Samstag den 22. April. M 47.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Erscheint dretmal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Rreisblatt für den Kreis Friedberg.
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Amtlicher Theil.
b. bertuenn Betreffend: Die Tilgung der Schafräude. Friedberg den 19. April 1882. big. 8 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg . an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Assenheim, Bad-Nauheim, Bauernheim, Buͤdesheim, Dorheim, Dorn-Assenheim, Fauerbach b. Fr., 3 Friedberg, Heldenbergen, Holzhausen, Ilbenstadt, Nieder-Rosbach, Nieder-Wöllstadt, Ober-Rosbach, Ockstadt, Ossenheim, Reichelsheim, Rodheim, pen f 1 ö 5 Schwalheim, Weckesheim. 71 21 4 Nach ö. 52 des Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung der Viehseuchen kann und nach§. 121 der zugehörigen Reichs— * 4 Instruction m uß die Tilgung der Räude bei Pferden und Schafen in der Weise erfolgen, daß der Besitzer der räudekranken Thiere, wenn er nicht die Toͤdtung derselben vorzieht, polizeilich angehalten wird, dieselben sofort dem Heilverfahren eines approbirten Thierarztes zu unterziehen 70 ff. und zugleich eine Desiufection der Stallungen, der Geräthschaften u. s. w. ausführen zu lassen. Die angestellten Ermittelungen haben ergeben, Ii. daß in Ihren Gemeinden räudiges Schasvieh— sogenanntes Schmiervieh— gehalten wird. Sie wollen daher ungesäumt sämmtlichen Schaf— haltern eröffnen, daß sie ihre Schafe bis längstens den 1. Juli unter Zuziehung eines approbirten Thierarztes reinigen zu lassen hätten,
widrigenfalls von dem genannten Termin ab Stallsperre für die fraglichen Thiere angeordnet werden würde. Binnen 8 Tagen erwarten wir berichtliche Anzeige, daß die anbefohlene Eröffnung an die Schafhalter stattgefunden hat. N 1— 7 28 0 1 — J. V. d K.? Küchler Kreis⸗ Assessor. 9 8 Aus gewiesen aus dem Großherzogthum auf Grund des F. 3 Absatz 2 des Freizügigkeitsgesetzes: Heinrich Lohr von Lehnar, Amt 9 g Siegburg; Friedrich Ludwig Paul Lüdicke von Berlin; Adam Rehbein von Metzgers, Kreis Schlüchtern; Johann Heinrich Steubing von Lager N Bicken bei Herborn; August Eduard Sänger von Simmerode, Verwaltungsbezirk Heiligenstadt; Robert Mahrle von Brama, Hauptmannschaft b Starkenbach; Friedrich Marschkorsch von Strühlen, Regierungsbezirk Breslau; Gottfried Kießling von Barby bei Magdeburg; Johannes Kloß
. von Ober⸗Rosphe, Kreis Marburg.— Wegen Bettels bestraft: Johannes Eberhard von Ober-Schmitten, Kreis Schotten; Christian Merker ebene ibn 9 von Kirtorf, Kreis Alsfeld; Franz Wolf von Bamberg in Baiern; Taglöhner Heinrich Werner von Roth, Amt Usingen; Karl Strecker von * 8 0 Prasgabe, Regierungsbezirk Breslau.— Die Aufenthaltsorte des Melchior Jost(oft Wilhelm Jost genannt) von Lichenrod bei Birstein; des ts u kriscer Johannes Winholt von Großenbach bei Schlüchtern; des Theodor Franz Schmidt von Ober-Erlenbach; des Adam Klein von der Kröge 4 1 bei Battenberg sind unbekannt und zu ermitteln. Huher. Deutsches Reich. Berlin, 18. April. Im Abgeordnetenhause f von 1881 und des jüngst publicirten Normal— i braves Darmstadt. Der Großherzog und die wurde heute, und zwar unter Berufung auf innungsstatuts abzuwarten seien; die Regierung en Prinzessin Victoria werden am 23. April nach Nachrichten aus Bundesrathskreisen, auf das vermöge in Zwangsinnungen keineswegs das
England abreisen, um den Vermählungsfeier— lichkeiten des Herzogs von Albauy mit der Prinzessin Helene von Waldeck beizuwohnen. Im Gefolge werden sich die Hofdame Freiin v. Grancy und die Flügeladjutanten Oberst v. Westerweller und Major Wernher befinden.
— Der Gerichtsschreiber Römer in Herbstein wurde zum Gerichtsschreiber in Wimpfen ernannt. Der Gerichtsschreiber Siebert in Langen wurde auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt und der Gerichtsschreiber-Asp. Blößer zu Zwingenberg zum Hülfsgerichtsschreiber in Seligenstadt bestellt.
— Militärdienstnachrichten. v. Grolman II., Sec.⸗Lt. vom 2. Gr. Drag.⸗Reg. Nr. 24, wurde
Bestimmteste versichert, daß an eine Auflösung des Reichstages nach der Ablehnung des Tabak— monopols nicht zu denken sei. Es soll dies seitens der Vertreter der Reichsregierung den bundesstaatlichen Ministern als eine Ansicht des Reichskanzlers mitgetheilt worden sein.
— 20. April. Im Abgeordnetenhaus fand heute die zweite Lesung des Secundärbahngesetzes statt und wurden die verschiedenen Linien genehmigt. Es folgt sodann die Berathung des Nachtrag— etats für 1882/83. Nach einigen Erörterungen wird der Etat der Budgetcommission überwiesen.
— 20. April. Die Kirchencommission des Herrenhauses nahm mit 11 gegen 2 Stimmen
Heil des Handwerks zu erblicken.
Karlsruhe, 19. April. In der zweiten Kammer wurde das Branntweinsteuergesetz mit Erleichterung für den Kleinbrenner und Erhöhung für den Sprithändler fast einstimmig angenom⸗ men; ebenso die Dotation von 350,000 M. für die katholische Kirche, von 8000 M. fur die Altkatholiken, von 400,000 M. für die Prote— stanten und von 12,000 M. für den israelitischen Cultus.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 20. April. Die Wahlreform-Commission des Herrenhauses nahm den Wahlreform-Entwurf unverändert nach
als außeretatsm. Sec.⸗Lt. in das 1. westfäl. den Antrag Adams, die Dauer der diseretionären[der Fassung des Abgeordnetenhauses au. Feld⸗Art.⸗Reg. Nr. 7 versetzt.— v. Hennigs, Gewalten der Regierung bis zum 1. April 1884— Hinsichtlich aller schwebenden Positionen
Rittm. vom 1. Gr. Drag.⸗Reg. Nr. 23, unter Versetzung in das Rhein. Ulan-Reg. Nr. 7, als Adj. zur 28. Div. comm.— Willich, genannt v. Pöllnitz, Prem. Lt. vom 1. Gr. Drag.⸗Reg. Nr. 23, zum Rittm.,— Frhr. v. Gemmingen— Hornberg, Sec. Lt. von dems. Reg., zum Pr. Lt. befördert.— Thomas, Pr.⸗Lt. vom 4. Gr. Inf. Reg. Nr. 118, in das 6. ostpr. Inf.⸗Reg. Nr. 43, Raffel, Pr.⸗Lt. vom Eisenb.⸗Reg., in das 4. Gr. Inf.⸗Reg. Nr. 118 versetzt.— v. Wachter J., Pr.⸗Lt. vom 4. Gr. Juf.-Reg. Nr. 118, als Adj. bei der 31. Juf.-Brig., à la s. des 4. Magd. Inf.⸗Reg. Nr. 67 gestellt.— Lüttich, Sec. Lt. vom 4. Gr. Juf.⸗Reg. Nr. 118, zum Pr. Lt.
zu verlängern, an; der Antrag Lippe's, die Dauer bis zum 1. April 1885 zu verlängern, wurde abgelehnt.
Wiesbaden, 19. April. Kaiser Wilhelm traf heute Vormittag auf dem Bahnhofe ein, wo sich zur Begrüßung die Spitzen der Behörden eingefunden hatten. Größerer Empfang war von dem Monarchen nicht gewünscht worden. Der Kaiser bestieg alsbald das bereitstehende Halb— verdeck und fuhr an der Seite seines Adjutanten durch die nach Tausenden zählende Volksmenge, allseitig mit jauchzendem Zuruf begrüßt. Der Kaiser grüßte freundlich nach allen Seiten und überraschte durch sein frisches Aussehen.
Die Reichsraths—
des Zolltarifs ist eine Einigung erzielt. Regierungen acceptirten alle auf eine Verschärfung des protectionistischen Systems hinzielenden Aen— derungen; die Differentialzölle werden auf saͤmmt— liche Colonialwaaren ausgedehnt.
Frankreich. Paris. Unter den Candidaten für den französischen Botschafterposten im Vatican, von welchem Deprez definitiv abberufen werden soll, wird der Marquis d'Harcourt in erster Reihe genannt.
— 18. April. Im Ministerrathe setzte Frey— cinet das Projekt des Binnenmeeres in Süd— Tunesien auseinander.
Großbritannien.
Die
London, 19. April.
ren befördert.— Frhr. v. Gleichen, gen. v. Ruß— München, 18. April. 90 1 8 E 4 wurm, Rittm. vom 2. Gr. Drag.⸗Reg. Nr. 24, kammer lehnte mit allen gegen 10 Stimmen den 2 er Attentäter Wack auf die Koͤnigin ge— leid, der Charakter als Major verliehen.— Mann, Beschluß der Abgeordnetenkammer betreffs der schossen hatte, wurde, als enn, freigesprochen. cle Secc.⸗Lt. der Res. v. 1. Gr. Juf.-Reg. Nr. 115, Tegernseer Erklärung ab.— Ein Offizier des in Windsor garnisoni— der Abschied bewilligt.— Dem 2. Gr. Inf.-Reg.— 20. April. Die Kammer nahm den An-frenden 2. Leibgarde-Regiments hat einen ano— Nr. 116 wurde der Kadet Schleußner, dem trag Biehl's auf Revision der Reichsgewerbe-fnymen Brief erhalten, worin die Indieluft— 3. Gr. Inf. Reg. Nr. 117 der Gefreite von der ordnung und Einführung obligatorischer Junungens sprengung der Kaserne dieses Regiments angedroht „ Osten III., dem 4. Gr. Juf.-Reg. Nr. 118 der nach längerer Debatte mit 80 gegen 59 Stimmen wird. Zur Verhinderung eines solchen Attentats
Gefreite Cotta, alle 3 als charakt. Port.-Fähnrs., dem Gr. Feld-⸗Art.⸗Reg. Nr. 25 der Unteroff. v. Richthofen als Port.⸗Fähnr. zugetheilt.
an. Der Minister des Innern erklärte, den Antrag nicht beücksichtigen zu können, weil zu— nächst die Wirkungen der Gewerbeordnungsnovelle
wurde fofort jede Vorsichtsmaßregel ergriffen. Die Eingänge zur Kaserne werden durch Wachen und Doppelposten scharf bewacht.


