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nach Wien abgereist, von wo derselbe in einer Woche zurückerwartet wird, um sein Abberufungs⸗ schreiben zu übergeben. Die Geschaͤfte der Ge⸗ sandtschaft hat Legationsrath Saltzburg über—
ommen. l 3 Cettinje, 20. März. Der
Montenegro. üchti Fürst von Montenegro weist den flüchtigen an bei Podgoritza,
Krivoscjanern Wohnplätze
an der Grenze von Albanien. Der gefangene Gemeindevorstand von Übli(in der Krivoscje) soll ausgesagt haben: Er hätte die Krivoscjaner zum Festhalten an Oesterreich beredet, sein Ein— fluß hörte aber auf an dem Tage, als der kam und Gelder
Engländer Cvans nach Ubli vertheilte. d Rußland. Petersburg, 16. März. Seit
einigen Tagen coursiren hier allerlei Gerüchte, daß in der letzten Zeit die Polizei einen guten Fang gemacht, indem sie einen der Haupträdels⸗ führer der Nihilisten nebst Gehilfen ergriffen hätte. Es hat sich nach und nach herausgestellt, daß in der That der Hauptführer der Nihilisten, Namens Stefanowitsch(der wenigstens für den Hauptführer, für das Oberhaupt der Partei gilt), sich in den Handen der Polizei befinde. Dagegen sind in neuester Zeit aus Sibirien mehrere Nihilisten entflohen, unter ihnen ein ge— wisser Zwetkow, nach welchem man besonders sucht.
Aegypten. Kairo. Die abessinische Ge⸗ sandtschaft wird hier erwartet behufs Regelung der Grenzfrage, eventuell Einsetzung abesynischer Consuln in Egypten.
Aus Stadt und Land.
n. Friedberg. Die am Samstag den 18. o. bei sehr starker Betheiligung stattgehabte Abendunterhaltung des Gesangvereins„Concordia“ befriedigte uns betreffs der Gesangsvorträge und Theaterstücke ganz in derselben Weise, wie die erste und müssen wir auch diesmal be⸗ merken, daß nur durch die vortreffliche Leitung des Musikdirigenten und durch den Eifer der Mitglieder in solch' kurzer Zeit bei einem so jungen Verein solche Leistungen möglich waren. Die drei Theaterstückchen waren sehr gut aufgeführt, namentlich gefiel uns bezüglich der Auswahl das zweite. Nicht allein die älteren Mit⸗ glieder, sondern auch die jungen Kräfte haben prachtvoll bestanden. Daß der Regisseur sein Möglichstes dabei gethan haben muß, können wir nicht unbemerkt lassen. Schließlich erwähnen wir noch, daß die Vorträge des Komikers Frinke von Frankfurt zwar von großer Routine zeigten, daß wir aber doch im Interesse, namentlich der anwesenden Damen eine sorgfältigere Auswahl derselben gewünscht hätten. Der Verein aber möge auf dem be⸗ tretenen Wege weiterschreiten, die Anerkennung wird ihm dann nicht fehlen. 5
F. Friedberg. Am 13. März d. J. hielt die hiesige Schuhmacher⸗Leichenkasse ihre jährliche Generalversamm— lung ab und freut es uns, mittheilen zu können, daß diese Gesellschaft, welche im Jahr 1881 den Freudentag ihres 100 jährigen Bestehens gefeiert hat, auch mit Ver gnügen auf das 101 zählende Vereins jahr zurückblicken kann, und werden wir hierauf später zurückkommen. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Rechnungspractieant J. Faatz, eröffnete die Generalversammlung damit, daß er den Mitgliedern die freudige Mittheilung machte, daß ihm von befreundeter Hand das Sterb- und Leichenkasse⸗ Einnahme- und Ausgabebuch von 1783 bis 1804 über⸗ macht worden sei. Leider ist die erste Seite aus diesem Buche entfernt und trägt der erste Eintrag das Datum 1. July 1783. In der Mitte dieses Buches finden wir buchstäblich nachstehenden Eintrag: 1783. Im namen Gottes. Im Jahr Christi Anno 1783 den 1. July hat Eine Löbliche Bürgerliche gesellschaft, der Schumacher— Leichen⸗Casse dieses Buch an sich gekauft, und soll von Jahr Zu Jahr Einam und ausgab, hier eingeschrieben werden Und wird also in dem Ersten Theil dieses Buchs
die Einam und in dem Zweiten Theil die außgab, be—
schrieben wie sie nacheinander Folgen. gez: Johann Peter Kropf Leichenkasse Schreiber. Friedberg d. 1. July 1783. Hierdurch wird nun festgestellt, daß die im März 1781 von der Schuhmacherzunft gegründete Leichenkasse mit dem 1. Juli 1783 allen Bewohnern der Stadt zugängig geworden ist. Der Raum gestattet es hier nicht, sich über dieses Buch weiter zu verbreiten, auch sind bei der voriges Jahr stattgehabten 100 jährigen Gedächtnißfeier die Satzungen dieser Gesellschaft bekannt geworden, so daß eine Wiederholung derselben unnöthig erscheinen dürfte, wir wollen aber noch erwähnen, daß der vorherge— nannte Vorsigtende sich bereit erklärt hat, genanntes Buch Jedermann, welcher Interesse hieran findet, in seiner Wohnung vorzulegen. Hierauf wurde zur Rechnungs- abhör geschritten und theilen wir nur mit, daß der Abschluß derselben keine Beanstandung gefunden und daß sich die Jahres-Einnahmen auf 483.01 M. und die Ausgaben, unter welchen 3 Sterbefälle à 60 M., mit 180 M. enthalten sind, sich auf 443.39 M. berechnen, so daß sich ein Vorrath an Baar und an Ausständen von 39.62 M. ergibt. Das Gesellschaftsvermögen be⸗ trägt am 1. März 1882 im Ganzen 2482.74 M. und hat sich im letzten Jahr um 76.96 M. erhöht. Zur Statistik der Gesellschaft wird mitgetheilt, daß in dem abgelaufenen Jahr ein Mitglied durch den Tod und ein Mitglied durch Wegzug nach Amerika aus der Gesellschaft ausschieden, dagegen traten vier Mitglieder der Gesell— schaft neu bei; auch wurde der seitherige Vorstand für das Jahr 1882 wieder einstimmig gewählt. Bei dieser Gelegenheit wollen wir es nicht unterlassen, alle hiesigen jüngeren Ehegatten auf diesen sehr wohlthätig und im Stillen wirkenden Verein aufmerksam zu machen und sie zum Beitritt aufzufordern, zumal der Beitritt sehr leicht ist, da Ehegatten bis zum 30. Jahre nur ein Einschreib— geld von 6 M. zu bezahlen haben, mit welch' kleinem Betrage sie Antheil an dem Gesellschaftsvermögen er⸗ werben, welches auf jedes Mitglied über 30 M. beträgt. Anmeldungen sind an den Vorstand zu richten, welcher aus nachstehenden Bürgern besteht: Rechnungspracticant J. Faatz, Schuhmachermeister Heinrich Waas III., Glaser⸗ meister Johannes Bieler und Gemeinderath J. Koob, und werden die Genannten gerne bereit sein, jede ge— wünschte Auskunft bereitwilligst zu ertheileu.
Allerlei.
Frankfurt, 20. März. Gestern ist ein zweiter männlicher Löwe im zoologischen Garten eingetroffen. Das Thier ist etwa dreijährig, von schönem, ebenmäßigem Bau und verspricht Mahmud, der bereits eine stattliche Mähne hat, eine Zierde der Thiersammlung zu werden.
Karlsruhe, 20. März. Der Hausknecht Kern hat seine ehemalige Geliebte, die in einer hiesigen Wirthschaft beschäftigt war, durch einen Schuß ledensgefährlich ver— wundet. Der Thäter ist auf der Flucht.
Bern, 19. März. Der Räuber des Sohnes Bürki's wurde heute dahier verhaftet.
Palermo. Seit einigen Tagen speit der Aetna Feuer und einen Aschenregen aus, der die umliegenden Felder bedeckt und die Bewohner in Schrecken setzt. Erdstöße sind bisher nicht vernommen worden.
Gemeinderathssitzung.
S. Friedberg, 21. März. In der gestern statt⸗ gehabten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes wurde zuerst ein Antwortschreiben des Königlich Preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten auf eine Eingabe mehrerer Kaufleute, bezüglich der hiesigen Bahnhofs— verhältnisse, zur Kenntniß gebracht. Der Minister erklärt, daß er nach Ergebniß der angestellten Ermittelungen noch zur Zeit nicht in der Lage sei, dem Antrag wegen Ver— größerung der Ladeplätze auf der südwestlichen Seite des Bahnhofes und Beschaffung eines weiteren Zufuhrweges zu denselben stattzugeben. Wenn die Störungen und Belästigungen für den Verkehr auf dem Niveau des Uebergangs am Fauerbacher Thor auch nicht zu ver— kennen seien, so könne doch nicht als thunlich erachtet werden, nachdem der Umbau des Bahnhofes sich kaum vollständig vollzogen habe, schon jetzt mit Aenderungen vorzugehen, welche nicht allein erhebliche Kosten ver— ursachen würden, sondern auch in Bezug auf ihre Zweck— mäßigkeit sich zur Zeit der Beurtheilung entzögen. Weitere Erfahrungen dieserhalb abzuwarten, erscheine deshalb um so mehr angezeigt, als die Leistungsfähigkelt der am Güterschuppen belegenen nordwestlichen Ladeplätze durch entsprechende Erweiterungen inzwischen wesentlich
gesteigert worden sei und schon aus diesem Grunde 388
Verkehr auf dem fraglichen Niveau-Uebergang eine nicht
unwesentliche Entlastung erfahren werde.— Bezüglich der Wasserleitungs angelegenheit machte der Bürgermeister Mittheilung von einem Schreiben des Herrn A. Aird in Berlin, wonach derselbe sich erbietet, die Herstellung
des Wasserwerkes zu einem ermäßigten Preis zu über⸗
nehmen. Die Baukommission wurde beauftragt, auf Grund der gemachten Vorschläge und mit Rücksicht auf das Gutachten, welches Herr Stadtbaumeister Rau pp
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aus Offenbach in dieser Angelegenheit abgegeben, einen
Vertragsentwurf festzustellen. Ferner wurde mitgetheilt, daß in Folge Beschlusses des Gemeinderaths der von Runkel'sche Garten neben der Kleinkinderschule ange⸗ kauft worden ist. Bezüglich der Verlegung der Eisenstein⸗
lager auf die Lagerplätze südwestlich von der Stadt,
wozu die Bahnverwaltung verpflichtet ist, sollen bet Letz⸗ terer die erforderlichen Schritte geschehen, ebenso bezüglich der Erweiterung des von der Fauerbacher Straße westlich abzweigenden Feldweges. Ein Gesuch des Fr. Ha n⸗ stein um käufliche Abtretung eines Stückchens städtischen
Straßengeländes neben den in Ausführung begriffenen Pferdeställen soll unter der Bedingung genehmigt werden, daß derselbe eine dem Platz entsprechende Einfriedigung
herstellen läßt.
Gerichtssaal.
Butzbach. Freitag den 24. März, Morgens 8 Uhr, findet am hiesigen Amtsgericht eine Schöffensitzung statt. Zur Verhandlung gelangen folgende Klagesachen: 1) gegen Maria Schäfer von Rockenberg, wegen Diebstahls;
2) gegen Aug. Kraft von Butzbach, wegen Uebertretung des Art. 35 des P.⸗Str.⸗G.; 3) gegen Johs. Klaum 21. von Pohlgöns, wegen Beleidigung; 4) gegen Johs,
Jung Ar. Wittwe von Langenhain, wegen Nichtbedecken eines Brunnens; 5) gegen Balthasar Bopp von Ostheim, wegen Beleidigung; 6) gegen Ant. Bergens von Butz bach, wegen Beleidigung. 1
Gießen. Schwurgerichtsverhandlung am 20. März l. J. gegen Jakob Vogel von Bindsachsen, wegen V brechens gegen die Sittlichkeit. Die Geschworenen er⸗ achteten den Angeschuldigten für nicht überführt und sprachen das„Nichtschuldig“ aus, worauf derselbe von Strafe und Kosten freigesprochen wurde.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 22. März Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.10— 1.20, Eter 1 St. 5 Pf., 2 St. 19 Pf.
Friedberg, 21. März. Fruchtvericht. Walzen M. 25, Korn M. 20.00, Gerste M. 18.00, Hafer M. 18 bis 17. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfd.
Gießen, 21. März. Wochenmarkt. Butter per Pfd.
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M. 1.20— 1.26, Eier 1 Stück 5 Pf. und 2 St. 9 Pf.,
Käse per St. 5—9 Pf., Tauben das Paar M. 0.80 0.90, Hübner pei St. M. 1.00- 1.40, Hahnen per St. M. 1.80 bis 2.50, Enten per St. M. 2.50— 3.00, Ochsenfleisch per Pfd. 6064 Pf. Kuh⸗ und Rindfleisch 4850 Pf., Kalbfleisch 40—44 Pf., Schweinefleisch 62—64 Pf., Hammelfleisch 64— 70 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 4.00 bis 4.50, Zwiebeln per Ctr. M. 9— 12.
Grünberg. Fruchtpreise vom 18. März. Waizen M. 24.32, Korn M. 19.48, Gerste M. 16.30, Hafer M. 17.40, Erbsen M. 20.40, Lein M. 00 00, Samen M. 27.00, Kartoffeln M. 3.40, Wicken M. 00.00.
Frankfurt, 20. März. Fruchtpreise. Weizen be⸗ hauptet, eff. bies. und Wetterauer M. 25½—25/, fremder M. 24½— 25., per diesen Monat M. 24½. Roggen unver., effeetiv hiesiger M. 19½—20., fremder M. 19½ bis 20., per diesen Monat M. 19½. Gerste unver., eff. hiesige und Werterauer M. 1819, fremde M. 18— 20. Hafer unver., eff. hies. M. 16½— 18, fremder M. 16½ bis 18, per diesen Monat M. 16½. Rüböl unver., eff. ohne Faß hiesiges in Partien von 50 Ctr. M. 32. Branntwein eff. ohne Faß M. 40. Mehl Nr. 1 M. 39, Nr. 2 M. 37, Nr 3 M. 32, Nr. 4 M. 28, Nr. 5 M. 25. Roggenmehl 0/1(Berl. Marke) M. 26½—27, I.(Berl. Marke) M. 25½— 26, II.(Berl. Marke) M. 23.
Frankfurt, 20. März. Vieh Markt. Angetrieben waren circa 320 Ochsen und Stiere, 330 Kuͤhe und Rinder, 260 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellteu sich per 100 Pfd. Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 66 bis 68., 2. Qual. M. 62—64., Kühe 1. Qual. M. 54 bis 56., 2. Qual. M. 42—45., Kälber je nach Qualität M. 40.—58., Hämmel 1. Qual. M. 58—60., 2. Qual. M. 4048. N
= 0 8 1 Immobiliar-Versteigerung. 1106 Freitag den 24. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Rathhaus die Hofraithe, sowie ein Grab— garten des Metalldrehers Carl Friedrich Lang auf dessen freiwilligen Antrag einer zweiten und letzten Ver⸗ steigerung ausgesetzt und bei entsprechenden Geboten die
Genehmigung ertheilt werden. Friedberg den 20. März 1882. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Seriba.
Kaffee
1 in nur vorzüglicher Waare, gebrannt per Pfund 120, 130, 140, 150 und 160 Pf., ungebrannt per Pfund 90
bis 150 Pf., empfiehlt 100 Louis Winheim.
100 Centner berschiedenes Stroh wird abgegeben be 867 Christiaun Fourier II. in Wölfersheim.
Holz⸗Versteigerung.
Montag den 27. l. Mts., Morgens 9 Ubr anfangend, kommen in dem hiesigen Gemeindewald, Distrikt„Lange berg“, nachverzeichnete Holzsortimente zur Versteigerung:
35171 Stück Weich holzwellen, Fichten Stämme— 250 Festm. Inhalt, Derbstangen= 319 Festmeter Inhalt.
Es wird bemerkt, daß das Fichten⸗Stammholz zuerst versteigert wird.
Zahlungstermin gegen Bürgschaft bis 1. September 1882
19. 54
1 7
Ober-Mörlen am 21. März 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Mörlen. 112 ee
Ein% Jahre alter, großgewachsener
ber,
englischer Bastard, ist zu verkaufen bei
1121
Ober⸗Erlenbach. Müller starl Bär.
Holzversteigerung.
Dienstag den 28. März l. J., Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Gräflich Solms Rödelheim'schen Forstrevlet Bainhards, Distrikt Oberwald, nachverzeichnete Holz- sortimente öffentlich meistbletend versteigerk werden:
22 Raummeter Buchen Scheitholz,
12 00 Buchen-Prügelholz, 26 5 Eichen-Prügelholz,
44 5 Eichen- und Buchen⸗Stockholz,
1275 Stück Eichen- und Buchen⸗Wellen,
43 Stück Eichen⸗Stämme von 5 12 Meter Länge, 20—48 Centimeter Durchmesser.
Zusammenkunft zur bezeichneten Stunde beim Forst⸗ haus Bainhards.
Assenheim den 18. März 1882.
1109 Gräflich Solms-Rödelheim'sche Rentkammer.
Ein anständiges Mädchen,
welches gut bürgerlich kochen kann, wird zu baldigem
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Eintritt gesucht. Näheres bei der Exp. d. Anz. 1014
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