Nachtuf
an
Herrn A. Strö
Landtagsabgeordneter, Klein-Kurben, gestorben den 1. Mai 1882, gewidmet
von seinen Freunden und Verehrern.
Es hat Gott dem Allmächtigen, dem Herrn über Leben und Tod, gefallen, Montag den 1. Mai er. einen seiner treuen Diener, unseren allverehrten Landtagsabgeordneten Herrn A. Ströbel in Klein-Karben, zu sich zu rufen. In ihm ist einer der besten, edelsten Bürger dahin geschieden, der unablässig bemüht war, die Wohlfahrt seiner Mitmenschen zu fördern, der es sich zur Aufgabe gemacht, kein Opfer an Geld und Zeit zu scheuen, um nur Gutes und Segensreiches in seinem Kreise zu wirken. Darum schlugen ihm auch zu seinen Lebzeiten unsere Herzen in Liebe und Treue entgegen und nun, nach seinem Dahinscheiden, weihen wir seinem Andenken wehmuthsvoll die dankbarste Erinnerung und rufen ihm nach, wie einem unserer liebsten Todten:„Friede sei mit Dir und Dein Andenken sei gesegnet.“
So hatte sich denn auch Mittwoch den 3. Mai, Nachmittags 2 Uhr, eine fast unübersehbare Menge Leidtragender an dem Sterbehause unseres selig dahingeschiedenen Mitbürgers versammelt, um ihm die letzte Ehre zu erzeigen, ihm das Geleite zu seiner ewigen Ruhestätte zu geben. Aus Nah und Fern waren Freunde und Bekannte erschienen, um ihre Theilnahme an dem schmerzlichen Verlust, der nicht allein die Familie, ja der die ganze Gemeinde, sogar unseren Kreis bis an seine äußersten Grenzen und darüber hinaus betroffen hat, an den Tag zu legen.
Der ganze Leichencondukt trug das Bild der tiefsten, innigsten Trauer. Man sah es einem Jeden der Betheiligten an, daß es hier nicht galt, einer äußeren Ceremonie zu genügen. Es war vielmehr der Drang des Herzens, von dem sich Jeder zum stillen Schmerze und zur lauten Klage hinreißen ließ.— Und fürwahr, es liegen begründete Ursachen hierzu vor.
War doch der Verblichene seiner Familie Stab und Stütze; er wirkte bei seinem Greisenalter noch mit der geistigen Frische eines Jünglings; er leitete sein überaus großes Etablissement mit unübertroffener Fachkenntniß, sowie er seinem weithin ausgedehnten Geschäfte mit kaufmännischer Bildung und Routine vorstand. Er spendete Almosen in verschwenderischem Maße; aus seinem Hause wurden Hungrige gespeiset; Kranken und Armen wurden ihre Schmerzen und Noth gelindert durch die zahlreichen Wohlthaten, die er über sie ausströmen ließ und deren wir schmerzbewegt an dieser Stelle gedenken.
Ferner war er seit einer langen Reihe von Jahren Mitglied des Gemeinderathes von Klein-Karben.— Hier war es, wo er sich den Lorbeer um das Gemeindewohl verdiente; er wußte alle Anträge und Anforderungen so zu behandeln, daß sie zum Wohl und Vortheil der Gemeinde ausschlugen; mit Umsicht und Kenntniß trug er stets seine Meinung in den Sitzungen vor, welche fast regelmäßig, da solche stets ohne alle Nebenabsicht und Eigennützigkeit waren, zur Annahme gelangten. Durch seine Intelligenz, welche er als Gemeinderathsmitglied bekundete, erwarb er sich das Vertrauen der ganzen Einwohnerschaft, so daß er zu allen Ehrenämtern gewählt und berufen wurde. So bekleidete er das Amt eines Kreistagsabgeordneten, eines Kreisausschußmitgliedes, er war Mitglied des Kirchen- und Schulvorstandes, zur Synode hatte man ihn gewählt, sowie er mit der Stelle eines Schöffen bedacht worden war. Als im Jahre 1869 man den hiesigen Sparkassenverein gründete, da war es kein Anderer als Herr Ströbel, den man mit der Ehrenstelle eines Direktors betraute, und zu seinem Ruhm sei es gesagt, unter seiner Leitung blühte, wuchs und gedieh dieser Verein zu einem Institute, dessen segensreiche Entwickelung jedem Mitgliede vortheilhaft zu Statten kommt.
Ueberhaupt, diese Ehrenämter alle versah er mit der größten Gewissenhaftigkeit, er war stets unparteiisch in seinen Urtheilen und unerschütterlich in seinen Grundsätzen. So waltete er in seinem Berufe, in seinem Wirkungskreis, den er sich vorgezeichnet hatte, stets dem Wahren, Guten und Schönen folgend, bis seinem Ruhme und seiner Ehre die Krone aufgesetzt wurde und er als Landtagsabgeordneter der 2. Großh. Ständekammer gewählt wurde.
Dieser Ehre sollte er jedoch nicht lange theilhaftig bleiben.— Der unerbittliche Fürst der Schatten hatte seinen Einzug bei ihm gehalten, seiner Thätigkeit ein Ende gesetzt. Er sollte eingehen zu jenen lichten Höhen, wo kein Leid, kein Schmerz, kein Tod mehr ist; wo die Freude, die Fülle, wo liebliche Stille, wo seliger Friede und Herrlichkeit wohnt.
Friede seiner Asche!
Klein⸗Karben, den 4. Mai 1882.
Im Auftrag des Gemeinderaths und vieler Freunde: Schneider, Bürgermeister.
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