1882.
Samstag den 16. iber. 2 109.
Sberhessischer Anzeiger.
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an Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und; 1:. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Diensta darts 2. C Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Donnerstag n 2 *. drci
vie einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres⸗Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
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Amtlicher Theil.
getreffend: Die Ausführung des F. 13 des Gesetzes vom 26. Juli 1848, betreffend die Ausübung der Jagd.
Friedberg den 14. September 1882.
A. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. ringe Falls in Ihrer Gemeinde Klage uͤber Beschädigung durch den Dachs in Kartoffelfeldern geführt wird, wollen Sie dies ungesäumt anher berichten. Dr. Braden. * 1 2 10 1 Ae 0 5 1 92 4 V* etreffend: ee Religionsgemeinden des Kreises Friedberg für 1883/84 Friedberg den 14. September 1882. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Vorstände der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises. ier 8 e un malte ese Wir beauftragen Sie mit Aufstellung der rubricirten Voranschläge zu beginnen und solche längstens bis 10. kommenden Monats in J. Kd oppelter Ausfertigung an uns einzusenden. Die dreijährigen Voranschläge sind für diesmal für die Zeit vom 1. Januar 1883 bis 31. März * 886, also für 3½ Jahre aufzustellen, worauf genau zu achten ist. Wir erwarten, daß Sie die für Aufstellung der Voranschläge bestehenden Iumacha Zestimmungen und namentlich die zu den vorhergehenden Voranschlägen gefaßten Revisionsentschließungen beachten. an Mahn l Dr. Braden. a etreffend: Die landwirthschaftliche Landesausstellung zu Darmstadt. Friedberg den 12. September 1882. org ri 1
Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Kreises.
Wir setzen Sie hiermit in Kenntniß, daß nach einer von dem Central-Ausschuß der obengenannten Ausstellung erhaltenen Mittheilung, er Eintrittspreis in dieselbe für Schulkinder mit ihren Lehrern in geschlossenen Abtheilungen für die Zeit vom 16. bis 4. laufenden Monats auf 20 Pfennig pro Kopf festgesetzt worden ist. Sie wollen hiervon die Lehrer benachrichtigen und auf die für der— rtige Zwecke ohnedieß ermäßigten Fahrpreise auf der Eisenbahn hinweisen, so daß es, insbesondere wenn sich Lehrer und Schüler aus mehreren
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Adr Bel II gachbarorten vereinigen, ohne sehr bedeutende Kosten für einen Theil unserer Schuljugend ermöglicht werden kann, bei Gelegenheit des Besuchs 8 er interessanten Ausstellung, auch die Haupt- und Residenzstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen.
En Dr. Braden. a1 e 75 18 Letreffend: Bibliotheken. Friedberg den 14. September 1882.
Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Kreises. 7 Unter Bezugnahme auf die früheren Ausschreiben in der betreffenden Sache, insbesondere vom 17. April 1877 in Nr. 46 dieses Slattes von 1877, fordern wir Sie hiermit höherer Weisung entsprechend auf, uns binnen 8 Tagen, nach vorheriger Besprechung mit Ihren ehrern beziehungsweise Oberlehrern, den jetzigen Bestand Ihrer Lehrer-, Schüler- und Volksbibliothek mitzutheilen und hierbei insbesondere inzugeben, welche Bücher in den letzten fünf Jahren fur dieselbe angeschafft worden sind. Wo trotz unserer verschiedenen Aufforderungen hierzu r. das Ausschreiben vom 23. Juni 1879, die Aufstellung der Voranschläge betreffend, in Nr. 74 dieses Blattes von 1879) mit Anschaffung iner Bibliothek für Schuler, Fortbildungsschüler u. s. w. noch kein Anfang gemacht sein sollte, wollen Sie diese Unterlassung nach Benehmen nit Großherzoglicher Bürgermeisterei rechtfertigen und uns dabei auch bemerken, ob in dem eben in der Aufstellung befindlichen Voranschlag
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120 Pf,
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u Betrag zu diesem Zwecke in Aussicht genommen wird.
Dr. Braden.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 12. Sept. Prinz und Prin-
essin Wales, welche gestern Nachmittag hier ntrafen und Abends mit der Großherzoglichen amilie und den Holstein'schen Herrschaften er Vorstellung der„Zauberflöte“ im Hof— geater beiwohnten, sind heute Vormittag mit . zxtrazug nach Mainz gefahren, wo sich ihnen er König und die Koͤnigin von Griechenland Inschlossen. Die Reise ging von hier nach Zliessingen, wo die Nacht„Osborne“ zur Ueber— sahrt nach England bereit liegt. Der Prinz und die Prinzessin Christian von Schleswig— polstein reisen heute Nachmittag nach Potsdam eh, wo sie als Besuch des deutschen Kronprinzen wartet werden.
— Der Oberamtsrichter von Zangen in
Ortenberg wurde auf Nachsuchen in den Ruhe—
and versetzt und demselben das Ritterkreuz
. Kl. des Philippsordens verliehen.
Kiel, 12. Sept. Das Panzergeschwader ing heute Abend nach Wilhelmshaven in See. Breslau, 12. Sept. Der Kaiser folgte rute dem Manöver, das vom schönsten Wetter lgünstigt war, zu Pferde bis gegen 3 Uhr und fuhr dann nach gehaltener Kritik mit dem wronprinzen Rudolph nach Breslau zurück, um Abends 8 Uhr dem Fest der Stadt im Stadt⸗ t eater beizuwohnen.
14. Sept. Der Kaiser ist heute Vor⸗ nmittag nach Dresden abgereist.
Ausland. Bulgarien. Sofia, 12. Sept. Der Träfect von Silistria signalisirt das Auftauchen *
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muselmanischer Banden an mehreren Punkten seines Districtes. In der Okolija Dobritscha griff eine Bande von 6 Räubern 10 Personen an, die sie beraubten. In der gleichen Okolija überfiel unb plünderte eine 15 Mann starke Bande 6 Personen. Aus der Okolija Varna wird gemeldet, daß eine Bande 25 Bauernwagen an— hielt und den darauf befindlichen Personen unter vielfacher Mißhandlung alles Geld abnahm. Egypten. Alexandrien, 14. Sept. Da die Vorarbeiten zur Unterwassersetzung des trocken— liegenden Mariutsees beendet sind, so wurden die Dämme bei Mex durchstochen. Das Wasser füllte den Graben sofort 3½ Fuß hoch. Die Operation ist indeß nicht genügend; es sind neue Arbeiten erforderlich, um dem Laufe des Wasser die entsprechende Richtung zu geben. Der egypt— tische Commandant von Kafr-el-Dowar hat heute Morgen in Folge der Niederlage der Egypter bei Tel⸗el⸗Kebir die Uebergabe des Lagers an— geboten. Die britischen Truppen haben bereits Befehl, sich zur Besetzung Kafr-el-Dowars be⸗ reit zu halten. Die Hemmung des Suͤßwasser— zuflusses im Mahmudiehcanal ist beseitigt und alle Feindseligkeiten sind eingestellt worden. Ismailia, 13. September. Heute Morgen erfolgte die Wegnahme von Tel el⸗Kebir. Die Niederlage Arabi's ist eine vollständige, die Deroute seiner Armee grenzenlos. Die Streitmacht Arabi's bestand aus 20,000 Mann regulaͤrer Truppen, einschließlich 2500 Mann Cavallerie, 6000 Beduinen und 70 Kanonen. General Wolseley hatte 11,000 Mann Infanterie, 2000 Mann Cavallerie, und 60 Geschütze. Wegen der mumerischen Schwäche der englischen Truppen
hatte Wolseley beschlossen, vor Sonnenaufgang anzugreifen und bei Dunkelheit die sechsmeilige Entfernung zwischen dem Lager und Tel-el-Kebir zurückzulegen. Das Lager bei Gasassin wurde Morgens 1 Uhr 30 Min. abgebrochen, worauf die Armee nach der feindlichen Stellung mar— schierte. Die Cavallerie machte eine Umgehungs— bewegung. Bei Tagesanbruch erfolgte der Angriff. Die Truppen gingen mit unwiderstehlichem Muthe vor und nahmen alle Befestigungen des Feindes. Der geschlossene englische Bajonnetangriff jagte den Egyptern einen panischen Schrecken ein. Die große mittlere Redoute wurde brillant er— stürmt; die ganze Position in 20 Minuten ge— nommen. Der Feind hielt sich in den süͤdlichen Erdwerken ungefähr eine Viertelstunde länger, bis die englische Cavallerie in seiner Flanke erschien. Mehrere Eisenbahnzuͤge, eine ungeheure Menge Lebensmittel und Munition sind erbeutet. Der Feind floh zu Tausenden und warf die Waffen weg, als die Cavallerie ihn einholte. Die Verluste des Feindes sind sehr groß. Ge— neral Willis ist leicht verwundet. Arabi ist zu Pferde in der Richtung auf Zagasig entkommen. Die Verluste der Egypter werden auf 2000 Mann geschätzt, während die Engländer annähernd 200 Mann, darunter sehr viele Offiziere ein— gebüßt haben. Bei Ramleh und bei Mex blieb Alles ruhig. Zagasig wurde nach einem foreirten Marsch von den indischen Truppen Nachmittags 4 Uhr besetzt. Es wurden fünf Eisenbahnzüge sammt den dazu gehörigen Locomotiven er— beutet. Der Gouverneur sowohl wie die Be— völkerung von Zagasig unterwarfen sich, ohne Widerstand zu leisten. Die Niederlage der


