Ausgabe 
21.12.1882
 
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Mittheilungen der Blaͤtter über die militärischen Maßnahmen Rußlands und erklärt, daß die selben, obwohl sie schon nach ihrer Provenienz den Stempel der Unwahrscheinlichkeit an der Stirne tragen, dennoch in hiesigen Kreisen in einer Weise ernst genommen werden, die sie absolut nicht verdienen. Das genannte Blatt glaubt daher derartigen Nachrichten gegenüber die Oeffentlichkeit nicht genug und eindringlich zur Vorsicht mahnen zu sollen.

Frankreich. Paris, 18. Dec. Heute aaengeng 6. trafen im hiesigen auswärtigen Amte sehr freund

schaftlich gehaltene Noten Englands ein, die hier, vielleicht mit Recht, dem Einfluß Lord

Derby's zugeschrieben werden. den Betzsenga. 18. Dec. Die Meldung des Temps, duäzebrichen iz daß der Suezkanal unter europäischen Schutz dderz gestellt werden soll, beruht auf einer, die Meld 5 ungen von der europäischen Behandlung der Frage des Schutzes der Suezcanalschifffahrt versenen, welch weiterspinnenden Combination. Temps sagt, Nroßberzoz der Rückzug der chinesischen Truppen aus Tonkin 75 d den sei dem franzoͤsischen Gesandten in Peking,

Bouree, zu verdanken, welcher der chinesischen 5 Regierung begreifllich machte, daß es in ihrem 0 Interesse liege, die Franzosen sich in Hanuoii installiren zu lassen, um das Land von allen Piraten zu säubern. In parlamentarischen 0 Kreisen wird bestätigt, daß das Ministerium

sich neuerdings mit der Frage wegen der Expe dition nach Tonkin beschäftigen werde, bisher

hätten nur Meinungsverschiedenheien bezüglich Detect der Details für eine solche Expedition die Prüf NRNung der Frage verzögert. 1 19. Dec. Seit heute Morgen sind sehr ernste Gerüchte über Gambetta's Befinden im

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ů Umlauf; Symptome von Blutzersetzungen sollen ie ache, sich zeigen. Die Agentur Havas verbreitet fol arefend gende Beschwichtigungsnote: Gambetta hatte Sabnen,. gestern einen leichten Fieberanfall, den indeß J det bald zu beseitigen gelang. Heute verließ Gam

rt tem betta das Bett zu gewohnter Stunde.

Es bestätigt sich, daß der Ruͤckzug der binesischen Truppen aus Tonkin auf Befehl von Peking erfolgte. Die Beziehungen zwischen China und Frankreich sind officiösen Versicher ungen zufolge ausgezeichnet, China wird event. gemeinsam mit Frankreich das Vorgehen der Piraten unterdrücken.

Toulouse. In Folge von Unruhen unter den Studirenden der Rechtsfacultät ist diese bis auf Weiteres geschlossen worden.

Spanien. Madrid. Der Papst erließ eine Encyclika an die spanischen Bischöfe, worin er es als einen Fehler erklärt, die Kirche in Zusam⸗ menhang mit irgend einer politischen Partei zu

bringen. Die Kirche stehe über den menschlichen

eidenschaften, sie verdamme keine Absicht, welche 18 Religion und Gerechtigkeit respectire.

* 7 Türkei. Constantinopel. Die Pforte hat

1 eine Preßcontrole für Zeitungsdepeschen ein

* gerichtet. Nach der zweiten Verwarnung wird

der betreffende Correspondent aus der Türkei ewiesen. Nn 77 8 Petersburg. Nach einer Meld, ung der Presse hatten die Verhandlungen Giers mit dem Vatikan ein günstiges Resultat. Ruß⸗ land habe an den Vatikan bedeutende Zugeständ⸗ nisse gemacht, jedoch die Nichteiumischung der Geistlichkeit in politische und nationale Fragen ausbedungen. In Wien werde Giers' ein lebereinkommen in der Donaufrage herbei

zuführen suchen.

Aus Stadt und Lond. 5

b 5. Dez. In heutiger öffentlicher Sitz

% Gr Amtsgerichts wurden nachbemerkte Per⸗ sonen als Schöffen für das Jahr 1883 ausgelost, welche ein den beigesetzten Tagen zu funglren 5 777 1 7 konrad, Post⸗Verwalter a. D. von Reichelsheim un

ö 0 irth von Burg⸗Gräfenrode: 9., 16.,

1 1 5. 01 Stier, Rentner von Mel bach und e bens Pal Landwirth von Bruchenbrücken: 6., 13.,

n eee e Andreas Pabst, Lan 5 1 10 05 N. Februar; Friedrich August Kunß, Landwirth vo ae zen Ober Ros bach und Frlebrich Reitz, Landwirth von * März; Philpp Chr. Böcher,

Molfers heim: 6., 13., 20. n ö ih von Södel und Georg Ewald IV., Lan 5 N l 10., 24. April; Konrad Welth, Land⸗

*

rern

Metzgermelster von Friedberg: 1., 8., 22. Mat; Jakob Stahl, Landwirth von Nieder- Wöllstadt und Heinrich Kaspar Stoffel, Gemeindeelnnehmer von Ober-Florstadt: 5., 12., 26. Juni; Karl Wilhelm Bernbeck, Kaufmann von Friedberg und Peter Veith II., Bürgermeister von Ilbenstadt: 3., 17., 31. Juli; Johann Tobias Rack II., Bürgermeister von Dorn-Assenheim und Heinrich Konrad Alt, Gemeindeeinnehmer von Nieder⸗Florstadt: 7., 14., 28. August; Karl Bierau, Gräfl. Kammerrath zu Fried⸗ berg und Eduard Oppenheimer, Cigarrenhändler zu Friedberg: 11., 18., 25. September; Ernst Aug. Häberle, Kaufmann von Friedberg und Konrad Kleberger, Land wirth von Melbach: 9., 16., 30. Oetober; Georg Väth, Bürgermeister von Bauernheim und Johannes Heinrich Wagner, Bürgermeister von Bruchenbrücken: 6.7 18 20. November; Jakob Breidenbach, Landwirth von Ober Wöllstadt und August Stein, Landwirth von Beienheim: 4., 11., 18. Dezember. Zu Huͤlfsschöffen für das Jahr 1883 wurden bestimmt: 1) Philipp Wilhelm Alt mannsperger, Landwirth. 2) Joseph Hofmann, Posa mentier. 3) Johann Koob, Kappenmacher. 4) Johannes Bieler, Hofglaser. 5) Georg Hieronimus, Hofmaler. 6) Karl Groß, Kaufmann. 7) Adolf Mayer, Uhrmacher. 8) Ernst Engel, Metzgermeister. 9) Philipp Windecker, Metzgermeister. 10) Christoph Blum, Metzgermeister, sämmtlich von Friedberg.

d. Friedberg. Unseren Lesern machen wir die Mittheilung, daß die bereits früher erwähnte Abhaltung einesLandwirthschaftlichen Ball's nun Samstag den 20. Januar 1883 in den Localitäten des Hötel Trapp dahier stattfindet und werden bereits die nötbigen Vor bereitungen getroffen, um den Ball zu einem recht schönen und brillanten zu gestalten. Als Ballmusik wurde die Gießener Regimentsmusik engagirt. Soviel man bis jetzt aus den Kreisen unserer Oeeonomen hört, wird der Ball sehr stark besucht werden.

Friedberg, 20. Dez. Gestern wurde von einer im Hötel Trapp durch Pfarrer Meyer und Bürgermeister Seriba berufenen Versammlung hiesiger Einwohner die Errichtung einer Suppenanstalt zunächst für hiesige Orts arme beschlossen. Die Anstalt soll, wenn möglich, be reits am 2. Januar eröffnet werden. Die Mittel bofft man durch freiwillige Beiträge besser situirter hiesiger Einwohner, sowie durch eine Theatervorstellung, zu der sich bereits einige Herren bereit erklärt haben, aufzubringen.

J. W. Bad⸗Naubeim. Die in Nr. 149 gemachte Mittheilung, betr. eine Unterstützung des Militärvereins Hassia an wasserbeschädigte Kameraden des Großherzog thums, ist dahin zu berichtigen, daß der Vorstand nur beschlossen hat, der demnächstigen Generalversammlung zu diesem Zwecke eine Unterstützung von 15 M. vorzu schlagen, da er über größere Mittel bei dem kleinen Ver einsvermögen nicht verfügen kann.

J. Dorn⸗Assenheim. Bei einem dieser Tage in hiesiger Gemarkung abgehaltenen Treibjagen wurde von vierzehn Schützen ein Hase erjagt, zwei weitere sollen, einem noch nicht ganz verbürgten Gerüchte zufolge, von weitem gesehen worden sein.

H. Vilbel, 18. Dez. Ein Handwerksmann von hier mit Namen Zinkand, welcher gestern Abend im Begriffe war von Frankfurt nach Vilbel mit dem Omni buszug zu fahren, hielt den im Abgang nach Friedberg befindlichen Schnellzug für den Omnibuszug und sprang auf das Trittbrett. Auf demselben stehend und ohne von einem Beamten bemerkt zu werden, fuhr er mit bis einige Schritte oberhalb der Station Vilbel, woselbst er alsdann absprang und dabei außer anderen Verletzungen einen erheblichen Arm- und Beinbruch erlitt. Von einem Weichenwärter aufgefunden, wurde der Verunglückte auf Anordnung des dienstthuenden Bahnbeamten in seine Wohnung gebracht und sofort ärztliche Hülfe requirirt. Der Verunglückte ist Familienvater und Mitglied zweier hiesigen Krankenkassen, da aber die durch allzugroße Kühnheit arbeitsunfähig werdenden Mitglieder nicht unterstützt werden, so dürfte der Verungluͤckte voraus sichtlich auf keine statutenmäßige Kranken-Unterstützung zu hoffen haben. 5

H. Vilbel. Dem Beispiele anderer Kassen folgend, bewilligte die hiesige Mathildenstiftskasse zum Besten der Wasserbeschädigten des Hessenlandes 400 Mark.

Allerlei.

Paris, 18. Dez. In der Patronenfabrik auf dem Mont Valerien fand heute Nachmittag eine Erplosion statt. Es heißt, daß einige dreißig Arbeiter schwer ver wundet seten. Die Ursache der Explosion ist noch unbekannt.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 20. Dee. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.15 1.20, Eier 1 St. 8 Pf. 2 St. gr. 00 Pf. Friedberg, 19. Dez. Fruchtbericht. Walzen M. 19½ Korn M. 15½, Gerste M. 14 16, Hafer M. 12 13. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. Grünberg, 16. Dez. Fruchtpreise. Weizen M. 18.20, Korn M. 15.14, Gerste M. 13.34, Hafer M. 11.88, Erbsen M. 19.58, Lein M. 00.00, Samen M. 00.00, Kartoffeln M. 5.50. Gleßen, 19. Dee. Wochenmarkt. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfd. M. 1.10 1.25 Eler per St. 79 Pf., Käse per Stück 48 Pf., Tauben das Paar 50 70 Pf., Hühner pr. St. M. 0.85 1.10, Hahnen per St. M. 0.70 1.80 Enten per St. M. 1.70 bis 2, Ochsenfleisch per Pfd. 6670 Pf., Kuh- und Rindfleisch 5660 Pf., Kalbfleisch 54 56 Pf., Schweine fleisch 6264 Pf., Hammellleisch 60 66 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.50 6.00, Zwiebeln per Ctr. M. 3.00, Gänse per Pfd. 6372 Pf., Welßkraut 100 Stück M. 2

Frankfurt, 18. Dez. Frankfurter Produktenbörse. (Offictelle Nottrungen.) Weizen still, effectiv hiesiger und Wetterauer M. 19.7520, fremder M. 21 22.75, per diesen Monat M. 20.00. Roggen still, eff. hies. M. 14.0015, fremder M. 14.00- 16.50, per diesen Monat M. 14.50, Gerste still, eff. hies. und Wetterau. M. 17-18, fremde M. 18 20. Hafer still, effeetiv hiesiger M. 12.50 bis 00.00, fremder M. 12.50 13.25, per diesen Monat 12.50. Rüböl still, eff. ohne Faß hiesiges in Parthien von 50 Ctr. M. 36.50. Branntwein still, eff. ohne Faß M. 45. Mehl Nr. 1 M. 38, Nr. 2 M. 36, Nr. 3 M. 3, Nr. 4 M. 27, Nr. 5 M. 24. Roggenmehl%(1 (Berliner Marke) M. 22.50 23.00, I.(Berl. Marke) M. 20.5000., II.(Berliner Marke) M. 1819.

Frankfurt, 18. Dezbr. Zugetrieben waren über 300 Stück Ochsen. Die Preise stellten sich für 1. Qual. per Ctr. Schlachtgewicht M. 70 72, für 2. Qualität M. 66 68. Kühe und Rinder waren an 300 Stück zum Verkauf gestellt, für 1. Oual. wurden 60-65 M., für 2. Qual. 54 M. und für 3. Qual. 45 M. bezahlt. Für die zugetriebenen ca. 20 Bullen wurden je nach der Qual. von 48 52 M. gelöst. Kälber, von denen 212 St. vorhanden waren, kosteten 1. Qual. 6264 M., 2. Qual. 52 54 M. Hämmel mochten 250 300 Stück ange⸗ trieben sein, der Preis stellte sich für 1. Qual. auf 60 M., für 2. Qual. auf 4550 M. Schweine waren für diese Woche ca. 350 Stück an den Markt gebracht worden und zwar durchweg Prima Schwarzwälder und Hannoveraner zu 64 M. Der Gesammt-⸗Antrieb in der Vorwoche be lief sich auf ea. 600 Stück.

Mainz, 16. Dez. Viehmarkt vom 8. bis 14. Dez. Zugetrieben waren: 80 Farren per 50 Kgr. M. 52., 121 Ochsen 1. Qual. M. 71, 2. Qual. M. 66. 122 Kühe 1. Qual. 64, 2. Qual. M. 5060. 278 Kälber M. 60. 313 Schweine M. 5863.

Zum 1. Januar 1883 tritt die Republik Costa-Riea dem Weltpost-Verein bei. Von diesem Zeitpunkte ab kommen mithin für Briefsendungen nach und aus Costa Rica die Vereinsportosätze in Anwendung, nämlich 20 Pf. für frankirte Briefe, 40 Pf. für unfrankirte Briefe, 10 Pf. für Postkarten, 5 Pf. für je 50 Gramm Druck- sachen, Geschäftspapiere und Waarenproben, mindestens jedoch 20 Pf. für Geschäftspapiere und 10 Pfennig sür Waarenproben.

Vom 1. Januar 1883 ab können nach Jokohama und Tokto in Japan durch die Deutschen Postanstalten Zahl⸗ ungen bis zum Betrage von 210 M. im Wege der Post anweisung vermittelt werden. Die Einzahlung erfolgt unter Anwendung des für den internationalen Verkehr vorgeschriebenen Postanweisungs-Formulars. Der ein zuzahlende Betrag ist auf dem Formular in englischer Währung anzugeben; die Umrechnung in die Markwähr⸗ ung wird durch die Einlieferungs-Postanstalt bewirkt. Die Gebühr beträgt 50 Pf. für je 20 M. oder einen Theil von 20 M., zum Mindesten jedoch 1 M. Die Postanweisung muß den Namen und wenigstens den An fangsbuchstaben eines Vornamens, bez. die Bezeichnung der Firma des Empfängers, sowie die genaue Angabe des Wohnorts desselben enthalten. In gleicher Weise ist auf dem Abschnitte der Postanweisung der Absender zu bezeichnen. Zu weiteren schriftlichen Mittheilungen darf weder die Postanweisung noch der Abschnitt der selben benutzt werden. Von der erfolgten Einzahlung des Betrages find die Empfänger seitens der Absender mittelst besonderer Benachrichtigungsschreiben in Kennt niß zu setzen.

Literarisches. Daheim. Nr. 11 enthält: Der Peter von Danzig. (Forts.) Die Heimath der Johanna Sebus. Ein Bild aus den Ueberschwemmungen am Niederrhein. Die kranke Familie. III. Eine lustige Geschichte von f Arnold. Ein Bücherwunschzettel für Weihnachten. Von R. Koenig. Chodowiecki's Künstlerfahrt nach

Danzig. Von R. Falck. Mit 6 Illustr. Am Familien⸗ tische: Der widerwillige Tänzer. Mit Illustr. Vor dem Hause Sebastlan Bachs in Leipzig. Gesundheitsrath. Mit b illustr. Beilagen.

Für die Ueberschwemmten in Hessen gingen weiter bei uns ein: H. Ahrens 1. M., Seminar⸗ Lehrer Schmidt 3 M., H. Volz 1 M. An die Haupt⸗ sammelstelle wurden heute von uns weitere M. 160. abgeliefert. Die Expedition.

Bekanntmachung. Am Sonntag den 24. Dezember werden die Post⸗ schalter wie an den Wochentagen offen gehalten. Friedberg den 19. Dezember 1882. Kaiserliches Postamt. Brentano.

Jeraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 23. Dezember 1882. Beginn:

Freitag Abends 3 Uhr 45 Min.

Samstag Morgens 8 Uhr 30 Min.

Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Min.

Sabbathausgang 4 Uhr 50 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 24. Dezember ab Morgens 7 Uhr, Nachmittags 3 Uhr.

Schablonen zur Wüschestickerei,

unverlöschliche Tinte zum Zeichnen der Wäsche,