieder her.

5. April. Im Kohlenrevier von Anzin wurden drei strikende Arbeiter und eine Frau verhaftet, welche gestern den Händen der Gen darmerie einen Arrestanten entrissen, der heute verhaftet und von Dragonern abgeführt wurde. Die Escorte-Mannschaften wurden von den strikenden Männern und Frauen umringt und mit Steinen und Koth beworfen, bewahrten aber eine anerkenneswerthe Ruhe.

Einer Meldung aus Lille zufolge fanden in Denain in Folge der Ankunft des Redacteurs Roche vom Intransigeant öffentliche Kundgeb ungen statt. Ein Zug von gegen 3000 striken den Arbeitern bewegte sich unter aufrührerischen Rufen durch die Straßen; die strikenden suchten die nicht strikenden Arbeiter einzuschüchteru. Da die Gendarmerie nicht stark genug war, die Strikenden zu zerstreuen, wurden Truppen nach Denain abgesendet.

Großbritannien. London, 3. April. Im Verlauf der heutigen Sitzung des Unter hauses erklärte Gladstone, Gordon habe keinen Befehl, in Khartum zu bleiben, seine Berichte bewiesen aber, daß er dort keinerlei Gefahr laufe. Hartington bemerkt, die Regierung habe die Genehmigung des von Gordon gemachten Vorschlags, Zebehr Pascha zum Gouverneur von Khartum zu ernennen, abgelehnt und gegen Gordon den Wunsch ausgesprochen, er möge nur so lange in Khartum bleiben, als zur Aus führung des Rückzuges der Garnisonen des Su dans nothwendig sei. Eine Verwendung eng lischer Truppen zur Stütze Khartums habe Gor⸗ don niemals angeregt.

April. Die Beisetzungsfeierlichkeit der Leiche des Herzogs von Albany in Windsor begann heute Vormittag 12 Uhr. Der Sarg wurde in Procession von der Prinz Albert Capelle nach der St. Georgs-Capelle durch Mannschaften des schottischen Regiments, dessen Oberst der Verstorbene war, getragen. Dem Sarge folgte der Prinz von Wales, dem zur Seite der Kronprinz des Deutschen Reiches und der Großherzog von Hessen gingen, während der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, die Prinzen Ludwig von Battenberg, Eduard von

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der fremden Souveräne und andere hohe Wür denträger folgten. Die Königin, umgeben von den Prinzessinnen, der Großherzogin von Mecklen burg⸗Strelitz und der Prinzessin Friedericke von Hannover, das diplomatische Corps, die Minister, hochgestellte Geistliche, sowie politische Notabli⸗ täten erwarteten den Leichenzug in der St. Georgs Capelle. Sobald der Leichenzug hier angelangt war, fand die Leichenfeier statt, worauf der Sarg in die Gruft hinabgesenkt wurde. Dublin, 4. April. Die Regierung entdeckte eine Conspiration irischer Invineibles, welche die Sprengung des Gefängnisses Mountojoy zur Befreiung der inhaftirten zu Zwangshaft ver urtheilten fenischen Gefangenen bezweckte. Die Gefängnißwache sollte durch Geld bestochen wer den, welches in Irland und den Vereinigten Staaten gezeichnet war. Die Verschwörer han delten einvernehmlich mit den amerikanischen Dy namitverschwörern. Die in Mountojoy inhaf⸗ tirten Gefangenen werden nach England gebracht. Spanien. Madrid. Die Verschwörung stellt sich immer mehr als belanglos heraus. Man glaubt jetzt schon, daß kaum Material genug vorliegen wird, um ein volles Prozeß⸗ verfahren eintreten zu lassen. Auch die verhaf teten Unteroffiziere sind jetzt nicht mehr behin dert, mit ihren Freunden in Verbindung zu treten und der Secretär des Zorillistischen Co mités ist überhaupt in Freiheit gesetzt worden. Dagegen ist ein Verhaftsbefehl gegen den Di rector des Blattes El Progreso ergangen, nach dem schon zwanzig Mal gegen das Blatt selber eingeschritten war.

5. April. Die Polizei entdeckte bei einem hiesigen Sattler(Republikaner) eine Niederlage geladener Bomben und Waffen,

welche seit zwei Jahren vergraben und ganz verrostet waren. Die Regierungspresse hebt die Sache nur als Beweis mangelnder Wachsam keit der früheren Regierung hervor, ohne der selben sonst irgendwelche Bedeutung beizulegen. Italien. Rom, 5. April. Die Majorität der Deputirten-Kammer stellte Biancheri als Präsidentencandidaten auf. Bei der Berathung des Budgets des Aeußern erklärte Mancini: Das Ministerium werde dem Programm des Friedens und der Sicherheit treu bleiben und alle Kräfte der Erreichung dieses Zieles widmen. Die sehr intimen Beziehungen zu Oesterreich und Deutschland vertrügen sich wohl mit den guten Beziehungen Italiens mit allen Mächten und ließen nicht befürchten, daß diejenigen zu Frankreich erkalteten. Mancini bekräftigte seine früheren Erklärungen, daß Italien mit voll kommener Parität der Gegenseitigkeit und Be dingungen in die Allianz eingetreten sei. Die An näherung Rußlands an Deutschland müsse trotz der Befürchtungen gewisser Deputirter im Gegen theile als Ereigniß begrüßt werden, welches den Frieden zum Hauptzweck habe und die Allianz nur noch besser zu verbürgen geeignet sei.

Griechenland. Athen, 4. April. Die Kammer nahm gestern den neuen Zolltarif end gültig an.

5. April. Die Kammer hat das Budget angenommen; die Session wurde sodann ge schlossen.

Rußland. Petersburg. Der Militärgou verneur von Transkaukasien, Generalmajor Ilia schewitsch, ist krankheitshalber auf sein Ansuchen seines Postens enthoben worden.

Egypten. Kairo, 4. April. Ein Ba⸗ taillon unter Befehl des Oberst Chermside wird morgen nach Suakin abgehen. Die Majors Kitschmer und Bundell, in der egyptischen Ar mee dienende englische Officiere, sind in Assonen eingetroffen und haben Befehl, nicht weiterzugehen.

Amerika. New-Vork. Eine in Augusta im Staat Georgia abgehaltene Versammlung von Repräsentanten aller Baumwollspinnereien der Südstaaten beschloß, wegen der unbefriedigenden Geschäftslage die Produktion einzuschränken.

Aus Stadt und Land.

Sachsen Weimar, Philipp von Sachsen-Coburg, der Fürst von Waldeck, die Speclalgesandten

l. Hausen. In unserer kleinen Gemeinde hat der

faßt, keinen Nachtwächter zu honoriten, sondern den Nachtwächterdienst selbst zu versehen; der Name des Dienstthuenden wurde jedesmal durch die Schelle bekannt gemacht. Dies trifft nun der Reihe nach jeden Bürger, vom Bürgermeister an dis zum Taglöhner. Selbst⸗ verständlich kann aber Jemand, der mit dem Veschluß nicht einverstanden ist, nicht gezwungen werden. So ist es zum Beispiel der Fall mit unsetem Lehrer. Der Gemeinderath glaubte aber, ein Recht zu haben, Jeden zu zwingen und ließ denn dieser Tage ganz ruhig aus- schellen,heute Nacht thut der Lehrer Nacht wächterdienst. Derselbe verstand jedoch die Sache falsch und hat Be schwerde beim Kreisamte in Friedberg erhoben, über deren Ausgang man wohl nicht zweifelhaft sein kann. Offenbach, 5. April. Heute fand die Feser des 50jährigen Bestehens der hiesigen Realschule statt. Hamm. Nachdem der Veitstanz seither stark unter den Mädchen grassirte und noch grassirt, hat derselbe jetzt auch die Knaben ergriffen. Am 31. März bekam ein Schulknabe von 12 Jahren einen Anfall, sogleich wurde er von dem Schulinspector untersucht und die Schule auf unbestimmte Zeit geschlossen. Es ist eine harte Heimsuchung für Hamm.

Allerlei.

Kassel, 5. April. Der hunderkjählige Geburtstag Spohr's wurde heute früh durch Gesänge auf dem Friedhofe und Abends durch die Fest-Vorstellung der Jessonda, würdig gefeiert. Spohr's Denkmal wurde geschmückt.

Halifax, 4. April. Der DampferDaniel Stein⸗ mann von der Whitecroß Linie, in Fahrt von Antwerpen nach New⸗Nork, sank vergangene Nacht bel Sandro, etwa 20 Meilen von Halifaßg. Der Dampfer hatte 90 Passagiere und 34 Mann Besatzung an Bord. Von allen diesen sind nur der Capit iin und vier Personen gerettet. 4 Pest, 4. April. Im Tisza-Eszlarer Proceß erkannte der Oberste Gerichtshof auf Freisprechung sämmtlicher Angeklagten.

Bukarest, 5. April. Ein im Universitätsgebäude heute ausgebrochener Brand wurde Mittags localisirt; die Pinakothek, die Malerschule und die Herbatien sind total vernichtet, die numismatischen und die natur historischen Sammlungen stark beschädigt. Dle Bibliothek, die Acten der Academie und des Senatsbuteaus sind gerettet aber stark beschädigt. Die Acten der Bibliothel der geographischen Gesellschaft sind vollständig verloren. Petersburg, 4. April. Die Newa ist drei Kilo⸗ meter vom Ausflusse aus dem Ladogasee aufgegangen.

Verloosungen. Sachsen-Meiningen, fl. 7⸗Loose v. 1870. Gewinn⸗Ziehung vom 1. April 1884. Heimzahlung vom 1. Jult 1884 ab. Gezogene Serien vom 1. März 1884. Serie 301 337 362 416 555 561 574 893 921 1239 1397 1474 1480 1842 1884 1941 2195 2661 2820 3119 3358 3437 3525 3586 3681 3722 3947 4076 4378 4621 4698 4859 4907 5131 5139 5822 6143 6538 6674 6725 6753 7045 7066 7096 7156 7241 7271 7401 7431 7511 7526 7694 7696 7757 7807 7838 7900 7956 8340 8461 8487 8501 8515 8992 9095 9134 9315 9557 9595 9921. Gewinne: S. 7241 Nr. 35 fl. 4000. S. 7511 Nr. 41 fl. 2000. S. 3947 Nr. 21 31, S. 6674 Nr. 16, S. 8461 Nr. 40 a fl. 300. S. 555 Nr. 46, S. 2820 Nr. 27, S. 5822 Nr. 7, S. 6588 Nr. 6, S. 6674 Nr. 10, S. 6725 Nr. 27 29 41, S. 7401 Nr. 41, S. 7757 Nr. 42, S. 7956 Nr. 43, S. 8483 Nr. 45, S. 9134 Nr. 3, S. 9595 Nr. 49 à fl. 50. S. 561 Nr. 23 43, S. 893 Nr. 13, S. 1941 Nr. 8 29, S. 2661 Nr. 13, S. 2820 Nr. 38, S. 3681 Nr. 42, S. 3947 Nr. 43 49, S. 4378 Nr. 39, S. 4698 Nr. 15 18, S. 5822 Nr. 48, S. 6538 Nr. 50, S. 6753 Nr. 15, S. 7045 Nr. 8 27, S. 7158 Nr. 33, S. 7401 Nr. 2, S. 7511 Nr. 40, S. 7797 Nr. 28, S. 7900 Nr. 27, S. 8340 Nr. 39, S. 8487 Nr 44, S. 9515 Nr. 4, S. 8992 Nr. 32 41, S. 9095 Nr. 9, S. 9557 Nr. 3 à fl. 20. Auf alle übrigen zu jenen Serien gehörigen Nummern föllt ein Gewinn von je 8 Gulden.

Oesterreich, 4pCt. 250 fl.⸗Loose v. 1853. Gewinn-Ziehung vom 1. April 1884. Heimzahlung am 30. Juni 1884 als Ergänzung der Serien⸗Ziehung vom 2. Januar 1884. Serien: Nr. 109 208 323 348 3805 470 600 758 767 853 982 1001 1076 1292 1351 1414 1496 1523 1552 1560 1623 1666 2008 2088 2125 2222 2350 2393 2526 2536 2812 2844 2868 2895 3557 3589 3594 3604 3675 3725 3748 3944. Gewinne: S. 1001 Nr. 4 fl. 100,000. S. 767 Nr. 32 fl. 20,000. Alle hier nicht verzeichneten in obigen Serien enthaltenen Trefferloose gewinnen je fl. 300 C. M.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 5. April. Wochenmarkt. Butter kostete

per Pfd. 1.00 1.10, Eier 1 St. 5, 2 St. 0 Pf. Gießen, 5. April. Butter per Pfd. M. 1.05 1.10, Eier 2 Stück 911 Pf.,

bis M. 1.20, Hühner per Stück M. Hahnen per Stück M. 1.30 1.80, Enten per Stück

und Rindfleisch 5056 Pf., Kalbfleisch 40-50 Pf., Schweinefleisch 56 60 Pf., Hammelfleisch 6470 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00 4.00. Frankfurt, 5. April. Wochenmarkt. Blumenkohl (korbweise) per 100 Stück M. 40, per Stück 50 60 Pf., Wirsing 6 10 Pf., Weißkraut 815 Pf., Rothkraut

Gemeinderath, um Kosten zu sparen, den Entschluß ge

1040 Pf., Kohlrabi 3 Pf., Erdkohlrabi 6-10 Pf.,

Auf dem heutigen Markt kostete

Käse per Stück 4 10 Pf., Tauben per Paar M. 1.00 1.10140,

M. 2.50 3.00, Ochsenfleisch per Pfd. 6670 Pf., Kuh⸗

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