Ausgabe 
26.8.1882
 
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24. Aug. Der österreichische Admiral be fahl demNautilus nach Abukir zurückzukehren.

24. Aug. Eine gestern Abend um 6 Uhr englischerseits vorgenommene Recognoscirung ergab die Gewißheit, daß Arabi seine Stellung bei Kafr⸗el⸗Dowar noch stark besetzt haͤlt. Zahl reiche Beduinenschwärme kommen von Tripolis her durch die Wuͤste Arabi zu Hilfe. Wie ver lautet, soll Arabi mit der Zerstörung der Brücken und Vorräthe begonnen haben, um die Engländer an einer Verfolgung zu hindern.

Port⸗Said, 22. Aug. Die englischen Truppen fanden in Nefishe viele Todte, und zahlreiche Geschütze theils demontirt, theils zum Weiter transport in das Innere des Landes fertigge stellt, vor, welche bei dem Eindringen der Eng länder von den Egyptern im Stiche gelassen vurden. Die Handelsschiffe passiren den Canal vieder; dieselben haben gegen die Fahrtver zögerung protestirt.

24. Aug. Die Araber besetzten wieder das Fort Chemlah und errichteten Erdwerke. Sieben Officiere der Armee Arabi's, darunter ein Commandant mit seinem Stabe, sind in der derflossenen Nacht hier angekommen und haben ich ergeben.

Ismailia, 23. August. Von hier wird ge neldet, daß die Egypter seit der am Montag rlittenen Niederlage bei Chalouif alle Stell ingen zwischen Suez und Ismailia aufgegeben zätten und sich in Auflösung begriffen auf Zagazig urückziehen. Bei Tel⸗el-Kebir stehen starke gyptische Streitkräfte. Die Avantgarde, in ver Stärke von 3000 Mann, befindet sich zehn Meilen von Ismailia. Ein Bataillon der indischen Infanterie landete in Suez; die indische Caval »rie wird hierher kommen.

24. August. Die Anhänger Arabi's chnitten den Ismailiacanal ab; der vorhandene Borrath an Süßwasser ist aber für einige Zeit usreichend. Der Vormarsch der schweren Favalerie und der Marineartillerie hat heute Norgen begonnen. Die englischen Posten in Zort⸗Said erschossen zwei Araber, die in der Dämmerung auf das Anrufen keine Antwort aben. Daraufhin ergriff eine allgemeine Panik zie arabischen Einwohner, welche nun in Masse üchten.

Suez, 23. August. Die britischen Truppen esetzten Serapeum, welches der Feind ver assen hatte. Vier Kanonenboote patrouillirten

den Suezeanal ab und säuberten die Gestade von Arabern, welche nach allen Richtungen fluͤchteten.

Aus Stadt und Land.

h. Friedberg. Der Sedanstag naht heran und damit ein Freudenfest für Jung und Alt, wie wir wohl nur noch eins im Jahre haben. Das Comité hat be schlossen, diesen Festtag in der sich bei uns eingelebten und bewährten Weise zu begehen. Im vorigen Jahr war in Beziehung zu früher ein Erfrischungs- und Be lebungsmittel für die Kleinen, namentlich für die ärmeren hinzugekommen: hiesige Damen hatten die Freude ge macht, Kaffee auszuschenken. Gutem Vernehmen nach steht die Ausführung dieser wohlthätigen Sache auch in diesem Jahre in Aussicht.

Allerlei.

Lemberg. Die Zahl der aus Amerika zurückkehren den jüdischen Emigrirten, welche die Repatritrung nach Rußland einer kläglichen Existenz in Amerika vorziehen, nimmt immer zu. In Deutschland, namentlich in Bres lau, erwarten 1000 zurückgekehrte juͤdische Flüchtlinge ihre Weiterbeförderung, welche vom Breslauer Hilfs comité besorgt wird.

Hammerfest, 23. Aug. Das vermißte SchiffLeigh Smith ist aufgefunden worden. Die aus 25 Köpfen bestehende Mannschaft wurde am 3. Aug. am Motoschkin Scharr(auf Nowaja Semlja) vom WalfischfahrerHope, Capitän Allan VNoung, aufgenommen. Das Schliff er litt am 22. Juli 1881 Schiffbruch im Eise. Die Mann⸗ schaft überwinterte in Steinhütten auf Franz⸗Josephs land; sie sind alle wohl.

Gerichtssaal.

Friedberg, August. In der heutigen Sitzung des Schoͤffengerichts wurde erkannt: 1) gegen Georg Friedrich Schwalb von Ossenheim, wegen Beleidigung, auf eine Geldstrafe von 20 M. ev. fünf Tage Haft. 2) gegen Georg Philipp Muller von Ober-Wöͤllstadt, wegen Beleidigung, auf eine Geldstrafe von 10 Mark ev. 2 Tage Gefängniß. 3) gegen Aron Katz von Zimmers rode, wegen Betrugs, auf eine Gefängnißstrafe von drei Wochen. 4) gegen Heinrich Goebel Wittwe von Ober Wöllstädt, wegen Nichtbefolgung der feuerpolizellichen Anordnungen, unter Verwerfung des Einspruchs gegen den amtsrichterlichen Strafbefehl, auf eine Geldstrafe von 5 M. 5) gegen Joh. Schneider und dessen Ehe

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5 frau von Ober⸗Rosbach, gegen den Ersteren, wegen Be⸗ leidigung, auf eine Geldstrafe von 15 M. ev. 3 Tage Gefängniß, gegen die Letztere, wegen Vergehens wieder die öffentliche Ordnung, auf eine Gefängnißstrafe von 4 Tagen. 6) gegen Jakob Launhard von Ober-Rosbach angeklagt wegen Beleidigung, auf Freisprechung.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 23. Aug. Wochenmarkt. Blumenkohl per Stück 4060 Pf., Suppen⸗Blumenkohl 15 20 Pf., Weißkraut nach der Schwere 1025 Pf., Rothkraut 12 bis 40 Pf., Wirsing 68 Pf., Kohlrabi 23 Pf., Bohnen per Pfund 5 Pf., Einmachbohnen besserer Sorte und gelbe Salatbohnen 10 Pf., gelbe Rüben per Pack

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4 Pf., Carotten 6 Pf., Radieschen 29 Pf., Kopfsalat

per Stück 45 Pf., Endivien und Escarole 46 Pf., rothe Rüben 23 Pf., Gurken 46 Pf., Einmachgurken: Salzgurken per Hundert M. 1.30 2.50, Essiggurken M. 0.701., Meerrettig per Stück 10 Pf., neuer Bam⸗ berger 20 25 Pf., 25 Stück M. 3.80 4.70, Zwiebeln per Centner M. 6. 7., im Gescheid 2530 Pf., Preißel⸗ beeren 1518 Pf., im Ctr. M. 14 15, Sommeräpfel 100 Stück M. 1.80, feine Sorte M. 2.70, Reineelaudes 5060 Pf., Einmachobst 3040 Pf., Pflaumen 30 bis 80 Pf., Mirabellen 4050 Pf., Birnen in den gewöhn⸗ lichen Sorten von M. 0.403, Zwetschen 50-60 Pf., Kartoffeln per Centner M. 2.50 3.50, Butter: en gros im Centner M. 95., en detail per Pfund M. 1.251.30, Eier per Hundert M. 4.80 5.50, im Einzelnen 5 6 Pf., Sommergans M. 4.305, Enten M. 1.802, Suppen⸗ huhn M. 1.40. Heu- und Strohmarkt. Heu per Doppel⸗ centner M. 5.60 7.40, Stroh M. 33.60.

Zum 2. September!

Auch dieses Jahr kommen wir zum bevorstehenden Nationalfest vom 2. September wieder mit der Bitte um Gaben für die Invaliden und die Hinterbliebenen ge⸗ fallener Soldaten des Krieges 1870/71. Wir bitten, überall, wo man an jenem Tag, in Gotteshäusern oder bei sonstigen Vereinigungen, dieses Fest feiert und sich dessen erinnert, was vor zwölf Jahren geschah, auch jener Opfer des Krieges dankend zu gedenken und durch Gaben je nach Vermögen dazu beizutragen, daß ihr Loos auch weiterhin verbessert werde. Wir bitten ins besondere, wie früher, die evangelischen Pfarrämter und Kirchen⸗ vorstände, gemäß der ihnen von Großherzoglichem Ober Consistorium ertheilten Erlaubniß, bei den Festgottes⸗ diensten des 2. September Colleeten für jenen Zweck zu erheben. Unsere Zweigvereine ersuchen wir, wie seither möglichst für Verbreitung dieser Ansprache und Durch⸗ führung unserer Idee zu wirken, insbesondere an ge⸗ eigneten Orten Sammelbüchsen aufzustellen. Alle, welche uns demnächst die Erträgnisse von Sammlungen zu über⸗ mitteln haben, bitten wir dieselben durch Posteinzahlung an unseren Schatzmeister, Herrn Hauptstaatskasse⸗Director Michell dahier, einzusenden.

Darmstadt am 18. August 1882.

Der Vorstand des Hülfsvereins für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Ebangelische Gemeinde. 12. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½ Uhr: Herr Pfarrer Baur. Abendmahl. Nachmittags Uhr: Herr Candidat Schüler. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Candidat Holtzmann. Nachmittags Uhr: Herr Pfarrer Baur. Katechismuslehre.

Ratholische Gemeinde. Feier des Namenstages Sr. K. H. des Großherzogs Hochamt mit Predigt und Segen. Zum Schlusse: Tedeum.

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