Einzelbild herunterladen

mitpatroue. Camus hatte kürzlich einen Brief, unterschriebendas Executiv-Comité, erhalten, worin er mit dem Tode bedroht wurde. Es wurde Niemand verletzt, nur die Fensterscheiben sind zertrümmert worden.

Großbritannien. London, 30. März. Den Polizeichefs ist ein Schreiben der fenischen Gesellschaft zugegangen, welches die Drohung enthält, daß die Fenier, wenn man die des Mor des im Phönixparke Angeklagten nicht sofort freilasse, Vergeltung üben und noch in dieser Woche das Centralbureau der Posten und Tele⸗ graphen in der City in die Luft sprengen würden. 31. März. Das Amtsgebäude des General Postmeisters und die Hauptpost selbst erhielten eine ausgedehnte Polizeibewachung. Die Furcht vor weiteren Explosionen ist, nach der Eutdeck ung der Höllenmaschine in Liverpool stark im Wachsen. Der Bestimmungsort der Maschine war Manchester, wo man weiteren Explosions vorbereitungen auf die Spur gekommen ist.

Daily News erhält aus Trapezunt einen Brief, welcher von größeren Vorbereitungen Rußlands zur Occupation Armeniens berichtet.

Spanien. Madrid, 30. März. Die Re⸗ gierung sandte ein Kriegsschiff ab, um von Santa Cruz del Mar Besitz zu ergreifen.

Türkei. Constantinopel. Dem Sultan wurde in einem geheimen Berichte angezeigt, daß einige Minister und hochgestellte Palast⸗ beamte große Summen als Bestechung erhalten hätten, um sie in Augelegenheit des Tabaks⸗ monopols zu beeinflussen. Das ganze Cabinet reichte hierauf seine Demission ein, die jedoch nicht angenommen wurde. Trotzdem herrscht eine sehr unbehagliche Stimmung vor und glaubt man, daß einige Aenderungen unausweichlich sein werden.

1. April. Gestern fand die erste Con ferenz in Betreff der Libanonfrage hier statt. Die Vertreter der Großmächte waren vollzählig anwesend. Aarifi Pascha eröffnete den Confe renzmitgliedern, daß der Sultan, da Rustem Paschas Vollmachten am 23. April abliefen, Prenk Bib Doda Pascha zu dessen Nachfolger bestimmt habe. Er sprach dann die Hoffnung aus, daß die Mächte dieser Wahl zustimmen würden. Die Botschafter Oesterreich-Ungarns, Frankreichs une Deutschlands, sowie der Geschäfts träger Italiens stimmten der getroffenen Wahl ohne Weiteres zu. Der russische Botschafter und der englische Geschäftsträger dagegen be schränkten sich auf die Kenntnißnahme der Mit theilung mit dem Hinzufügen, daß sie ihren Regierungen darüber berichten würden.

Auf der Straße nach Kars und Erzerum werden drei detachirte Forts errichtet.

Serbien. Belgrad. Der Bautenminister Gudorries wurde zum Handelsminister ernannt.

Rußland. Petersburg. Ein Bericht des Regierungs⸗ Anzeigers über die an dem Forst instuute zu Warschau stattgehabten Studenten Unruben constatirt, daß vom November 1882 bis Anfangs März c. fortgesetzt Zusammenrott ungen, Demonstrationen, Ungehörigkeiten und freches Verhalten gegen Vorgesetzte stattgefunden haben, so daß die Vorlesungen mit Anfang März eingestellt werden mußten

Egypten. Kairo. Die Regierung erhielt die Mittheilung aus London, daß Rothschild das Project für die Liquidation der Staatsdomäuen mit einigen Modificationen angenommen habe.

Afrika. Algier, 31. März. Der Finanz minister Tirard ist hier angekommen.

Durban. Eine Depesche der Times meldet, daß Mapoch Frieden mit der Republik Trans vaal zu schließen wünsche.

Amerika. New-Vork. Der Präsident er klärte dem englischen Gesandten gegenüber, ein Einschreiten gegen die Irländer halte er für ungerechtfertigt, er werde aber die internatio nalen Verbindlichkeiten einhalten. 5 Das Gebiet der amerikanischen Marine stationen im südatlantischen Ocean wurde auf

Aus Stadt und Land. Friedberg. Nach den nunmehr erfolgten Ordres für das Kaiser-Manöver des 11. Armee-Corps werden sich die Uebungen von der Mainkur über Bergen und Vilbel bis nach Friedberg hinziehen. Als Hauptquartier des Kaisers ist Homburg bestimmt.

Allerlei.

Pest. Der Leibhusar Mailath's ist schwer gravirt. Bel Aufnahme des Thatbestandes vermißte man die Zimmer⸗ schlüssel und in der Kasse fehlten 3000 Fr. in Werth⸗ papieren. Der Stadthauptmann sagte darauf zum Leib⸗ husaren:Siehe, die Valkonthüre ist von innen ver⸗ sperrt, der Mörder kann nicht von unten zur Stube, Du hast nun den Schlafzimmerschlüssel, bist also ein Complice, oder selbst der Mörder! Der Husar erblaßte, leugnete aber, selbst als ihm nachtzewiesen wurde, daß er mit verdächtigen Individuen verkehrt habe. Als- er verhaftet wurde, beschaute er fort und fort seine Hände. Bei den weiteren Nachforschungen nach den Mördern wurde durch einen aufgefundenen Handschuh eine an⸗ scheinend zuverlässige Spur der Mörder gefunden. Neben dem verhafteten Leibhusaren sind zwei Personen der That dringend verdächtig, davon einer italtenischer, der andere czechischer Abkunft. Die Polizei suchte nach denselben in ihren Wohnungen, sie hatten aber dieselben am Morgen nach dem Morde verlassen. 31. März. Heute Nach⸗ mittag fand die Einsegnung der Leiche Mailath's in seiner Wohnung durch den Primas Ungarn's, Cardinal Johann Simon, statt. Außer der Wittwe, den Söhnen und der Schwiegertochter des Verstorbenen waren Erzherzog Joseph in Vertretung des Kaisers, Generaladjutant Baron Mondel, die Minister und Mitglieder beider Parlaments- häuser, der Landescommandirende Graf Edelsheim Gyulay anwesend. Die Leiche wird nach Zavar(Preßburger Comitat) gebracht, um in der dortigen Familiengruft beigesetzt zu werden. 8 Cbarkow, 31. März. Durch Austreten des Flusses ist eine starke Ueberschwemmung eingetreten. Der Bazar⸗ platz und mehrere Straßen der Vorstädte stehen unter Wasser. Viele Kaufläden und Parterreräumlichkeiten sind überfluthet. Die Lehranstalten mußten zeitweilig geschlossen werden. Nur die beiden Hauptbrücken wider⸗ standen den Wasserfluthen, die übrigen Brücken sind fast alle überschwemmt und beichädigt. Durch die Ueber⸗ schwemmung sind auch mehrere mit Verlust von Menschen⸗ leben verbundene Unglücksfälle verursacht worden.

Gerichtssaal.

Butzbach, 31. März. Das gestrige Schöffengericht erkannte: 1) gegen Christian Geisel von Steinfurth, wegen Vetrugsversuchs und Unterschlagung, auf 4 Wochen 3 Tage Gefängniß und Tragung der Kosten; 2) gegen Heinrich Schreiber von Düren und Jac. Lehmann von Magdeburg, wegen Fertigens und Führens falscher Legt⸗ timationspaplere, auf 10 resp. 16 Tage Gefängniß: 3) gegen Friedr. Schneider und Heinr. Urband, beide von Holzheim, wegen der Körperverletzung, gegen Schneider 3 Monate und gegen Urband 2 Monate Gefängniß und Tragung der Kosten des Verfahrens unter solidarischer Haftbarkeit für die dem Staate erwachsenen baaren Auslagen; 4) gegen Ludwig Pfaff von Butzbach, wegen Beleidigung, auf 7 Mk. Strafe event. 2 Tage Haft, Tragung der Kosten des Verfahrens, sprach auch dem Beleidigten das Recht zu, den entscheidenden Theil des Urtheils innerhalb 14 Tagen auf Kosten des Pfaff ein mal imWetterauer Boten veröffentlichen zu können; 5) gegen Heinrich Wenzel von Kirchgöns, angeklagt die Ortsstraße verunreinigt zu haben, auf Freisprechung von Strafe und Kosten. Einen gleichen Urthellsspruch fällte das Gericht in der 6. Sache, betreffend Konr. Dieter IV., Hans Konr. Winter, Jac. Schneider IV., Matthäus Philipps II. und Johs. Marx II., sämmtlich von Fauer⸗ bach v. d. H. Die 7. Sache, betreffend Konr. Zörb von Kirchgöns, endigte ebenfalls mit Freisprechung des Angeklagten von Strafe und Kosten. Vertagt wurde die Sache des Joh. Binzer von Kirchgöns wegen Vorladung neuer Zeugen auf den 13. April und die Sache gegen Simon Schwarz von Niederweisel auf den 27. April.

Altenstadt. Donnerstag den 5. April findet dahier eine Schöffengerichtssitzung statt und kommen folgende Sachen zur Verhandlung: 1. Privatklagesache des Johannes Emmel Il von Nieder-Mockstadt gegen Heinrich Görtler II Ehefrau von Staden, wegen Beleidigung; 2. Strafsache gegen Peter Kraft IV von Langen Bergheim wegen Diebstahes; 3. Strafsache gegen Michael Grüne wald von Eberstadt, wegen Unterschlagung; 4. Straf⸗ sache gegen Johannes Hinkel I von Hainchen, wegen Bettelns; 5. Strafsache gegen Kaspar Kleins Ehefrau von Vönstadt, wegen Diebstahls.

Gießen. Schwurgerichtsverhandlung vom 29. März gegen Johannes Steuernagel II von Nieder-Ohmen, wegen Meineids. Die Geschworenen erkannten den An: geklagten wegen des ihm zur Last gelegten Verbrechens für nicht überführt und sprachen daher dasNicht⸗ schuldig aus, worauf derselbe von Strafe und Kosten freigesprochen und auf freien Fuß gesetzt wurde. Schwurgerichtsverhandlung vom 30. März gegen Dietrich Fischer, Taglöhner von Elpenrod, wegen Nothzuchts⸗ versuchs und Betrugs. Die Geschwotenen erkannten denselben für schuldig und wurde derselbe demgemäß wegen Nothzuchtsversuchs und 2 Betrügereien in eine Gesammtzuchthausstrafe von 3 Jahren, sowie in je 50 Mark, eventuell 1 Woche Zuchthaus und in die Kosten des Verfahrens verurtheilt, ihm auch die bürger⸗ lichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren aber

die Küste von Madagascar ausgedehnt.

von Groß⸗Buseck, wegen Brandstiftung. Derselbe wurbe für schuldig erachtet und in eine Gefängnißstrafe von neun Monaten, abzüglich eines Monats Untersuchungs⸗ haft und in die Kosten verurtheilt.

Verloosungen.

Karlsruhe, 31. März. Gewinnziehung der Badi⸗ schen 35⸗Gulden Loose von 1845. 40,000 fl. fielen auf Nr. 47266, 15,000 fl. auf 230482. Je 4000 fl. auf 68987 und 277717. Je 2000 fl. auf Nr. 58459 260419 309306 und 383756. Je 1000 fl. auf 9146 16205 79204 161042 231317 249940 275403 324962 354928 362695 3766 16 und 399992.

proc. vorm. Nassauisches Staatsanlehen von 1858. Ziehung vom 6. März 1883. A. Zur Rückzahlung auf den 30. Juni 1883. Lit. P. Nr. 10 185 203 414 440 448 502 611 1126 1180 1563 1858 1966 à fl. 100. Lit. G. Nr. 42 346 353 561 632 636 987 1159 1366 1534 1623 1696 1873 à fl. 200. Lit. H. Nr. 16 532 566 665 846 885 a fl. 300. Lit. 1. Nr. 55 206 283 344 425 438 759 949 1207 1324 1326 1718 1813 1847 2044 2170 2193 2260 2347 2618 3100 3377 3487 3505 3509 3840 4012 4061 4179 à fl. 500. Lit. K. Nr. 196 280 298 347 365 497 873 à fl. 1000. B. Zur Rückzahlung auf den 31. Dezember 1883. Lit F. Nr 43 140 308 345 654 687 768 945 1240 1282 1306 1361 1405 1914 1943 à fl. 100. Lit. G. Nr. 505 512 717 733 977 1018 1116 1270 1374 1483 1487 1612 1963 à fl. 200. Lit. H. Nr. 4 73 288 309 405 684 660 à fl. 300. Lit. 1. Nr. 36 158 194 519 650 786 927 1012 1096 1148 1287 1337 1379 1443 1446 1590 1735 1783 2220 2280 2355 2367 2517 2530 2559 3246 3270 3668 4065 à fl. 500. Lit. K. Nr. 410 481 603 654 787 825 851 à fl. 1000.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 31. März Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.15 1.20, Eier 1 St. 6 Pf., 2 St. 11 Pf.

Gießen, 31. März. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund Mk. 1.10 1.20, Eier per Stück 67 Pfg., Käse per Stück 59 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0.80 1.10, Hühner per Stück Mk. 1.00 bis 1.40, Haͤhnen per Stück Mk. 1.20 1.50, Enten per Stück Mk. 2 2.50, Ochsenfleisch per Pfund 6670 Pfg. Kuh⸗ und Rindfleisch 56 60 Pfg., Kalbfleisch 50 bis 56 Pfg., Schweinefleisch 6264 Pfg., Hammelfleisch 6670 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 8.00 9.00. Zwiebeln per Centner Mk. 5 7.00.

Mainz, 30. März. Marktpreise. Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 8.50 10.25, Heu per Ctr. Mk. 3.50 bis 4.00, Stroh per Ctr. 2.00 2.25, Butter ½ K. Mk. 1.05 1.15, Butter in Parthien Mk. 8090, Eier/ Hundert Mk. 1.201,25, Handkäse Mk. 0.040.07, Rothkraut Mk. 0.10 0.15, Weißkraut Mk. 0.06 0.07 Blumenkohl Mk. 0.25 030, Wirsing Mk. 0.02 0.03 Zwiebeln ½ Kilo Mk. 0.04 0.05, 1 Ente Mk. 2.75 bis 3.00, 1 Hahn Mk. 1.80 2.00, 1 Huhn Mk. 1.80 bis 2.25, 1 junge Taube Mk. 0.450.50. Frucht⸗ markt. Waizen hiesiger und fremder Mk. 16.75 19.50, Amerikanischer 23.5024, Ungarischer 21 22, Roggen hiesiger Mk. 15.20 15.40, Franz. Mk. 15.75 16.00, Gerste pfälzer Mk. 13.10-13.70. Franken Mk. 13.25 bis 13.75, Ungar. Mk. 19.00-19.75, Hafer Mk. 12.00 bis 13.36, Reps Mk. 35.00 36.00, Rüböl effect. ohne Faß Mk. 41.50 42, per Mai mit ditto 41.75 42, per Oktober mit ditto 34.30 34.75, Leinöl Mk. 30, Rebs⸗ kuchen Mk. 155 162.

Der Erlaß bezüglich der Bayrischen und Württem⸗ bergischen Postkarten lautet: Vom 1. April ab sollen Posttarten, welche mit Werthzeichen der Reichs-Postver⸗ waltung, der königlich Bayerischen oder königlich Würt⸗ tembergischen Postverwaltung versehen find und im Be⸗ zirke einer anderen deutschen Postverwaltung als der jenigen, welcher das Werthzeichen angehört, aufgeliefert werden, geben Erhebung von 5 Pfennig Porto und 5 Pfennig Zuschlaggebühr zusammen 10 Pfennig befördert werden. Sind jedoch dergleichen Postkarten nach demjenigen Gebiet bestimmt, welchem das Werth⸗ zeichen angehört, so ist am Bestimmungsort von dem Empfänger nur der nach Abzug des Werthes der Marke u. s. w. serbleibende Betrag einzuziehen. Hierauf haben die Auflieferungs⸗Postanstalten gleich bei der Austaxirung der Postkarten Rücksicht zu nehmen. Beispielsweise ist daher eine in Berlin aufgelieferte, mit einem Wuͤrttem⸗ bergischen Werthzeichen von 5 Pfennig versehene Post⸗ karte, wenn sie nach Stuttgart gerichtet ist, mit 5 Pfennig, wenn sie nach München oder Cöln gerichtet ist, mit 10 Pfennig Zutaxe zu belegen.

Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 3.: Mignon. Mittwoch den 4. geschlossen. Donnerstag den 5.: Königin von Saba. Freitag den 6. geschlossen. Samstag den 7. Rienzi. Sonntag den 8.: Neu einstudirt: Maurer und Schlosser. Hierauf: Der Schauspieldireetor. Schauspielhaus. Dienstag den 3.: Der Vetter. Hierauf: Der Atzemer und sein Sohn. 8 Mittwoch den 4.: Der lustige Krieg. Donnerstag den 5. geschlossen. Freitag den 6.: Bürgerlich und Romantisch. Samstag den 7.: Neu einstudirt: Der Erbförster von Otto Ludwig. Sonntag den 8.: Reif⸗Reiflingen.

kannt. An demselben Tage gegen Heinrich Wagner XVI

Montag den 9.: Die Rangau.