F. Aufket. smkäst 1b Be.
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Drobe zum Bischof von Paderborn gewählt.
2 5 g 1 fkangen ist das Verwendungsgesetz.
1882.
Dienstag den 21. März.
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V 34.
berhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Diensta 5 8, Donnerstag und Samstag.
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Amtlicher Theil.
Ausgewiesen aus dem Großherzogthum auf Grund des F. 3 Absatz 2 des Freizügigkeitsgesetzes: Joh. Heck aus Monshausen, Johann
Georg— ietrich aus Oberelsungen, Heinrich Georg Küpe aus Göttingen.— Wegen Bettels bestraft: Peter Joseph Springer aus Doisbach; Andreas Egenold aus Niedererbach, Kr. Wallenrod, Reg.-Bez. Wiesbaden; Kaspar Hasselbach aus Allertshausen; Karl Austler aus Löwenberg. 9 5 5 par Hass 0 5 9
Deutsches Reich.
Darmstadt, 16. März. In der heutigen Sitzung der Großherzoglichen Handelskammer hier wurde am Schlusse der Berathung über den Gesetzentwurf, das Tabaksmonopol betr., der Antrag angenommen:„Die Großherzogliche Regierung wird ersucht, sich unter allen Um— ständen gegen Einführung des Reichstabaksmono— pols ablehnend zu verhalten, um so mehr, als as finanzielle Ergebniß der Tabaksteuergesetz— zebung von 1879 sich in seinen Wirkungen noch icht klar übersehen läßt.“ Die Beschlußfassung irfolgte nach mehrstündiger, lebhafter Discussion.
— Der Gerichtsschreiber Falkenstein in Butz— lach wurde auf Nachsuchen in den Ruhestand persetzt; ferner wurde der Bauaufseher Schneider zu Herbstein auf Nachsuchen unter Anerkennung seiner Dienste in den Ruhestand versetzt und der Kreisbauaufseher-Asp. Eichler von Dorheim zum Kreisbauaufseher in Gießen ernannt.
Berlin, 18. März. Beim Verlassen des Ücademiegebäudes war der Kaiser gestern auf der untersten Treppenstufe ausgeglitten. Wäh— end bei der Rückfahrt nichts Nachtheiliges be—
dierkt wurde, zeigte sich später eine ganz leichte
Contuston des rechten Ellenbogens und des Kniees, die den Kaiser für heute veranlaßte, das Zimmer zicht zu verlassen.— 19. März. Der Kaiser ahm heute Vormittag schon wieder die üblichen Vortrage entgegen und machte später die regel— näßige Spazierfahrt.
—„Daily News“ melden, Fürst Bismarck ki erustlich gesonnen, der Spannung zwischen Deutschland und Rußland freien Lauf zu lassen. Der Czar wolle zwar freundliche Beziehungen, selte aber als Werkzeug der Pauyslavisten. Deutschland und Oesterreich hatten eventuelle sofortige Operationen gegen Rußland vereinbart. (So abenteuerlich die Nachricht auch klingt, glaubten wir doch Act von derselben nehmen zu müssen.)
— Der„Germania“ zufolge hat der Papst,
in dessen Hände das Paderborner Domcapitel
tas Wahlrecht gelegt hat, den Bisthumsverweser
— 17. März. Abgeordnetenhaus. Einge— Der Ent⸗ burf desselben führt aus: Soll der ganze Betrag der im Gesetzentwurf als verwendungs— ledürftig vorgesehenen Mittel aus den vorhan— tenen Reichssteuern bestritten werden können,
ß würde dies die Bewilligung neuer Reichs—
euern im Betrag von 188 Million erheischen.
Es wird beabsichtigt, zunächst die unterste, dann
die 2., 3. und 4. Stufe der Classensteuerpflich— igen, soweit die Mittel reichen, von der Steuer— zahlung zu entbinden. Das Haus setzte dann zie Berathung des Cultusetats fort und verwies ene Reihe neu eingegangener Anträge mit den dazu gehörigen Titeln an die Budgetcommision. — 18. März. Das Abgeordnetenhaus geneh— wigte heute in dritter Berathung den Ankauf der Bergisch⸗Märkischen, Thüringischen, Berlin— Horlitzer, Cottbus- Großenhainer, Märkisch-Po— ner und Rhein-Nahe Eisenbahn.
— 17. März. Das Herrenhaus genehmigte nach kurzer Debatte, woran die Minister Bitter und Maybach theilnahmen, den Gesetzentwurf, betr. die Verwendung der Jahresüberschüsse von der Verwaltung der Eisenbahnangelegenheiten, ebenso debattelos den Gesetzentwurf über die Abfindung an das Haus Glücksburg.
— 17. März. Der Ausschuß des Volks— wirthschaftsraths beschloß, die Landwirthschaft, unter Voraussetzung des Reichszuschusses, heran— zuziehen, sowie den Antrag von Henkel, die Eisenbahnen unter das Gesetz zu stellen, soweit sie den genannten Betrieben angehören. Darauf genehmigte er die Resolution über die auslän— dischen Arbeiter in Grenzdistricten; der Arbeits— verdienst, welcher der Entschädigung zu Grund gelegt werden soll, wird nach der Regierungs— vorlage bestimmt. Ueber die Feststellung der Entschädigung, der Staatshilfe ꝛc., wird die Berathung ausgesetzt.— 18. März. Der Aus⸗ schuß genehmigte den Entwurf zur Fabrikation von Zündhölzern aus weißem Phosphor mit geringen Aenderungen; dann den Entwurf für die Zwangsvollstreckung. Der Zuschlag soll nur dann erfolgen, wenn das Gebot saͤmmtliche reale Forderungen der Gläubiger deckt. Auch brauchen diese nicht baar ausbezahlt zu werden.
München, 17. März. Die Handels- und Gewerbekammer Oberbayerns beschloß einstimmig vom Standpunkt der Industrie, des Handels und der Gewerbe aus die Ablehnung des Tabak— monopols zu befürworten.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Der Ge— sandte in Bukarest, Graf Hoyos, ist an Wolken— steins Stelle zum Sectionschef im Ministerium des Aeußeren in Aussicht genommen.
— 18. Marz. Abgeordnetenhaus. Die Generaldebatte über die Wahlreformanträge wurde heute geschlossen. Montag sprechen noch die beiden Generalredner und der Berichterstatter, worauf die Abstimmung erfolgt.
Schweden. Stockholm, 17. Maͤrz. Der Reichstag nahm mit 197 gegen 112 Stimmen den Landes- und Schifffahrtsvertrag mit Frankreich an.
Schweiz. Bern. Die Staatsrechnung für 1881 ergibt 43 Mill. Einnahmen und 42 Mill. Ausgaben, wobei 1½ Mill. zur anticipirten Amortisation der Gotthard-Bahn-Subsidien ge— rechnet sind.
Frankreich. Paris, 18. Marz. Das Mintisterium wird der Kammer heute einen Ge— setzentwurf auf Abaͤnderung der gerichtlichen Eidesformel vorlegen. Die Zeugen würden sich danach zukünftig darauf beschränken können, auf Ehre und Gewissen zu versprechen, die Wahrheit sagen zu wollen.
Großbritannien. London, 17. März. Im Unterhaus erklärte der Unterstaatssecretär Dilke, der neue Schifffahrtsvertrag mit Frank reich stimme fast ganz mit dem alten Vertrag. Der Unterstaatssecretär Trevelyan brachte das Marinebudget ein. Die erste Position wurde angenommen.
Türkei. Konstantinopel, 17. März. Der Administrativrath der Bondholders wählte auf Vincent's Vorschlag Aubaret für das erste Jahr zum Präsidenten. Nazif Effendi, der Director des Departements der türkischen Schuld im Finanzministerium, wurde zum Commissär der Pforte bei der Administration der Bondholders ernannt.
Rumänien. Bukarest. Das„Amtsblatt“ bringt ein königliches Deeret, welches den all— gemeinen Garnisonswechsel der Regimenter an— ordnet. Die Veranlassung ist die wegen des strengen Dienstes in der Dobrudscha nothwendig gewordene Ablösung der daselbst stehenden Truppen.
— Es ist wahrscheinlich, daß auf Initiative des französischen Delegirten Barrere die Donau— commission demnächst in Galatz zu außerordent— licher Session zusammentritt.
— Amtlich werden zwei Decrete veröffentlicht, wonach die Einfuhr von Tabak und Cigarren auswärtiger Herkunft in die Dobrudscha verboten ist und das Tabakmonopol-Gesetz mit 1. April auch in der Dobrudscha zur Einführung gelangt.
Montenegro. Cettinje, 17. März. Die Deputation der Krivoscjaner, welche den Fürsten von Montenegro um Aufnahme bat, wurde vom Fürsten streuge empfangen; derselbe warf der Deputation ihr Betragen gegen Oesterreich vor und sagte, er könne die Gastfreundschaft nicht verweigern, werde aber strenge Beaufsichtigung anordnen.
Serbien. Belgrad, 17. März. 51 Radikale legten ihr Mandat nieder. Die Regierung schreibt neue Wahlen aus und vertagt die Skupschtina bis zu deren Ergänzung.
Griechenland. Athen, 16. März. Tri⸗ kupis verlas in der Kammer das Programm des neuen Cabinets. In diesem heißt es: Das neue Cabinet findet die Zustände im Orient voller Gefahren. Man muß sich auf neue Ver— aͤnderungen gefaßt machen. Die Hauptaufgabe der Regierung ist hierbei, eine friedliche Politik zu befolgen, indem sie freundschaftliche Bezieh— ungen zu allen Staaten, vor Allem mit der Türkei zu unterhalten sucht, um sich mit allen
Kräften der Reorganisation der Finanzen, des Heeres und der Marine widmen zu können. Rußland. Petersburg. Die„Wiener
Abendpost“ meldet in einer Correspondenz von hier vom 13. Maͤrz: Skobeleff erhielt vom Czaren einen sehr erusten Verweis; dieser ent— schuldigte sich damit, daß er selbst nicht wußte, was er gesprochen habe.
Afrika. Tunis, 17. Maͤrz. Graf de Sauey und der Kanzler des franzoͤsischen Consulats wurden in der Nacht vom 15, zum 16. Maͤrz, als sie in ihre Wohnung zurückkehren wollten, von zwei Italienern angegriffen. Ein Wachtposten in der Naͤhe verhaftete die Angreifer und führte sie nach dem italienischen Consulat, wo der Thatbestand festgestellt wurde.
Oran, 17. Maͤrz. Viele Colonnen erhielten Befehl, gegen die marokkauische Grenze zu marschiren.


