1882. 9.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Samstag den 21. Januar.
Erscheint dreimal we
Donnerstag ur
hentlich
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder
siffersaß mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(sowett Letztere nicht Jahres-Conto bel uns haben), welcher
ein Beleg kostet 9 Pf. der Betrag nicht beigefügt ist, werder
stets per Post nachgenommen. ————
Amtlicher Theil. An die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Sie wollen Interessenten daranf aufmerksam machen, daß ein Waisenkind im Alter von
ge
3 Jahren, katholischer Confession, auf Kosten der Großherzoglichen Landeswaisenanstalt alsbald zum üblichen
f Satz von 90 Mark pro Jahr in Pflege gegeben werden kann. Anmeldungen Itrisch. 3 2. 9 g. 5* b. 2 wollen Sie, wenn sie von qualificirten Bewerbern ausgehen(ek. Küchlers Handbuch II. S. 72), zu unserer Kenntniß bringen. Friedberg am 7. Januar 1882. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. den) Dr. Braden. n Eilann Bekanntmachung. 1 In dem Stalle des Gustav Marloff zu Mel bach ist der Rotz ausgebrochen. 5 In N 5 a 8* i Friedberg am 18. Januar 1882. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 9 Dr. Braden. 5 Bekanntmachung.
Betreffend: Die für Naturalverpflegung der bewaffneten Macht im Frieden für das Jahr 1882 zu gewährende Vergütung.
Wir bringen hierdurch zur offentlichen Kenntniß, daß nach einer Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 22. v. auf Grund der
Vorschriften in§. 9 Nr. 2 des Gesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875(Reichsgesetz⸗ blatt S. 52) der Betrag der für die Naturalleistung zu gewährenden Vergütung für das Jahr 1882 dahin festgestellt worden ist, daß an
Vergütung für Mann und Tag zu gewähren ist: mit Brot ohne Brot
a. für die volle Tageskost 95 Pf., 80 Pf.;
1 d.„„ Mittagskost 3 44„ 21„ Abendkost 5 1
3. d.„„ Morgenkost 18„ 135
den ru. Friedberg am 18. Januar 1882. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 0 Dr. Braden.
*
1 Aascu
* Deutsches Reich. und der§ 4 nach der Fassung der Commission— 19. Jan. Als der Botschafter Oubril beuten 5 Darmstadt. Wie das„M. Il.“ ver- angenommen. und Botschaftssecretär Krupenski heute zu Wagen Anh Nen F 5 9 1 N 1 en en dem
* Rkimmt, hat der Abgeordnete Wasserburg über— 18. Jan. Abgeordneten⸗Haus. Der von der Artechtschen Kirche nach dem Botschafts⸗ nen bel. len Stand der Vorarbeiten zum Baue einer Finanzminister legt den Etat für 1882/83 vor. hotel zurückkehrten, wurde ein großer Stein
e sehenden Brücke bei Mainz die Regierung inter- Er betont, ein Deficit aus der Verwaltung liege durch das Wagenfenster nach den darin Sitzenden
dellirt. Namentlich wünscht derselbe darüber nicht vor. Der Etat balancirt in Einnahme geworfen. Oubril und Krupenski blieben un— i ine Erklärung, wann denn die eigentlichen Bau-und Ausgabe mit 939,806,617 M., gegen das verletzt. Der Thaͤter wurde verhaftet und soll e krbeiten beginnen. Vorjahr 26,736,201 M. mebr Ausgaben. Das Johann Zirh heißen, aus Böhmen gebürtig sein, 1 Berlin, 18. Jan. Der Reichstag ge-JOrdinarium beträgt 905,727,373 M., welche als Freiwilliger in der russischen Armee den zehmigte in erster und zweiter Lesung ohne durch 905,727,432 M. gedeckt worden, so daß Tuͤrkenkrieg mitgemacht haben. Er wollte einen Debatte die im Nachtragsetat für das Reichs- ein Ueberschuß von 59 M. verbleibt. Die Re- Racheact verüben, weil er vorgeblich von der
be agsgebänude geforderte Summe und nahm den gierung sei veranlaßt, neben einem Erlaß von Beischaff mit Bittgesuchen abgewiesen wurde.
Kntrag Windthorst, betreffend die Aufhebung des Fnternirungsgesetzes in dritter Lesung unver— indert an.
Prag. Eine Versammlung de assungstreuen Großgrund-Be
s Comites
ger
14 Mill. M. Steuern vorzuschlagen, daß der Zuschuß aus Stempelsteuer zum Erlaß der ein
der
beschloß,
a
8 4 5 2 8 7 eine Fo 0 nicht in zmngeben Lasker begründet sodann den An- monatlichen vierten Rate saͤmmtlicher Classen-fauf einen Compromiß nicht einzugehen. scag von Buhl und Genossen wegen Exweiter— steuerstufen zu verwenden sei, sowie der fünf, Dänemark. Kopenhagen, 19. Jan. Der
untersten Einkommensteuerstufen und der fünften
Minister des Innern brachte im Folkething eine Monatsrate der sechs untersten Classensteuer
Vorlage zur Herstellung einer Verbindungsbahn
—
. Etter. ing der Haftpflicht der Arbeitgeber und legt Es folgt eine lebhafte Debatte, an deren Schlusse
% don 21 Mitgliedern empfiehlt. Die weitere
des Haftpflichtgesetzes fort. Der Antrag wird
klar, daß die Forderungen Buhl's aus dem Be— Pr. Hirsch sich für die Vorlage erklärt und Debatte wird hierauf vertagt.— 19. Jan. Der a! eine Commission von 21 Mitgliedern ver
chen, fürfniß des Geschaftslebens hervorgegangen seien. zunge, 1 tun bie Vorberathung derselben in einer Commission 0 Feeichstag setzte heute den Antrag Buhl wegen
piesen. Bei der zweiten Lesung der Berufs— flatistik wird§ 2 ohne Debatte angenommen.
en
In den von der Commission eingeschalteten§ 22 üpft sich eine längere Debatte. Staatssecretär i kötticher bemerkt dabei, die Fragebogen be—
-Liale, jehen sich nicht auf die Vermögensverhältnisse
n er Bürger; sie sollten also keinesfalls als * Jrundlage für eine neue Vermoͤgenssteuer dienen.
3 wird ohne Debatte angenommen. Bei
4(Strafbestimmung für unrichtige Angaben
* hel der Zahlung) schlägt die Commission vor, * tre Geldstrafe bis zu 30 M.(anstatt 100 M.,
ie die Reglerung verlangt) zu setzen, eventuell tsprechende Haft. Der Autrag Meibauer
a 6 eee
ee, ell sie definitiv abgelehnt wissen. Nach langerer e kebatte wird der Antrag Mesbauer abgelehnt ee i
1
3 .
stufen, im Gesammtbetrag von M. 6,670,900. Die Etatsposition für einen Gesandten im Vatican beträgt 90,000. Mark.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ meldet: De franzoͤsische Botschafter, Baron de Courcell, wir nicht vor Mitte Februar hier eintreffen.
d
Ausland. esterreich-Ungarn. Wien. Die„W. Abendpost“ ist zu der bestimmten Erklarung er— mächtigt, daß die Behauptungen über angebliche Meinungsverschiedenheiten in den obersten Mili— tärkreisen und über die daraus abgeleiteten Demissionsabsichten nach jeder Richtung voll— staͤndig unbegründet waren und sind.
— Graf Hohenwart ist zum Praͤsidenten der neugebildeten Commission für Vereinfachung der Verwaltung ernannt.
Von den Delegationen wird fur die Entsendung von Truppen nach Dalmatien ein ein— maliger außerordentlicher Credit von 3,100,000 fl. und ein außerordentliches Erforderniß für drei Monate von je 1,200,000 fl., im Ganzen
— —
6,700,000 fl. verlangt.
zwischen der Bahn in Westjütland von Bram— minge nach Ripen und der der deutschen Regierung im Westen von Schleswig projectirten Bahn, welche nach Ripen soll. Schweden. Stockholm, 19. Jan. Der Reichstag wurde heute durch den Koͤndg eroͤffnet. Die Thronrede erwähnt der Sympathien, welche hier dem Kronprinzen und der Kronprinzessin entgegengebracht wurden, sowie der Theilnahme,
von
laufen
welche der Koͤnig im Ausland für das Koͤnig⸗ haus und das Volk von Schweden und Nor wegen fand. Der Handelsvertrag mit Frank⸗
reich wird vorgelegt, dagegen keine Vorlagen über Steuer- und Heerwesen. Das Budget erreicht in Einnahme und Ausgabe eine Bilanz von 78,680,000 Kronen.
Holland. Haag, 19. Jan. In der zweiten Kammer kündigt der Deputirte Gleichman fur die naͤchste Woche eine Interpellation betreffs der Kuͤstenschifffahrt der niederländischen Schiffe an der deutschen Kuͤste an.
— Das„Dagblatt“ tritt, auf Grund zu verlaͤssiger Mittheilungen, formell der Meldung Berliner Blatter entgegen, die Beziehungen zu Deutschland seien weniger herzlich wie bisher.


