liaui, Genala und Del Santo verbleiben auf ihren Posten, ferner treten in das Cabinet ein: Grimaldi(Ackerbau), Feraccini(Justiz), Bertole (Krieg), Coppino(Unterricht).
Rußland. Petersburg. Blätternachrichten über angebliche Ruhestörungen in Kiew erweisen sich als unbegründet. a
Egypten. Kairo, 28. März. Einer Meld⸗ ung aus Suakin zufolge trafen mehrere Scheiks gestern Abend ein, die den bisher den Englän— dern feindlichen Stämmen der Samarar, Damalib und Hoorah angehören. Dieselben gaben Ver— sicherungen der Freundschaft ab und versprachen zugleich, ihr Möglichstes zu thun, um mit Hülfe anderer Scheiks Osman Digma gefangen zu nehmen. Die durch diese Scheiks vertretenen Stämme zählen ungefähr 5000 Männer und haben ihre Wohnsitze zwischen Suakin und Kassala. Andere Scheiks verbürgen die Freilegung des Weges nach Berber. Ein Regiment Cavalerie und zwei Regimenter Infanterie sollen sich mor— gen in Jumna einschiffen. Ein bekannter Scheik, der eine hervorragende Stellung einnimmt, ist als Gesandter des Mahdi zu General Gordon gekommen und hat ihm vorgeschlagen, Khartum und den Sudan dem Mahdi abzutreten und ihn unter der Bedingung als Sultan anzuerkennen, daß der Handel für alle Nationalitäten freige— geben und den Christen die volle Sicherheit des Lebens gewährleistet wird. General Gordon soll diesen Vorschlag mit einigen Aenderungen angenommen haben. Diese Meldung, welche mit Vorsicht aufzunehmen ist, wird jedoch offi⸗! ciell als unrichtig bezeichnet.
Amerika. Lima, 29. März. Die Rati— ficationen des Friedensvertrages zwischen Chile und Peru sind gestern formell ausgetauscht wor— den. Die Nationalversammlung von Peru wird am nächsten Montag geschlossen.
Aus Stadt und Land.
j. Friedberg, 27. März. Gestern Abend hielt die hiesige Kranken-Unterstützungskasse, eingeschriebene Hülfs— kasse, ihre jährliche Versammlung im Rathhaussaale ab. Die Tagesordnung umfaßte: 1) Rechnungsablage von 1883, 2) Rechenschaftsbericht von 1883, 3) Fortbestand der Kasse, 4) Vorstandswahl. Die Rechnung wurde, nachdem solche vorher ordnungsmäßig geprüft war, ver— lesen und von der Versammlung einstimmig genehmigt. Der Vorsitzende, Pfarrer Meyer, erstattete den Rechen— schaftsbericht über das sechste Vestands jahr der Kasse, der an und für sich so befriedigend ausfiel, daß der Fort— bestand der Kasse als freie Hülfskasse vom 1. Dezember 1884 ab, wie dies nach dem Krankenkassengesetz möglich ist, und Versicherung der Frauen und Kinder von sämmtlichen Anwesenden beschlossen wurde. Der seitherige Vorstand wurde fast einstimmig wieder gewählt und damit das Vertrauen der Vereins mitglieder zu dem— selben bekundet, was derselbe denn auch in jeder Hinsicht zu würdigen weiß. Wie segensreich die Kasse aber wirkt, möge daraus hervorgehen, daß im Jahre 1883 allein für Erkrankungsfälle des aus 220 zahlenden Mitgliedern, mit Frauen und Kindern aus etwa 750 Köpfen, be— stehenden Vereins, und zwar bei Erkrankungen von: 17 ledigen Personen, 365 Verhelratheten und 349 Kindern, außer den Aerzten, die M. 1600. erhalten, für Arzneien M. 1359.54 und für Unterstützungen M. 324.30 ver— ausgabt wurden. Es kann daher der Beitritt zu der Kasse Familienvätern, besonders den wenigbemittelten, nicht dringend genug empfohlen werden, aber auch für alleinstehende Personen ist bestens gesorgt. Der monat— liche Beitrag zur Kasse ist nicht hoch und beträgt der— malen noch: für Unverheirathete 80 Pf., für Verhei— rathete mit Familie M. 1.50 und wird voraussichtlich auch so bestehen bleiben. f
T. Friedberg den 30. März. Gestern Abend fand im Casinosaal die General-Versammlung des hiesigen Vorschuß- und Credit-Vereins, e. G. bei zahlreicher Betheilligung der Mitglieder statt. Der Vorsitzende, Bürgermeister Steinhäußer, eröffnete die Versammlung mit der Mittheilung, daß das Genossenschaftswesen einen schweren, wenn nicht unersetzlichen Verlust durch den Tod des Begründers und langjährigen Anwalts der Genossen⸗ schaften, des allverehrten Dr. Schulze Delitzsch, erlitten habe. Wie dieser Verlust das Genossenschaftswesen von ganz Deutschland, ja der ganzen gebildeten Welt berühre, so habe hier der Tod des langjährigen Vorsitzenden des hiesigen Vereins, Carl Seriba, eine große Lücke in unseren V gerissen. Auf Aufforderung des Vor—
Verein sitzenden erhob sich die Versammlung zum Zeichen der Anerkennung des Wirkens dieser beiden Männer von ihren Sitzen. Hierauf erstattete das Vorstandsmitglied E. Ermus Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr, woraus ersichtlich, daß die Geschäfte des Vereins, der im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 17 Million Mark und einen Reingewinn von ca. 24,000 M. erzielte
und keinerlei Verluste erlitten hatte, im langsamen aber sicheren Fortschreiten begriffen sind. Auf den weiteren
Gegenstand der Tagesordnung, Vertheilung des Gewinnes, übergehend, wurde nach einer kurzen Discussion, an der sich Stadtrath Ruths und Fabrikant Megerle betheiligten, die Vorschläge des Ausschusses, 10% Dividende an die Antheilseigner zu vertheilen und den Reservefonds zu dotiren, genehmigt. Bei dieser Position machte Fabrikant Carl Trapp, obgleich er Bedenken trage, diesen Gegen— stand, seines unfertigen Charakters wegen, heute schon an die Oeffentlichkeit zu bringen, der Versammlung die Mittheilung, daß die Absicht bestehe, zu Ehren des ver— storbenen Bürgermeisters C. Seriba und zu Gunsten der Ausbildung von Handwerkern, eine Stiftung zu gründen und bat, aus der Mitte der Versammlung bezüglich eines Beitrags des Vereins zu dieser Stiftung sich zu äußern. Auf Antrag von Stadtrath Ruths wurde der Aus schuß ermächtigt, nach seinem Ermessen einen ihm geeignet erscheinenden Betrag von dem Gewinnüberschuß für die Stiftung zu verwenden. Bei der hierauf fol—⸗ genden Ausschußwahl wurden Jean Huber, Rechtsanwalt Jöckel, Bürgermeister Steinhäußer und Carl Trapp wieder- und W. Fertsch jun. mit großer Majorität neu⸗ gewählt. Wir können am Schlusse dieses kurzen Be⸗ richts mit großer Genugthuung constatiren, daß Dank den steten Bemühungen des Vorstandes und des Aus— schusses die Entwickelung des Vereins eine stetig fort— schreitende ist und derselbe sowohl für das ereditbedürftige wie das capitalanlegende Publikum auch im vergangenen Jahr eine nur ersprießliche Thätigkeit entfaltet hat.
h. Dorheim. Am letzten Samstag schnitten mehrere kleine Knaben Weiden an der Wetter. Dabei rutschte ein sechsjähriger Knabe Namens Emmerich in's Wasser und ertrank, obgleich die anderen Kinder ihm ihre Gerten hinreichten, damit er sich festhalten solle, bis Hülfe käme.
R Weckesheim. Seit vorigen Donnerstag fehlt ein hiesiger angesehener Einwohner. Einem unverbürgten on dit zufolge, soll derselbe mit Zurücklassung von Weib und Kind, aber unter Mitnahme einigen Kleingeldes den Weg„über's Wasser“ angetreten haben.
d. Wölfersheim. Sämmtliche hiesigen Einwohner, die wegen Landfriedensbruches angeklagt waren, wurden in Folge der gewandten Vertheidigung kostenlos von dieser Anklage freigesprochen.
Gießen. Wie aus den Mittheilungen der Central⸗ stelle für die Landesstatistik hervorgeht, haben die Oberh. Bahnen unter dem von Preußen durchgeführten Aus— schluß von Transitverkehr fortwährend schwer zu leiden. Es betrugen nämlich die Einnahmen 909,986 M., die Ausgaben trotz der durchgeführten wahrhaft peinlichen Sparsamkeit 828,750 M. Der Personenverkehr erbrachte 406,566 M. und hatte die bedeutendste Frequenz natur— gemäß die hiesige Station mit 231,286 Personen aufzu⸗ weisen, ihr folgt Alsfeld mit 55,712 und Nidda mit 52078 Personen. Im Güterverkehr stehen wieder die Eisensteine mit 42,573 Tonnen obenan, dann folgt Baus, Nutz- und Werkholz mit 28,981 Tonnen und erst in dritter Linie Steinkohlen und Coaks mit 22,165 Tonnen.
Darmstadt. Im Jahre 1883 kamen im Groß— herzogthum Hessen 217 Selbstmorde vor, während bie Zahl der durch Verunglückung Getödteten 303 betrug. Durch Mord und Körperverletzung verloren 10 Personen das Leben, wovon auf die Provinz Starkenburg allein 6 entfallen.
Allerlei.
Berlin, 29. März. In einem Hause am Andreas- platz tödtete heute Mittag ein gewisser Gronack, welcher mit seiner Frau im Unfrieden lebte, seine Frau, deren Schwester und den zu Hilfe ellenden Vicewirth des Hauses mittelst Messerstichen. Der Mörder überlieferte sich selbst der Poltzei.
Neapel. Auf Ischia haben neue Erdbeben statt— gefunden, die indeß keinen Schaden anrichteten.
Cineinnati, 28. März. In Folge eines milden Erkentnisses in einem Mordprozesse sammelte sich ein Volkshaufen um das Gefängniß, worin noch mehrere des Mordes Angeklagte inhaftirt waren. Das requirirte Militär machte von der Waffe Gebrauch, wodurch mehrere Tumultuanten getödtet wurden. Der Volkshaufe wuchs an und bemächtigte sich aller Waffen und Munition des Zeugbauses und bedrohte fortgesetzt das Gefängniß. Ein Gefangener entkam während des Transportes nach einer Nachbarstadt aus dem Bahnzuge, wurde jedoch später wieder ergriffen.
Gerichtssaal.
Altenstadt. In der Donnerstag den 3. April da— hier stattfindenden Schöffengerichtssitzung kommen folgende Sachen zur Verhandlung: 1) Privatklagesache des Peter Mädrich, Heinrich Wilhelm Blum, Philipp Kirchner, Philipp Dähler, Heinrich Altvatter III. und Johannes Seitz, sämmtlich zu Höchst a. d. N., gegen Konrad Blum, Balthasar Schmidt und Peter Schäfer II. daselbst, wegen Beleidigung; 2) Strafsache gegen Ludwig Margraf zu Halnchen, wegen Pfandveräußerung; 3) Strafsache gegen Johann Heinrich König zu Lindheim, wegen gemeinge fährlichen Vergehens; 4) Privatklagesache des Georg Hofmann zu Lindheim gegen Isaak Lindheimer daselbst, wegen Beleidigung; 5) Privatklagesache der Karl Holde— rieth Wittwe zu Enzheim gegen Konrad Becker von da, wegen Beleidigung; 6) Strafsache gegen Karl Eidmann und Friedrich Bischoff, beide zu Bönstadt, wegen Körper— verletzung.
Handel und Verkehr. Friedberg, 29. März. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 0.90- 1.00, Eier 1 St. 5, 2 St. 9 Pf. Gießen, 29. März. Auf dem heutigen Markk kostete Butter per Pfd m. 105 1.05, Eier 2 Stück 9 P..,
Käse per Stück 5— 9 Pf., Tauben ver Paar 85 Pf. bis M. 1.00, Hühner per Stück 90 Pf. bis M. 1.20,
Hahnen per Stück M. 1.00— 1.50, Enten per Stück
M. 2.00— 2.50, Ochsenfleisch per Pfd. 6600 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 4856 Pf., Kalbfleisch 45—50 Pf., Schweinefleisch 5860 Pf., Hammelfleisch 60-70 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00 4.00.
Homburg v. d. H., 29. März. Marktpreise. Kar⸗ toffeln per Malter M. 4.00— 4.50, per Gescheid von 9 bis 10 Pf., Eier per Stück 4, 5 und 6 Pf., Butter per Pfund 1. Qual. M. 1.20, II. Qual. M. 1.10.
Frankfurt, 28. März. Buttermarkt. Für Butter wurde im Engroshandel bezahlt per Ctr. M. 100—103, im Kleinverkauf je nach Güte der Waare per Pfund M. 1.20—1.30.
Frankfurt, 29. März. Wochenmarkt. Gemüse: Blumenkohl per 100 Stück 30—35 M., per Stück 40 bis 55 Pf., Rothkraut 20—50 Pf., Weißkraut 10 bis 20 Pf., Wirsing 5— 10 Pf., Kohlrabi 3—5 Pf., Partser Salat 18 Pf., Radischen per Pack 5 Pf., neuer Rettig 20 Pf., rothe Rüben 3—6 Pf., Zwiebeln per Centner M. 14—15, per Gescheid 50 Pf., Steckzwiebeln, die in großer Menge zugefahren waren, wurde pfundweise zu 50 Pf. abgegeben, in größeren Mengen billiger. Kar⸗ toffeln per Malter(200 Pfd.) M. 3.75 4.50, per Ge⸗ scheid 9— 10 Pf., rothe Mäuschen per Malter M. 10, per Gescheid 20 Pf., gelbe per Malter M. 13, per Ge⸗ scheid 25 Pf. Eier per Hundert M. 4.50—6. Junge Hühner M. 2—3, Hähne M. 1.80—3, Tauben 70 Pf., Enten M. 3—4, welsche Hähne M. 12, welsche Hühner M. 8—9.
In Nr. 33 des Oberb. Anz. wurde bereits über den Besuch und die Erfolge des Feierabends für Lehrlinge in dem verflossenen Winter berichtet. Wir haben nur noch dem Stadtvorstande für Ueberlassung des Lokals, dem Vorstande des Gewerbevereins für die Exlaubniß zur Benutzung der Zeichentische, der Scriba'schen Buch⸗ handlung für eine Anzahl werthvoller, geeigneter Bücher und der Redaction des Oberh. Anzeigers für die stets gewährte Gratisaufnahme unserer Artikel und Annoncen gebührend und herzlich zu danken, was wir hiermit öffentlich thun wollen. Die Errichtung des Feierabends für Lehrlinge hat sich so bewährt, daß es wünschens werth wäre und der Evangelische Verein daran denken darf, auch einen solchen für Gesellen zu errichten.
Der Vorstand des Evang. Vereins.
Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus.
Dienstag den 1. April. Die Meistersinger.
Mittwoch den 2. Geschlossen.
Donnerstag den 3. Fidelio.
Freitag den 4. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Der Rattenfänger von Hameln. Außer Abonn.
Samstag den 5. Zum ersten Male: Coppelia. Ballet in 2 Akten von Delibes. Vorher: Das Verspechen hinter'm Herd.
Sonntag den 6.
Die Jüdin.
Schauspielhaus.
Dienstag den 1. April. Neu einstudirt: Die Fourchambault. Mittwoch den 2. Der Blitz.
Donnerstag den 3. Geschlossen.
Freitag den 4. Doktor Klaus.
Samstag den 5. Die Rantzau,
Sonntag den 6. Die Fourchambault.
Brodpreise vom 1. bis 16. April. Nach eigener Angabe der Bäcker.
Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert. Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. April. Nach eigener Angabe der Meßger. Für Friedberg und Butzbach unverändert. Für Bad-Nauheim: Per ½ Kilo.
M. Pf. M. Pf.
Schweinefleisch— 52 Schwartenmagen— 84 Keil und Karre—— Cervelatwurst— Dörrfleisch—— Fleischwurst 88 Solperfleisch—— Bratwurst— 84 Geräucherter Speck—— Schmalz, ausgel.,— 90 Schinken—— 5 unausgel.,— 80
Leber- u. Blutwurst— 64
Pfennig ⸗parkasse.
Sammelstellen. Einlagen. Betrag. M Pf.
Bestand am 1. Juni 1883 sammt Zinsen 28722 96 Uebertrag vom 22. März 18841 32199 16428 50 , Aiden 56 40 95 ee, 119 86 50 3. E. Oppenheimer 103 76 05 1. H. Flaschenträger 55 37— 5. H. Flaschenträger 68 50 60 32600[45442 55
Einleger 1245. Friedberg den 29. März 1884. Haupi⸗Sammelstelle: Vorschuß⸗ und Credit⸗Verein, e. G.
Psb un guss
2901
aun gavvge 2326
—
atlag
Gundau
Anras
*
1 ASinig
1
1
22
5 een; ür
1
151
—— —
denied
37 g
Iꝙꝓpu u
3
aavunl 3301
usnnslaod
uslleastz
5 314 ib 388
74% ½⁰iο⁰⁰j,ix³er g Ua lau uu
unnd
ung ci de nenn
*
39
S
U
7


