Der sächsische Bevollmächtigte v. Planitz recht— fertigt die Behoͤrden seines Landes. Kayser und Liebknecht wiederholen jene Beschwerden. Bötticher rechtfertigt sie auf Grund des sächsischen Heimath-Gesetzes. Bei dem Etat für das Reichsamt des Innern spricht Bötticher über die geplante Weltausstellung zu Berlin. Das Jahr 1885 sei zu früh gesetzt. Man verhandele im Augenblick mit mehreren europäischen Staaten, um Ausstellungen zu Stande zu bringen, die in verschiedenen Terminen zwischen einzelnen Staaten wechseln. Nach kurzer Debatte über die Auswanderung, sowie über die Beschäftigung junger Arbeiter in der Haus-Industrie wird der Etat des Reichsamts des Innern genehmigt. Für ein neues Postgebaͤude in Erfurt war die Bausumme in erster Lesung abgelehnt. Stengel verlangt Herstellung der Vorlage. Es wurden 125,000 Mark als erste Rate bewilligt. Eben— so wird für ein Posthaus zu Marburg die ge— förderte Rate genehmigt. Die Forderung für das Neu-Breisacher Militär-Knabeninstitut wird nach Antrag der Commission gegen die Stimmen der Conservativen abgelehnt. Richter verlangt, aus den Ueberschüssen von 1881/82 so viel in die Einnahme zu stellen, daß die Bilanz für 1882/83 ohne Erhöhung der Matricularbeiträge erfolgen kann. Der Antrag geht nach längerer Debatte an die Budgetcommission.— 28. Jan. Bei dem Etat fur das Reichsschatz-Amt tritt Bamberger für die reine Goldwährung ein. Die Opfer, welche Deutschland bei deren Einführung gebracht, seien keineswegs groß Reden spricht für Doppelwährung. Löwe trägt, gleich Richter, darauf an, aus den Ueberschüssen des laufenden Jahres die Bilanz des folgenden berzustellen. Wedell-Malchow desgleichen. Schatzsecretär Scholz erklärt, der Bundesrath müsse sich freie Hand behalten. Vor dem Schluß des Reichstags könne aber kein Beschluß des Bundesrathes erfolgen. Rickert und Richter nochmals für den An— trag. Auch v. Benda und Minnigerode für den Antrag Richter, der dann mit großer Mehrheit angenommen wird. Auch der nach dem Antrag Richter modificirte Etat wird ge— nehmigt, sowie der gesammte Etat nebst der Anleihe.
— 28. Jan. Der Bundesrath stimmte dem Gesetz über die Berufsstatistik in der Fassung des Reichstages zu. Die vom Reichstag gefaßten Reso— lutionen, sowie das Gesetz über den Zollanschluß Hamburgs resp. den Beitrag des Reiches zu den Kosten wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen.
— Wie die„Nordd. A. Z.“ erfährt, geht demnächst eine Mission nach Konstantinopel, bestehend aus dem Generalmajor Fürst Radziwill, Major Below, Rittmeister Prinz Reuß und Lieutenant Prinz Radziwill, um dem Sultan den Schwarzen Adlerorden zu überbringen.
Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 25. Jan. Die verantwortlichen Redakteure sämmtlicher
hiesigen Zeitungen waren heute zur Polizei ge— laden, wo unter Appell an ihren Patriotismus und mit Hinweis auf das Preßgesetz das Er— suchen an sie gestellt wurde, hinfort keinerlei Nachrichten über Truppenbewegungen zu publi— ziren. Letzteres telegraphisch ins Ausland zu thun, ist gleichfalls unzulässig. Darin ist der Ernst der Situation deutlich genug ausgedrückt und es ist kein Zweifel mehr möglich, daß der Aufstand bereits die ganze Herzegowina umfaßt. Die eigentlichen Operationen der österreichischen Truppen werden erst beginnen, wenn der Auf— marsch vollzogen ist, was vielleicht noch zwei Wochen beanspruchen kann.
— 28. Jan. Bei der österreichischen Dele— gation brachte der Minister Kalnoky die Forder— ung von 8 Million für die kriegerischen Opera— tionen in Dalmatien ein. Die Vorlage ist dem Ausschuß überwiesen.
— Die„N. Fr. Pr.“ bezeichnet als Ope— rationszweck der Insurgenten die Abschneidung der im Limgebiete befindlichen Truppen von
Serajevo, um für sich eine Verbindung zwischen Novibazar und Serbien herzustellen. Zweifellos stehen die Jusurgenten unter geschulter militä— rischer Führung.
Lemberg, 28. Jau. Gestern wurden bei mehreren Personen Haussuchungen vorgenommen. Es wurden zahlreiche Beweisstücke vorgefunden, die auf eine Verbindung der hiesigen Socialisten mit ausländischen Führern der Internationale deuten. Mehrere Personen wurden verhaftet.
Norwegen. Christiania, 27. Jan. Dem Vernehmen nach wird der Ausschuß des Storthing zur Vorberathung des Handelsvertrages mit Frankreich dem Storthing die Annahme des— selben empfehlen.
Holland. Haag, 28. Jan. Die zweite Kammer lehnte den Handelsvertrag mit Frank— reich mit 46 gegen 32 Stimmen ab. In der ersten Kammer sprach de Raadt den Wunsch des Hauses aus, das Cabinet möge wegen der Ablehnung nicht seine Entlassung geben. Der Ministerev Lynden sprach seinen Dank für das Vertrauen des Hauses aus; er könne aber wegen der Folgen des Beschlusses der zweiten Kammer keinen Aufschluß geben.
Frankreich. Paris, 27. Jan. Die De⸗ putirtenkammer lehnte heute nach Schluß der General-Discussion den Antrag Barodote auf vollständige Revision der Verfassung mit 298 gegen 173 Stimmen ab. Commissionsbericht— erstatter Andrieuß tritt für die Commissions⸗ anträge ein. Gambetta beautragt, zunächst über den Schlußparagraphen der Commissionsvorlage abzustimmen und denselben abzulehnen, der Schlußparagraph wird jedoch mit 282 gegen 227 Stimmen angenommen. Gambetta erklärte, die Regierung erblicke in dem Votum die Nicht; Genehmigung der unbeschränkten Verfassungs— Revision, das Cabinet könne unter diesen Um— ständen an der Berathung nicht weiter theilnehmen. Die Kammer nahm hierauf den ersten Para— graphen der Commissionsvorlage, welcher das Listenscrutinium ausschließt, an. Bei der Ab— stimmung über das ganze Gesetz wird die Commissionsvorlage mit 262 gegen 91 Stimmen angenommen.— Gambetta übergab Grevy seine Demission. Der Präsident Grevy nahm die Demission Gambetta's an. Freyeinet übernahm den Auftrag zur Bildung eines neuen Cabinets. Dem Vernehmen nach wird das neue Cabinet sich voraussichtlich in folgender Weise constituiren: Freyecinet, Präsidium und Auswärtiges; Ferry, Unterricht; Goblet, Inneres und Cultus; Hum— bert, Justiz; Varroy, Finanzen; Carnot, öffent⸗ liche Arbeiten; Ticard, Landwirthschaft; Cochéry, Post⸗Departement. Für das Kriegsministerium werden Billot, Saussier und Davoust, für die Marine Jauréguiberry und Peyron genannt.
Großbritannien. London, 27. Jan. Mehrere Morgenblätter melden aus Dublin: Die irische Regierung erhielt durch Spione Kenntniß von einer weitverzweigten gefährlichen Verschwörung in den Grafschaften Clare, Limerick und Cork. Dies erklärt die jüngst nach Irland gesandte Truppenverstärkung.
— Der Ankauf von Telegraphen-Leitungen durch die Regierung, von dem die„Times“ sprechen, ist nicht begründet.
Rumänien. Bukarest, 27. Januar. Die Kammer verwarf in namentlicher Abstimmung mit 65 gegen 17 Stimmen das anläßlich der Debatte über die Interpellation, bezüglich des österreichisch-rumänischen Zwischenfalles vor— gestern von Jonescu eingebrachte Tadelsvotum. — Rosetti beharrt auf seiner Demission. Joan Bratiano übernahm einstweilen das Finanz— ministerium.— 28. Jan. Nachdem Kogalniceanu in der gestrigen Sitzung das Cabinet beschul— digte, diplomatische Documente gefälscht zu haben, beantragte heute der Premierminister, daß die Kammer zur Prüfung aller Documente der diplomatischen Correspondenz eine parlamen— tarische Enquete einsetze, welche berechtigt sei, alle Diejenigen, welche, seit die liberale Partei am Ruder, an öffentlichen Geschäften theilnahmen, vor ihre Schranken zu citiren. Die Kammer
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nahm den Antrag an und ernannte eine Com- mission, welcher mehrere Mitglieder der Oppo-
sition angehören. Der Senat ernannte auf
Antrag Gradisteano's gleichfalls eine solche Commission. Bulgarien. Sofia, 26. Januar. Der
Staatsrath hat sich constituirt und heute unter dem Vorsitze Iconomow's seine erste Sitzung gehalten.
— Die„Pol. Corr.“ meldet von hier, daß am 25. d. M. bei Zankoff eine von 92 Per— sonen besuchte Versammlung stattfand, worin Balabanow eine äußerst heftige Rede gegen die bestehende Ordnung hielt und zur Entfernung des Fürsten Alexander, sowie zur Vertreibung der russischen Offiziere aufforderte. Die Behör— den ergriffen Vorsichtsmaßregeln. Die Landes— verweisung Balabanows steht unmittelbur bevor.
Montenegro. Cettinje, 27. Jan. In den Kreisen der Kriegspartei herrscht große Niedergeschlagenheit. Ein Leiter der Action in
der Herzegowina, Wjemercitsch, ist mit 10,000
Rubel, die seit Januar deu
flossen, verschwunden. Von 3% Martini-Ge⸗ wehren, die in W's Keller lagen, sind nur 50
noch vorhanden.
Rußland. meldet: mehrerer Festungen ist fur eine günstigere Zeit verschoben.
— Dem„Golos“ zufolge hat das Mini— sterium des Innern bei den Localbehörden Sibiriens, Turkestans und einiger Gebiete von Semiratschensk genaue Erhebungen über die Handelsbeziehungen der Russen mit China an— geordnet. Die Anordnung stehe mit der im Ministerium des Aeußern erörterten Frage, betr. Einsetzung russischer Consuln in China, in Zu— sammenhang.
Amerika. Washington, 27. Jan. Scoville, der Vertheidiger Guiteau's, brachte einen An— trag zur Anstellung eines neuen Processes ein. Das Gericht wird die Gründe des Antrages nächste Woche prüfen.
Chili. Der amerikanische Gesandte in Chili, Trescott, sendete ein Special-Telegramm nach Washington, welches die Friedensbeding— ungen für Peru enthält: 1) Unbedingte Ab— tretung des Districtes Tarapaca; 2) eine Kriegs— entschädigung von 20 Mill. Dollars, zahlbar in 16 Jahren, innerhalb deren Chili die Stadt Arica in Pfand behält; 3) wenn die Kriegs— schuld in dieser Zeit nicht bezahlt ist, wird Chili Arica behalten und die Guanoinsel Lobos in Besitz nehmen.
Aus Stadt und Land.
k. Friedberg. Gustav⸗Adolf⸗Stiftung gedenkt zum Besten des Vereins Sonntag den 12. Febr. im Saale des Hötel Trapp eine dramatisch⸗musikalische Abendunterhaltung zu veranstalten, auf welche wir jetzt schon aufmerksam machen möchten, Es wird eine Reihe von lebenden Bildern(10)zur Darstellung kommen, ausgeführt unter bewährter künstlerischer Leitung von hiesigen Herren und Damen, außerdem eine Anzabl Gesangs- und Instrumentalvorträge. Um des edelen Zweckes, wie um der schönen Gabe willen, welche den Publikum dargeboten werden soll, glaubt man auf eine zahlreiche Betheiligung hoffen zu dürfen. Näheres be⸗ sagen die Programme. 9 I. Friedberg, 29. Jan. Gestern Nachmittag fand im Rathhause dahser eine außerordentliche Generalver sammlung unseres landw. Bezirksvereins unter Vorsih
Petersburg. Die„Neuzeit“
des ersten Directors desselben, Kreisrath Dr. Braden
statt. Außer den zahlreich erschienenen praktischen Land wirthen waren Gäste aus anderen Bezirksvereinen, Graf Leiningen⸗Westerburg, Generalseeretär Dr. Weidenhammer die Mitglieder des Großh. Kreisamts, Vertreter det Stadt Friedberg, sowie Lehrer und Zöglinge der Acker bauschule anwesend. Die Versammlung hatte hauptsäch lich den Zweck, den Bericht des Molkerei⸗Comité's ent gegenzunehmen und gestützt darauf Beschlüsse zu fassen. Dementsprechend referirte der Vorsitzende genannte ö Comités, Prof. Dr. Tobisch, über die Ergebnisse de Comitéarbeiten, betr. ländliche Sammelmolkereien und
eine für Frankfurt a. M. in Aussicht genommene 9e·
nossenschaftliche Centrifugenmolkerel. Bezüglich letzteren Projects legte Referent 1. einen vom technischen Leiter der Breslauer Genossenschafts⸗Molkerei, Director Reinsch. gelieferten Entwurf, bestehend aus Situationsplan, Ctagen grundrissen, Längs- und Querschnitten, Erläuterungen dieser Zeichnungen, sowie Angaben über Bedarf an Il ventar, Vorräthen und laufenden Betriebskosten, 2. ein Gutatechn des Dr. Fleischmann(Raden in Mecklenburg!
Der hiesige Frauen-Verein der
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