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ung der Schuldigen. Gulden geschätzt.
die Bibliotheken auch an Nachbargemeinden abgegeben werden, welche noch keine Bibliotheken besitzen. Hier sollen sie dann auch dazu dienen, das Interesse für die
Bestrebungen des Vereins in solchen Gemeinden zu wecken.
Das Volks⸗Museum ist bis jetzt nur von Einem Verein
benutzt worden; man empfiehlt dasselbe wiederholt der Beachtung der Mitglieder als ein treffliches Mittel der
Belehrung und Anregung. Es besteht aus physikalischen und anderen Apparaten, Präparaten, Modellen, Ab— bildungen u. s. w. in 9 Abtheilungen(Astronomie, Ana— tomie, Mikroskop, Physik, Kunstgewerbe, Geographie und Geschichte, Geologie, Skioptikon und Zoologie).
Freiburg. Der Reichsanzeiger schreibt: Der vom Reichseisenbahncommissär Streckert über das Eisenbahn— unglück bei Hugstetten erstattete Bericht sagt, der Unfall dürfte weder durch den Zustand des Bahnkörpers oder des Oberbaues, noch durch den Zustand der Betriebs— mittel entstanden sein; die Entstehung müsse, sofern nicht andere, schwer erklärbare Einwirkungen stattfanden, in der Handhabung des Betriebes resp. des Fahrdienstes gesucht werden.
Wien. Die Aufregung und Entrüstung über das Eisenbahnunglück bei Esseg ist ungeheuer. Der Alföld—⸗ bahn war für dieses Jahr der Bau einer eisernen Brücke aufgegeben worden und sind wohl deßwegen die nöthigen Reparaturen unterblieben, um die Holzbrücke inzwischen in fahrsicherem Zustande zu erhalten. Daß das Brücken— material angefault war, ist nachgewiesen, außerdem wurde bei der Revision von den Sachverständigen auf das Be— stimmteste behauptet, daß der Pfeiler unterwaschen sei. Die öffentliche Meinung fordert kathegorisch die Bestraf— Der Schaden wird auf 12,000
London. Nach der letzten Volkszählung gab es in London 226,000 weibliche Dienstboten, 16,000 Schul— lehrerinnen, Lehrinnen und Erzieherinnen, 5100 Buch— binderinnen, 4500 Verfertigerinnen von künstlichen Blumen, 58,500 Putzmacherinnen und Modistinnen, 14,800 Schnei— derinnen, 26,800 Weißnäherinnen, 14,800 Schuhmacher— nnen, 10,800 Nähmaschinenarbeiterinnen und 44,000 Wäscherinnen.
New⸗Nork, 24. Sept. Durch heftige Regengüsse in den letzten Tagen sind mehrere Städte in der Nach— barschaft überschwemmt. Viele Brücken wurden zerstört, die Eisenbahnverbiadung unterbrochen und große Schäden, namentlich am Hudson- und Schuylkillflusse verursacht. Die Ernten im Süden hatten ebenfalls einige Verluste.
Gemeinderathssitzung.
S. Friedberg, 26. Sept. In der gestern statt⸗ gehaten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes wurde guf eine Eingabe verschiedener Bewohner der Neuhaus— Zasse bezüglich Herstellung eines Kanals beschlossen, in Anbetracht, daß dafür kein Betrag vorgesehen ist, dieselbe auch nicht mit der Rohrlegung der Wasserleitung zu— sammen ausgeführt werden kann, zur Zeit nicht einzu⸗ gehen, die Ausführung jedoch für später in Aussicht zu nehmen. Eine Eingabe der Herrn Fürth& Nauheim um Erlaubniß zu einer Kandelanlage aus ihrem Hinterhaus vurde abgelehnt, da der Gemeinderath ausnahmslos die Anlage neuer Wasserabflüsse auf die Straße nicht zu— lassen kann. Bezüglich einer Eingabe verschiedener Ein— wohner der Vorstadt auf Errichtung einer Straßenlaterne soll vorher Lokaleinsicht genommen und in nächster Sitz⸗ ang Beschluß gefaßt werden.
Gerichtssaal.
Vilbel. Schöffengerichtssitzung vom 20. Sept. 1882. 4) David Schneider von Friedberg wurde wegen Belei— digung der Polizeidiener Müller und Filsinger von Vilbel n eine Haftstrafe von 3 Tagen, sowie zur Tragung der kosten des Verfahrens verurtheilt, außerdem den Belei— digten die Befugniß zugesprochen, den entscheidenden Theil des Urtheils innerhalb 14 Tagen nach erlangter stechtskraft auf Kosten des Angeklagten durch Einrückung i Vilbeler Anzeiger zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. 2) Philipp Schmidt von Rodheim wurde wegen Körper— erletzung in eine Gefängnißstrafe von 14 Tagen und ur Tragung der Kosten des Verfahrens verurtheilt. ) Ludwig Winkler Ehefrau von Petterweil wurde von ber Beleidigung der Gottfried Kost IV. Ehefrau von
da freigesprochen und der Letzteren die Kosten zur Last gesetzt. 4) Georg Klarius von Groß-Karben, der Unter— schlagung angeklagt, erhielt 14 Tage Gefängniß, außer⸗ dem wurden demselben die Kosten des Verfahrens zur Last gesetzt. 5) Karl Haßenpflug von Wallernhausen wurde wegen Diebstahls in eine Gefängnißstrafe von 4 Wochen, sowie in die Kosten des Verfahrens verurtheilt. 6) Anna Maria Dickhardt von Ober-Eschbach wurde wegen Beleidigung des Großh. Bürgermeisters Himmel— reich von Ober⸗Eschbach in eine Geldstrafe von 40 Mark, sowie zur Kostentragung verurtheilt. 7) Die Strafsache gegen Christian Sänger von Eckardtsborn zur Zeit in Rendel, und 8) die Privatklagesache des Konrad Wilh. Kautz von Nieder-Florstadt gegen Johs. Schäfer in Holzhausen wurden vertagt. Nächste Sitzung Mittwoch den 11. Oktober d. J., Vormittags 9 Uhr.
Gießen. Schwurgerichtsverhandlung am 25. Sept. gegen H. Daum von Frischborn wegen Erpressung und Körperverletzung. Von der Anschuldigung der Erpressung wurde Daum freigesprochen, dagegen wegen Körperver— letzung für schuldig erachtet und in eine Gefängnißstrafe von 6 Wochen verurtheilt.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 7. Sept. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.00—1.15, Eier 1 St. 7 Pf, 2 St. gr. 00 Pf.
Friedberg, 27. Sept. Fruchtbericht. Walzen M. 20, Korn M. 16., Gerste M. 00., Hafer M. 00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Grünberg. Fruchtpreise vom 23. Sept. Waizen M. 19.26, Korn M. 15.58, Gerste M. 13.74, Hafer M. 11.58, Erbsen M. 00.00, Lein M. 00.00, Samen M. 26.70, Kartoffeln M. 0.00.
Gießen, 26. Sept. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.12—1.15, Eier 2 Stück 13 Pf., Käse per Stück 4 bis 7 Pf., Tauben das Paar 50—60 Pf., Hühner per Stück M. 0.90— 1.00, Hahnen per Stück M. 0.55— 0.75, Enten per Stück M. 1.50— 1.70, Ochsenfleisch per Pfund 66—70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 56 60 Pf., Kalbfleisch 50—54 Pf., Schweinefleisch 62—64 Pf., Hammelfleisch 60 66 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 6—8., Zwiebeln per Ctr. M. 6, Gänse M. 3.50—5.
Frankfurt, 23. Sept. Heu⸗ und Stroh-Markt. Der Markt war am Samstag ausnahmsweise sehr schwach befahren und im Ganzen 20 Wagen vorhanden. Der Preis für den Doppeleentner stellte sich für Heu auf M. 7— 7.40, geringes eingeregnetes wurde zu M. 5.60 bis 6 abgegeben. Stroh wurde zu M. 3.40—4 verkauft.
Frankfurt, 25. Sept. Frankfurter Produktenbörse. (Officielle Notirungen.) Waizen still, eff. hiesiger und Wetterauer M. 20.½—21, fremder M. 21½.— 22, per diesen Monat M. 20 ½, Roggen still, eff. hies. M. 151½ bis 16., fremder M. 15½— 16.00, per diesen Monat M. 15¾., Gerste still, effectiv hiesige und Wetterauer M. 17.— 18, fremde M. 18— 20.00, Hafer still, eff. hies. M. 13—13½, fremder M. 13—14½, per diesen Monat M. 13¼, Rübsl still, eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. M. 34, Branntwein still, eff. ohne Faß M. 44.— Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Nr. 5 M. 25., Roggen⸗ mehl 0/1(Berliner Marke) M. 22½—8/., I.(Berliner Marke) M. 20—½., II.(Berl. Marke) M. 18.
Frankfurt, 25. Sept. Viehmarkt. Ochsen waren heute noch wesentlich theurer als die vorige Woche; es waren angetrieben ca. 300 Stück, die nahezu alle ver verkauft wurden. Der Preis stellte sich per Centner Schlachtgewicht für 1. Qual. M. 74-75, 2. Qual. M. 70. Kühe und Rinder waren 300 vorhanden, die gleichfabs sämmtlich und sehr leicht angebracht waren. Es wurde für 1. Qual. 64— 65, für 2. Qual. M. 58—60 bezahlt. Ungefähr 20 Bullen gingen zu M. 52—56 ab. Kälber, die heute in geringerer Zahl zugetrieben waren als ge— wöhnlich, waren trotzdem flauer; viele Metzger hatten sich auf dem letzten großen Freitagsmarkt voraus ver— sorgt; der Antrieb mochte sich heute auf ca. 220 Stück belaufen haben, von denen etwas übrig blieb. Der Preis stellte sich für 1. Qual. auf M. 70, für 2. Qual. auf M. 60—65. Hämmel waren ca. 450 Stück zuge⸗ trieben. 1. Qual. gingen zu M. 65, 2. Qual. zu M. 60 bis 62 ab. Für Schweine bewegte sich der Preis zwischen M. 65 68.
Mainz, 24. Sept. In der abgelaufenen Woche waren auf unserem Viehmarkt zugetrseben im Ganzen 1175 Stück Vieh und zwar 16 Farren, 101 Ochsen, 249 Kühe und Rinder, 143 Kälber und 666 Schweine. Bezahlt wurden für Farren 50—53 M., Ochsen 1. Qual. M. 69—71, 2. Qual. M. 66— 70, Kühe 1. Qual. M. 66 bis 70., 2. Qual. M. 60— 65. Alles per 50 Kilo Schlachtgewicht. Kälber wurden bezahlt mit 60 bis 70 Pf., Schweine inländische mit 66 Pf. und ausländ⸗ ische mit 60 Pf. per ½ Kilogr. Schlachtgewicht.
Das Publikum benutzt häufig die aus verdorbenen Postanweisungen, gestempelten Briefumschlägen, Post⸗ karten und Streifbändern, ausgeschnittenen Frankostempel (Markenbilder) zur Frankirung von Postsachen. Eine solche Verwendung ist jedoch nicht zulässig; die Franko⸗ stempel sind völlig ungültig und die damit beklebten Postsachen werden als unfrankirt behandelt und das Porto vom Empfänger erhoben. Dagegen können ver— dorbene Postanweisungen bei den Postanstalten gegen neue umgetauscht werden; ebenso werden verdorbene Briefum⸗ schläge von den Postanstalten gegen Freimarken von gleichem Werthbetrage umgetauscht; Bedingung ist dabei selbstverständlich, daß die umzutauschenden Postwerth⸗ zeichen noch nicht entwerthet(gestempelt) sind. Ein Um⸗ tausch von in den Händen des Publikums unbrauchbar gewordenen Postkarten und Streifbändern findet aber überhaupt nicht statt. Dieselben sind völlig werthlos.
D. Frankfurt a. M., 26. Sept. Der heute bei Abschluß der Ultimoliquidatton hervorgetretene Stückeüber⸗ fluß in Creditactien rief eine Abschwächung der Tendenz hervor, welche durch die Thätigkeit der Contremine am Berliner Platze noch verstärkt wurde. Unser Platz schien jedoch wenig geneigt, dem Druck der auswärtigen matten Course besonders nachzugeben, es zeigte sich vielmehr Kauflust und wurde ein großer Theil des hierher ge— langten Materials willig aufgenommen. Trotzdem stellten sich die Course der meisten tonangebenden Papiere niedriger und war das einzige Effect, welches eine Preissteigerung zu verzeichnen bat, Egypter, die auf Londoner Impulse lebhaft umgingen. Als Ursache des Interesses für das Papier wurde ein Timesartikel betrachtet, der Mäßigung im Vorgehen Englands in Egypten anempfieblt. Das Geschäft gestaltete sich anläßlich der Liquidation recht lebhaft, erlahmte aber, als die darauf bezüglichen Trans⸗ aetionen beendet waren. Creditaetien, gestern Abend 275%, heute 274½ 38/6 pr. comptant, 275—4½ pr. ultimo. Staatsbahnaetien, gestern Abend 302½, heute 301¾—301. Galizier, gestern Abend 275, heute 274½ und 274 /. Lombarden, gestern Abend 125¾, heute 125½. Oesterr. Bahnen gaben größtentheils im Course nach. Nordwest behauptet. Duper 1 fl. höher. Gott⸗ hardaetien hielten sich bei guter Nachfrage zum Course von 88 sehr fest. Deutsche Bahnen still. Oesterr.⸗ ungarische Renten gefragt. Egypter stiegen auf starke Deckungskäufe bis 70¼. Russen fest, Orient besser. Banken wenig verändert. Disconto 7/80, matter. Von amerikanischen Prioritäten Georgia Aid à 69 offerirt. Anlagenwerthe fest. Von Industriepapieren Bad. Zucker⸗ fabrik 30% besser. Von Wechseln Wien billiger. Privat⸗ disconto 4%.
Mittheilungen des Vorschuß- und Credit-Ver⸗ eins e. G. in Friedberg. Unerhobene Haupttreffer. Der Haupttreffer der Palffy-Loose im Betrage von 40,000 fl. C.⸗M., mit welchem in der vorjährigen Ziehung die Loosnummer 51789 gezogen worden, ist bis jetzt von dem Gewinner nicht abgehoben worden.
Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg
Sabbathfeier vom 30. September 1882. Beginn: Freitag Abends 5¼ Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 6 Uhr 30 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 1. October an Morgens 6½ Uhr, Nachmittags 5 Uhr. Mittwoch, 4. Oetober Morgens 6 Uhr.
Bekanntmachung.
Die Firma„Schönberg& Heß“ in Nieder-Wöllstadt sterloschen, da beide Inhaber gestorben sind und deren Wittwen das Geschäft aufgegeben haben. Die Wittwe ses Löb Schönberg, Regina, geb. Oppenheimer in Nieder⸗ Wöllstadt, treibt mit Mayer Max Straus daselbst seit lem 19. d. Mts. ein Geschäft in Lumpen, Knochen, Fellen und Elsen unter der Firma„Schönberg& Straus“, ür welche Willy Schönberg in Nleder-Wöllstadt als Srocurlst legitimirt ist.
Friedberg den 23. September 1882. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Süffert.
Hohenstein,
2279 Hülfsgerichtsschreiber.
154 In einer frequenten Stadt Oberhessens ist eine hon seit langen Jahren mit bestem Erfolg betriebene
Metzgerei
mit Wirthschaft verbunden Jamslienverhältnisse halber zu verkaufen. ranco-Anfragen richte man gefl. an Haasenstein Vogler, Frankfurt(Main) mit der Bezeichnung: I. 62325.(P. 62325.)
Eisenbahn⸗Directions-BezirkMobiliar-Versteigerung.
Hannover.
Donnerstag den 5. Oetober l. J. sollen verschiedene, der Bahnverwaltung gehörige Grundstücke in den Ge— markungen Fauerbach, Bruchenbrücken, Assenheim, Kaichen und Heldenbergen öffentlich an Ort und Stelle verpachtet werden. Die Verpachtung beginnt Vormittags 8 Uhr bel Kllometerstein 2,6 in der Gemarkung Fauerbach.
Frankfurt a. M. den 26. September 1882.
9274 Königliche Eisenbahn-Bau-Inspeetion.
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Hafer Lieferung. 3262 Für den städtischen Faselstall soll Frestag den 29. September l. J., Morgens 10 Uhr, auf hiesigem Rathhaus die Lieferung von 25 Malter Hafer an den Wenigstnehmenden vergeben werden. Friedberg, 25. September 1882.
Großherzogliche Bürgermeisterel Friedberg. Seriba.
Eein braves Dienstmädchen
für einen kleinen Haushalt nach Darmstabt gesucht. Näheres bei der Exped. d. Anz. 3208
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Montag den 2. October l. J., Vormittags 10 Uhr anfangend, läßt Johannes Schneider zu Maibach weg— zugshalber folgende Gegenstände gegen Baarzahlung versteigern:
zwei Fahrkühe,
zwei Rinder,
drei Mutterschafe,
ein Mutterlamm,
Heu und Grummet, Kornstroh,
Gerste und Haferstroh, Korn, Gerste und Hafer, Kartoffeln,
Wagen, Pflug und Egge, sonstige Hausgeräthschaften ze. ze.
Die Herren Buͤrgermeister werden um gefaͤllige Be— kanntmachung ersucht.
Malbach den 26. September 1882. Großherzogliche Burgermeisterei Malbach.
Philippi.
Damen- und Kinder-Schürzen
zu den billigsten Preisen bei K. Friedrich.
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