Ausgabe 
25.5.1882
 
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befördert; Franck, Oberstlieut. z. D. von der Stellung als Bezirks-Comm. des 1. Bats. 2. Gr. Landw.⸗Reg. Nr. 116 entbunden; Roll, Tasche, Sec.⸗Lts. der Landw.⸗Juf. des 1. Bats. 1 Gr. Landw.⸗Regs. Nr. 115, Zimmermann I., Sec.⸗Lieut. der Landw.⸗Inf. des 1. Bats. 4 Gr. Landw. ⸗Regs. Nr. 118 der Abschied bewilligt.

Dem Landgerichtsrath Vogel in Darm stadt wurde der Charakter alsGeh. Justiz rath verliehen.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 21. Mai. Officiell. Eine Abtheilung des 11. Infanterie⸗ Regiments unter der Führung eines Lieutenants wurde am 20. Mai auf einer Kuppe nördlich von Klenac und südöstlich von Nevesinje von einer stärkeren Insurgentenbande angegriffen. Letztere wurde mit einem Verlust von etwa 30 Todten zurückgeworfen.

22. Mai. Das Herrenhaus nahm den Pacifications⸗Credit debattelos an, ebenso den Zolltarif nach der Regierungs-Vorlage unter Ablehnung der vom Abgeordnetenhause votirten Modification betreffs des Getreidezolls.

22. Mai. Die Differenzen zwischen der Majorität des Abgeordnetenhauses und der Regierung sind ausgeglichen. Die Klerikalen bewilligen den Zolltarif unverändert, wogegen der Unterrichtsminister Conrad von seinem Amte zurücktritt. Graf Schönborn, derzeit Statthalter von Mähren, übernimmt Conrad's Portefeuille.

Frankreich. Paris, 23. Mai. In Folge des gestrigen Votums der Deputirtenkammer über die Tranksteuer, hat der Finanzminister Leon Say seine Demission eingereicht. 23. Mai. Der Ministerrath hat sich heute mit der Demission Say's beschäftigt und dabei ein muͤthig den Wunsch und die Hoffnung zu er kennen gegeben, daß der Zwischenfall ausge⸗ glichen werden möge. Say nahm daraufhin seine Demission zurück.

Der Botschafter Oesterreichs, Graf Beust, wurde abberufen.

Großbritannien. London. Das Ober

Anonymität des Absenders sowie die eigenthüm liche Behauptung veranlaßte sofortige Oeffnung des zweiten Schreibens. Von einemDeutschen aus Moskau herrührend, enthielt dasselbe wirk lich die dringendsten Warnungen, da die Nihi⸗ listen stärker denn je in Moskau vertreten wären und die umfassendsten Vorkehrungen getroffen hatten, um bei der Krönung einen Anschlag gegen das Leben des Czaren und seiner ge sammten Umgebung vorzunehmen. Ueber diese verschiedenen projektirten Anschläge soll der Autor sehr genaue Details beigefügt und außerdem be tont haben, daß unter den Nihilisten eine Menge hochstehender Beamten und Militärs sind, von deren Zugehörigkeit zur revolutionären Partei man am Hofe keine Ahnung hätte. Es ist schwer zu bestimmen, ob und wie weit der anonyme Briefschreiber zu seinen Behauptungen berechtigt ist, einzelne der angeführten Details sollen aber derartig genaue sein, daß man bald dahinter kommen durfte, ob es sich um Wahrheit oder Dichtung handelt.

23. Mai. Der Fürst von Bulgarien ist gestern von Moskau zurückgekehrt. Derselbe besuchte die Majestäten in Peterhof und ver läßt heute Petersburg.

Eine den Hofkreisen nahestehende Per sönlichkeit theilt mit, die Krönungs-⸗Feier sei definitiv vertagt und zwar bis zum Mai 1883. Am Himmelfahrttage waren sämmtliche Mit⸗ glieder des regierenden Hauses nach Peterhof beschieden worden, um einem Familienrathe bei zuwohnen. Zu diesem Familienrathe wurde der Hofminister, Graf Woronzoff Daschkoff, zuge⸗ zogen. Der Kaiser legte dem Familienrathe die Frage vor, wann und unter welchen Um⸗ ständen die Krönungsfeierlichkeit abzuhalten sei; bevor jedoch hierüber eine Erörterung aufge⸗ nommen wurde, forderte der Czar den Grafen Woronzoff Daschkoff auf, über den Stand der actuellen Situation Bericht zu erstatten. Die Verlesung dieses Berichtes soll ein Schweigen des Entsetzens hervorgebracht haben, während der Czar allein ruhig und gefaßt blieb, weil

haus wurde bis zum 1. Juni vertagt.

Italien. Rom. DasBr. Med. Journ. erklärt sich für autorisirt, zu melden, daß alle Gerüchte über den ungünstigen Gesundheitszu stand des Papstes falsch seien. Niemals habe einer seiner Aerzte die Nothwendigkeit ausge⸗ sprochen, daß der Papst den Vatican verlasse. Aehnliche Gerüchte seien alljährlich, auch beim Papste Pius, aufgetaucht.

Türkei. Constantinopel. Das am 19. d.! von den türkischen Botschaftern den Cabineten überreichte gegen die westmächtliche Action ge⸗ richtete Rundschreiben der Pforte bildet gegen⸗ wärtig den Gegenstand des Ideenaustausches zwischen den Cabineten, um sich über die Be antwortung desselben zu einigen. Man glaubt hier, daß auf diese Weise das Rundschreiben den Austoß zu einer Klärung der Situation geben werde und da man der Willensmeinung der Mächte, mit welcher im Einklag zu bleiben man hier bestrebt ist, nicht vorgreifen will, so dürfte, bevor die großmächtlichen Antworten nicht festgestellt sind, türkischerseits auch Nichts geschehen. Man erwartet das Gleiche seitens der Westmächte um so sicherer, als in Kairo neuestens Nichts vorgekommen, was ein unmittel bares Einschreiten zur Folge haben müßte.

23. Mai. Die Pforte richtete an den griechischen Gesandten Konduriotis Vorstellungen über die Absichten Griechenlands, zwei Kriegs⸗ schiffe nach Alexandrien zu senden. Konduriotis berichtete nach Athen. Der italienische Bot⸗ schafter, Graf Corti, ist hier eingetroffen.

Rußland. Petersburg, 21. Mat. Ver⸗ gangenen Dienstag wurde auf der deutschen Bot⸗ schaft durch einen sehr distinguirt aussehenden Herrn ein Brief für den Botschafter abgegeben. Bei der Eröffnung ergab sich als Inhalt ein umfangreicher an den Fürsten Bismarck gerichteter Brief, um dessen sichere Uebermittelung gebeten wurde, da es sich um hochwichtige Warnungen

er vielleicht schon vorher den Inhalt kannte. Einer der Großfürsten soll hierauf sofort die Vertagung beantragt und den Umstand hervor gehoben haben, welche enorme Verantwortung der kaiserliche Hof und Rußland übernehmen würden, wenn die fürstlichen Repräsentanten be freundeter ausländischer Monarchen und Mächte lebensgefährlichen Katastrophen ausgesetzt wür⸗ den. Hierauf beschloß der auf's Tiefste erschüt⸗ terte Familienrath einstimmig, den Vorschlag des Grafen Woronzoff Daschkoff anzunehmen, die Krönung auf den Mai 1883 zu verschieben. Moskau. Die Moskauer Zeitung constatirt die verderblichen Folgen der Ausweisung der jüdischen Bevölkerung aus Moskau in ökono mischer Hinsicht und schreibt: 70 hervorragende Moskauer Firmen unterbreiteten dem Finanz⸗ Minister ein diesbezügliches interessantes und wichtiges Memoire.

Egypten. Kairo, 21. Mai. Die tscher⸗ kessischen Offiziere sind vorgestern Nachts, 40 an der Zahl, auf einem eigens hierfür gemietheten Lloyddampfer eingeschifft worden. Man glaubt, daß durch die auf diese Weise thatsächlich er⸗ folgte Verbannung der Offiziere dem Streite über deren Bestrafung oder Begnadigung der Boden entzogen ist. Als Reiseziel derselben wird Constantinopel bezeichnet.

Times melden aus Paris vom 21. d., der Zweck der Action Englands und Frankreichs sei die Herstellung der Autorität des Khedive, die Auflösung der Notabelnkammer, ferner Her⸗ stellung eines überwiegenden Einflusses der beiden Mächte in Egypten, sowie Arabi Bey zu zwingen, vom politischen Schauplatze zu verschwinden.

23. Mai. Arabi Bey besuchte heute den französischen Consul, um denselben officiell über die Bedingungen, welche gestellt werden würden, zu befragen, wenn das Geschwader zurückgezogen werden sollte. Die Unterredung blieb jedoch resultatlos. Arabi erklärte, das Land sei mit

betreffs der Krönung in Moskau handele. Die

stand.

Sienkiewicz erwiederte ihm, daß er (Arabi) schlecht unterrichtet sei und die Notabeln kammer fast einstimmig gegen ihn gestimmt habe.

Afrika. Tunis, 22. Mai. Eine Colonne unter Duchesne stieß bei Mehaia(2) auf eine Schaar von ca. 800 Beinguils und schlug dieselbe.

Aus Stadt und Land.

Darmstadt, 22. Mai. Gestern Morgen starb der Präsident des Verwaltungs⸗ Gerichtshofes, Geheimerath v. Lehmann, nachdem er seit wenigen Tagen an Unter⸗ leibsentzündung erkrankt war. Derselbe war früher langjähriges Mitglied des Ministeriums des Innern.

Mainz, 22. Mai. Die Schreiner der Rauch'schen Möbelfabrik haben, nachdem eine Elnigung mit dem Arbeitgeber erzielt worden war, heute die Arbeit wieder aufgenommen.

Allerlei.

Straßburg. Durch die Zeitungen läuft augen⸗ blicklich dieEnthüllung, daß die Kaiserliche Tabaks⸗ manufactur in Straßburg am Vorabende einesKrachs stehe, weil die Finanzlage bei über 2 Million M. Schulden und 55 Mill. unverkäuflicher Cigarren eine verzweifelte sei.

Berlin, 23. Mai. Das KanonenbootAlbatroß berührte im Großen Belt an der Nordwestspitze See⸗ lands auf der Fahrt von Kiel nach Plymouth den Grund. Der Albatroß ist heute in Kiel eingetroffen und sofort in's Dock gegangen, um den Boden des Schiffes unter⸗ suchen zu können.

Luzern, 22. Mai. Gestern Abend, Uhr traf der erste italienische Festzug aus Mailand hier ein, welcher aus zwei mit Guirlanden bekränzten Locomotiven und 20 Wagen bestand. In demselben befanden sich der Senats präsident, der Kammerpräsident, die Minister Baccarini und Acton, sowie eine große Anzahl Deputirter. Kanonen⸗ schüsse begrüßten die Ankunft des Zuges, die Stadtkapelle spielte den Garibaldi-Marsch. Ein leichter Unfall passierte in Brunnen, indem eine Waggon⸗Koppel zersprang. Die Gesammtlänge des großen Tunnels beträgt 15,000 m. Die höchste Bahnsteigung ist in der Mitte, 1154 m über dem Meer hoch. Die ganze Strecke Luzern⸗Mailand zählt 62 Tunnels, 32 große Brücken, 10 Viaducte und 24 Uebergänge. Die gesammte Arbeitsdauer währte 7 Jahr 5 Monat. Es wurden 500,000 Kilo Dynamit ge⸗ braucht, 320,000 Löcher wurden gebohrt; täglich arbeiteten 2500 Mann. Die von derKollaudirungs⸗Commission veranstalteten Belastungs- und Beleuchtungsproben fielen vorzüglich aus. Die Temperatur im großen Tunnel ist höchstens 20 Grad Wärme, so daß auch ohne künstliche Nachhilfe der Aufenthalt durchaus erträglich ist. Vor dem Durchbruch herrschten 34 Grad Wärme. Im Ganzen starben während des Baues 177 Arbeiter, 877 wurden körperlich verletzt. Das ständige Tunnelpersonal besteht aus 2 Weichen⸗, 4 Portal-, 8 Tunnelwärtern und 16 Bahn⸗ arbeitern. Die Bahnüberwachung geschieht durch täglich zweimalige Durchgänge von Wärtern, einer kommt von Göschenen, einer von Airolo, sie treffen sich im Innern und tauschen die Controlbücher. Jeder ist versehen mit Knallsignalbüchsen, einem Handhammer, Bolzenschlüssel und Laternen. Die ganze Strecke besitzt 61 Locomotiven, 127 Personen- und 538 Güterwagen. Vertreten sind hier augenblicklich für Festberichte 32 italienische, 24 deutsche, 18 schweizerische, 4 österreichische, 5 französische, 4 eng⸗ lische und 1 amerikanische Zeitung.

Göschenen, 23. Mai. Das gestrige Festdiner in Luzern war von 800 Personen besucht. Die am späten Abend vorgenommene Illumination Luzerns und das Feuer⸗ werk fielen prachtvoll aus. Heute fuhr der erste Zug um stebeneinviertel, der zweite um halbacht, der dritte um dreiviertelacht Uhr Morgens von Luzern ab. Vor dem großen Tunnel wird das Frühstück eingenommen und dann die Fahrt fortgesetzt.

Lemberg, 21. Mai. In Ostgalizien sind in Folge starker Regengüsse Ueberschwemmungen eingetreten. In Zalesezyk wurde eine Brücke weggerissen, im Uebrigen kein erheblicher Schaden angerichtet.

Paris, 19. Mai. Die großen Eisenbahnwagenbau⸗ werkstätten von La Buire bei Lyon sind gestern ein Raub der Flammen geworden. Fünftausend im Bau begriffene Waggons sind verbrannt. Der Schaden wird auf vier Million Franes geschätzt. Mehrere tausend Arbelter sind brodlos.

London, 20. Mai. Die Personen und Güter⸗ hallen am Hafen von Queenborough(Linie über Vlissingen nach London) sind gestern abgebrannt. Der Verkehr ist daher zeitweilig unterbrochen.

New⸗Nork, 21. Mai. Das englische SchiffWestern Belle, von Greenock, ist in Folge Collision mit einem Eisberge gesunken. Der Capitän uud 13 Mann sind umgekommen, 6 Mann gerettet.

Handel und Verkehr. Friedberg, 24. Mal. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.05. 1.20, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf. Friedberg, 24. Mai. Fruchtbericht. Watzen M. 25.50, Korn M. 19., Gerste M. 18., Hafer M. 16. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. Grünberg. Fruchtpreise vom 20. Mai.

Waizen

M. 25.12, Korn M. 19.20, Gerste M. 16.60, Hafer M. 16.16, Erbsen M. 23.00, Samen M. 26., Kar⸗ toffeln M. 2.80.

Gießen, 23. Mai. Wochenmarkt. Butter per Pfd.

ihm und begünstige einen energischen Wider

M. 1.001.10, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf., Käse per St. 59 Pf., Tauben das Paar 6070 Pf., Hühner per

Wetter per die

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