Ausgabe 
11.7.1882
 
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Klös, Katharina von Weckesheim,

Unterschlagung, auf Grund richterlichen Haftbefehls im Betretungsf

Friedberg den 2. Juli 1882.

Götze, Wilhelm, Schmiedgeselle von Barby, Regierungsbezirk Magdeburg,

Steckbrief.

Steckbrief.

Diebstahls zu verhaften und in das Amtsgerichtsgefängniß zu Friedberg einzuliefern.

Friedberg den 6. Juli 1882.

21 Jahre alt, ledige Tochter des Heinrich Klös II. da selbst, Dienstmagd, ist wegen Betrugs und alle festzunehmen und in das Amtsgerichtsgefängniß zu Vilbel einzuliefern.

Der Großherzogliche Amtsanwalt. J. V.: Sander.

25 Jahre alt, ist auf Grund richterlichen Haftbefehls wegen

Der Großherzogliche Amtsauwalt. JV Sander

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Deutsches Reich.

Darmstadt, 8. Juli. Prinz Heinrich, welcher vorgestern von Schloß Fischbach hier her zurückgekehrt ist, hat heute das Commando der Großh. Division wieder übernommen. Die Prinzessinen Elisabeth und Irene sind gestern aus England wieder hier eingetroffen und haben sich nach Schloß Wolfsgarten begeben, wohin die Großherzogliche Hofhaltung verlegt ist.

Berlin, 6. Juli. Der Bundesrath lehnte den vom Reichstage am 12. Januar angenom menen Antrag Windthorst wegen Aufhebung des Gesetzes über die Verhinderung unbefugter Aus übung der Kirchenämter ab.

Kiel. S. M. S.Luise, 8 Geschütze, Comm. Corv.⸗Capt. Stempel, ist am 17. Juni c. in Halifax eingetroffen. S. M. S.Niobe, 10 Ge⸗ schütze, Commandant Capitän zur See Mensing, ist am 5. Juli c. in Dartmouth eingetroffen.

Ems, 9. Juli. Der Kaiser ist heute im besten Wohlsein nach Coblenz abgereist. Die Spitzen der Civil- und Militärbehörden, sowie distinguirte Badegäste hatten sich am Bahnhofe zur Verabschiedung eingefunden. Dem Kaiser wurden unzählige Bouquets überreicht. Das zahlreich versammelte Publikum brachte Hoch⸗ rufe aus.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. Zu den großen Corpsmanövern, welche mit September in der Umgebung von Breslau in Anwesenheit des Kaisers Wilhelm und des deutschen Kron prinzen stattfinden werden, soll sich nicht nur Kronprinz Erzherzog Rudolph, sondern auch Feldmarschalllieutenant Erzherzog Johann Sal vator begeben.

Prag, 8. Juli. Nach dem Urtheil im Socia listen⸗Processe wurde ein Angeklagter freige sprochen und die 13 übrigen wegen Majestäts beleidigung, Religionsstörung und Geheimbün delei von zweijährigem Kerker bis zu 6tägigem Arrest und Geldstrafen verurtheilt.

Lemberg. Die Spannung zwischen Polen und Ruthenen ist in Galizien im Steigen be griffen. Der Metropolit Sembratowicz, für dessen Ab- und Ersetzung lebhaft agitirt wird, soll demnächst dem Pabste eine Adresse des ruthenischen Clerus überreichen.

Pest. In der Tißa⸗Eßlarer Affaire soll, wenn nicht weitere Erhebungen nothwendig werden, die Schlußverhandlung am 15. August stattfinden.

Schweiz. Bern. Am 30. Juli findet die Volksabstimmung über das eidgenössische Epide miengesetz(Impfzwang) statt. Man glaubt, das Gesetz werde seiner drakonischen Strafen

nach Tunis zu gehen, um dort gegen die Fran zosen aufzuwiegeln.

Großbritannien. London, 6. Juli. Im Unterhause erklärte Gladstone, es sei nicht die Absicht der Regierung, einen Credit für Kriegs operationen in Egypten zu fordern. Gegen wärtig sei kein Zustand vorhanden, der eine solche Maßregel bedinge. Sollte ein derartiger Zustand eintreten, so sei kes Pflicht der Regierung, das Haus unverzüglich davon zu benachrichtigen. In den Verhältnissen Alexandriens sei Nichts verändert. Das Unterhaus beschloß sodann mit 283 gegen 208 Stimmen den Eintritt in die Spezialdebatte der Pachtrückstandsbill. 7. Juli. Das Unterhaus lehnte den Artikel 14 der Zwangsbill ab, bei dem Glandstone die Cabi netsfrage gestellt hatte.Daily News erfährt, Gladstone sei geneigt, angesichts des kritischen Standes der inneren und äußeren Angelegenheiten den Beschluß des Unterhauses anzunehmen und nicht zu demissioniren. 8. Juli. Das Unterhaus erledigte den irischen Zwangsbillbericht und nahm denselben in dritter Lesung mit allen gegen 4 Stimmen an. Das Oberhaus nahm in erster Lesung die Zwangsbill an.

6. Juli. In Folge der ausgesprochenen Absicht der Regierung, Egypten zu occupiren, herrscht in Woolwich und Chatham große Auf regung und fieberhafte Thätigkeit. Die Zu sammenstellung eines ersten Armeecorps ist be schlossen. Dasselbe soll die Stärke von 25,000 Mann erhalten. Davon sind 10,000 Mann indische Truppen; die übrigen 15,000 Mann stellt das Mittelmeergeschwader. Das Lon doner Cabinet ist offenbar von St. Petersburg aus in dem Glauben bestärkt worden, daß Eng land für den Fall einer Action gegen die Türkei von russischer Seite eine indirecte Uuterstützung finden werde. a

Die englische Mittelmeerflotte zählt gegen wärtig 32 Schiffe mit 345 Kanonen und 10,000 Mann Besatzung.

Dublin. In Irland sind zahlreiche weitere Verhaftungen vorgenommen und große Waffen lager von Sniders-Bayonett-Gewehren mit Shamrocks-Stempel entdeckt worden, so in Loughrea, Tipperary, Waterford, Kilrush und andere mehr.

Es wurden im Zusammenhange mit der Ermordung des Dockarbeiters John Kenny sechs wichtige Verhaftungen vorgenommen. Die Ver hafteten gehören größtentheils dem Arbeiter stande an. Seit einigen Tagen füllen sich die irischen Staats-Gefängnisse wieder mitVer dächtigen.

Spanien. Madrid. Das Cabinet be

wegen, die es für Zuwiderhandelnde vorsieht, vom Volke abgelehnt werden.

Frankreich. Paris, 8. Juli. Der Marine minister legte der Kammer eine Creditforderung von 7,800,000 Francs vor für die vom Marine ministerium vorsichtshalber getroffenen militär ischen Vorbereitungen. Die Vorlage wurde an eine besondere Commission verwiesen.

Marseille, 7. Juli. Unter 355 mit der Sarthe eingetroffenen Arabern befand sich ein gewisser Hussein Ben Hassan aus Tunis, welcher nach dort zurückkehren wollte, aber hierher ge bracht und der Behörde überliefert wurde, weil er auf der Fahrt den Capitän insultirt und mit dem Tode bedroht, sowie andere Araber aufzu wiegeln versucht hatte, so daß er gefesselt wer den mußte. Ein Gerücht bezeichnet Hussein als den Agenten Arabi Pascha's und als beauftragt

schloß, die gegenwärtige Legislaturperiode noch nicht zu schließen, rücksichtlich etwaiger Ereignisse im Orient, welche ein Zusammentreten der Cortes nothwendig machen könnten.

Türkei. Constantinopel, 7. Juli. Die Conferenz ist gestern über die Form der Ein ladung an die Pforte zur Intervention in Egypten schlüssig geworden; es herrscht ein allseitiges Einverständniß. Die Einladung enthält als Bedingungen die Aufrechthaltung des Status quo sowie der internationalen Verpflichtungen und setzt eine beschränkte Occupationsdauer voraus.

8. Juli. Abdurrhaman demissionirte. Als sein Nachfolger wird Kadri Pascha genannt.

8. Juli. Gestern wurden die Dragomans sämmtlicher Botschaften zur Pforte beschieden und ihnen Depeschen vorgelegt, worin die egyptische Regierung bestreitet, daß seitens der

egyptischen Verwaltung die Forts armirt und der Hafen von Alexandrien versperrt werde;

vielmehr versperrten fremde Kriegsschiffe den

Hafen. Griechenland. Athen. Von hier meldet man,

daß die griechische Regierung ein Corps von

5000 Mann concentrirt, um einer eventuellen

Aufforderung zur Theilnahme an der Inter

vention in Egypten sofort Folge geben zu können.

Rußland. Petersburg, 7. Juli. General Skobeleff ist in Moskau plötzlich gestorben.

Besprechungen Tolstoj's mit Giers, be treffs der Verhandlungen mit Rom, ergaben wie glaubhaft verlautet, vollständige Ueberein stimmung. In Folge dessen sind versöhnliche Mittheilungen an die Curie ergangen.

Der Minister des Innern hat die Grenz⸗ behörden angewiesen, die Rückkehr ausgewan⸗ derter Juden zu erleichtern, und nur solche Vorsichtsmaßregeln anzuwenden, welche noth⸗ wendig sind, um das Einschleichen Unberechtigter zu verhindern.

6. Juli. Im russischen Marineministe⸗ rium wurden eine Geheimdruckerei und tausende von Exemplaren einer aufrührerischen Prokla⸗ mation entdeckt. Der Director im Ministerium, Tischatchew hat sich in seinem Bureau entleibt. Es laufen Nachrichten über neue Verhaftungen ein, die namentlich Marine-Offiziere betreffen. Jetzt werden die kaiserlichen Vachten ebenso wie die kaiserlichen Eisenbahnwaggons einer genauen Revision unterzogen. Sowohl die Aussagen kürzlich gefangener Terroristen als auch Winke vom Ausland führten zur Entdeckung von fünf Dynamit⸗Minen in Moskau.

9. Juli. Unter der Bühne des Theaters in Peterhof wurde ein verdächtiger Mensch ver⸗ haftet, der muthmaßlich Attentatspläne aus⸗ führen wollte. Ein von den Terroristen ge⸗ worbener Ofenheizer wurde im Schloß zu Gatschina arretirt. Die täglichen Feuersbrünste in Moskau sind nachweislich auf terroristischen Ursprung zurückzuführen. Aufrührerische Pro⸗ clamationen wurden an der Generalstabsakademie aufgeklebt. Großfürst Wladimir hat ein ter⸗ roristisches Todesurtheil empfangen. Wenn der Czar ausfährt, reiten jetzt Kosaken mit Säcken voraus, die kleine blaue Papierschnitzel ent⸗ halten, welche sie auf den von der Avant⸗ Escorte abgesuchten Weg streuen, um dem Hofkutscher anzuzeigen, welche Straßen unge⸗ fährdet zu passiren sind. Tolstoj, durch Droh⸗ briefe erschreckt, sandte seine Familie fort.

Egypten. Alexandrien, 5. Juli. Die heutige Zusammenkunft zwischen Derwisch Passa und den Ministern gab Veranlassung zu den ernstesten Besorgnissen, da man einen offenen Bruch befürchtete. Derwisch Pascha lenkte jedoch kluger Weise ein. Gegenstand des Streites war, ob Derwisch berechtigt und es ihm gestattet ist, direct mit dem Khedive zu verkehren. Der tür⸗ kische Commissär versprach, wie die Minister von ihm verlangten, in Zukunft nur durch den Minister

des Aeußern mit dem Khedive zu verkehren. 7. Juli. Die Befestigungsarbeiten haben seit der Eutsendung des Ultimatums Seymour's vollständig aufgehört. Während der gestrigen Recognoscirung von der See aus zählte man auf den Erdwerken um den Hafen von Alexan drien herum 98 Geschütze, welche sämmtlich gegen den Hafen selbst gerichtet sind. Das heißt mit dürren Worten: Arabi hat die Arbeiten eingestellt, weil sie fertig und die Eng: länder blamirt sind. Fast alle Handelsschiffe sind

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