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Samstag den 20. Mai.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Ote einspaltige Petitzeile wird bei Annoneen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conko bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

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diesem Fehler behaftet zeigen, vermieden wird.

Alsfeld,

den 5. Juli in 0 Nidda,

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28.Butzbach,

Amtlicher Theil.

den 29. Juli in Nieder-Wöllstadt, g 21. August Lampertheim, eeGroß-Bieberau,

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Bekanntmachung, den Remonte-Ankauf pro 1882 betreffend.

Großherzogthum Hessen-Darmstadt. Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei und ausnahmsweise vier Jahren sind im Bereiche des Großherzogthums Darmstadt für dieses Jahr nachstehende, Morgens 8 Uhr beginnende, Märkte anberaumt worden und zwar:

den 23. August in Bickenbach, N Gernsheim, 112 Groß-Gerau.

1 75 U Die von der Remonte-Ankaufs-Commission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung baar bezahlt.

Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des a Kaufpreises und der Unkosten zurückzunehmen, auch sind Krippensetzer und Kopper vom Ankauf ausgeschlossen und wird es sich empfehlen, hierauf ů besonders zu achten, damit die Zuruͤckgabe derjenigen Pferde, welche sich innerhalb der ersten 8 Tage nach dem Eintreffen in den Depots mit

Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke, rindlederne Trense mit starkem Gebiß und einen Kopfyalter von Leder oder Hanf, mit 2 mindestens 2 Meter langen, starken hanfenen Stricken, ohne besondere Vergütigung, mitzugeben.

Um die Abstammung der vorgeführten Pferde feststellen zu können, ist es erwünscht, daß die Deckscheine möglichst mitgebracht werden. Königlich Preußisches Kriegs-Ministerium, Abtheilung fur das Remontewesen.

v. Rauch.

Graf v. Klinckowstroem.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 16. Mai. Der Großherzog und die Prinzessin Victoria sind heute in erwünschtem Wohlbefinden via Mainz hierher zurückgekehrt.

17. Mai. Die Prinzessinen Elisabeth und Irene sind heute nach Windsor-⸗Castle abgereist, um sich mit der Königin von England zu einem mehrwöchigen Aufenthalte nach Balmoral zu begeben. Im Gefolge befinden sich Miß Jackson

und Flügeladjutant Oberstlieutenant v. Herff.

Bei der am 15. Mai stattgefundenen Wahl eines Landtagsabgeordneten für den ver storbenen Abg. Ströbel wurde Oeconom Schaum zu Herrnhag einstimmig gewählt.

Berlin, 16. Mai. Vom Czaren sind heute 4 prachtvolle Rapphengste und ein vollständig national-russisches Gespann nebst Livrée für den Kutscher als Geschenk an Kaiser Wilhelm hier angekommen. Die Hengste sind vom Czaren persönlich eingefahren. Es geht das Gerücht von einer in Stettin stattfindenden Zusammen kunft beider Monarchen.

17. Mai. Der Bundesrath nahm den Antrag des Zollausschusses betreffend die Tara⸗ behandlung, zur Ausschließung von Mißverständ nissen(Zollcuriosa), an.

In Südrußland geht jetzt auch bereits die Hetze gegen die deutschen Ansiedler los. Auf die deutsche ColonieHoffnungsburg, im Odessaer Bezirk, wurde am Montag ein Ueberfall von russischen Bauern versucht. Die Deutschen waren indeß gewarnt worden und traten den Bauern energisch entgegen, worauf diese die Flucht ergriffen.

17. Mai. Die Tabakcommission beendete heute rasch die Generaldebatte. Sie lehnte den Antrag auf Zurückstellung des§ 1 ab und trat hierauf in die Discussion ein.§ 1 wurde mit 19 gegen 6 Stimmen abgelehnt, die Einführung des Monopols ist also in der Commission gefallen.

Die Gewerbeordnungs-Commission nahm den§ 33a mit 12 gegen 8 Stimmen an und vertagte sich bis 1. Juni.

Loris Meltkoff ist auf der Rückreise nach Petersburg zu mehrtägigem Aufenthalte aus

Baden-Baden hier eingetroffen.

Ein Besuch Orloffs beim Fürsten Bis marck in den letzten Tagen hatte nur einen privaten Charakter; die Beziehungen beider Regierungen sind die freundschaftlichsten. Orloff

hatte keinen Anlaß zu einer Intervention. Bis- marcks Versuch, Ignatieff zu stürzen, mißlang deshalb, weil der Czar sein Leben nur für sicher halt, wenn er sich auf die Panslavisten stütze.

Dresden, 15. Mai. Die Königin Carola ist heute hier wieder eingetroffen; sie sieht wieder frisch und gesund aus; das südliche Klima hat für die vollständige Wiederherstellung in erfreu lichster Weise gesorgt. Der Empfang, welcher der heimkehrenden Königin im Lande und in der Residenz geworden ist, war ein überaus herz licher und festlicher. König Albert war ihr bis Freiberg entgegengefahren.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 17. Mai. Szlavy hat sich wiederholt entschieden geweigert, seine Demission zurückzuziehen.

Sensation macht eine Entscheidung des Obergerichtes, wonach den Journalen verwehrt wird, einzelne Parlamentsreden abzudrucken, 10 dem dem Staatsanwalt die Confiscation freisteht, falls nicht der Sitzungsbericht vollinhaltlich wiedergegeben werde.

Großbritannien. London, 16. Mai. Holms ist zum Seeretär des Handelsamtes ernannt.

16. Mai. Unterhaus. Northcote wuͤnscht Juformation über das Arrangement zwischen der Regierung und Parnell. Gladstone antwortet, die Freilassung der Verdächtigen war eine Pflicht der Regierung. Balfour ist unzufrieden mit dieser Antwort und beantragt die Vertagung des Hauses. Es sei zweifellos, daß die Regierung ein Abkommen mit Parnell getroffen, die Trans action sei eine beispiellose Infamie in der englischen Geschichte, das Vertrauen in die Regierungserklärungen sei erschüttert. Gladstone weist die leidenschaftlichen Beschuldigungen zurück. Es sei kein wahres Wort an der Behauptung, daß ein Pakt bestehe, er gebe das absoluteste Dementi allen vorgebrachten Beschuldigungen. Solche müßten erhärtet werden, wenn nicht, gereichen sie denen zur Unehre, die sie vorbringen. Gibson sagt: Leidenschaftliche Aeußerungen ge nügen nicht zur Widerlegung, dazu bedarf es der Thatsachen. Northeote hält weitere Erklärungen für nöthig, um zu zeigen, daß man sich der Macht der Landliga nicht unterworfen habe.

Es soll sich bestätigen, daß Parnell und

Michael Davitt von einem fenischen Vehmgericht

zum Tode verurtheilt und von dieser Thatsache in Kenntniß gesetzt worden sind.

17. Mai. Wegen des Verdachtes der Theilnahme an dem Morde in Dublin wurden zehn Personen verhaftet, welche in Dublin an Bord des DampfersEgypt im Begriff waren, nach Newyork abzureisen; zwei davon scheinen Amerikaner, zwei Irländer, die übrigen aber Seeleute oder Pompiers zu sein.

Spanien. Madrid, 17. Mai. Der Senat nahm die Convertirung der Staatsschuld mit 88 gegen 24 Stimmen an.

Türkei. Konstantinopel, 18. Mai. Der Commandant des in Chios stationirenden Archipel geschwaders, Hussein Pascha, ist beordert, mit dem Geschwader den anglo-franzoͤsischen Escadres nach Egypten zu folgen.

Rußland. Petersburg, 16. Mai. Der Generalgouverneur von Turkestan, General Kauf mann, ist gestorben.

Moskau. Fur die Krönungszeit wird eine außerordentliche Sicherheitswache in Moskau für den Dienst bei dem kaiserlichen Hof errichtet, welche unbeschränkte Vollmacht erhält, wie früher Loris Melikoff. Das Hausministerium verhan delt mit sämmtlichen großen Moskauer Hotels wegen Unterbringung der fürstlichen Gäste waͤh rend der Krönungszeit.

Egypten. Kairo, 16. Mai. In der gest rigen Audienz bei dem Khedive betheuerten die Minister ihre vollständige Unterwerfung und baten um Verzeihung. Der Khedive empfing sie kühl und sagte, fur jetzt werde er die Dif ferenzen fallen lassen und mit ihnen arbeiten, um das Land zu retten. Die Minister zogen sich sehr gedemüthigt zurück. Arabi-Bey hat auf die Nachricht von der Sendung eines Ge schwaders den Mudirs befohlen, die Armee reserven binnen drei Tagen herbeizusenden. Der Conseil-Präsident sprach den General-Con suln Malet und Sinkiewiez gegenüber die Hoff nung aus, die Geschwader würden nach den nunmehr beglichenen Differenzen zwischen dem Khedive und den Ministern sofort nach deren Eintreffen zurückgezogen werden. Die Consuln erwiederten, sie könnten eine solche Hoffnung nicht geben, sie würden sofort nach dem Ein⸗ treffen der Geschwader die Beurlaubung der Armee und die Verbannung der an den letzten Militäremeuten betheiligten Obersten beantragen.