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Die Ursache ist die, daß Skobeleff bei einem Feste in Petersburg neulich eine Rede hielt, die von Haß gegen Deutschland und Oesterreich und gegen die„moderne Intelligenz“ foͤrmlich troff. Die Meldung auswärtiger Blaͤtter, es wären wegen der Skobeleff'schen Rede beim Leiter des auswärtigen Amtes von irgendwelcher Seite Erklärungen gefordert, wird von gut unterrichteter Seite fur unbegründet erklärt. —. Fehr Der„Reg.⸗Bote“ meldet: Das letzte Bulletin erklärt den Zustand der Großfürstin Maria Paulowna für sehr ernst. —„Golos“ meldet: Die Chinesen haben, entgegen dem Tractat, russische Karawanen in Aksu zurückgehalten. Ein Correspondent des „Reg.⸗Boten“ aus Peking hebt dagegen die friedliche und wohlwollende Gesinnung Chinas gegen Rußland hervor. 4 Egypten. Kairo, 9. Februar. Auf den Protest des englischen und französischen General— Consuls, welcher dem aus Ministern und No— tabeln gebildeten Eomite das Budgetrecht be— streiten will, erklärt der Ministerrath: Die europäischen Mächte hätten keinerlei Recht, sich durch Finanz⸗Controleure in die inneren An— gelegenheiten Egyptens einzumischen.
Aus Stadt und Land.
1. Friedberg. Am vorigen Sonntag Abend haben wir im Trapp'schen Saale dahier eine dramatisch-musi⸗ kalische Unterhaltung gehabt, die uns in hohem Grade erfreut hat und die darum noch lange freudigen Nach⸗ klang in uns haben wird. Damen und Herren biesiger Stadt hatten sich das Vergnügen gemacht,„Lebende Bilder“ zur Darstellung zu bringen, mit denen musika⸗ lische Piecen abwechselten. Ein reichhaltiges Programm von zwanzig Nummern wurde vorgeführt, und zwar so schön und reizend,— es ist nicht zuvlel gesagt— daß die Menge der anwesenden Zuschauer und Zuhörer voll und ganz befriedigt waren, was sie auch durch lebhaften Applaus zu erkennen gaben. Wir beabsichtigen nicht, eine Kritik im Einzelnen hier zu geben; wenn wir dies aber auch wollten, so sollte es uns schwer werden, das Eine oder Andere als geringere Leistung zu charakteri⸗ siren, dend keine Darstellung war gering oder mangelhaft, alle waren geschmackvoll, prächtig und von überraschend ästhetischer Wirkung. Die Anordnung des Ganzen und Einzelnen zeigte den künstlerischen Sinn und guten Ge— schmack unseres Meister Hieronimus, der dieselbe geleitet. So mögen denn Alle, die bei der Ausführung betheiligt gewesen sind, davon überzeugt sein, daß man ihnen all gemein für die ästhetische Unterhaltung und Belehrung, die sie uns geboten, volle Anerkennung und großen Dank zollt. Zu dem Bewußtsein aber, das sie empfinden, sich und Anderen eine große Freude bereitet zu haben, kommt noch das, daß sie auch wegen der Verwendung der Ein— nahme auf ein gutes Werk zurück blicken können. Die Zwecke und Bestrebungen des Gustav-Adolf⸗Vereins sind bekannt, und zu dessen Besten hatte unser Frauen⸗ Verein die besprochene Abendunterhaltung veranstaltet.
2 Nieder⸗Erlenbach. Der hiesige Männergesang⸗ Verein„Eintracht“ beabsichtigte am vergangenen Sonntag im Saale zum Frankfurter Hof dahier, und zwar zum
Besten der zu stiftenden Sängerfahne, eine Abendunter— haltung, verbunden mit Gesangsvorträgen, Tanz und
Aufführung zweier eingetigen Lustspiele, abzuhalten. Die Theaterbühne war äußerst geschmackvoll arrangirt und der Saal sehr schön decorirt und war man auf die Ausführung des reichhaltigen Programms, bei dessen Einstudirung die Mitwirkenden kein Opfer gescheut hatten, sehr gespannt. Allein man harrte vergeblich; denn etwa um 7½ Uhr, nachdem sich über 250 Personen schon eingefunden hatten, wurde in sehr vorsichtiger Weise
beisem We NH de Oamen, ahn besende 0 raschesten Weise den Saal verließen und ist es nur dem Umstande, daß der Saal eben liegt, zwei breite Ausgänge hat und die nieder gelegenen Fenster den Ausgang Vieler ermöglichten, zu verdanken, daß keine Erdrückungen event Verletzungen vorkamen. Es brannte in der Scheune des Gastwirths Werner. Das Feuer wurde man bald gewahr und hatte es, als die erste Hülfe kam, noch keine große Dimension angenommen, und ist es diesem Umstande und dem außerordentlich energlschen Eingreifen der so rasch herbeigeeilten Männer und Frauen, welche nicht im Geringsten ihre festliche Kleidung scheuten, zuzuschreiben, daß das Feuer auf seinen kleinen Heerd beschränkt blieb und so, da viele, feuergefährliche Gegenstände in sich bergende Gebäude an die Brandstätte angebaut sind, ein großes Brandunglück verhütet wurde. Die Spritzen mit zahlreichen Mannschaften von Harheim, Massenheim und Dortelweil, sowie die Feuerwehr von Nieder-Eschbach, trafen mit anzuerkennender Schnelle auf der Brandstätte ein, jedoch ohne Arbeit zu finden, denn das Feuer war bereits gelöscht. Ueber das Entstehen des Feuers weiß man, trotzdem verschiedene Gerüchte umherschwirren, bis jetzt gar Nichts. Um nun den vielen Entreezahlern bei der projeetirten Abendunterhaltung und auch dem Saal— besitzer gerecht zu werden, wird der Gesangverein„Ein— tracht“ binnen Kurzem eine gleiche Abendunterhaltung abhalten und wünschen wir dem strebsamen Verein als— dann ein recht volles Haus.
s. Darmstadt. Die Arbeiten für die im Sept. l. J. aus Anlaß der Feier des fünfzigjährigen Jubiläums der drei landwirthschaftlichen Provinzial-Vereine dahier abzuhaltende landwirthschaftliche Landes ausstellung werden nunmehr mit Eifer in Angriff genommen. Am 3. Febr. hat sich der Ausschuß definitiv eonstituirt und Polizei⸗ rath Haas— Darmstadt zum Präsidenten, Graf Solms— Laubach, sowie Wernher— Nierstein zu Vicepräsidenten, Seeretär Stimmel— Darmstadt zum Generalsecretär gewählt. Die Geschäfte sind vertheilt unter die Finanz⸗ und Verloosungs⸗, Bau-, Platzordnungs⸗ und Wirth⸗ schafts-, Preß-, Empfangs- und Quartier, Vergnügungs⸗, Ausstellungscommissionen. Aufgabe dieser Commissionen, die ihre Thätigkeit sofort begonnen haben, wird es nun⸗ mehr sein, das ganze Unternehmen zu einem guten Ende zu führen.
Allerlei.
Gelnhausen. Vorigen Freitag wurde in hiesiger Stadt von einem Bauer aus Großenhausen auf den Weinhändler Reiß ein Attentat versucht. Der Bauer gab zwei Schüsse aus einer Doppelpistole ab, welche jedoch ihr Ziel verfehlten. Der Attentäter wurde sofort in Haft genommen. Ueber die Motive zu dieser That ist bis jetzt Näheres nicht bekannt geworden.
Wien. Wie das Wiener„Centralblatt“ erfährt, er— scheint heute den 8. d. M., also zwei Monate nach der Katastrophe am Schottenring, das endgiltig festgestellte Verzeichniß der Opfer am 8. Dezember. Nach dieser Liste beläuft sich die Zahl der im Ringtheater verun⸗ glückten Personen auf Dreihundertdreiundachtzig.
London, 9. Febr. Durch Selbstentzündung alten Hanfs brach gestern auf der Staatswerft in Devonport eine Feuersbrunst aus, welche einen Schaden von 20,000 Pfd. St. verursachte.
Petersburg, 6. Febr. Ein Petersburger Telegramm des„Standard“ meldet ein entsetzliches Unglück, welches die Stadt Astrachan betroffen hat. Die dortigen Fischer pflegen in zahlreichen Flotillen den Fischfang nächst den Mündungen der Wolga zu betreiben. Während sich nun in der vergangenen Woche an sechshundert dieser ziem⸗ lich weit in das kaspische Meer hinaus gewagt hatten, brach ein fürchterlicher Sturm aus, welcher den Eisgang in den Wolga-Mündungen herbeiführte. Man fürchtet, daß infolge dessen alle sechshundert den Tod gefunden haben.—
Gerichtssaal. Friedberg, 7. Febr. In der heutigen Sitzung des Schöffen⸗Gerichts wurde in folgenden Sachen erkannt: 1) Heinrich Schwam von Wölfersheim erhielt wegen
mitgetheilt, daß im Orte Feuer ausgebrochen sei. Man
Uebertretung des Polizeireglements, die Unterdrückung
wegen Diebstahls eine Gesängnißstrase von 90 Tages
hielten wegen nächt
Beleidigung, wurden freigesprochen. von Reichelsheim, wegen Beleidigung angeklagt, freigesprochen.
klagten das Verfahren vorläufig eingestellt. Friedberg. In der Dienstag,
handlung: F. Klein Wittwe von Friedberg wegen Coneubinats. frau von Bruchenbrücken wegen Ruhestörung. 3)
Privatklagesache gegen Heinrich Ulrich IV. Wölfersheim.
Verloosung.
6. Februar. bereits mitgetheilten Hauptpreisen wurden
Ziehung am Außer den noch folgende Treffer gezogen: Nr. 10293 51455 55786 63077 à 65 fl. Nr. 74692 76866 80330 8040 93207 96115 6550. 15499 15771 17162 18731 20792 36763 82997 96121 à 55 fl.
Handel urd Verkchr.
salat 15—18 Pf., gelbe Rüben das Gebund 7-12 Pf. Romainsalat 1020 Pf., Sellerie der Kopf 10— 20 Pf., Blumenkohl 30—70 Pf. Wirsing 8—15 Pf., Weißkraut 10—25 Pf. das Stück, Rothkraut 20—30 Pf., Kohlkraut 10 Pf., Kohlrabi 9 bis 8 Pf., Endivien 10 30 Pf., Zwiebel 5-10 Pf, das Pfund.
Geld⸗Cours. Frankfurt am 9. Februar 1882.
20⸗Frankenstücke. 1 M. 16 22—25
do.„„„ 16 20-24 Englische Sovereigns. 8„ 20 40— 45 Russische Imperlales. 8„ 16 7479 Ducaten„„ 9 53.
„ al marx 9 60-65 Dollars in Goll id
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Ebangelische Gemeinde. Sexagesimä. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche: Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Flöring.
Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Baur. Abends 5 Uhr: Herr Missionar Bergfeldt.
Ratholische Gemeinde.
Samstag 4 Uhr: Beicht. Sonntag 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht.
Bekanntmachung.
Die Lieferung eines Schrankes in die Musterschule soll Montag den 13. Februar, Vormittags 11 Uhr, in dem hiesigen Rathhause in Accord gegeben werden.
Dieser Schrank mit Glasthüre, Beschlag und Oel— farbenanstrich ist veranschlagt zu 56 Mark. Friedberg den 9. Februar 1882.
Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Seriba.
Versteigerungs-Anzeige. Donnerstag den 16. d. Mts., Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen auf Antrag des Ph. Altmannsperger dahier in dessen Behausung, Kaiserstraße neben der Post, nachstehende Gegenstände an den Meistbietenden verstei⸗ gert werden: 2 gute Arbeitspferde, 5 Kühe, worunter zwei frisch⸗ milchende, 2 zweispännige Wagen, 2 Pflüge, 2 Eggen, 1 Fruchtfegemühle, Stroh, Heu und Dickwurz, sowie sonstige Oeconomiegeräthschaften. Friedberg den 10. Februar 1882. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Seriba.
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3) Martin Gröninger und Consorten von Ockstadt er⸗ laber Ruhe Störung ein Jeder eine Geldstrafe von 3 Mark event. 1 Tag Haft. 4) Emanuel Stahl und Moritz Stahl von Friedberg, angeklagt wegen 5) Wilh. Ulrich 11. wurde 6) In der Strafsache gegen Karl Peter⸗ mann von Nidda wegen Sachbeschädigung und 7) in derjenigen gegen Andreas Dietrich von Großenlüder wegen Körperverletzung wurde wegen Abwesenheit der Ange—
Delicateß-Häringe
14. Februar l. J. stattfindenden Schöffengerichtssitzung kommen zur Ver— 1) die Strafsache gegen Heinrich Damm und
2) die Strafsache gegen Johann Konrad und dessen Ehe⸗ die von Wölfers⸗ heim wegen Beleidigung des Bürgermeisters Heyer von
Nassauische 25 fl.-Loose vom Jahre 1837. Auszahlung am 1. Mai 1882.
Nr. 55856 à 200 fl. 1359 2995 4797 9659 28245 38914 39511 49509 51875 11170
Frankfurt, 8. Febr. Marktbericht. Heu kostete per Centner je nach Qual. M. 3.50— 4.80 Stroh M. 3.40 4.10 1 Eier das Hundert M. 5.70—7, Ochsenfleisch das Pfund 65-70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 45—55 Uf. Kalbfleisch 40—55 Pf., Hammelfleisch 40 bis 53 Pf., Schweinefleisch 70—80 Pf., 1 Hahn M. 1.0000. 1 Huhn M. 1.50 bis 2.00, 1 Poularde M. 2.30 bis 2.50, 1 Taube 50—60 Pf. Reh per Pfd. 75 Pf., Butter 1. Qualität im Detail das N Pfd. M. 1.00, 2. Qualität M. 0.90 Handkäse das Pfd. 9 45— 50 Pf., Kartoffeln das Malter 4.50— 6.00, Kopf- 5
Nettig das Stück 6—8 Pf,
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